< Bibelfrage aus dem Markusevangelium

Fragen, die sich auf mehr als ein Evangelium beziehen, werden in dem jeweiligen Evangelium behandelt, in dem sie vorkommen, oder sind im Abschnitt „Evangelien“ zu finden.

F: Was sind einige der charakteristischen Merkmale des Markus-Evangeliums?

A: Das Markus-Evangelium ist ein Evangelium der Tat. Markus verwendet häufig das Wort „sogleich“. Es betont Christus als den Diener. Er heilte, speiste die Menschen, trieb Dämonen aus und gab sein Leben als Lösegeld für viele. Im Markus-Evangelium sind dreizehn Wunder überliefert. Christus ist die Hoffnung für einfache Menschen. Eine Schlüsselstelle ist Markus 10,45.

Was die Sprache betrifft, so sehen manche Ähnlichkeiten zwischen den Formulierungen bei Petrus und Markus. Markus war tatsächlich der Dolmetscher für Petrus. Markus verfügt über den einfachsten Wortschatz aller Evangelien.

Was die Ähnlichkeiten betrifft, so weisen etwa 90 % der Verse im Markus-Evangelium eine Entsprechung im Matthäus-Evangelium auf.

Was falsche Religionen betrifft, so sind Markus 1,9–11 sowie Matthäus 3,16–17 gute Passagen, um den „Oneness“-Pfingstlern zu zeigen, dass der Vater, der Sohn und der Heilige Geist nicht identisch sind oder lediglich drei „Erscheinungsformen“ einer einzigen Person darstellen.

F: Was wissen wir im Markusevangelium über Markus als Person?

A: Markus war der Dolmetscher des Petrus, weshalb das Markus-Evangelium in gewisser Weise als „Petrus-Evangelium“ bezeichnet werden könnte. Markus selbst war jedoch wahrscheinlich ein Augenzeuge, und davon können wir mit hinreichender Sicherheit ausgehen, da er ein Detail erwähnt, das sonst niemand aufgegriffen hätte. Markus 14,51 berichtet von dem jungen Mann im Garten Gethsemane, der nackt davonlief. Auch die frühen Christen erkannten Markus als Verfasser dieses Evangeliums an.

Das Markusevangelium enthält eine größere Anzahl lateinischer Wörter als andere Evangelien, beispielsweise „Zensus“, „Denar“, „Legion“ und „Prätorium“. Markus ist ein lateinischer Name, Johannes hingegen ein hebräischer Name. Im „Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 99, heißt es, dass in Markus 5,9; 6,27; 12,15.42; 15,16.39 lateinische Begriffe anstelle ihrer griechischen Entsprechungen verwendet wurden. In zwei Ausdrücken, in Markus 3,6 und 14,65, verwendet Markus eine lateinische und keine griechische Wortbildung, als ob Latein seine Muttersprache gewesen wäre und er Griechisch erst später gelernt hätte. In Markus 6,48 und 13,35 wird die römische Zeitrechnung verwendet. Aramäische Ausdrücke werden in Markus 3,17; 5,41; 7,11,34; 9,43; 10,46; 14,36; 15,22,34 ins Griechische übersetzt.

F: Warum gibt es im Markus-Evangelium keine Ahnenserie, wie sie bei Matthäus und Lukas zu finden ist?

A: Die Absichten des Markus beim Verfassen seines Evangeliums scheinen sich etwas von denen Matthäus’ und Lukas’ zu unterscheiden.

Matthäus richtete sich eher an Juden, die großen Wert auf Stammbäume legten, und Matthäus betont Christus als König, wobei der Stammbaum für Könige von Bedeutung ist.

Markus betont, dass Christus ein Diener war, und legt den Schwerpunkt auf seine Taten und seinen Dienst.

Lukas betont die Menschlichkeit Jesu und richtete sich zweifellos eher an ein griechisches Publikum. Lukas berichtet über die meisten Gleichnisse.

Johannes betont, dass Jesus Gott ist, und konzentriert sich auf die sieben Zeichen, die Jesus vollbrachte.

F: Markus vermittelt durch seine Verwendung des Wortes „sogleich“ den Eindruck, dass der Dienst Jesu nur wenige Monate dauerte – von der Getreideernte in Markus 2 bis zum Passahfest in Kapitel 11. „Jesus, Interrupted“, S. 42

A: Ich habe die gesamte christliche vor-nikänische Literatur mit Ausnahme von zwei Büchern sowie einen Großteil der erhaltenen gnostischen und ebionitischen Literatur gelesen und keinen einzigen vor-nikänischen Autor – sei er Christ oder Gnostiker – gefunden, der der Ansicht war, Markus habe angedeutet, dass das Wirken Jesu nur wenige Monate gedauert habe. Gelehrte sollten darauf achten, ihre eigenen innovativen Theorien nicht in antike Schriften hineinzuinterpretieren. Ich bin mir sicher, dass verschiedene Menschen in der Bibel alle möglichen Eindrücke finden können, wenn sie sich nur intensiv genug damit beschäftigen.

F: Ergänzt Markus in Mk 1,2 hier den Text aus Mal 3,1?

A: Markus hat Malachi paraphrasiert, unmittelbar bevor er auf Jesaja Bezug nimmt.

Im masoretischen Text lautet Maleachi 3,1: „Siehe, ich sende meinen Boten, und er wird den Weg vor mir bereiten …“ (Green’s Literal Translation)

In der Septuaginta lautet Maleachi 3,1: „Siehe, ich sende meinen Boten aus, und er wird den Weg vor mir auskundschaften …“ (Sir Lancelot C. L. Brenton)

In Markus 1,2 heißt es: „Siehe, ich sende meinen Boten vor Ihrem Angesicht her, der Ihren Weg vor Ihnen bereiten wird.“ (Green’s Literal Translation) Beachten Sie die Hinzufügung von „vor Ihrem Angesicht“ und „Ihren/Ihnen“ anstelle von „meinem/mir“.

Zwei Punkte sind bei der Beantwortung zu berücksichtigen.

1. Markus hat die Pronomen geändert, was die Bedeutung an dieser Stelle jedoch nicht verändert.

2. Da „vor mir“ der letzte Ausdruck ist, ändert auch das Hinzufügen von „vor Ihrem Angesicht“ zur wiederholten Betonung nichts an der Bedeutung.

F: Heißt es in Mk 1,2 „in den Propheten“ oder „im Propheten Jesaja“?

A: Hier liegt eine Handschriftenvariante vor.

„In den Propheten“ findet sich in den folgenden Handschriften: Alexandrinus, Syrisch, Bohairisch-Koptisch, Armenisch, Äthiopisch, Irenäus und anderen Handschriften. Vor allem aber sagt das byzantinische Lektionar dasselbe.

„In dem Propheten Jesaja“ oder „In Jesaja, dem Propheten“ findet sich in den meisten anderen Handschriften, darunter im Sinaiticus, im Vaticanus, im sahidisch-koptischen, im gotischen, im Bezae Cantabrigiensis usw., die Jesaja erwähnen. Im griechischen Neuen Testament (Aland et al., 3. Auflage) wird dieser Abweichung die Unsicherheitsstufe „A“ zugewiesen, was bedeutet, dass es „praktisch sicher“ ist, dass Jesaja erwähnt wurde.

Dies ist eine interessante Stelle, an der der Textus Receptus von der byzantinischen Textfamilie abweicht, während die KJV und die NKJV dem Textus Receptus folgen.

Frage: Hat Jesaja in Mk 1,2 all dies gesagt?

A: Nein, hierbei handelt es sich um eine Auflistung von drei Prophezeiungen (2. Mose 23,20 (LXX), Maleachi 3,1 (masoretische Fassung) und Jesaja 40,3 (LXX)). Im „Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 102, heißt es, dies spiegele eine gängige Praxis wider, mehrere Passagen mit einem gemeinsamen Thema zu zitieren. Jede Prophezeiung verbindet die hoffnungsvolle Erwartung eines Vorläufers mit einer Warnung für den Fall des Ungehorsams. Dies wird als „Testimonienkette“ bezeichnet.

F: Worin bestehen in Mk 1,2 die Unterschiede zwischen diesen alttestamentlichen Versen im masoretischen Text und der Übersetzung der Septuaginta (LXX)?

A: Markus 1,2 ist eine Testimonienkette (auch als „Zusammenführung“ bezeichnet) aus drei Versen.

In 2. Mose 23,20 heißt es im masoretischen Text: „Siehe, ich werde einen Engel vor dir her senden, der dich auf dem Weg behüte und dich an den Ort bringe, den ich vorbereitet habe.“ In der Übersetzung der Septuaginta (LXX) heißt es: „Und siehe, ich sende meinen Engel vor dein Angesicht, damit er dich in das Land bringe, das ich für dich vorbereitet habe.“

In Maleachi 3,1 heißt es im masoretischen Text: „Macht den Weg frei“, während die Septuaginta-Übersetzung (LXX) lautet: „Erkundet den Weg“.

In Jesaja 40,3 heißt es im masoretischen Text: „Derjenige, der ruft … eine Straße geradeaus in der Wüste“. In der Septuaginta-Übersetzung (LXX) heißt es: „Einer, der ruft … die Wege geradeaus“.

Die hebräische Übersetzung stammt aus Jay P. Greens „Literal Translation“. Die Wiedergabe der Septuaginta stammt aus Sir Lancelot C. L. Brentons Übersetzung von „The Septuagint: Greek and English“.

F: Was genau ist in Mk 1,4 mit „Vergebung der Sünden“ gemeint?

A: Die Vergebung der Sünden ist dasselbe wie die Vergebung der Sünden. Vor der Zeit Jesu führten die Israeliten wiederholt rituelle Waschungen zur Reinigung durch. In Jerusalem gab es viele „Mikwen“, das waren zeremonielle Becken zum Waschen. Die Juden führten zudem einmalige „Taufen“ für bekehrte Heiden durch, um deren heidnische Unreinheit abzuwaschen. Die Wassertaufe ist etwas, das wir als Zeichen unserer Erlösung vollziehen. Sie ist zugleich ein Bekenntnis zu einem guten Gewissen gegenüber Gott (1. Petrus 3,21).

Eine ausführlichere Antwort finden Sie in „Hard Sayings of the Bible“, S. 404–406.

F: Da die Taufe in Mk 1,4.9 und Lk 3,3 der Vergebung der Sünden diente – warum wurde Jesus dann getauft, wo er doch gemäß Hebräer 4,15; 2. Korinther 5,21; Johannes 8,46 und 1. Petrus 1,19 sündlos war?

A: Johannes der Täufer hatte offenbar dieselbe Frage im Sinn, als er Jesus in Matthäus 3,14 fragte, warum er sich taufen lasse. Jesus spielte in Matthäus 3,15–16 auf die Antwort an. Jesus sagte nicht, dass er selbst zur Vergebung der Sünden getauft wurde, sondern er sagte, es sei, um „alle Gerechtigkeit zu erfüllen“. Wir sollen dem Beispiel Christi folgen, und Christus wurde getauft.

F: Da in Markus 1,5 „das ganze Land Judäa“ hinausging, um Johannes zu sehen, bedeutet das dann, dass es sich um alle handelte?

A: Nein. Es heißt nicht, dass jeder einzelne Mensch hinging, sondern es bedeutet vielmehr, dass viele Menschen aus allen Teilen Judäas hinausgingen, um Johannes zu sehen.

F: Wie tauft Jesus in Mk 1,8 mit dem Heiligen Geist?

A: Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.

1. Wenn ein Mensch Buße tut und an Christus glaubt, wird er in Christus wiedergeboren und mit dem Heiligen Geist getauft.

2. Dann wohnt der Heilige Geist in ihm.

3. Alle Christen haben den Heiligen Geist. (Römer 8,10.11.15)

4. Der Empfang des Heiligen Geistes erfolgt vor der Wassertaufe, wie Apostelgeschichte 10,44–48 zeigt.

F: Da in Markus 1,10 der Heilige Geist in Gestalt einer Taube vom Himmel herabkam – zeigt dies, dass der Heilige Geist keine Person ist, wie die Zeugen Jehovas vielleicht annehmen?

A: Nein. Die Fähigkeit, in Gestalt einer Taube zu erscheinen, schränkt die Intelligenz, die Gefühle oder andere Eigenschaften des Heiligen Geistes in keiner Weise ein. Ebenso hat im Alten Testament das Erscheinen Gottes als brennender Busch Gott in keiner Weise geschmälert.

F: Warum sandte der Heilige Geist in Mk 1,12 Jesus in die Wüste, um dort versucht zu werden?

A: Die Heilige Schrift gibt dazu keine Auskunft. Vielleicht musste dies geregelt werden, bevor Jesus seinen Dienst aufnehmen konnte. Wenn Sie Christ sind: Gibt es Versuchungen, über die Sie immer wieder siegen müssen, bevor Gott Sie in größerem Maße gebrauchen kann?

F: Ist in Mk 1,14 das „Evangelium vom Reich Gottes“ dasselbe wie das „Evangelium Christi“?

A: Ja, mit der Ausnahme, dass Jesus zu diesem Zeitpunkt noch nicht über seinen Tod, seine Auferstehung und seine Wiederkunft predigte. Was Jesus hier also verkündete, war ein Teil seiner endgültigen Botschaft.

F: Warum begann Markus in Mk 1,14–15 mit dem Wirken in Galiläa und ließ das erste Wirken in Judäa (Joh 1,1–4,54) aus?

A: Jesus begann seinen Wirken in Galiläa. Johannes 1,43–2,12 spielte in Galiläa. Johannes 2,13–4,3 spielte in Judäa, und Johannes 4,4–42 spielte in Samaria. Markus hat diese Abschnitte nicht aufgezeichnet. Zwar gibt Markus keinen Grund dafür an, doch könnte es sein, dass er während des frühen Wirkens nicht bei Jesus war und daher nicht festhielt, was Petrus darüber sagte.

Nebenbei bemerkt: Galiläa war nur 30 Meilen breit und 60 Meilen lang. Zum Vergleich: Galiläa ist etwas größer als der Bundesstaat Rhode Island (37 Meilen breit und 48 Meilen lang) und Luxemburg (35 Meilen breit und 57 Meilen lang).

F: Wie konnte in Mk 1,15 das Reich Gottes nahe sein?

A: Das Reich Gottes war nahe, ist hier in uns und wird kommen.

War nahe: Jesus ist der König der Könige, und wo Er ist, kann man sagen, dass das Reich Gottes nahe ist.
Ist hier in uns: Das Reich Gottes ist heute in den Gläubigen. Es ist jedoch noch nicht in sichtbarer Form auf der Erde erschienen. Wer an Christus glaubt, ist Bürger des Reiches Gottes geworden.

Wird kommen: Das Reich Gottes wird in dieser Welt erst dann sichtbar verwirklicht werden, wenn der Messias wiederkommt und sein Reich auf Erden errichtet.

F: In Mk 1,16–18: Inwiefern gleicht das Gewinnen von Jüngern dem Fischen?

A: Beides ist eine Kunst. Beides erfordert Geduld, Geschick, Unterscheidungsvermögen, Beharrlichkeit und Stille. Stille bedeutet, sich selbst in den Hintergrund zu stellen und Christus in den Vordergrund zu rücken.

F: Welche fünf Autoritätsansprüche hat Jesus in Markus 1,16–45 geltend gemacht?

A: Hier sind fünf Wege, auf denen Jesus hier seine Autorität geltend machte.

Mk 1,16–20: Jesus beansprucht die Autorität, Menschen dazu zu berufen, seine Jünger zu sein.

Mk 1,21–22: Jesus beansprucht Autorität in seiner Lehre.

Mk 1,23–28: Jesus beansprucht Autorität über unreine Geister.

Mk 1,29–34: Jesus beansprucht Autorität über Krankheiten, sowohl über Fieber als auch über Krankheiten im Allgemeinen.

Mk 1,39–45: Jesus beansprucht insbesondere Autorität über die Lepra.

F: Im Markusevangelium stellen wir fest, dass Jesus seine messianische Identität geheim hält (Mk 1,24; 1,34; 5,43; 8,30; 9,9), während er in den anderen Evangelien die Menschen in der Regel offen durch seine Worte oder Taten auf sich als Sohn Gottes aufmerksam macht. Warum?

A: Zu Beginn seines Wirkens unter den Juden präsentierte sich Jesus als jemand, der die Werke Gottes vollbrachte, später dann als der Messias, der Sohn Gottes. Diese anfängliche Zurückhaltung findet sich nicht nur bei Markus, sondern auch in Matthäus 5,1–11,24 wird nichts darüber erwähnt, dass er der Messias oder der Sohn Gottes sei. Nachdem Johannes der Täufer getötet worden war, offenbart sich Jesus ab Matthäus 11,27 zunehmend. In Lukas 6,5 bekräftigte Jesus, dass Er der Herr über den Sabbat sei, ging jedoch nicht weiter darauf ein, bis der Vater in Lukas 9 das Wunder der Verklärung vollbrachte. Als Jesus schließlich Simon Petrus fragte, für wen die Menschen Ihn hielten, wurde Er natürlich deutlicher.

Frage: Warum haben die Dämonen in Markus 1,24 Jesus öffentlich anerkannt?

A: Die Heilige Schrift gibt dazu keinen Aufschluss. Vielleicht wollten sie das Geheimnis, dass Jesus der Messias ist, zu früh preisgeben, doch das ist kein sehr wahrscheinlicher Grund. Wahrscheinlicher ist, dass sie hofften, Jesus würde die Dämonen in Ruhe lassen, wenn sie ihn erkannten, damit diese in den Menschen verbleiben könnten. Vielleicht war das die Überlegung der Dämonen, oder aber Dämonen handeln nicht unbedingt immer rational.

F: Befand sich in Mk 1,24–26 ein Dämon oder waren es mehrere in dem Mann?

A: Beides wäre möglich. Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.

1. Wenn in Markus 1,24 das Wort „wir“ verwendet wird, könnte sich dies auf mehrere Dämonen, auf einen Dämon und den Mann oder auf mehrere Persönlichkeiten in dem Mann bzw. auf einen einzigen Dämon beziehen.

2. In Markus 1,25–26 sprach Jesus den Dämon nur als einen einzigen an.

3. Der Dämon könnte tatsächlich nur einer gewesen sein, sich aber als viele ausgegeben haben.

4. Nichts besagt, dass ein Dämon ein Individuum wie ein Tier sein muss. Nichts in der Heiligen Schrift verbietet, dass manche Dämonen wie Pflanzen oder sich teilende Zellen sein könnten, obwohl sich die Heilige Schrift zu dieser Spekulation nicht äußert.

F: Warum erlaubte Jesus in Mk 1,34; 3,11–12; Lk 4,34–35 und Lk 4,41 den Dämonen nicht zu sprechen?

A: All diese Ereignisse fanden zu Beginn des Wirkens Jesu statt. In Markus 1,34 heißt es, dass dies daran lag, dass die Dämonen wussten, wer Jesus war. Einem Mann, der zu Beginn des Wirkens Jesu geheilt wurde, wurde geboten, es niemandem zu erzählen (Markus 1,44–45). Als Petrus bekannte, dass Jesus der Christus sei, gebot Jesus den Jüngern zu diesem Zeitpunkt, es niemandem zu sagen (Matthäus 16,20; Markus 8,30). Der Grund lag also wahrscheinlich darin, dass Jesus noch nicht wollte, dass bekannt wurde, dass er der Messias war. Er wollte, dass die Menschen sein Leben, seine Lehre und seine Wunder sahen und Zeit hatten, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Weitere Informationen dazu, warum Jesus dies zu diesem Zeitpunkt geheim halten wollte, finden Sie in „Hard Sayings of the Bible“, S. 406–408.

F: Da in Mk 1,37 „alle“ Jesus suchten, suchte dann wirklich jeder Einzelne nach Jesus?

A: Nahezu jeder Mensch in der unmittelbaren Umgebung suchte Jesus aus irgendeinem Grund auf. Leider bedeutet das nicht, dass jeder bei Jesus Erlösung suchte. Viele suchten Jesus möglicherweise einfach nur auf, um den Nervenkitzel zu erleben, ein Wunder zu sehen.

F: Warum blieb Jesus in Mk 1,38 nicht lange an einem Ort?

A: Offenbar verließ sich Jesus nicht darauf, Menschen durch Wiederholung zu sich zu ziehen. Sobald die Menschen genügend Informationen hatten, um eine Entscheidung über ihn zu treffen, wandte sich Jesus anderen zu, die ihn noch nicht gesehen hatten.

F: Welche Art von Zweifel hatte der Aussätzige in Mk 1,40–41?

A: Der Aussätzige zweifelte nicht daran, dass Jesus die Kraft Gottes besaß, ihn zu heilen, aber er zweifelte daran, ob Jesus ihn auch heilen wollte. Manche Skeptiker zweifeln heute an Gottes Macht. Andere wiederum zweifeln an Gottes Liebe oder daran, dass er sich um uns kümmern möchte.

Jesus zeigte, dass Er sich persönlich um den Mann kümmerte. Nach dem Gesetz wurde jemand, der einen Aussätzigen berührte, unrein. Jesus sprach dem Aussätzigen nicht nur die Heilung zu, sondern berührte ihn auch.

F: War der Aussätzige in Mk 1,40–44 ein guter Mensch oder nicht?

A: Der Aussätzige veränderte sich. Er war weder vor noch nach dem Wunder gänzlich gut oder böse, doch nach dem Wunder veränderte er sich. Vor dem Wunder kam der Aussätzige demütig und im Glauben zu Jesus, um ihn zu bitten, und vertraute auf die Kraft Christi. Allerdings schien der Aussätzige Zweifel zu haben, ob Jesus ihn heilen wolle oder nicht. Andererseits bot der Aussätzige Jesus einen höflichen Ausweg an, falls Jesus ihn zu diesem Zeitpunkt nicht heilen wolle. Nach diesem großen Wunder verspürte der Aussätzige den Drang, es allen zu erzählen. Normalerweise könnte man meinen, das sei etwas Gutes. Doch Jesus bat den Aussätzigen, ihm in einer einzigen einfachen Sache Gehorsam zu erweisen: nicht jedem von diesem Wunder zu erzählen – zumindest noch nicht. Der Aussätzige war nicht einmal in der Lage, dieser einen einfachen Aufforderung nachzukommen.

F: Warum hat der Mann in Mk 1,44–45 Jesus nicht gehorcht und allen von seiner Heilung erzählt?

A: Die Heilige Schrift sagt es nicht ausdrücklich, doch heute sehen wir Menschen, die sich die Segnungen und guten Dinge des Christentums wünschen, aber keinerlei Vorstellung von Gehorsam oder Verantwortung haben. Außerhalb des Christentums ist dies möglicherweise noch weiter verbreitet. Manche sehen den Reiz des New Age und anderer spiritueller Bewegungen in dem Versprechen von Spiritualität ohne jegliche Verpflichtungen.

Hier handelte es sich nicht um umgekehrte Psychologie; Jesus wollte nicht, dass der Mann anderen Menschen dies voreilig erzählte.

F: Wie konnten sie in Mk 2,4 das Dach aufdecken und den Mann hinunterlassen?

A: Gewöhnliche Häuser bestanden damals typischerweise aus Strohdach, getrocknetem Lehm und etwas Holz. Sie mussten lediglich das Strohdach entfernen und sich durch den getrockneten Lehm graben.

Das mag sowohl für den Gelähmten als auch für seine Freunde peinlich gewesen sein, doch darüber haben sie wahrscheinlich gar nicht nachgedacht – ihnen ging es lediglich darum, dass ihr Freund geheilt werde. Wären Sie bereit, für einen Freund durch das Dach zu gehen?

F: Warum kamen die Schriftgelehrten in Mk 2,7 zu dem Schluss, dass Jesus Gotteslästerung beging, als er sagte, dem Mann seien seine Sünden vergeben?

A: Den Juden war bewusst, dass es für Vergebung und Wiederherstellung erforderlich ist, dass der Übeltäter denjenigen, dem er Unrecht getan hat, um Vergebung bittet und dass der Geschädigte diese gewährt. Als Jesus Vergebung gewährte, trat er an die Stelle Gottes. bloßes „Sündigen“ wäre kein Vergehen gegen Jesus selbst – es sei denn, Jesus wäre Gott.

In Markus 2,8–9 ist es zwar ebenso einfach, das eine wie das andere zu sagen, doch ist es für einen bloßen Menschen ebenso unmöglich, das eine wie das andere zu tun.

F: Wäre es in Mk 2,10 Gotteslästerung gewesen, wenn Jesus gesagt hätte, seine Sünden seien vergeben, falls Jesus nicht Gott wäre?

A: In diesem Zusammenhang ja. Jesus verkündete jedoch später Gottes Vergebung für diejenigen, die Buße tun und sich Christus zuwenden, und wir können in Gottes Namen verkünden, was Er verkündet hat. Daher ist es sowohl für Protestanten als auch für Priester zulässig, zu verkünden, dass die Sünden eines Menschen vergeben sind, da sie nicht behaupten, selbst die Macht dazu zu haben, sondern verkünden, was Gott gesagt hat. Für manche Zuhörer Jesu wäre dies sicherlich ein schwer zu verstehendes Wort gewesen. Manchmal gibt Gott uns jedoch schwer zu verstehende Aussagen, damit wir sie verarbeiten und zu einer neuen und tieferen Erkenntnis darüber gelangen, wer Er ist.

F: Hatte Jesus in Mk 2,15 ein eigenes Haus?

A: Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

1. Jesu Mutter lebte irgendwo, und Jesu „Heimat“ war in Kapernaum; vielleicht hatte Jesus also dort ein Zuhause.

2. Das Wort „sein“ bezieht sich hier eher auf Levi als auf Jesus; es handelt sich also um das Haus von Levi, nicht um das von Jesus.

3. Natürlich besitzt Jesus in einem anderen Sinne als Gott alle Häuser der Welt. Das ist jedoch nicht die Bedeutung von „seinem“ Haus an dieser Stelle.

F: Warum sagte Jesus in Mk 2,17, dass er nicht die Gerechten rufe?

A: Jesus schloss niemanden aus, wie Römer 3,3–10.23–24 zeigt, da niemand gerecht war. Was Jesus hier meinte, war, dass er nicht jene errettete, die sich für so gerecht hielten, dass sie keinen Erlöser brauchten.

F: Warum fasteten die Jünger Jesu in Mk 2,18–20 nicht?

A: Viele Juden fasteten aus Gewohnheit und Tradition, nicht aus Hingabe an Gott, und aus diesem Grund hatten die Jünger keinen Grund zu fasten. Christen fasten auch heute noch, um sich auf ihre Gebete zu konzentrieren und als eine weitere Möglichkeit, ihre Reue oder die Ernsthaftigkeit ihrer Bitte an Gott zum Ausdruck zu bringen.

Etwas weniger ernst betrachtet kann man jeden Christen, der ein paar Pfund abnehmen muss, als jemanden betrachten, der ein wunderbares Potenzial besitzt, seine Gebete durch Fasten zum Ausdruck zu bringen.

Im Ernst: Christen fasten auch, um sich Gott näher zu bringen. Jesus war nicht gegen das Fasten, doch da die Jünger bereits bei Jesus waren, brauchten sie zu diesem Zeitpunkt nicht zu diesem Zweck zu fasten.

F: Was ist die Bedeutung der beiden Gleichnisse von den Kleidern und den Weinschläuchen in Mk 2,21–22 und Mt 9,16–17?

A: Die Pharisäer sagten, man solle zu dieser Zeit der Tradition des Fastens folgen, während Jesus erklärte, das Evangelium sei etwas grundlegend Neues.

Äußerlich lassen sich neue Dinge manchmal nicht auf alte aufsetzen, da das Alte dem nicht standhalten kann.

Im Inneren lassen sich neue Inhalte manchmal nicht in alte Formen einfügen, ohne diese zu zerbrechen.

Speziell in Bezug auf das Evangelium kann man es nicht einfach an das anfügen, was man bereits über das Alte Testament weiß; es ist nicht nur eine Umformulierung dessen, was im Alten Testament steht, sondern ein „Geheimnis“, auf das bis zum Kommen Christi nur angespielt wurde.

Übrigens besteht eine gewisse Ungewissheit darüber, ob mit dem „Alten“ in diesen beiden Gleichnissen das Alte Testament gemeint war oder das Alte Testament zusammen mit den daran angehängten Traditionen der Pharisäer. Unabhängig davon, welche jüdischen oder anderen religiösen Traditionen ein Mensch auch immer haben mag: Die Frohe Botschaft ist nichts, was man einfach an eine bereits bestehende Tradition anhängen kann. Behalten Sie schließlich Ihre Herzen offen für Gott; vielleicht möchte Er Ihnen neue Dinge zeigen, mit denen Sie nicht rechnen.

F: Wie werden Organisationen in Mk 2,22 zu alten Weinschläuchen und verlieren ihre Fähigkeit, sich für Neues zu öffnen?

A: Wenn sie die Ziele mit den Zielsetzungen verwechseln. Auch wenn die Zielsetzungen ursprünglich gut darauf abgestimmt waren, das Ziel zu erreichen, können sie veralten, oder es können wichtigere Zielsetzungen auftauchen. Dann halten sie aus Traditionsgründen oder um den Prozess einzuhalten weiterhin an den ursprünglichen Zielsetzungen fest. Doch selbst mit neuen, guten Zielsetzungen können gute Zielsetzungen in einem guten Prozess nicht alle Fälle abdecken. Wenn Organisationen und Menschen die Flexibilität zur Anpassung verlieren und die Fähigkeit, bei unwichtigen Dingen Kompromisse einzugehen, dann können sie ihre Nützlichkeit einbüßen.

F: Was würde in Mk 2,23–24 als falsch angesehen werden, wenn man Getreide pflückt?

A: Das Alte Testament sagt nichts darüber aus, dass daran etwas falsch gewesen wäre. Die Pharisäer betrachteten jedoch jedes Sammeln von Getreide, egal wie geringfügig, als Ernte. Da das Ernten von Getreide Arbeit war, verboten sie dies am Sabbat.

F: Bezieht sich Mk 2,26 auf die Zeit von Abjatar oder auf die seines Vaters Ahimelech?

A: Der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 909) behauptet, dies sei ein „sachlicher Fehler“, doch damit liegt er falsch. Sowohl Abjatar als auch Ahimelech lebten damals noch, obwohl Abjatars Vater Ahimelech kurz darauf getötet wurde. Laut der „Encyclopedia of Bible Difficulties“, S. 362, bedeutet der griechische Ausdruck „epi Abiathar archiereos“ hier schlicht „zur Zeit von Abiathar, dem Hohepriester“. Abiathar lebte zu dieser Zeit nicht nur, sondern war auch anwesend, als sich dies ereignete. Dieser Ausdruck entspricht in etwa der Formulierung „zur Zeit Davids, des Herrschers über Israel“, obwohl David erst später Herrscher über Israel wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich um die Zeit von Abiathar handelte, der später Hohepriester wurde. Wie „When Critics Ask“ auf Seite 370 feststellt: „Es war zur Zeit von Abiathar, jedoch nicht während seiner Amtszeit.“

F: Bedeutet die Aussage in Mk 2,27, dass der Sabbat für den Menschen (anthropos im Griechischen) geschaffen wurde, dass die gesamte Menschheit den Sabbat halten muss?

A: Nein, und zwar aus drei Gründen.

1) Selbst wenn der gesamten Menschheit geboten worden wäre, ihn zu halten, heißt es im Neuen Testament nach der Auferstehung Jesu in Kolosser 2,16–17, dass Sabbate (ebenso wie Neumonde und Speisevorschriften) nicht mehr eingehalten werden müssen. Der Alte Bund ist nun gemäß Hebräer 8,13 hinfällig.

2) Selbst in alttestamentlicher Zeit teilte Gott niemandem außer den Juden mit, dass sie den Sabbat halten sollten. Die Sabbate, Feste und Neumonde waren gemäß 2. Chronik 2,3 eine dauerhafte Verordnung für Israel.

3) In Markus 2,27 ist das Wort „anthropos“ lediglich ein allgemeiner Begriff für „Mann“ (oder „Männchen“). Man darf jedoch nicht zu viel daraus schließen, dass sich „anthropos“ ausschließlich auf Männer bezieht, da auch Frauen den Sabbat halten sollten. Der Sabbat wurde jedoch niemals jemand anderem als den Juden geboten, denn gemäß 2. Mose 31,12–13 war er ein Zeichen, das nur zwischen Gott und Israel galt. Im Himmel und heute wird die Sabbatruhe aus Hebräer 3–4 (die nun und in Zukunft jeden Tag gilt) allen Gläubigen angeboten, die im Hebräerbrief erwähnt werden.

Im Allgemeinen können wir und die Siebenten-Tags-Adventisten uns darauf einigen (oder sollten uns zumindest darauf einigen), dass:

a) Wären wir Juden in der Zeit des Alten Testaments gewesen, hätten wir den Sabbat halten müssen.

b) Doch selbst wenn wir in der Zeit des Neuen Testaments, nachdem Christus von den Toten auferstanden war, Juden gewesen wären, hätten wir Paulus (sowie den anderen Autoren des Neuen Testaments und Jesus) gehorchen müssen.

c) Wenn das Neue Testament etwas im Alten Testament ändert, aufhebt oder ergänzt, hat das Neue Testament Vorrang.

d) Wir sollten uns mehr mit dem beschäftigen, was Gott in der Bibel gelehrt und geboten hat, als mit Dingen, über die Gott nicht gesprochen hat.

Frage: Was ist in Mk 3,6 so heuchlerisch an den Pharisäern und Herodianern (auch bekannt als Sadduzäer)?

A: Man kann „gesetzestreu“ sein und dennoch böse (einige Strafverteidiger wissen das). Die Juden hatten Gesetze gegen das Töten von Tieren am Sabbat, doch da es kein schriftliches Gesetz gab, das es verbot, am Sabbat zu planen, ihren Messias zu töten, hielten sie dies offenbar für in Ordnung. Dies geschah zu Beginn des Wirkens Jesu, und selbst wenn sie Jesus nicht als ihren Messias anerkennen wollten, schmiedeten sie doch Pläne, einen Mann zu töten, der aus ihrer Sicht kein Gesetz gebrochen hatte, das den Tod verdient hätte.

Die Pharisäer hatten insofern ein verstocktes Herz, als sie sich dafür entschieden, nicht belehrbar zu sein. Auch heute sind Menschen oft nicht belehrbar. Manchmal geschieht dies nicht aus freier Entscheidung, manchmal jedoch schon.

Da König Herodes Johannes den Täufer hingerichtet hatte, hofften sie möglicherweise, Herodes davon überzeugen zu können, dasselbe mit Jesus zu tun.

F: Warum wollte Jesus in Mk 3,11–12 kein wahres Zeugnis über sich annehmen, obwohl es von Dämonen stammte? Gibt es heute Zeugnisse, die Gott nicht annimmt?

A: Die Antwort umfasst mehrere Punkte.

Dämonen, die die Botschaft für ihre Zwecke missbrauchen: Wenn die Menschen hörten, wie die Dämonen Jesus lobten, würde es so aussehen, als stünden sie auf seiner Seite. Nachdem Jesus gegangen war, wären die Menschen möglicherweise weiterhin bereit, diesen Dämonen zuzuhören, denn schließlich lobten sie Jesus. Paulus trieb in Apostelgeschichte 16,16–19 aus einem ähnlichen Grund einen Dämon aus einem Mädchen aus. Heutzutage ehren Sektenführer Jesus oft mit Worten, lehren dann aber Dinge, die zeigen, dass sie nicht an das glauben, was Jesus gelehrt und geboten hat.

Gott kennt das Herz: Jesus hat niemals das Zeugnis von Dämonen angenommen. Was die Menschen betrifft, so heißt es in 1. Samuel 16,7, dass Menschen auf das Äußere schauen, Gott aber auf das Herz schaut. Gott interessiert sich weniger für die Laute, die wir von uns geben, als für unser Herz, aus dem diese Laute kommen. Heutzutage können manche Gott nur zum Schein preisen, nicht aber aufrichtig.

F: Da Jesus in Mk 3,14.19 zwölf Jünger berufen hat, wie kommt es dann, dass einer von ihnen, Judas Iskariot, Jesus später verriet?

A: In Apostelgeschichte 2,23 heißt es, dass Jesus durch den festgesetzten Ratschluss und die Vorsehung Gottes dem Tod ausgeliefert wurde. Es war Judas’ Entscheidung, Jesus zu verraten, doch Judas wurde in eine Lage versetzt, in der er diese Entscheidung treffen konnte.

Viele Menschen haben sich in Johannes 13,21 möglicherweise von Jesus verraten gefühlt. Sie könnten seine Wunder und Aussagen so interpretieren, dass er die Macht gehabt hätte, die Römer zu vertreiben, es aber bewusst unterlassen habe, dies zu versuchen. Wenn Sie glauben, dass Gott dazu da ist, Ihren Zwecken zu dienen, werden Sie sich wahrscheinlich früher oder später auch von Gott verraten fühlen – zumindest so lange, bis Sie erkennen, dass wir dazu da sind, Seinen Zwecken zu dienen, und nicht umgekehrt.

F: Warum wollte Jesus in Mk 3,14–19 zwölf Jünger haben?

A: Wir wissen es nicht mit Sicherheit, aber wir können mindestens drei Gründe erkennen.

Damit sie lernen konnten, indem sie eng mit ihm zusammen waren.

Damit Jesus sie aussenden konnte, um zu predigen

Damit sie die Kraft hätten, Kranke zu heilen und Dämonen auszutreiben.

F: Warum hat Jesus Ihrer Meinung nach in Mk 3,14–19 keine Experten in der Heiligen Schrift oder Menschen ausgewählt, die bereits predigten?

A: Von den zwölf Jüngern waren vier Fischer, einer war Zöllner und einer war Zelot. Über die anderen sechs wissen wir nichts. Doch aus der Sicht der Welt schienen sie alle gewöhnliche Männer zu sein. Es kommt nicht darauf an, wer Sie sind, wenn Sie zu Christus kommen; vielmehr kommt es darauf an, zu wem Christus Sie macht.

F: Wie bedeutet das Wort „Boanerges“ in Mk 3,17 „Söhne des Donners“?

A: Sie erhielten diesen Spitznamen aufgrund ihres hitzigen Temperaments. Das Wort „Boanerges“ ist eine griechische Transkription des aramäischen „benai regesh“, was „Söhne des Zorns“ bedeutet. Allerdings ist die Entsprechung von „regesh“ zu „nerges“ nicht sehr eng.

F: Was oder wer sind in Mk 3,27 die „Besitztümer Satans“?

A: Es gibt Menschen, die in der Knechtschaft Satans gefangen sind. Niemand mag es, wenn andere sich in das einmischen, was er für sein Eigentum hält, und auch Satan mag das nicht. Doch wir sollen das, was Satan für sein Eigentum hält, an uns nehmen und es zu Gott bringen.

F: Warum erwähnte Jesus in Mk 3,31–35 hier seine Mutter, seine Brüder und seine Schwestern?

A: Jesus liebte und schätzte seine Familie zweifellos, doch seine Familie hatte keinen Vorrang vor der Nachfolge Gottes und dem Wirken Jesu. Seine Familie reiste etwa 30 Meilen von Nazareth nach Kapernaum, um Jesus zurückzuholen, doch Jesus wollte nicht mit ihnen gehen. Auch wir sollten die richtige Einstellung haben. Wir müssen unseren Eltern im Herrn gehorchen, doch es gibt Zeiten, in denen wir den direkten Anweisungen unserer Eltern nicht Folge leisten oder uns ihren impliziten Wünschen widersetzen müssen, wenn das, was sie wollen, nicht Gottes Wille ist.

F: Hat Jesus in Mk 3,31–35 gesündigt, indem er seine Mutter hier nicht ehrte?

A: Nein, denn sie baten Jesus nicht, mitten in seiner Predigt innezuhalten, um sie in diesem Moment zu besuchen, und Jesus wusste, dass Gott, der Vater, wollte, dass er gerade jetzt predigte. In Markus 3,20–21 hielt die Familie Jesu ihn für verrückt. Rein hypothetisch gesprochen: Hätte seine Mutter Jesus gebeten, das Predigen endgültig einzustellen, hätte Jesus diesem (hypothetischen) Befehl nicht gehorchen müssen, um Gottes Gebot zu befolgen.

F: Warum war Josef in Mk 3,31–35 nicht anwesend?

A: Die Heilige Schrift gibt dazu keinen Aufschluss. Die kirchliche Überlieferung besagt jedoch, dass Josef viel älter war als Maria und zu diesem Zeitpunkt möglicherweise bereits verstorben war.

F: Warum erklärte Jesus in Mk 4,10–20 die Bedeutung dieser Gleichnisse nur den zwölf Jüngern?

A: Die Heilige Schrift sagt nicht, warum die Menschenmenge nicht jede Erklärung hörte, aber Jesus wollte insbesondere verhindern, dass seine Jünger etwas falsch verstehen. Natürlich konnte jeder in der Menge, der dies wünschte, ein Jünger Jesu werden und ebenfalls von Jesus und den Zwölf unterwiesen werden.

So verhält es sich in gewisser Weise auch heute noch. Jeder kann etwas über das Evangelium hören, doch wenn man es wirklich vollständig verstehen möchte, muss man Gottes Wort studieren und gemeinsam mit anderen Christen lernen.

Doch selbst für Gläubige kann es mühsam sein, sich durch die Heilige Schrift zu arbeiten, um Gottes Bedeutung zu ergründen. Offenbar beabsichtigt Gott manchmal, dass wir uns anstrengen müssen, um Seine Wahrheit zu erlernen – vielleicht behalten wir sie auf diese Weise besser im Gedächtnis. In Sprüche 25,2 heißt es: „Es ist die Herrlichkeit Gottes, eine Sache zu verbergen, und die Herrlichkeit der Könige, sie zu ergründen.“

Eine andere, aber ergänzende Antwort finden Sie in „Hard Sayings of the Bible“, S. 417–419.

F: Warum sollte Jesus in Mk 4,11–12 das Evangelium absichtlich durch Gleichnisse verschleiern, damit die Menschen es nicht verstehen, sich nicht bekehren und keine Vergebung erlangen? Ist er nicht gekommen, damit alle Menschen gerettet werden? (Ahmad Deedat hat dies angesprochen.)

A: Jesus bezog sich auf Jesaja 6,9–10. Jesus sprach in Gleichnissen, um barmherzig zu sein! Hier sind vier Punkte zur Antwort.

1) Gott möchte, dass alle gerettet werden (2. Petrus 3,9; Hesekiel 17,23).

2) Doch manche haben sich dafür entschieden, Gottes Wort abzulehnen, und das hat Konsequenzen in diesem Leben. Diese Menschen werden in ihrem Hören verstockt und verhärten ihre Herzen (2. Mose 8,15.32; 9,17.34; Sprüche 28,14; Römer 1,18–20; Hebräer 3,12–15; Sacharja 7,12).

3) Für Menschen, die Gott ablehnen, ist es gemäß 2. Petrus 2,20–22 besser, die Wahrheit nicht zu kennen, als sie zu kennen und sich von ihr abzuwenden.

4) Ein Gleichnis ist angemessen, da diejenigen, die Gott nachfolgen wollen, dazu angeleitet werden können, dessen Bedeutung zu erkennen, während diejenigen, die Gott nicht nachfolgen wollen, ein Gleichnis nicht verstehen werden.

Wenn jemand die Wahrheit, die er über Gott kennt, bereits abgelehnt hat, ist Gott nicht verpflichtet, ihm weitere Wahrheit zu geben.

F: In Mt 13,1–23; Mk 4,14–20 und Lk 8,5–15, im Gleichnis vom Sämann: Inwiefern gleichen die Menschen den vier Bodenarten?

A: Hier sind einige Beispiele.

1. Manche interessieren sich von vornherein überhaupt nicht für das Evangelium. Satan wirkte darauf hin, dass das Evangelium gar nicht erst in den harten Boden eindringen konnte. Manche Menschen lehnen das Christentum entschieden ab. Andere tun dies nicht, sagen aber, wie ich gehört habe: „Ich komme zum Bibelkreis, wenn ich nichts Besseres zu tun habe.“

2. Manche möchten das Evangelium zunächst annehmen, fallen jedoch in Schwierigkeiten oder bei Verfolgung ab.

3. Manche Menschen wachsen im Evangelium, werden jedoch durch die Sorgen des Lebens oder die Versuchungen ihrer Gesellschaft erstickt. Materialismus, das Betrachten von Unmoral und Gewalt sowie Alkoholismus sind einige der größeren „Dornensträucher“, auf die man in der westlichen Gesellschaft achten muss. Wenn der Teufel Sie nicht mit Schwierigkeiten aufhalten kann, wird er Sie mit Ablenkungen ersticken.

4. Manche reagieren darauf und bleiben standhaft. Unter diesen bringen die verschiedenen Menschen unterschiedliche Früchte hervor. Damals galt ein Ertrag von 10 zu 1 laut „The Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 118, als sehr gut.

F: War der Sämann in Mk 4,14–20 in dem Gleichnis nicht zu nachlässig mit dem Samen umgegangen?

A: Nachlässig – nein, großzügig mit dem Samen – ja. Es gibt keine „fünfte Art“ von Boden, die fruchtbar gewesen wäre, wenn der Sämann nicht vergessen hätte, dort zu säen. Die Wahrheit ist, dass kein Boden die Ausrede vorbringen könnte: „Ich wäre ein fruchtbarer Boden gewesen, aber ich kann dem Sämann die Schuld geben, dass er keinen Samen auf mich gesät hat.“ Man könnte dem Sämann vorwerfen, „zu großzügig mit dem Samen“ zu sein, indem er jedem Boden eine Chance gibt, auch wenn es eine aussichtslose Sache wäre. Niemand kann dem Sämann jedoch zu Recht vorwerfen, zu geizig mit dem Samen zu sein.

F: Wie sollen wir heute gemäß Mk 4,21–25; Mt 5,14–16; Lk 8,16–17 „leuchten“?

A: Wenn wir zu Christus gekommen sind, bleiben wir weiterhin auf der Erde als Zeugen der Liebe Gottes, die durch uns strahlt, damit die Menschen Christus durch unsere Worte, Taten und unser Leben erkennen können. Wir sind ein Brief Christi an die Welt, wie es in 2. Korinther 3,3 heißt. Tatsächlich sind wir vielleicht der einzige Brief, den manche Menschen jemals lesen werden. 2. Korinther 3,7–18 vergleicht die Herrlichkeit, die heute in uns strahlt, mit der Herrlichkeit, die durch Mose strahlte – so sehr, dass er sich einen Schleier über das Gesicht legen musste. Dieses Licht muss also aus uns herausstrahlen, wie es in 2. Korinther 4,6 heißt. Wir sollen wie Sterne am dunklen Himmel der Welt leuchten, wie es in Philipper 2,15–16 heißt.

F: Was sind in Mk 4,21–25 einige Dinge – wie beispielsweise der Korb –, die das Licht stehlen, verbergen oder auslöschen?

A: Es gibt zwei Arten von „Körben“.

Meistens ist der „Korb“, der das Licht verdeckt, das, was Gläubige selbst über ihr Licht legen. Sie möchten den Menschen nicht sagen, dass sie Christen sind, oder sie möchten nicht über ihr Leben und darüber berichten, was Jesus darin bewirkt hat. Ein einfacher kleiner Schritt, um dies zu überwinden, besteht darin, sich mit einem anderen Christen auszutauschen, wobei andere dies zufällig mitbekommen können.

Manchmal jedoch wird uns von der Gesellschaft ein Korb auferlegt, und wir lassen das einfach passiv über uns ergehen. Wenn das Böse gepriesen und das Gute sowie gute Menschen herabgewürdigt werden – sollen wir dann einfach schweigen? Oder sollten wir zu geeigneten Zeiten und auf angemessene Weise unsere Stimme erheben, die Unterdrückten verteidigen und denen helfen, die Unterstützung brauchen?

F: Welche Dinge werden später offenbar werden (Mk 4,22)?

A: Jede Tat, ob gut oder böse, wird am Tag des Gerichts offenbar werden. Für jedes leere Wort, das wir sprechen, werden wir Rechenschaft ablegen müssen, gemäß Matthäus 12,36–37. Gott ist ein Richter des Charakters, und jemand hat einmal gesagt, dass der Charakter das ist, was man ist, wenn man glaubt, niemand schaue zu.

F: Was bedeutet es in Mk 4,22, Lk 6,38 und anderen Versen, dass das Maß, mit dem man misst bzw. gibt, auch das Maß sein wird, mit dem man empfängt?

A: Alle diese Verse besagen im Grunde: „Wer es nicht nutzt, verliert es“, doch es gibt drei Anwendungsbereiche.

Markus 4,24 betont, dass Ihnen umso mehr von Gottes Weisheit und Gaben gegeben wird, je mehr Sie davon nutzen. Wenn Sie das Wenige, das Sie haben, nicht nutzen, wird Ihnen sogar das genommen werden.

Lukas 6,38 ist ähnlich, betont jedoch, was Sie anderen geben, seien es gute Dinge oder Vergebung und Barmherzigkeit, wie in Lukas 6,37 erwähnt.

Matthäus 18,35; 6,12 lehren, dass Gott uns vergeben wird, so wie wir anderen vergeben. Das Maß an Barmherzigkeit und Vergebung, das wir anderen entgegenbringen, zeigt, was wir selbst erhalten werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Einige Aspekte des endgültigen Gerichts Gottes und des Segens in diesem Leben sind absolut und für alle gleich. Andere Aspekte hängen von der Erkenntnis ab, die ein Mensch besitzt (Römer 4,15; 5,13; 2. Petrus 2,21–22 usw.). Was ein Mensch erhält, hängt zum Teil davon ab, was er anderen gibt.

F: Was ist die Botschaft dieses Gleichnisses in Mk 4,26?

A: Dies ist das einzige Gleichnis, das ausschließlich im Markusevangelium zu finden ist. Weder derjenige, der den Samen sät, noch der Boden, der den Samen aufnimmt, nehmen wahr, was geschieht, während der Samen wächst. Sie sehen lediglich das Ergebnis und den Nutzen.

Es gab einmal einen kleinen Jungen, der einen Erbsensamen in eine Schale mit Erde pflanzte. Er goss ihn und sorgte für Sonne, doch die Erbsenpflanze ging nie auf. Er verstand nicht, warum. Jeden Tag zog er den Samen heraus, um zu sehen, wie es ihm ging. Manchmal konzentrieren wir uns zu sehr auf Ergebnisse, die wir sofort sehen können, und übersehen dabei möglicherweise die wichtigeren Dinge.

F: Warum heißt es in Mk 4,31, dass das Senfkorn das kleinste aller Samenkörner sei, wo es doch noch kleinere Samenkörner gibt?

A: Senfkörner sind extrem klein; etwa 725 bis 760 davon wiegen ein Gramm. Sie sind jedoch nicht die kleinsten Pflanzensamen, die es auf der Welt gibt. Sie waren die kleinsten Samen, die man auf den Feldern aussäte, und sie waren die kleinsten Samen, die den Menschen zu jener Zeit bekannt waren.

F: Warum wird in Mk 4,32 gesagt, dass die Senfpflanze die größte aller Kräuter sei, wo es doch größere Kräuter gibt?

A: Jesus wollte hier keine botanische Lektion erteilen. Jesus sprach zum Nutzen seiner Zuhörer und drückte sich in Begriffen aus, die diese verstehen konnten. Die Senfpflanze war die größte aller Pflanzen, die sie als Kräuter kannten.

F: Sind die Vögel in Mk 4,33 hier gut oder böse?

A: Während die Vögel in Markus 4,4 als schlecht dargestellt wurden, sind sie hier neutral. Sie stehen für Menschen, die von den Zweigen des Baumes profitieren, ohne selbst etwas dafür getan zu haben, den Baum dort zu pflanzen.

F: Warum lehrte Jesus in Mk 4,34 alles in Gleichnissen?

A: Durch diese besondere Form des Lehrens konnte Jesus diejenigen unterweisen, die lernen wollten, und es vor denen verbergen, die ihm nicht folgen wollten.

F: Wie konnte Jesus in Mk 4,38 während eines Sturms im Boot schlafen?

A: Jesus war möglicherweise nach all seinen Predigten müde. Zudem wollte der Vater vielleicht gerade zu diesem Zeitpunkt, dass Jesus in tiefem Schlaf lag, um den Jüngern zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, zu bitten.

F: Wie konnte in Mk 4,39 der Wind so plötzlich aufhören?

A: Wind entsteht durch Druckunterschiede zwischen zwei Gebieten. Zwar kann Wind auf natürliche Weise plötzlich aufhören, doch deutet diese Stelle darauf hin, dass das Aufhören des Windes ein Wunder war. Der Begriff, der ins Englische mit „be still“ (pephimoso auf Griechisch) übersetzt wird, lässt sich genauer mit „zum Schweigen gebracht werden“ übersetzen, wie in Markus 1,25. Es handelt sich dabei um einen Fachbegriff, der bedeutet, einem Dämon seine Macht zu entziehen, wie in „The Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 122, und „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 8, S. 656, erläutert wird.

F: In Mk 4,39 waren die Sturmböen ziemlich gefährlich, und die Fischer wussten, dass sie in echter Gefahr waren – wäre da nicht die Person gewesen, mit der sie zusammensaßen. Wie können wir in den Stürmen, denen wir im Leben begegnen, sicher sein, dass wir mit Jesus „im Boot“ sind?

A: Es gibt zwei Aspekte.

Schließen Sie sich ihm an: Stellen Sie zunächst sicher, dass wir Jesus wirklich dorthin folgen, wohin er uns führt, und ihn nicht nur bitten, uns dort zu unterstützen, wo wir selbst hinwollen. Wenn Gott eine Tür schließt, können Sie sich sehr bemühen, sie wieder zu öffnen, und manchmal gelingt Ihnen das auch. Doch das Endergebnis wird kein Erfolg, sondern vielmehr ein Misserfolg sein.

Lassen Sie Ihn in Ihr Boot: Zweitens: Laden Sie Jesus nicht nur in Ihr Leben ein, sondern laden Sie Ihn in jeden Aspekt Ihres Lebens ein. Gibt es Dinge in Ihrem Leben, die Sie Gott nicht übergeben haben, sondern zu denen Sie zu Gott gesagt haben: „Das ist in Ordnung, diesen Teil werde ich selbst regeln.“ Es gibt Dinge im Leben, bei denen Gott möchte, dass Sie selbst verschiedene Alternativen abwägen und lernen, gute Entscheidungen zu treffen. Doch genauso wie Ihre Kinder manchmal schlechte (hoffentlich kleine) Entscheidungen treffen und aus ihren Fehlern lernen, kann Ihr himmlischer Vater zulassen, dass Sie schlechte Entscheidungen treffen und daraus lernen. Geben Sie Gott jedoch die Gelegenheit, zu Ihnen zu sprechen, und lassen Sie Ihn bereitwillig Ihre Entscheidungen außer Kraft setzen.

F: Wo liegt in Mk 5,1 das Land der Gadarener?

A: Es handelt sich um das Gebiet bei der Stadt Gerasa, die etwa 35 Meilen südöstlich des Sees Genezareth im heutigen Jordanien lag. Eine Meile südlich des heutigen Dorfes Khersa befindet sich ein steiler Hügel, 40 Yards vom Ufer entfernt. Zwei Meilen entfernt liegen Höhlengräber, die offenbar auch als Wohnstätten genutzt wurden.

F: In Mk 4,39 ging Jesus sehr unterschiedlich mit den Jüngern um, die ihn hier in Frage stellten, sowie mit den Dämonen und den Menschen, die sich ihm widersetzten. Wie sollten wir mit Menschen umgehen, die uns auf unterschiedliche Weise in Frage stellen oder uns widersprechen?

A: Hier sind sechs Schritte, die Sie berücksichtigen sollten.

Schritt 1: Bevor wir uns mit anderen auseinandersetzen, müssen wir uns zunächst mit uns selbst und unserem möglichen Stolz auseinandersetzen. Manche Menschen glauben, dass jede Kritik an ihren Handlungen oder Entscheidungen ein persönlicher Angriff auf sie ist. Sie verstehen in Krisenzeiten das Konzept der „loyalen Opposition“ nicht. Manche Menschen glauben, dass sie immer die richtige Entscheidung treffen müssen, und wenn dies nicht der Fall ist, haben sie Angst, dass jemand herausfinden könnte, dass sie einen Fehler begangen haben. Stellen Sie sicher, dass Sie damit einverstanden sind, anderen zu zeigen, dass Sie Fehler machen, bevor Sie überhaupt versuchen, mit anderen umzugehen. Hören Sie schließlich aufmerksam zu. Manchmal liegt die Person, die mit Ihnen spricht, falsch, und Sie sollten ihrem Rat NICHT folgen; doch inmitten ihres falschen Vorschlags könnte ein Körnchen Wahrheit stecken, das Sie dennoch berücksichtigen sollten. Seien Sie in der Lage, danach Ausschau zu halten.

Schritt 2: Machen Sie sich bewusst, dass nicht jeder, mit dem Sie sprechen, Schritt 1 selbst bereits umgesetzt hat. Versuchen Sie einzuschätzen, ob die Person jede Kritik als persönlichen Angriff auf sich selbst auffassen wird. Wenn Sie sprechen, bestätigen Sie die Person, heben Sie die Handlung oder Entscheidung hervor, die sie falsch getroffen hat, und erklären Sie, was nun zu tun ist.

Schritt 3: Wenn Ihnen Menschen Ratschläge geben, von denen Sie wissen, dass Sie ihnen nicht folgen sollten, erklären Sie höflich, warum Sie dies nicht tun werden – zumindest so lange, wie man Sie zu Wort kommen lässt. Lassen Sie nicht zu, dass das, was Sie als gut erkennen, als böse dargestellt wird, wie es in Römer 14,16 heißt.

Schritt 4: Wenn Ihnen jemand einen Rat gibt, den Sie befolgen sollten, stimmen Sie schnell zu, danken Sie ihm dafür, dass er Sie aufgeklärt oder Ihnen geholfen hat, und befolgen Sie den Rat dann. Es besteht kein Grund, über das zu streiten, von dem Sie wissen, dass es richtig ist, nur um Ihr Gesicht zu wahren. Wenn die Person, die den guten Vorschlag macht, ein Kind ist oder eine niedrigere Position als Sie einnimmt, spielt das keine Rolle. Wenn es ein guter Rat ist, befolgen Sie ihn trotzdem.

Schritt 5: Wenn Sie den Rat weder für besonders gut noch für besonders schlecht halten, seien Sie kompromissbereit. Wenn der andere darauf großen Wert legt, überlegen Sie, wie viel Schaden oder Nachteil es anrichten würde, wenn Sie in einer für Sie unwichtigen Angelegenheit einfach mitmachen würden. Dies ist besonders in der Ehe hilfreich.

Schritt 6: Wenn die Person in einer Ihnen übergeordneten Position steht, wie beispielsweise ein Vorgesetzter, ein Regierungsbeamter oder Ihr Ehemann, und deren Anweisung oder Ratschlag nicht gut ist, kann dies schwierig sein. Versuchen Sie zunächst, ihr die Vorzüge der anderen Alternative zu erläutern. Wenn sie Ihnen jedoch immer noch nicht zuhören will, könnte es daran liegen, dass Sie sich irren – oder dass Sie zwar Recht hätten, aber etwas nicht wissen, was diese Person weiß. Andererseits könnte es sein, dass diese Person hier eine unkluge Entscheidung trifft. Nachdem Sie sie gewarnt haben – was (in der Regel) Ihre Pflicht ist –, müssen Sie sich manchmal fügen.

F: Wie konnte dieser von Dämonen besessene Mann in Mk 5,3–4 so stark sein, dass er Ketten und Fesseln zerbrechen konnte?

A: Selbst Menschen, die nicht von Dämonen besessen sind, haben unter Stresssituationen, in denen es um Leben und Tod ging, schon große Kraftleistungen vollbracht. Ich hörte von einem Alarm wegen einer drohenden Explosion in einer Chemiefabrik (die glücklicherweise nicht eintrat), und ein Chemiefabrikarbeiter sprang über einen acht Fuß hohen Maschendrahtzaun. Als er zur Fabrik zurückkehrte, betrachtete er diesen Zaun voller Staunen, da er fast nicht glauben konnte, was er getan hatte.

Ich habe auch von einer Frau gehört, die, als ein geparktes Auto im Begriff war, ihr Kind zu überrollen, eine Ecke des Autos hochhob.

F: Warum rannte in Mk 5,6 ein von Dämonen besessener Mann auf Jesus zu, um ihn anzubeten?

A: Die Heilige Schrift gibt zwar keine Antwort darauf, doch hier ist eine Vermutung: Wenn der Dämon glaubte, dass Jesus ihn holen würde und er nicht entkommen könnte, wollte er vielleicht zuerst zu Jesus laufen, um ihn anzuflehen, ihn zu verschonen. Der Dämon wusste, dass Jesus kam, und in seiner Verzweiflung huldigte er Jesus und bat ihn, ihn nicht weiter zu quälen – obwohl der Dämon selbst den Mann quälte.

Nebenbei bemerkt: Während die vorherige Geschichte die Macht Jesu über die Natur demonstrierte, die von Dämonen genutzt wurde, veranschaulicht diese Geschichte direkt die Macht Jesu über Dämonen.

F: Warum lautete der Name des Dämons in Mk 5,9 und Lk 8,30 „Legion“?

A: Eine römische Legion bestand aus etwa 5.000 bis 6.000 Soldaten. Mit anderen Worten: Dieser Mann hatte nicht nur ein Problem mit einem Dämon, sondern 5.000 oder 6.000 Probleme mit Dämonen. Gott ist es gleichgültig, wie viele Probleme wir haben – der Herr kann sie alle lösen.

Man kann sich fragen, ob jeder Dämon, der derzeit existiert, bereits seit dem Garten Eden ein eigenständiges Dasein führte oder nicht. Vielleicht konnten sich Dämonen (ähnlich wie Keime) entweder außerhalb oder im fruchtbaren Boden eines Menschen vermehren. Dies ist jedoch nur eine Spekulation.

F: Warum schien Jesus in Mk 5,10–14 und Lk 8,32 einen „Deal“ mit den Dämonen zu schließen?

A: Zwar hatte Jesus die Freiheit, dies zu tun, doch sagt die Heilige Schrift nicht, dass Er mehr tat, als ihnen die Erlaubnis zu erteilen. Jesus hat den Dämonen damit nicht unbedingt einen Gefallen getan; die Schweine sind ertrunken.

F: Sollten Christen heute gemäß Mk 5,10–14 jemals Vereinbarungen mit Dämonen treffen?

A: Es gibt keinen Hinweis darauf, dass wir dies tun sollten. Wir verfügen nicht über das Wissen, das Jesus hatte. Da Dämonen in einer anderen Dimension als der unseren sehen, möglicherweise intelligenter sind und es keine Garantie dafür gibt, dass sie ehrlich oder vertrauenswürdig sind, scheint es keinen zwingenden Grund zu geben, überhaupt mit einem Dämon zu sprechen – außer um ihnen zu befehlen, gebunden zu werden oder zu verschwinden.

F: Warum wollten die Dämonen in Mk 5,12 und Lk 8,30–33 in die Schweine fahren?

A: Die Heilige Schrift gewährt uns nur einen ganz kurzen Einblick in die Gedankenwelt eines Dämons. Offenbar kamen sie zu dem Schluss, dass es zu diesem Zeitpunkt besser sei, in die Schweine zu fahren, als in den Abgrund zu gehen.

Die Heilige Schrift sagt nicht, ob die Dämonen die Schweine absichtlich ertrinken ließen, ob sie dies versehentlich taten oder ob sie überhaupt wussten, dass die Schweine ertrinken würden. Schließlich sagt die Heilige Schrift auch nicht, ob die Dämonen und Satan vollkommen bei Verstand sind oder manchmal verrückt sind.

F: Was sollte jeder aus diesem Ereignis in Mk 5,13 über Dämonenbesessenheit wissen?

A: Ein Ziel von Dämonen, die von jemandem Besitz ergreifen, ist es, ihre Wirte zu vernichten, seien es Schweine oder Menschen. Menschen, die behauptet haben, mit Dämonen zu kommunizieren, hatten oft ein kürzeres Leben. Wenn jemand mit dem Okkulten herumspielt oder es sogar ernst nimmt, müssen Sie ihn fragen: Warum? Führen sie regelmäßig Gift in ihren Körper ein? Wenn sie das nicht tun wollen, warum sollten sie dann mit Dämonen sprechen wollen, die sie genauso töten würden, wie sie ein Schwein getötet haben?

F: Warum soll Jesus in Mk 5,13 angeblich 2000 Schweine vernichtet haben, um einen einzigen Mann zu heilen? (Ahmad Deedat hat dies angesprochen.)

A: Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.

a) Ich gehe davon aus, dass Deedat zustimmen würde, dass wir mehr wert sind als viele Schweine. Menschen, sei es in Saudi-Arabien, Indien oder im Westen, töten ständig viele Tiere, um sich zu ernähren. Diese Schweine, die von den Nichtjuden am Ostufer des Sees Genezareth gezüchtet wurden, dienten der Ernährung, da es – anders als bei Schafen oder Milchkühen – keinen anderen Zweck für die Schweinezucht gibt.

b) Die Dämonen, nicht Jesus, töteten die Schweine. Als die Dämonenlegion den Mann verließ, fuhren sie in die Schweine ein, was dazu führte, dass die Schweine ertranken.

c) Es überrascht mich, dass Deedat Mitgefühl für diese Schweine vortäuscht, wo doch der Koran von einem Propheten Gottes berichtet, der weiser war als Moses und der einfach auf einen kleinen Jungen zuging, ihm das Genick brach und ihn tötete. (Nein, der Junge wurde danach nicht wieder zum Leben erweckt oder Ähnliches; der Junge blieb einfach tot.) Dies steht in Sure 18:63–82. In den Hadithen geht Bukhari, Band 1, Buch 3, Nr. 124, S. 92, näher auf die Geschichte von al-Khidr ein. Abu Dawud, Band 3, Nr. 4688–4690, S. 1319

begründet dies damit, dass der Junge, den al-Khidr tötete, als Ungläubiger geboren worden sei. Reicht es also in den Augen eines Muslims aus, ein kleiner Junge zu sein, der nicht an Gott glaubte, um sich das Genick brechen zu lassen?

F: Warum bat die Menge in Mk 5,17 und Lk 8,37 Jesus, zu gehen?

A: Diese Menschen erkannten eindeutig die Güte und die Macht Jesu, und dennoch baten sie Ihn, sie zu verlassen. Sie züchteten Schweine, für die es unter Gottes Volk, das Gottes Gesetz befolgte, keinen Absatzmarkt gab.

Ein Irrtum besteht darin, dass Menschen sich selbst ändern müssen, bevor sie zu Christus kommen. Das müssen sie nicht, denn aus eigener Kraft können sie es nicht. Jesus wird sie verändern. Was aber, wenn sie nicht verändert werden wollen? Dann werden sie nicht zum wahren Jesus kommen wollen.

Heutzutage ist eine häufige Reaktion durch und durch gottloser Menschen, die die Güte und reine Liebe Gottes erkennen, der Versuch, diese zu verdrängen. Dies gilt insbesondere für jene, die heute geistlich gesehen „Schweine verkaufen“. Doch diese Menschen waren anders; sie schienen persönlich nichts gegen Jesus zu haben (im Gegensatz zu den Schriftgelehrten und Pharisäern). Vielmehr war Jesus, so interessant und mächtig er auch war, ein zu kostspieliger Gast für ihren derzeitigen Lebensstil.

F: Warum erlaubte Jesus in Mk 5,18–20 dem Mann nicht, ihn zu begleiten?

A: Jesus erkannte zweifellos, dass der nun von Dämonen befreite Mann, wenn er unter denen blieb, die ihn kannten, einen größeren Dienst leisten würde, als wenn ein nun normaler Heide zu Juden ginge, die ihn nicht kannten und die Wunder Jesu bereits gesehen hatten.

Heute neigen wir vielleicht ganz natürlich dazu, den „auffälligeren“ Diensten nachgehen zu wollen, doch Gott hat möglicherweise einen größeren Plan für uns, wenn er uns an einen anderen Ort sendet oder uns dort belässt, wo wir sind. Anstatt zu fragen, warum Gott Sie nicht an einem anderen Ort in den Dienst stellt, sollten Sie sich vielmehr fragen, wie Sie dort, wo Sie sind, wirkungsvoller sein können.

F: Warum fragte Jesus in Mk 5,27–34 öffentlich, wer ihn berührt habe, als die Frau mit dem Blutfluss ihn berührte?

A: Es gibt zwei mögliche Antworten.

1. Da Jesus bei seinem Kommen auf die Erde einige einschränkende menschliche Eigenschaften auf sich nahm – wie zum Beispiel, nicht allwissend zu sein –, wusste er tatsächlich nicht, wer durch die Berührung auf wundersame Weise geheilt worden war.

2. Unabhängig davon, ob Jesus wusste, wer es war, wollte er, dass sie vortreten sollte. Hier gab es noch eine unerledigte Angelegenheit, nämlich dass Jesus mit ihr sprechen und verkünden wollte, dass ihr Glaube sie geheilt hatte, und dass sie in Frieden gehen und von ihrem Leiden befreit sein sollte.

F: Da Jesus in Mk 5,30–33 doch wissen konnte, was in einem Menschen vor sich ging, warum fragte er sie dann?

A: Jesus fragte um ihretwillen, nicht um seiner selbst willen. Er wollte ihr helfen, aber er wollte, dass sie zuerst darum bat.

F: Warum wurde in Mk 5,35 und Lk 8,49 gesagt, man solle Jesus nicht belästigen, nachdem die Tochter des Jairus gestorben war?

A: Obwohl Jesus Kranke heilen konnte, dachten sie wahrscheinlich, dass nicht einmal Jesus Tote auferwecken könne.

F: Warum sagte Jesus in Mk 5,39 und Lk 8,52–53, dass die Tochter des Jairus nicht tot sei, sondern schlafe?

A: Es gibt zwei mögliche Antworten.

Koma: Vielleicht war die Tochter tatsächlich nicht tot, sondern befand sich lediglich in einem todesnahen Koma. Die Heilige Schrift sagt nicht ausdrücklich, dass sie tot war. Vielmehr heißt es in Lk 8,49, dass die anderen sagten, sie sei tot; in Lk 8,53, dass sie „wussten“, dass sie tot war; und in Lk 8,55, dass ihr Geist „wieder zu ihr kam“. Die nächste Antwort ist jedoch wahrscheinlicher.

Tod: Sie war tatsächlich tot. Der Tod gilt jedoch als endgültiger körperlicher Zustand, und Jesus verwendete die Metapher, dass sie nur schlief, weil Er wusste, dass Er sie auferwecken würde.

F: Warum sagte Jesus in Mk 5,41 und Lk 8,54: „Mädchen, steh auf“?

A: Hätte Jesus einfach nur „Steh auf“ gesagt, wären vielleicht alle Toten auferstanden. Es wäre nicht angebracht gewesen, wenn Jesus „Steh auf“ gesagt hätte, alle Toten auferstanden wären und Jesus dann hinzugefügt hätte: „Wenn ich es mir recht überlege …“

F: Warum wies Jesus in Mk 5,42 und Lk 8,56 die Eltern des Mädchens an, niemandem von diesem Wunder zu erzählen?

A: Hier könnte es um den richtigen Zeitpunkt gehen; vielleicht wollte Jesus nicht, dass von diesem Wunder berichtet wurde, solange er sich in der Stadt aufhielt. Die Menschen würden es sicherlich irgendwann erfahren, aber Jesus wollte nicht, dass noch mehr Menschen versuchten, ihm „nur der Show wegen“ zu folgen.

F: Warum erklärt Markus seinen Lesern in Mk 5,41 und 7,34 aramäische Ausdrücke?

A: Das Markusevangelium wurde auf Griechisch verfasst, und obwohl viele Menschen in Palästina beide Sprachen beherrschten, ging Markus davon aus, dass viele seiner griechischen Leser die aramäischen Begriffe nicht verstehen würden. Im Gegensatz dazu berichtet Papias, dass das Matthäusevangelium ursprünglich auf Hebräisch niedergeschrieben wurde. Beachten Sie jedoch die Unklarheiten bezüglich dieser Aussage in „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 8, S. 11–12.

Der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“, S. 911, enthält hierzu einen hilfreichen Kommentar. Asimov sagt, der Stil des Markus scheine dem Aramäischen sogar näher zu sein als der des Matthäus. „Tatsächlich scheint ein Teil der Unvollkommenheit des Griechischen in diesem Evangelium darin zu liegen, dass es zahlreiche aramäische Ausdrucksformen enthält, die wörtlich übersetzt wurden, als ob Markus auf Griechisch schrieb, aber auf Aramäisch dachte.“

F: Sprach Jesus in Mk 5,41 Aramäisch oder Griechisch?

A: Jesus sprach zweifellos Aramäisch, wie seine aramäischen Ausdrücke belegen. Allerdings sprachen viele Menschen in Galiläa und in der Dekapolis beide Sprachen, fühlten sich jedoch mit Griechisch wohler. Da Jesus von dort stammte, ist es wahrscheinlich, dass er sich in beiden Sprachen an die Menschen wandte.

Hier sind einige konkrete aramäische Ausdrücke aufgeführt

A1. „Söhne des Donners“ Markus 3,17

A2. „Mädchen, ich sage dir: Steh auf!“ Markus 5,41

A3. „Öffne dich / Öffne dich ganz“ (ephphatha) Markus 7,34

A4. „Leerkopf“ Matthäus 5,22

A5. „Abba, Vater“ Markus 14,36

A6. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Matthäus 27,46; Markus 15,34

A7. „Ob er am Sabbat heilen würde, damit sie einen Vorwurf gegen ihn finden könnten“ (Lukas 6,7) ist griechischer Text mit einer eigenartigen Grammatik (ein abhängiger, ergänzender Infinitiv), die laut „A Wandering Aramean“, S. 12–13, auf eine aramäische Nuance hindeuten könnte.

In der Vision des Paulus in Apostelgeschichte 26,13–15 sprach Jesus Hebräisch.

Hier sind vier Hinweise darauf, dass Jesus auch Griechisch verwendete.

G1. Matthäus 16,15–18 (Petros, Petra)

G2. Die Namen Philippus und Andreas waren griechisch. Der Name Bartimäus ist laut dem „Dictionary of Jesus and the Gospels“, S. 316, eine aramäisch-griechische Mischform.

G3. Als Jesus von Palästina aus nach Norden nach Tyrus reiste und dort mit der syro-phönizischen Frau sprach (Markus 7,24–29), ist es äußerst wahrscheinlich, dass diese ausschließlich Griechisch sprach.

G4. Schließlich wäre es kaum vorstellbar, dass Jesus – angesichts der Tatsache, dass mindestens drei Evangelien ursprünglich auf Griechisch verfasst wurden und Paulus sowie andere ihre Briefe auf Griechisch schrieben – die Sprache nicht beherrschte, die selbst galiläische Fischer beherrschten.

Auch der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“, S. 911, geht auf die aramäischen Äußerungen Jesu ein.

F: Was war in Mk 6,1 die „Heimat“ Jesu?

A: Damit ist die Region um Nazareth in Galiläa gemeint.

F: Warum glaubten in Mk 6,1–6 viele Menschen in der Heimatstadt Jesu nicht an ihn?

A: Einige glaubten durchaus an ihn. Viele Menschen hatten jedoch Schwierigkeiten mit dem Gedanken, dass jemand, der einst ein Kind war und in der Nähe ihres eigenen Heimatortes aufgewachsen war, großartig sein könnte, geschweige denn der Messias.

F: In Mk 6,1–6: Auf welche Weise nehmen die Menschen Jesus heute als selbstverständlich hin, ohne ihn dabei offen abzulehnen?

A: Sowohl Nichtgläubige als auch Gläubige können Jesus als selbstverständlich hinnehmen.

Ungläubige können Jesus als selbstverständlich ansehen, weil sie wissen, dass er immer da war. Wenn sie ihres Lebens überdrüssig werden, denken sie, dass sie sich jederzeit an ihn wenden können. Doch wir wissen nicht, wann unser Leben enden wird, und wir wissen eigentlich nicht mit Sicherheit, ob wir überhaupt ein Morgen haben werden.

Auch Gläubige, die ihr Leben bereits Christus übergeben haben, können Jesus als selbstverständlich ansehen. Ihre Liebe kann erkalten, und sie wissen, dass sie jederzeit Buße tun und zu ihm zurückkehren können. Doch auch hier gilt: Wir wissen eigentlich nicht mit Sicherheit, ob wir überhaupt noch ein Morgen haben werden. Der beste Zeitpunkt, sich mit Gott zu versöhnen, ist genau jetzt.

F: Wie könnten Sie in Mk 6,3 die Menschen dazu ermutigen, Jesus nicht als selbstverständlich anzusehen?

A: Beten Sie für sie und versuchen Sie, sie dazu zu bewegen, Jesus mit neuen Augen zu betrachten. Denken Sie darüber nach, was er um unseretwillen ertragen hat (Hebräer 12,2–3). Überlegen Sie, warum Jesus dies tun wollte, wie in der Mitte von Hebräer 12,2 beschrieben. Und schließlich: „Halten Sie den Blick auf das Ziel gerichtet“ und denken Sie an das Ziel, für immer mit Jesus im Himmel zu sein.

F: Beweist die Tatsache, dass Jesus in Mk 6,5 keine Wunder vollbringen konnte, dass er nicht Gott ist, wie die Zeugen Jehovas in „Argumente aus der Heiligen Schrift“, S. 150 (1989), behaupten?

A: Nein. Bei der Beantwortung sind zwei Punkte zu berücksichtigen.

Auf Erden entäußerte sich Jesus freiwillig, indem er die Gestalt eines Sklaven annahm, wie es in Philipper 2,6–7 heißt. Jesus erlebte Gehorsam, Leiden und körperliche Schmerzen, während er auf Erden war.

Die Entscheidung, kein Wunder zu vollbringen, ist etwas anderes als die körperliche Unfähigkeit, ein Wunder zu vollbringen. Ungeachtet der Selbstentäußerung Jesu hätte Gott der Vater beschließen können, ein Wunder geschehen zu lassen, tat dies jedoch angesichts des mangelnden Glaubens der Menschen nicht.

F: Warum konnte Jesus in seiner Heimatstadt, wie in Markus 6,5 beschrieben, keine mächtigen Wunder vollbringen?

A: Da die Menschen im Großen und Ganzen sich weigerten, an einen Jungen aus ihrer Heimatstadt zu glauben, hätte das Vollbringen eines Wunders ihren Glauben nicht gestärkt. Dies könnte auch ein Akt der Barmherzigkeit seitens Jesu gewesen sein. In 2. Petrus 2,21–22 heißt es, es sei besser für jemanden, den Weg der Wahrheit nicht zu kennen, als ihn zu kennen und sich davon abzuwenden.

F: Warum durften die Jünger in Mk 6,8–9 keine Tasche, kein Brot und kein Kupfer [Geld] an ihren Gürteln mitnehmen?

A: Ganz einfach, weil unser Herr es ihnen verboten hatte. Wir können vermuten, dass Er wollte, dass sie sich auf Gott und andere verließen und nicht auf ihre finanziellen Mittel.

F: Warum durften sie in Mk 6,10 und Lk 9,4-5 nicht mehrere Häuser in einer Stadt aufsuchen?

A: Jesus hat dies nicht ausdrücklich gesagt, doch lassen sich eine Reihe praktischer Gründe dafür erkennen, warum sie nicht mehrere Häuser aufsuchen sollten.

1. Die Wahrscheinlichkeit war größer, dass Menschen Anstoß nahmen, Missverständnisse entstanden oder Streit darüber ausbrach, wer die Gäste bei sich aufnehmen durfte.

2. Es wäre eine Ablenkung für die Menschen – ganz zu schweigen von den Jüngern –, sich ständig Gedanken darüber machen zu müssen, wo sie unterkommen könnten.

F: Wenn Sie damals gelebt hätten und in Markus 6,11 eine Prophezeiung darüber gehabt hätten, was Judas Iskariot tun würde – hätten Sie Judas dann in Ihr Haus aufnehmen sollen?

A: Ja, wenn Sie gewusst hätten, dass Jesus dies von Ihnen erwartet hätte. Die wichtigste Frage, die man sich bei jeder Entscheidung stellen muss, lautet: „Was würde Jesus von Ihnen erwarten?“

F: Warum tun manche Menschen, wie hier Herodes in Mk 6,14–29, böse Dinge, von denen sie wissen, dass sie sie eigentlich nicht tun wollen?

A: Herodes befand sich in einem Dilemma. Es gefiel ihm, Johannes als Gefangenen am Leben zu erhalten. Andererseits wollte er vor seinen Gästen nicht den Anschein erwecken, sein Wort öffentlich zu brechen. Herodes hatte als König viele Menschen getötet, und eine weitere Person zu töten, erschien ihm wahrscheinlich nicht als besonders schwerwiegend.

Es ist ehrenhaft, sein Wort zu halten, doch manche glauben, dass es stets ehrenhaft ist, sein Wort über alles andere zu stellen. Herodes wollte nichts tun, was unehrenhaft erscheinen könnte. Jephthah mag ähnlich empfunden haben, als er die böse Tat beging, seine Tochter zu töten, um sein Wort zu halten.

F: In Mk 6,14–29 hat Herodes Johannes den Täufer zwar nicht wirklich abgelehnt – inwiefern unterscheidet sich jedoch die Tatsache, dass Herodes Johannes den Täufer als selbstverständlich ansah, davon, dass andere Jesus als selbstverständlich ansahen?

A: Herodes hatte eine Hassliebe zu Johannes dem Täufer. Er hasste es, dass Johannes frei herumlief, ihn kritisierte und möglicherweise Unruhe stiftete. Andererseits unterhielt er sich gerne mit Johannes dem Täufer, und Herodes gefiel es, dass er diesen potenziellen Unruhestifter einsperren und unter seiner Kontrolle halten konnte. Er schätzte es, Johannes den Täufer zu haben – oder besser gesagt: Er schätzte es, Johannes den Täufer genau dort zu haben, wo er ihn kontrollieren konnte. Manche Menschen mögen heute Jesus, lernen gerne etwas über ihn, mögen es aber nicht, dass Jesus Anforderungen an ihr Leben stellt und sie unter der Kontrolle Christi haben möchte.

Frage: Warum war es laut Mk 6,17–18 für Herodes Antipas nicht rechtmäßig, die Frau seines Bruders zu haben?

A: Johannes kannte das Alte Testament sehr gut. Dass Herodes die Frau seines Bruders heiratete, während dieser noch lebte, verstieß gegen 3. Mose 18,16 und 20,21.

F: Wie kam es, dass Herodes Antipas in Markus 6,20 Johannes fürchtete und achtete, wo er ihn doch später tötete?

A: Angesichts der Entschlossenheit Johannes’, ein bequemes Leben zugunsten eines Lebens in der Wüste aufzugeben, und seiner Unerschrockenheit, die Wahrheit ungeachtet der Kosten zu verkünden, hegte Herodes aufrichtigen Respekt vor Johannes. Doch so groß Herodes’ Respekt auch war – sein unüberlegter Eid gegenüber seiner Adoptivtochter und seine Angst, als jemand bekannt zu werden, der seinen Eid gebrochen hatte, waren stärker als sein Respekt und sein Wunsch, das Richtige zu tun, wie Markus 6,22–28 zeigt.

So seltsam es auch klingen mag: Bei manchen Menschen ist der Wunsch, ihr Wort nicht zu brechen, und ihr Verlangen, gerecht zu erscheinen, größer als ihr Wunsch, tatsächlich gerecht zu sein.

Frage: Da Herodes in Mk 6,21, Mt 14,6–10 und Gen 40,20–22 Johannes den Täufer an seinem eigenen Geburtstag töten ließ und der Pharao den Oberbäcker an seinem eigenen Geburtstag hinrichten ließ – bedeuten diese Verse, dass wir keine Geburtstage feiern sollten, wie es die Zeugen Jehovas in „Aus der Heiligen Schrift argumentieren“, S. 68–69 (1989) behaupten?

A: Nein. Es waren Herodes und der Pharao, die böse waren, nicht der Geburtstag. Der Anlass an sich war weder gut noch schlecht. Die Tatsache, dass beide Ereignisse in Innenräumen stattfanden, bedeutet auch nicht, dass wir uns niemals in Innenräumen aufhalten sollten.

F: Warum mussten sie in Mk 6,30–34 eine Pause einlegen, und war dies unbedingt notwendig?

A: Die Jünger waren so beschäftigt, dass sie nicht einmal Zeit zum Essen hatten. Sie brauchten nicht nur Zeit zum Essen, sondern auch Zeit, um sich zu entspannen und zu erholen.

Ihr Bedürfnis nach Entspannung war jedoch den Menschenmengen untergeordnet, die ihnen folgten. Da das Gras grün war, bedeutet dies, dass sich die Begebenheit im späten Winter oder frühen Frühling ereignete. Dieses Wunder wäre nicht geschehen, wenn die Jünger sich an den Plan gehalten und sich einfach ausgeruht hätten, wie uns der „Believer’s Bible Commentary“ auf Seite 1336 mitteilt.

F: Welchen Stellenwert hat die Ruhe im christlichen Leben (Mk 6,30–32)?

A: Manchmal möchte Gott, dass wir uns Zeit nehmen, die wir sonst für den Dienst nutzen könnten, um uns zu erholen und ihm näherzukommen.

Dies rechtfertigt jedoch keine luxuriösen Urlaube für christliche Leiter, wie uns der „Believer’s Bible Commentary“ auf den Seiten 1335–1336 in Erinnerung ruft.

F: Warum fragte Jesus in Mk 6,38 und Mk 8,5 vor jeder der beiden Speisungen, wie viel Essen zur Verfügung stand?

A: Rückblickend schien es nicht relevant, mit wie viel Brot Jesus zu Beginn verfügte. Jesus hätte alle mit einem einzigen Krümel ernähren können, wenn Er es gewollt hätte. Vielmehr wollte Jesus ihnen verdeutlichen, dass die Menge nicht ausreichte, um alle zu sättigen, dass am Ende mehr Brot übrig war als zu Beginn, und die Verwendung der symbolträchtigen Zahlen 12 und 7 zeigt einfach, dass die betreffenden Mengen kein Zufall waren.

Diese Brote waren klein; laut „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 8, S. 763, konnte man bei einer Mahlzeit mehrere ganze Brote verzehren. Die benachbarten Dörfer Kapernaum und Bethsaida hatten laut „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 8, S. 675, nur 2.000 bis 3.000 Einwohner. Daher wäre es für die umliegenden Dörfer schwierig gewesen, all diese Menschen zu versorgen.

F: Warum gab Jesus in Mk 6,38 einen unmöglichen Befehl?

A: Als Jesus den Jüngern befahl, die Menge zu speisen, liegt im Griechischen die Betonung auf dem Wort „ihr“ (Plural). Es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass Gott jemandem befahl, etwas zu tun, was mit menschlicher Kraft unmöglich war, doch mit Gottes Kraft ist alles möglich.

F: Welche geistliche Lehre können wir in Mk 6,38–44 aus der Geschichte mit den Broten ziehen?

A: Die Quelle dieses Wunders war Jesus, der das Brot des Lebens ist. Die ursprünglichen Brote reichten, bevor sie von Gott gesegnet und gebrochen wurden, nicht aus, um den dringenden Bedarf zu decken. Doch es war alles, was sie hatten, und Gott nahm sie dennoch an. Doch durch Gottes Segen wurden sie gebrochen. Und durch diesen Segen und das Brechen deckten sie nicht nur den unmittelbaren Bedarf, sondern es blieben sogar Reste übrig. Und es blieben nicht nur Reste übrig, sondern es war sogar mehr da, als sie ursprünglich hatten. Gott speiste diese Menschen nicht direkt, sondern gab die Speise seinem Volk, den Jüngern, damit sie die Menschen speisten. Es war mehr als genug für alle, doch sie verschwendeten nichts, denn sie sammelten die Reste ein.

F: Warum wollte Jesus in Mk 6,48 an ihnen vorbeigehen?

A: Jesus, der auf dem Wasser ging, kam schneller voran als die Jünger, die gegen den Wind ruderten. Dennoch ging Jesus nicht auf das Boot zu, sondern an ihnen vorbei, bis sie ihn riefen.

Auch heute kommen Jesus und Gottes Segen vielleicht auf uns zu, doch sie werden an uns vorbeigehen, wenn wir Gott nicht anrufen und ihn bitten, zu uns zu kommen und nicht nur an uns vorbeizugehen. Leben wir so, dass wir nicht zu weit von Gott entfernt sein wollen, oder leben wir so, dass wir ihm so nahe wie möglich sein wollen?

Frage: Was wissen wir aus Mk 6,53–56 über die Region Gennesaret?

A: Im Gegensatz zu den zuvor genannten abgelegenen Orten war Gennesaret laut „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 8, S. 676, ein sehr fruchtbares Gebiet am Westufer des Sees Genezareth und daher recht dicht besiedelt. In der Gegend gab es mehrere Mineralquellen, und Kranke kamen dorthin, um Trost und Hoffnung zu finden.

F: In Mk 6,53–56 könnten die Menschen dies so interpretieren, dass Jesus lediglich unsere „Brotquelle“ sei. Warum tat Jesus dies dennoch, und was unternahm er, um dies abzumildern?

A: Viele kamen nicht in erster Linie, um Jesus nachzufolgen oder gar aus seiner Lehre zu lernen. Sie kamen wegen dessen, was Jesus für sie tun konnte. Jesus wollte zeigen, wer er war, doch vielleicht war ein Grund dafür, dass er so oft weiterzog, dass er, nachdem er gezeigt hatte, wer er war, diejenigen zurücklassen wollte, die nur auf Essen oder Heilung aus waren. Dennoch folgten sie ihm weiterhin, wohin er auch ging.

Heute müssen Gemeindeleiter auf diejenigen achten, die nur wegen einer Mahlzeit oder wegen dessen, was die Gemeinde für sie tun kann, in die Kirche kommen. Ihre Motivation könnte sich später vielleicht zum Besseren wandeln. Doch Gemeindeleiter müssen ein Gleichgewicht finden zwischen dem Zeigen von Liebe und dem Risiko, ausgenutzt zu werden.

F: Was würde in Mk 7,2–5 als falsch angesehen werden, wenn man mit ungewaschenen Händen isst?

A: Die Pharisäer dehnten das alttestamentarische Konzept von Rein und Unrein auf viele Bereiche aus. Das war an sich in Ordnung, doch als sie ihre eigenen Ansichten mit Gottes Wort gleichsetzten, kam es zum Konflikt mit Jesus. 1. Korinther 4,6 und Sprüche 30,5–6 zeigen, dass es falsch ist, über Gottes Wort hinauszugehen.

Zu Jesu Zeiten handelte es sich hierbei lediglich um mündliche Überlieferungen, doch um 200 bis 300 n. Chr. wurden die zahlreichen Traditionen in der jüdischen Mischna niedergeschrieben. Nicht nur Jesus, sondern auch die Sadduzäer lehnten die Tradition der Pharisäer ab, wie aus dem „New International Bible Commentary“, S. 1165, hervorgeht.

F: In Mk 7,6–8 wären die Pharisäer von der Antwort Jesu ziemlich überrascht gewesen. Wie praktizierten die Pharisäer – und andere heute – die Kunst der Selbsttäuschung?

A: Selbsttäuschung fällt den Menschen heutzutage allzu leicht und kann auf vielfältige Weise erfolgen. Sie kann unbeabsichtigt oder absichtlich sein; sie kann darin bestehen, Dinge zu sehen, die nicht wirklich da sind, Dinge zu übersehen, die da sind, und das zu leugnen, was man tatsächlich sieht. Manchmal, wenn Menschen zunächst andere täuschen und nicht sich selbst, fangen sie schließlich an, das zu glauben, von dem sie ursprünglich wussten, dass es eine Lüge war.

Es gab eine Studie, bei der die Teilnehmer gebeten wurden, sich ein Video anzusehen und zu versuchen, zu zählen, wie oft jemand einen Basketball aufspringen ließ. Das Video zeigte eine Party mit Menschen, die sich unterhielten, und einer Person im Vordergrund, die einen Basketball dribbelte. An einer Stelle ging jemand in einem Gorillakostüm mitten durch die Party. Nach dem Video wurden die Teilnehmer gebeten, ihre Zahl anzugeben und zu sagen, ob sie beim Anschauen des Videos etwas Ungewöhnliches bemerkt hätten. Alle verneinten dies. Ihre Augen waren so sehr auf den Basketball gerichtet, dass sie die Person im Gorillakostüm, die durch die Party ging, gar nicht erst gesehen hatten!

Manchmal erfolgt Selbsttäuschung ganz bewusst. Wenn eine Person auf der Grundlage dessen, was sie sich wünscht, entscheidet, was wahr ist, wird sie gegenteilige Beweise völlig ignorieren oder zumindest herunterspielen. Eines Sommers war ich auf einer Missionsreise in Utah, um Mormonen das Evangelium zu verkünden. Etwa die Hälfte der Christen in der Gruppe waren ehemalige Mormonen, die andere Hälfte (mich eingeschlossen) nicht. Es war faszinierend, den ehemaligen Mormonen Fragen darüber zu stellen, wie ihre Zeit als Mormonen gewesen war. Eine Frage lautete: „Wie konnten Sie nachts schlafen, bei all diesen zahlreichen Widersprüchen im Mormonismus?“ Er antwortete, dass er als Mormone sehr gut schlafen konnte. Ja, er wusste von einigen dieser Widersprüche, und er wusste, dass er sie nicht beantworten konnte, doch das störte ihn nicht, da er glaubte, es gäbe jemanden in der mormonischen Kirche, der dies könnte. Als Mormone erkannte er schließlich, dass niemand diese Widersprüche beantworten konnte, und später trat er aus.

Die Pharisäer litten unter dem, was man „kognitive Dissonanz“ nennt. Sie „wussten“, dass sie allein die Lehrer Israels waren und dass sie sich nicht irrten. Doch da war dieser Mann, Jesus, der ihr Weltbild sprengte, indem er mit Autorität lehrte und Wunder vollbrachte, zu denen nur jemand von Gott fähig war. Diese große Spannung konnte nur beseitigt werden, indem man Jesus als Betrüger entlarvte, erkannte, dass ihre bisherige „Gewissheit“ falsch war, oder indem man das, was die Spannung verursachte, beseitigte und Jesus töten ließ.

F: Wie erkennt man in Mk 7,7–8, ob eine Regel von Gott oder von Menschen stammt?

A: Wenn Sie Gottes Heilige Schrift nicht selbst lesen, kann es sehr schwierig sein, dies zu erkennen.

Ein Katholik namens Paul, der ein aufrichtiger Christ war, nahm vor einem Jahr an einem kleinen Bibelkreis teil, den ich leitete. Ich fand es merkwürdig, dass er oft sehr grundlegende Dinge zur Sprache brachte und mich fragte, ob diese aus der Bibel stammten. (Meistens war dies der Fall.) Später erzählte er mir, warum er all diese Fragen gestellt hatte. Er sagte, er habe diese Dinge während seiner Schulzeit an einer katholischen Schule gelernt, und dort habe man nicht zwischen dem unterschieden, was die katholische Kirche lehrte, und dem, was Gott in der Bibel lehrte.

Wenn ein christlicher Lehrer – egal welcher Glaubensrichtung – nicht zwischen Gottes Wort und seinen eigenen Lehren unterscheidet, die über Gottes Wort hinausgehen, misst er seinen eigenen Lehren eine übermäßige Bedeutung bei, auf Kosten seiner Jünger, die sich fragen, was Gott tatsächlich gesagt hat. Sowohl 1. Korinther 4,6 als auch Sprüche 30,5–6 warnen alle Christen davor, Gottes Wort etwas hinzuzufügen. Vielleicht ist dies ein Grund für die strengere Beurteilung, der Lehrer gemäß Jakobus 3,1–2 unterliegen.

F: Heißt es in Mk 7,7–8 nicht, dass wir keine von Menschen aufgestellten Regeln befolgen sollen?

A: Gewiss nicht; wie Römer 13,1 und 1. Petrus 2,13–18 zeigen, sollen wir den menschlichen Autoritäten gehorchen. Vielmehr zeigt Markus 7,10–14, dass Jesus entschieden dagegen war, Gottes Gesetze zu missachten, um die Gesetze der Menschen einzuhalten.

F: Warum war „Corban“ in Mk 7,11 verwerflich, und inwiefern verhalten sich manche Menschen heute gegenüber ihren Eltern ähnlich?

A: „Corban“ bedeutet, dass etwas Gott geweiht war, vermutlich um im Tempel geopfert zu werden. Dies bedeutete jedoch NICHT zwangsläufig, dass es dem Tempel übergeben werden musste. Die Person konnte es laut „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 8, S. 678–679, und dem „Believer’s Bible Commentary“, S. 1337, weiterhin für sich selbst verwenden.

Wenn jemand Gott viel Geld spendet, aber dennoch für seine Familie, einschließlich seiner Eltern, sorgt, ist das in Ordnung. Wenn jemand jedoch versäumt, für seine Familie zu sorgen, obwohl er dazu in der Lage wäre, sagt Paulus in 1. Timotheus 5,8, dass er schlimmer ist als ein Ungläubiger. Selbst die meisten Ungläubigen sorgen für ihre eigene Familie.

F: Als Jesus in Mk 7,15 sagte, dass nichts, was in einen Menschen hineinkommt, ihn verunreinigen kann – sprach Jesus da von etwas, das bereits in alttestamentlicher Zeit galt, oder von einer neuen Lehre?

A: Dies ist eine Wiederholung von Matthäus 15,10–20.

Jesus hat die Speisevorschriften des Alten Testaments nicht außer Kraft gesetzt, sondern sie durch neue ersetzt. Hier sind vier Punkte zu beachten.

1. Auch wenn Jesus und seine Jünger manchmal die von Menschen gemachten Traditionen der Pharisäer brachen, lebten sie selbst im Gehorsam gegenüber dem alttestamentlichen Gesetz.

2. Schon im Alten Testament lag Gott ihr Gehorsam am Herzen, und ihre Ernährung war nur eine Möglichkeit – aber nicht die einzige –, ihren Gehorsam zu zeigen.

3. Nachdem durch die Auferstehung Jesu eine neue Ära eingeleitet worden war, entschieden sich die Jünger nicht einfach dafür, alle Arten von Fleisch zu essen. In Apostelgeschichte 10,11–16 kam ein Engel Gottes herab und wies den zögernden Petrus an, zu essen. Wer war Petrus schon, dass er mit einem Engel aus dem Himmel streiten konnte?

4. Muslime sollten mit dieser Antwort kein Problem haben, da Mohammed angeblich dasselbe tat. Er sprach von aufgehobenen Gesetzen (auch wenn die Aufhebung ein etwas anderes Konzept ist als der Neue Bund durch Jesus). Außerdem zeigte er, dass Muslime Kamelfleisch essen dürfen, und das Alte Testament betrachtet Kamelfleisch genauso wie Schweinefleisch (3. Mose 11,4.7.26; 5. Mose 14,7.8).

F: Warum war Jesus in Mk 7,18 über deren Unverständnis überrascht?

A: Es handelte sich nicht um die Menschenmenge, sondern um die eigenen Jünger Jesu, die dies nicht verstanden hatten. Jesus hatte angenommen, dass sie inzwischen begriffen hätten, dass es im Neuen Reich nicht auf die äußere Nahrung ankam, sondern auf das, was im Inneren eines Menschen war.

F: Da die Jünger in Mk 7,18 bis Pfingsten noch nicht den Heiligen Geist hatten – konnte man von ihnen erwarten, dass sie irgendetwas von dem verstanden, was Jesus sagte?

A: Manchmal missverstehen Menschen, was der Heilige Geist tut und was nicht. Der Heilige Geist überführt die Welt der Sünde und erleuchtet uns zur Wahrheit, doch auch ohne den Heiligen Geist können Menschen bereits einen Teil der Wahrheit erkennen.

F: Wie hat Jesus in Mk 7,18–23 alle Speisen für rein erklärt?

A: Zunächst, was nicht die Antwort ist, und dann die Antwort.

Nicht die Antwort: Viele im Alten Testament verbotene Speisen waren die Nahrung von Aasfressern (wie Schweinen und Schalentieren) und Fleischfressern. Diese würden, wenn sie nicht gut gekocht würden, mehr Krankheiten und Parasiten enthalten als die Speisen, die sie essen durften. Doch damit wird der Kernpunkt verfehlt. Der Kernpunkt war, dass Gott ihnen Gesetze gab, denen sie zu folgen hatten, und dass sie Gott gefallen oder missfallen konnten, je nachdem, ob sie Seine Gebote befolgten oder nicht.

Die Antwort: Jesus, der fleischgewordene Gott, verfügte, dass nun alle Speisen für rein erklärt seien. Dies wurde Petrus in Apostelgeschichte 10,11–16 erneut bekräftigt. Auch Paulus sprach darüber in Kolosser 2,16. Ein entscheidender Punkt ist, dass Jesus nicht „alles“ für rein erklärte; er erklärte lediglich alle Speisen, die in unseren Körper gelangen, für rein. Die bösen Dinge, die aus unserem Herzen kommen können, waren niemals rein und sind es auch heute noch nicht.

F: Warum wird die Frau in Mk 7,26 als syrisch-phönizisch bezeichnet?

A: Administrativ gesehen war Phönizien Teil der römischen Provinz Syrien. Möglicherweise verwendete Markus diesen Begriff, um sie von den libysch-phönizischen Völkern zu unterscheiden, die aus Nordafrika stammten.

F: Was ist in Mk 7 besser: zu versuchen, ein reines, keusches Leben zu führen, oder zu versuchen, Jesus nahe zu sein?

A: Wir streben eigentlich beides an. Doch wenn ein Gläubiger ein reines Leben führt, sich aber von Jesus fernhalten möchte, wird er nicht christusähnlicher werden. Ist ein Gläubiger hingegen in Sünde, möchte aber Buße tun und sich Jesus nähern, dann wird er reiner und christusähnlicher werden.

F: Wo liegt Dalmanutha in Mk 8,10?

A: Dies wäre südwestlich des Sees Genezareth. Lange Zeit war den Gelehrten der genaue Ort nicht bekannt. Allerdings wurde südlich der Ebene von Gennesaret eine Höhle mit dem Namen „Talmanutha“ gefunden.

F: Warum hat Jesus in Mk 8,11–12 den Pharisäern nicht gehorcht oder ihnen zumindest nachgegeben, indem er ihnen auf Verlangen ein Zeichen vom Himmel gab?

A: Dies geschah kurz nachdem Jesus die 4.000 Menschen gespeist hatte. Was hätte ein weiteres Wunder den Pharisäern an dieser Stelle noch beweisen sollen? Sie hatten nicht den Wunsch gehabt, hinauszugehen, um Jesus zuzuhören, sondern hätten von diesem Wunder gehört. Beachten Sie, dass ihre Bitte nicht aus Glauben kam, sondern vielmehr aus Unglauben heraus erfolgte. Die Pharisäer schienen davon auszugehen, dass Jesus alle ihre Fragen beantworten müsse. Doch Jesus war ihnen gegenüber nicht verpflichtet, irgendetwas zu beweisen. Jesus sagt ihnen damit im Grunde: „Ihr werdet kein Zeichen auf Verlangen sehen, ihr habt bereits gesehen und gehört.“

F: Warum wird in Mk 8,15 eine falsche Lehre mit Hefe verglichen?

A: Es bedarf nur einer Prise Hefe, der richtigen Umgebung (Teig) und ein wenig Zeit, und schon hat sie die gesamte Umgebung verändert. Politische Korrektheit ist ein Versuch, zu verhindern, dass sich die Umgebung verändert (oder wieder zurückverändert), indem bestimmte Ansichten oder Themen als „tabu“ definiert werden. Wenn Sie etwas über Gott erfahren wollen, müssen Sie den Pharisäern folgen. Das war eine Selbstverständlichkeit, die jeder verstand. In späteren Zeiten gilt: Wenn man Gott nachfolgen will, muss man tun, was auch immer der Priester sagt. Während biblisch orientierte Christen beschuldigt wurden, einen „Papierpapst“ zu haben und lediglich einem Buch zu folgen, wollen wir in Wirklichkeit doch nur Gott und den Worten folgen, die Er uns gegeben hat. Jede bloß menschliche religiöse Persönlichkeit, selbst eine gute, und jedes Glaubensbekenntnis oder jedes Konzil, selbst ein gutes, ist dennoch kein Ersatz für Gott und Sein Wort.

F: Welche Bedeutung könnten diese Zahlen in Mk 8,17–21 haben?

A: Jesus hatte sie gerade vor den Pharisäern und Sadduzäern gewarnt, doch die Jünger ignorierten seine Worte; sie waren ganz auf den Mangel an Brot fixiert. Also ging Jesus auf sie ein, dort, wo sie standen, und auf das, worauf sie sich konzentrierten. Er fragte sie nach den Zahlen: fünf Brote und zwölf „Mittagskörbe“ in Israel; sieben Brote und sieben „Körbe“ unter den Heiden. Es gibt zwei sich ergänzende Antworten.

Im Allgemeinen wies Jesus darauf hin, dass sie am Ende mehr Reste hatten, als sie zu Beginn besaßen. Sie müssen sich also keine Sorgen machen, dass Jesus nicht in der Lage wäre, Brot bereitzustellen.

Konkret ist die Zahl sieben in der Bibel oft ein Symbol für Vollkommenheit oder für die Vollkommenheit in Gott. Während sich die Zahl zwölf in der Bibel häufig auf die zwölf Stämme bezieht, ist dies hier nicht der Fall. Es sollte zwölf Apostel geben, und die Apostel waren für alle Völker bestimmt. Die Zahlen fünf und zwölf waren einfach andere Zahlen als die sieben und sieben, und die Mittagskörbe und Proviantkörbe waren unterschiedlich große Behälter, was verdeutlichte, dass es sich um getrennte Ereignisse handelte, und zeigte, dass Jesus der Spender des Heils sowohl für Juden als auch für Heiden war.

F: Welche drei Arten geistlicher Blindheit werden in Mk 8,22–26 beschrieben?

A: Der Mann war blind und später körperlich teilweise blind, doch die Jünger waren geistlich noch immer teilweise blind.

Unbeabsichtigt: Menschen können körperlich blind sein, indem sie von Geburt an blind waren, wie in Johannes 9,1–2 beschrieben, später vollständig erblindet sind oder teilweise blind sind. Geistlich gesehen sind viele Ungläubige blind, da sie das Licht und die Wahrheit Christi nicht kennen.

Absichtlich: Spötter und hartnäckige Ungläubige lehnen Christus ab, weil sie sich weigern, die Wahrheit zu erkennen, die ihnen bereits offenbart wurde. Die Pharisäer waren nicht dumm; sie waren geschickt darin, Einwände und Gründe zu finden, um die Augen vor der Wahrheit zu verschließen. So wie ein körperlich gesunder Mensch sein Auto nicht auf einem Behindertenparkplatz abstellen und sich dann eine Augenbinde anlegen kann, gibt es einen Unterschied zwischen absichtlicher und unabsichtlicher Blindheit.

Gläubige: Selbst Gläubige, die ihr Leben Jesus übergeben haben, können gegenüber der Wahrheit teilweise blind sein. Hier konnten sogar die Jünger nicht sehen.

F: Warum schien Jesus in Mk 8,23–25 den Blinden schrittweise zu heilen?

A: Die Heilige Schrift gibt darauf keine Antwort. Vielleicht hatte der Mann mehr als ein Problem, oder vielleicht verbirgt sich darin eine tiefere Lehre für uns. So wie die körperliche Blindheit des Mannes schrittweise geheilt wurde, wird manchmal auch die geistliche Blindheit eines Menschen schrittweise geheilt.

Genau wie der Mann bis zum Schluss teilweise blind war, können manche Menschen auch geistlich teilweise blind sein. Sie sehen manche Dinge richtig und gehen davon aus, dass sie alles richtig sehen, ohne zu wissen, dass sie noch teilweise blind sind. Zum Beispiel sahen manche Jesus als Propheten, aber nicht als den Messias. Manche sehen Jesus heute als Retter, aber nicht als Herrn. Manche sehen Gott als Liebe, aber nicht auch als Gerechtigkeit und Zorn.

F: Warum sah der geheilte Blinde in Mk 8,24 die Menschen zunächst als umhergehende Bäume?

A: Möglicherweise nahmen die Sehnerven des Mannes das Licht nicht klar wahr. Es könnte verschiedene Ursachen für die Blindheit gegeben haben, die mit der Pupille, der Iris, der Hornhaut und dem Sehnerv zusammenhingen.

Alternativ könnte der Mann anfangs ein einwandfreies Sehvermögen gehabt haben, doch sein Gehirn war nicht darauf trainiert, die Muster zu verarbeiten. Das menschliche Gehirn empfängt die Welt tatsächlich als auf den Kopf gestelltes Bild. Unser Gehirn trainiert sich selbst, das Bild umzudrehen. In einem Film von Moody Science erhielt ein Mann eine spezielle Brille, die das Bild auf den Kopf stellte. Nachdem er sie lange genug getragen hatte, passte sich sein Gehirn perfekt an, und er hatte keine Probleme mehr beim Gehen oder bei der Orientierung – zumindest so lange, bis die Brille abgenommen wurde; dann musste sich sein Gehirn erneut umstellen.

Unter http://www.answersingenesis.org/docs/4146.asp finden Sie einige interessante aktuelle Beispiele dafür, dass Menschen zwar physisch sehen können, Dinge aber zunächst dennoch nicht erkennen.

F: Warum wies Jesus den Mann in Mk 8,26 an, direkt nach Hause zu gehen und nicht ins Dorf?

A: Die Schrift sagt es nicht ausdrücklich, aber offenbar stammten der Mann und seine Familie aus einer anderen Stadt oder wohnten außerhalb der Stadt. Jesus drückte sich hier jedoch sehr deutlich aus. Zunächst führte Jesus den Blinden aus der Stadt hinaus, ohne ihn zuvor zu heilen. Dann heilte Jesus ihn schrittweise, und anschließend wies Jesus den Mann ausdrücklich an, nicht ins Dorf zurückzukehren.

Der „New International Bible Commentary“ (S. 1166) vermutet, dass es angebracht war, dass der Mann es zuerst seinen Angehörigen erzählte, anstatt dass diese es zuerst von jemand anderem erfuhren. Alternativ wollte Jesus nicht, dass die Pharisäer in der Stadt dies mitbekamen, da er ihnen gerade in Markus 8,11 gesagt hatte, dass sie kein Zeichen von Jesus sehen würden. Oder es gab möglicherweise andere Menschen, von denen Jesus nicht wollte, dass sie das Wunder beobachteten. Schließlich wollte Jesus möglicherweise nicht, dass bestimmte Personen die Heilung in mehreren Phasen miterlebten.

F: In Mk 8,38 weist der Skeptiker Bart Ehrman darauf hin, dass Jesus sich hier nicht ausdrücklich als Menschensohn identifiziert („Jesus, Interrupted“, S. 159).

A: Das musste Jesus an dieser Stelle nicht tun. Er hatte sich bereits in Markus 2,5–12 als Menschensohn zu erkennen gegeben. Jesus sagte in Markus 2,8a–12: „Warum denkt ihr solche Dinge in euren Herzen? … Was ist leichter: zu einem Gelähmten zu sagen: ‚Deine Sünden sind dir vergeben‘, oder zu sagen: ‚Steh auf, nimm deine Trage und geh‘? Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn auf Erden die Vollmacht hat, Sünden zu vergeben …“ Er sprach zu dem Gelähmten: „Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Trage und geh nach Hause.“ Und sogleich stand der Mann auf, nahm seine Trage und ging vor aller Augen hinaus. Daraufhin waren sie alle voller Staunen und priesen Gott und sagten: ‚So etwas haben wir noch nie gesehen!‘“ (BSB) Jesus verwendete diesen Begriff 81 Mal in den Evangelien. Warum sollte Ehrman es für bedeutsam halten, dass Jesus ihn an dieser Stelle nicht noch einmal ausdrücklich aussprach?

F: Was bedeutet es in Mk 8,38, dass Jesus sich derer schämen wird, die sich in diesem Leben für Jesus geschämt haben?

A: Die Ausleger vertreten hier zwei Standpunkte.

1. Die auserwählten Gläubigen, die sich für Jesus schämen, werden im Himmel Schmach erleiden. Dies ist die Ansicht des „Believer’s Bible Commentary“, S. 1341. Manche Christen glauben zwar aufrichtig, haben sich jedoch zu sehr von der Welt vereinnahmen lassen, um für Jesus einzustehen oder das Evangelium weiterzugeben.

2. Sogenannte Christen, die sich für Jesus schämen, werden feststellen, dass sie überhaupt nicht in den Himmel kommen werden. Der „Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 141–142, und die „NIV Study Bible“, S. 1510, vertreten diese Ansicht. Auch in 2. Timotheus 2,12 heißt es, dass Christus uns verleugnen wird, wenn wir ihn verleugnen. Manche Menschen weigern sich aus verschiedenen emotionalen Gründen, Jesus anzunehmen. Judas war offenbar enttäuscht, dass Jesus zu diesem Zeitpunkt keine militärischen Maßnahmen ergreifen würde. Manche behaupten, die Menschen seien so gut, dass sie keine Erlösung bräuchten, oder es sei „zu primitiv“, zu sagen, dass wir ein Opfer für uns bräuchten. Andere möchten nicht, dass jemand vom Himmel herabblickt, um über ihr Handeln zu richten.

Natürlich trifft wahrscheinlich beides zu, denn Jesus hat in diesem Vers diesen „Grad der Schande“ nicht näher spezifiziert. Es ist eine ernste Sache, an Jesus zu glauben, ihn zu verleugnen und Buße zu tun (wie es Petrus tat), aber eine noch ernstere Sache ist es, sein Leben von vornherein niemals ihm übergeben zu haben.

F: Warum, glauben Sie, ließ Gott in Mk 9,1–2 die Verklärung geschehen?

A: Beachten Sie zunächst, dass bis zum Tod Jesu niemand außer den Jüngern davon wusste. Dies half also niemand anderem, zumindest nicht bis zum Tod und zur Auferstehung Jesu. Auch wenn die Heilige Schrift nicht sagt, warum dies geschah, können wir mindestens sechs Gründe erkennen.

1) Es würde den Glauben der Jünger stärken. Die Jünger würden einen flüchtigen Einblick in die höchste Herrlichkeit Jesu erhalten.

2) Es sollte Jesus selbst Mut machen, bevor er ans Kreuz ging. Vielleicht sagten Elia und Mose Jesus auch einige Dinge, die notwendig waren.

3) Zur Erfüllung der Prophezeiung: In Maleachi 4,5–6 heißt es, dass Elia vor dem großen Tag des Herrn kommen würde. Während Johannes der Täufer im Geist und in der Kraft Elias wirkte, erschien Elia bei der Verklärung leibhaftig selbst.

4) Zwei Zeugen, Mose und Elia, kamen, um zumindest für kurze Zeit bei Jesus zu sein. Elia ist nie gestorben (2. Könige 2,11), und obwohl Mose starb, wurde sein Leichnam nie gefunden (5. Mose 34,6). In Offenbarung 11 wird es unmittelbar vor der Wiederkunft Jesu zwei Zeugen geben, und dies könnte ein Vorzeichen dafür sein.

5) Für diejenigen von uns, die nach der Auferstehung leben, würde dies bekräftigen, dass Gott die Kontrolle hatte und von Anfang an wusste, was mit der Kreuzigung und der Auferstehung geschehen würde.

6) Schließlich erfüllte sich damit die Prophezeiung, die Jesus in Markus 9,1 gegeben hatte

F: Auf welchem Berg fand die Verklärung in Mt 17,1, Mk 9,2 und Lk 9,28–29 statt?

A: Die Heilige Schrift gibt keine genaue Angabe, doch Folgendes ist uns bekannt: Zunächst einmal handelte es sich um einen hohen Berg, und der Berg Tabor liegt nur 1.843 Fuß über dem Meeresspiegel (etwa 5 Fußballfelder), sodass er nicht als hoher Berg gilt. Er befand sich zehn Meilen südwestlich des Sees Genezareth und nicht in der Nähe von Cäsarea Philippi. Außerdem befand sich zu jener Zeit eine römische Festung auf dem Gipfel des Berges Tabor.

Der Berg Hermon, der über 9.000 Fuß hoch ist, ist der höchste Berg der Region, und das Ereignis könnte dort stattgefunden haben. Er liegt jedoch ziemlich weit entfernt, nördlich der Golanhöhen, an der Grenze zwischen Syrien und dem Libanon. Der „Believer’s Bible Commentary“ (S. 1400) vertritt diese Ansicht.

Der Berg Meron / Jebel Jermaq, westlich des Sees Genezareth, ist 3.926/3.962 Fuß hoch, und W. Liefield hat dies als Möglichkeit vorgeschlagen.

F: In Mk 9,7f wurde von all dem, was Gott hätte sagen können, nur dieser eine Satz festgehalten. Warum war es Ihrer Meinung nach für die Jünger so wichtig, dies zu wissen?

A: Im Christentum geht es nicht in erster Linie um Gesetze, Lehre oder den Dienst in der Gemeinde. Diese Dinge sind zwar vorhanden, aber sie stehen nicht im Vordergrund. Das Wesentliche ist auch nicht unsere Erfahrung, unsere Gemeinschaft oder unser Gebet. Das Wichtigste ist, Jesus zu lieben. Doch Gläubige können das vergessen. Paulus sagt in 2. Korinther 11,2–3: „Ich eifere um euch mit göttlichem Eifer. Denn ich habe euch einem einzigen Mann versprochen, um euch als reine Jungfrau Christus zuzuführen. Ich fürchte jedoch, dass, so wie Eva durch die List der Schlange verführt wurde, auch eure Gedanken von eurer einfachen und reinen Hingabe an Christus abgebracht werden könnten.“

Frage: Wie können wir in Markus 9,14–16 der Versuchung widerstehen, zu lange auf dem Berggipfel zu verweilen, wenn Jesus möchte, dass wir herabsteigen?

A: Denken Sie daran, dass es nicht um uns, unser Wissen und unsere Erfahrungen geht, sondern um Gott. Gott möchte, dass wir anderen dienen. Beim Gericht vor dem Thron wird Jesus uns nicht fragen, wie viel wir gelernt oder was wir erlebt haben, sondern vielmehr, was wir getan und wie wir gelebt haben. Eine Gipfelerfahrung ist gut, um uns zu verankern, uns wachsen zu lassen und uns zu erfrischen – für den geistlichen Kampf um die Herzen und Gedanken der Menschen in dieser Welt. Ein Trainer in einer Mannschaft hat wenig Verwendung für einen talentierten Spieler, der sich weigert, an Wettkämpfen teilzunehmen.

F: Was sagt Markus 9,18.28–29 über die Kraft eines Christen ohne Glauben aus?

A: Zu dieser Zeit wussten die Jünger mehr über Gott als jeder andere Sterbliche auf Erden. Die Jünger hatten jeden Tag persönliche Begegnungen mit Jesus. Die Jünger (zumindest alle bis auf einen) glaubten alle und lebten ihren Glauben auch aus. Sie hatten Glauben, aber ihr Glaube war nicht stark genug, um diesen Dämon auszutreiben.

F: In Mk 9,18.28–29: Inwiefern nehmen wir heute Gottes Kraft und Weisheit als selbstverständlich hin?

A: Nichtgläubige können Sicherheit, Frieden, Gesundheit und Wohlstand als selbstverständlich ansehen, als Dinge, auf die sie ein Anrecht haben. Selbst manche Gläubige glauben vielleicht, dass sie keine schweren Zeiten erleben werden, weil sie Christen sind. Gottes Gaben als selbstverständlich anzusehen, ist das Gegenteil von Dankbarkeit.

F: Warum, glauben Sie, sagte Jesus in Mk 9,19: „O ungläubiges Geschlecht“ statt „O ungläubige Jünger“?

A: Jesus erkannte, dass der Unglaube der Jünger ein Spiegelbild der Gesellschaft war, in der sie aufgewachsen waren. Bis zu einem gewissen Grad werden auch unsere Überzeugungen und unser Glaube als Gläubige von unserer Generation, d. h. unserer Kultur und Gesellschaft, geprägt. Als Gläubige müssen wir dies demütig und offen anerkennen und danach streben, darüber hinauszuwachsen und uns davon zu befreien.

F: Warum verwendete der Vater in Mk 9,24 ein Oxymoron?

A: Ein Oxymoron ist eine Redewendung, bei der widersprüchliche Aussagen oder Bilder verwendet werden, um eine komplexe Wahrheit auszudrücken. Der Vater hatte widersprüchliche Gefühle in sich. Er sagte: „Ich glaube“, weil er wirklich glaubte, aber er sagte auch: „Hilf meinem Unglauben“, weil er wusste, dass er auch echte Zweifel hatte.

Auch wir sollten vor Gott ehrlich mit unseren Gefühlen umgehen. Gott ist groß genug, um mit unseren Zweifeln umzugehen, und wenn wir unsere Gefühle ans Licht bringen, indem wir sie Ihm bekennen, kann Gott sich leichter um das kümmern, was wir Ihm eingestehen.

F: Was glauben Sie, wie geht Gott in Mk 9,24 mit unvollkommenem Glauben um, wie ihn der Vater hatte?

A: Gott nutzte den Glauben des Vaters des Jungen – einen unvollkommenen, aber ehrlichen und aufrichtigen Glauben. Das ist besser als ein heuchlerischer, unehrlicher Anschein von Glauben. Seien Sie ehrlich in Bezug auf Ihren Glauben an Gott, damit Er ihn wachsen lassen, läutern und die Schlacke entfernen kann, die nicht dazugehört.

F: In Mk 9,25 befahl Jesus einem bösen Geist meist einfach nur, auszutreten; warum sagte Jesus dieses Mal jedoch sowohl, er solle austreten, als auch, er solle nicht wieder eintreten?

A: In Lukas 11,24–26 sagte Jesus, dass ein böser Geist, wenn er aus einem Menschen austritt, versuchen kann, mit sieben anderen zurückzukehren. Daher ist es wichtig, dass sich ein von Dämonen besessener Mensch, sobald er von seiner Knechtschaft befreit ist, Christus zuwendet, damit die Dämonen nicht mit noch größerer Macht zurückkehren.

F: Warum, glauben Sie, stritten sich die Jünger in Markus 9,33 gerade in diesem Moment, unmittelbar nach der großen Verklärung, darüber, wer unter ihnen der Größte sei?

A: Auf den ersten Blick klingt das lächerlich. Unmittelbar nachdem ihnen gnädigerweise das große Privileg zuteilwurde, dieses großartige Ereignis zu erleben, stritten sie sich darüber, wie großartig sie selbst seien, anstatt hinauszugehen und zu verkünden, wie großartig Jesus war. Anstatt dass sich alles um Jesus drehte und darum, wie sie dazu beitragen könnten, Jesus zu verherrlichen, nutzten sie Jesus dazu, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

Dieses Bild ist lächerlich. Hätte jemand ein rosiges, beschönigtes Bild von den heiligen Jüngern Jesu zeichnen wollen, hätte er dies sicherlich weggelassen! Das macht einfach keinen guten Eindruck. Doch nachdem sie an Jesus geglaubt, die Wunder gesehen und die Verklärung miterlebt hatten, waren sie immer noch so. Die Geduld Jesu mit ihnen ist erstaunlich.

F: Wie sollen wir in Mk 9,33 mit einem Glaubensbruder umgehen, der versucht, seine eigene Größe zur Schau zu stellen?

A: Hegen Sie keinen Groll gegen ihn, sondern beten Sie für ihn und sehnen Sie sich danach, dass er davon umkehrt. Wir sollten ihn nicht als heimlichen Ungläubigen oder als gefallenen, unwiderruflich verlorenen Abtrünnigen abschreiben, so wie Jesus die Jünger nicht abgeschrieben hat. Er sollte zu seinem eigenen Wohl ermahnt werden, und sein Einfluss, andere dazu zu ermutigen, es ihm gleichzutun, sollte minimiert werden.

F: Hätten die Jünger in Mk 9,34 Jesus sagen sollen, warum sie sich stritten, oder hätten sie schweigen sollen, wie sie es taten?

A: Wahrscheinlich schwiegen sie aus Verlegenheit oder Scham. Gott weiß, was wir denken und sagen, ob wir es bekennen oder nicht, aber es ist besser, Ihm zu sagen, was uns auf dem Herzen liegt, selbst wenn es verdorben oder hochmütig ist. Auf diese Weise kann Gott es umso schneller bereinigen, wenn Sie bereit sind, es anzuerkennen.

F: Was halten Sie in Mk 9,35 von dem Satz: „Größe entsteht durch Dienen“?

A: Das ist nicht ganz richtig. Zunächst muss man dem Richtigen dienen. Nicht dem eigenen Ehrgeiz, nicht der Kirche, sondern in erster Linie sollte Ihr Dienst Gott gelten. Zweitens muss man mit den richtigen Motiven dienen. Wenn man diese Einschränkungen jedoch berücksichtigt, ist der Satz durchaus zutreffend.

F: Warum haben Johannes und die anderen Jünger in Mk 9,38–40 jemandem verboten, Dämonen auszutreiben, und wer war dieser Mann?

A: Betrachten wir zunächst einmal den eigentümlichen Ablauf der Ereignisse hier. Zunächst waren die Jünger machtlos, einen Dämon auszutreiben. Dann stritten sie darüber, wer der Größte sei. Doch obwohl sie den Dämon nicht austreiben konnten, verboten sie einem anderen, der an Christus glaubte, im Namen Jesu einen Dämon auszutreiben – nachdem sie es selbst nicht geschafft hatten.

Da der Mann nicht zu ihrer Gemeinschaft gehörte, gingen die Jünger davon aus, dass Gott ihn nicht gebrauchen könne. Auch heute begehen Gläubige manchmal denselben Fehler, wenn sie denken, dass andere aufrichtige Christen, die nicht zu ihrer Gemeinde gehören, von Gott nicht oder nur in geringerem Maße gebraucht werden.

F: Wie „real“ sind der Teufel und sein Einfluss in Mk 9,38–40 und anderen Stellen? Setzt er Ihnen Gedanken in den Kopf?

A: Der Teufel und seine Dämonen sind reale Wesen mit Gedanken und Gefühlen. Sie können Gedanken einflößen, aber sie können Gläubige nicht „besetzen“. Auch wenn sie Gedanken einflößen können, haben wir die Kraft, Nein zu sagen und weiterzumachen. Auch wenn sie mächtig sind und ihre Macht nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte, ist unser Schutz unter dem Blut Christi noch mächtiger. Ich habe zum Beispiel von einem Medizinmann gehört, der einen Christen verfluchte, und der Fluch prallte auf den Medizinmann zurück. In einem anderen, davon unabhängigen Beispiel habe ich von einem weiteren Medizinmann gehört, der verkündete, ein christlicher Missionar werde innerhalb von 30 Tagen sterben. Am 30. Tag starb der Medizinmann.
Als Kinder Christi haben wir keinen Grund, mit dem Teufel zu verhandeln, ihn zu verspotten oder gar versuchen zu wollen, mit dem Teufel oder Dämonen zu kommunizieren.

F: Wie gehen Sie in Mk 9,38–40 mit jemandem um, der Gottes Willen tut, aber von den Menschen als „unbefugt“ angesehen wird?

A: Fragen Sie sich zunächst einmal, ob es überhaupt einer Genehmigung durch Menschen bedarf. Wenn es Gottes Wille ist, dann ist dies vielleicht nicht der Fall. Wenn Sie der Meinung sind, dass es zu Spaltungen führt, vergewissern Sie sich zunächst, dass nicht Sie und Ihre Gruppe die Spaltung verursachen. Sollte es hingegen Streit schüren oder tatsächlich zu Spaltungen führen, sollten Sie mit den Betroffenen sprechen, versuchen, sie zur Einsicht zu bringen, und beten, dass sie und Sie zu einem gemeinsamen Standpunkt gelangen können.

F: Was ist Ihrer Meinung nach in Mk 9,42 so schwerwiegend daran, die kleinen Kinder zur Sünde zu verleiten?

A: Während die Gesellschaft jener Zeit oft auf Kinder herabblickte, heißt es in Markus 9,42, es wäre besser für jemanden, nie geboren worden zu sein, als ein Kind zur Sünde zu verleiten. Wenn Sie ein kleines Kind betrachten, das sich vielleicht albern verhält und noch nicht viel weiß, denken Sie daran, dass Gott sich genauso sehr um sie kümmert wie um einen Erwachsenen, und dass sie in Gottes Augen genauso wichtig sind.

Der Evangelist D. L. Moody erzählte einmal jemandem, dass bei einer Versammlung zweieinhalb Menschen gerettet worden seien. Die Person fragte ihn: „Sie meinen, zwei Erwachsene und ein Kind?“ „Nein“, sagte Moody, „zwei Kinder und ein Erwachsener.“

F: Warum sollten in Mk 9,48 die Würmer in der Hölle nicht sterben?

A: Jesu Gleichnis bezieht sich nicht auf kleine Tiere, sondern auf den Verfall und die Zerstörung in der Hölle. In „When Critics Ask“, S. 372, wird eine andere Antwort gegeben. Da es heißt „ihr Wurm“ und nicht „der Wurm“, handelt es sich um ein Gleichnis für den physischen Körper eines Menschen, der in die Hölle kommt.

F: Was bedeutet in Mk 9,49 „mit Feuer gesalzen“?

A: Es gibt drei Hauptinterpretationen dazu, auf wen sich dieser Vers bezieht

Gläubige, die Leiden und Läuterung durchlaufen

Die Verlorenen, die in die Hölle kommen

Alle, die geprüft und gerichtet werden. Diese Sichtweise kann die beiden anderen Sichtweisen umfassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Verse 43–48 von der Hölle sprechen und Vers 50 sich auf Gläubige bezieht. Vers 49 stellt einen Übergang dar, und der Begriff „jeder“ bezieht sich sowohl auf die unmittelbar zuvor erwähnten Verlorenen als auch auf die unmittelbar danach erwähnten Gläubigen.

F: In Mk 9,49–50: In welchem Zusammenhang steht „mit Feuer gesalzen werden“ mit „seine Salzigkeit verlieren“?

A: Die Pharisäer vertraten damals die Lehre, dass Israel das Salz unter den Völkern sei, um diese zu reinigen. Salz war ein wichtiges Konservierungsmittel. Der Ausdruck „mit Feuer gesalzen“ bedeutet, Lebensmittel durch Feuer zu konservieren, beispielsweise durch das Trocknen von Früchten. Wenn schon Feuer eine konservierende Wirkung haben kann, kann Salz den größten Teil seiner konservierenden Wirkung verlieren, wenn es durch Wasser ausgewaschen oder mit anderen Stoffen verdünnt wird.

F: Was lehrt Jesus in Mk 10,1–2 und Mt 19,3–9 über die Scheidung?

A: Bevor wir diese Frage beantworten, sollten wir zunächst verstehen, was Jesus über die Ehe gelehrt hat.

Die Ehe wird in Markus 10,7 und Genesis 2,24 als das Zusammenwachsen zweier Menschen zu einem Fleisch beschrieben. Wenn ein junger Mann oder eine junge Frau kurz vor der Heirat steht, muss er oder sie sich bewusst machen, dass er oder sie dadurch ein veränderter Mensch sein wird. Zumindest zeigt eine Studie aus den Vereinigten Staaten, dass verheiratete Männer im Durchschnitt etwas länger leben als unverheiratete Männer. Noch wichtiger ist jedoch, dass Ihr Ehepartner viel dazu beitragen kann – und wahrscheinlich auch wird –, Sie Gott näherzubringen oder von Ihm zu entfernen. Die Ehe bedeutet nicht nur, verliebt zu sein oder Gefühle zu haben, sondern ist eine Verpflichtung vor Gott und anderen. Es ist, bildlich gesprochen, so, als wären Sie nicht mehr zwei Organismen, sondern nur noch einer.

Die Trennung dieses „Organismus“ ist unnatürlich und entspricht nicht Gottes Willen. Zwar ist es gemäß Matthäus 19,9 erlaubt, sich von dem Ehepartner scheiden zu lassen, wenn dieser sexuelle Untreue begeht, doch ist dies nicht zwingend erforderlich. Paulus lehrt in 1. Korinther 7,12–15, dass es nicht erlaubt ist, sich von jemandem scheiden zu lassen, nur weil dieser einen anderen Glauben hat oder angenommen hat; wenn der Ehepartner jedoch die Scheidung einleitet, ist es erlaubt, dem zu folgen.

Was ist, wenn der Ehepartner drogenabhängig wird? Es ist schwer vorstellbar, dass jemand in diese Situation gerät und gleichzeitig ein aufrichtiger Christ ist. Doch unabhängig davon können Sie in dieser schwierigen Lage, wenn der Ehepartner nicht bereit ist, damit aufzuhören, ihn bei der Polizei anzeigen. Wenn er ein Ungläubiger ist und sich danach von Ihnen scheiden lassen möchte, dann ist das in Ordnung.

Was ist, wenn der Ehepartner Ihnen oder der Familie mit Gewalt droht? Das Vernünftigste ist, sich aus Sicherheitsgründen zu trennen, und auch hier ist es schwer vorstellbar, dass jemand so etwas tut und gleichzeitig ein aufrichtiger Christ ist. Auch dies ist eine schwierige Situation. Manchmal ist es vielleicht am besten, ihn bei der Polizei anzuzeigen.

F: Warum, glauben Sie, haben die Pharisäer Jesus in Mk 10,1–2 nach der Scheidung gefragt?

A: Es könnte einen oder mehrere von drei Gründen geben, und keiner dieser Gründe war, dass die Pharisäer aufgrund der Worte Jesu einer bestimmten Ansicht folgen würden.

1) Um herauszufinden, ob Jesus der Schule des Hillel näher stand, die die Scheidung erlaubte, oder der Schule des Schammai, die dies nicht tat, außer im Falle von Ehebruch. Unter den Anhängern des berühmten jüdischen Rabbiners Hillel war die Scheidung gemäß Mischna Gittin 1,1–3; 7,2 erlaubt.

2) Um zu prüfen, ob Jesus etwas anderes lehren würde als das Alte Testament in Deuteronomium 24:1–4 (und das tat Jesus auch).

3) Man könnte hoffen, dass Jesus sich gegen die Scheidung aussprechen würde, was bedeuten würde, dass Jesus den Herrscher Herodes Antipas und seine Frau Herodias kritisieren würde, die sich bereits scheiden ließen. Nach jüdischem Recht konnte die Ehefrau die Scheidung nicht einleiten, nach römischem Recht jedoch schon, wie es Herodias tat. Jesus befand sich zu dieser Zeit in Peräa, das von Herodes Antipas regiert wurde.

Frage: Warum sollte Gott in Mk 10,5 durch Mose bestimmte Dinge wegen der Härte ihrer Herzen zulassen?

A: Auch wenn Gott nicht darauf angewiesen ist, Rücksicht auf uns und unsere Hartherzigkeit zu nehmen, entscheidet er sich manchmal dennoch dafür. In alttestamentlicher Zeit wohnte der Heilige Geist noch nicht in den meisten Gläubigen. Doch in neutestamentlicher Zeit, da der Heilige Geist in uns wohnt und das Gesetz in unsere Herzen geschrieben ist, gelten für uns hier höhere Maßstäbe als für die Heiligen des Alten Testaments.

F: Warum tadelten die Jünger in Mk 10,13 die Menschen dafür, dass sie ihre kleinen Kinder zu Jesus brachten?

A: Die Jünger handelten damit falsch. Vielleicht gingen sie fälschlicherweise davon aus, dass die Kinder die Lehre Jesu nicht so intellektuell verstehen könnten wie Erwachsene und daher Jesu Zeit nicht verschwenden sollten. Jesus korrigierte sie nicht nur, sondern tadelte diejenigen, die andere zu Unrecht getadelt hatten.

Laut dem „Believer’s Bible Commentary“ (S. 1346) sagte George MacDonald, er glaube nicht an das Christentum eines Mannes, wenn sich niemals Jungen oder Mädchen vor seiner Tür beim Spielen aufhielten.

F: Warum wollte Jesus in Mk 10,13–15, dass die Kinder zu ihm kamen?

A: Der einzige Grund, den Jesus nannte, war: „Ihnen gehört das Reich Gottes.“ Jesus nutzte die Kinder als anschauliches Beispiel dafür, dass wir alle die Demut und Lernbereitschaft von Kindern haben müssen, um zu Gott zu kommen. Wir können nicht in Stolz zu Gott kommen, sondern müssen zugeben, dass wir aus uns selbst heraus nicht ausreichen. Wir müssen bereit sein, anzuerkennen, dass Gott mehr weiß als wir, dass wir Ihn brauchen und bereit sind, zu wachsen.

Zudem mochte Jesus zweifellos Kinder und erkannte, dass die Seele eines Kindes denselben Wert hat wie die eines Erwachsenen. Jesus wäre ein guter Sonntagsschullehrer für Kinder!

F: War Jesus in Mk 10,18 und Lk 18,19 nicht „gut“, da er den Mann befragte, der ihn als gut bezeichnete?

A: Jesus ist in jedem Sinne des Wortes gut. Jesus hinterfragt jemanden, der ihn als „gut“ bezeichnet, da dieser Mann noch nicht erkannt hatte, dass Jesus der Messias war, und den Begriff „gut“ offenbar allzu leichtfertig verwendete.

Ähnlich verhält es sich in Johannes 8,7: Als Jesus zu den Anklägern der sündigen Frau sagte: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“, warf Jesus selbst keinen Stein, doch das beweist nicht, dass Jesus gesündigt hätte. Jesus war gemäß Hebräer 4,15 ohne Sünde.

F: In Mk 10,18 und Lk 18,19 fragt Jesus: „Warum nennt ihr mich gut? … Niemand ist gut außer Gott allein.“ Da Jesus weder seine eigene Güte noch seine Göttlichkeit leugnete, was wollte er damit sagen?

A: Jesus stellt eine kurze Frage, die oberflächlich betrachtet sehr einfach klingt: Warum nennen Sie ihn gut? Drei einfache Punkte, gefolgt von einer Erörterung.

a) Jesus hat an dieser Stelle weder bestätigt noch geleugnet, dass er gut sei. (An anderen Stellen wird uns jedoch gesagt, dass er es war.)

b) Jesus stellte lediglich eine Frage. Er bestätigte oder leugnete an dieser Stelle nicht, dass er Gott sei. (An anderen Stellen wird uns jedoch gesagt, dass er es war.)

c) Jesus schien sehr daran interessiert zu sein, was dieser Mann bereit war zu bejahen und woran er glaubte.

Nun zu dieser Diskussion, und dann werden wir sehen, was Sie bejahen und bereit sind zu glauben.

Niemand sonst in den Evangelien, ob Gläubiger oder nicht, wurde jemals dabei erwähnt, Jesus als „guten Lehrer“ bezeichnet zu haben. Wollte der Fragesteller lediglich höflich und schmeichelhaft sein, oder – wie Jesus fragte – bekräftigte er damit mehr als das?

Was ist ein „guter Mensch“ in den Augen eines heiligen Gottes? Ist ein sündiger Zöllner, der sein ganzes Leben lang viele betrogen hat, aber zu Gott um Gnade fleht, gut? Nein, er bereut zwar sein Übel, aber er war dennoch böse. Sind wir andererseits besser als dieser Zöllner? Nein. Nach Gottes Maßstäben ist es eine falsche Einbildung, einen bloßen Menschen auf Erden als „gut“ zu bezeichnen.

Was ist überhaupt gut? Ist etwas gut, wenn Menschen darüber abstimmen, wenn die Gesellschaft es akzeptiert oder wenn eine Person in ihrem eigenen Denken glaubt, es sei gut, obwohl andere Menschen anders darüber denken? Nein, wir haben keinen Maßstab für das Gute, außer Gott und dem, was Er als gut erklärt. Niemand ist letztendlich gut, außer Gott.

Bestätigen Sie angesichts all dessen, dass Jesus gut war?

F: War Jesus in Mk 10,18 und Lk 18,19 Gott, da niemand gut war außer Gott allein?

A: Jesus hat dem Mann an dieser Stelle nicht gesagt, ob Er Gott war oder nicht. Vielmehr wies Er darauf hin, dass der Mann mit dem Begriff „gut“ recht leichtfertig umging. Gott ist die Quelle des Guten, die Definition des Guten, und all die geringeren Dinge, die wir als gut bezeichnen, sind lediglich Schatten der Güte Gottes.

Wissen Sie, Christen, Juden, Muslime und sogar die römischen Götzenanbeter, die Christen töteten, versuchten alle, gut zu sein – zumindest so, wie sie sich das Gute vorstellten. Es mag für viele Westler schockierend sein, aber nicht alle Religionen teilen diese Ansicht, dass man versuchen sollte, Gutes zu tun. Im Hinduismus versuchen viele, Erleuchtung und wahres Verständnis zu erlangen, indem sie sowohl das Gute als auch das Böse erfahren. Deshalb sind manche vielleicht schockiert über die vermeintliche Heuchelei eines gläubigen Hindus, der Geld veruntreut oder stiehlt – doch möglicherweise handelt es sich gar nicht um Heuchelei. Für ihn besteht möglicherweise kein Widerspruch darin, nach Erleuchtung, kosmischem Bewusstsein oder was auch immer zu streben und gleichzeitig das Böse erfahren zu wollen. Allerdings würden nicht alle Hindus dem zustimmen; manche würden den Aspekt des „Karma“ stärker betonen.

F: Wie haben frühere Menschen die Verse in Mk 10,18 und Lk 18,19 ausgelegt?

A: Es handelt sich hierbei um zwei „vielseitige“ Verse, die eine Reihe guter Anwendungsmöglichkeiten bieten.

Ein Beispiel für uns

Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.) verwendet in seinem Werk „Wer ist der Reiche, der gerettet werden soll?“ (Kap. 4, S. 592) diese Passage, um zu zeigen, dass wir gütig sein und den Armen geben sollen, anstatt auf Reichtümer zu vertrauen.

Tertullian (198–220 n. Chr.) sagte, dass Gott gütig ist und Mitleid hat, und ebenso gebührt es uns, gütig zu sein, Mitleid mit anderen zu haben und Friedensstifter zu sein. („Über die Bescheidenheit“, Kap. 2, S. 75)

Gegen den Gnostizismus

Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) sagt, dass der Vater wahrhaft gut ist, da Jesus ihn als „gut“ bezeichnet hat. (Irenäus: „Gegen die Häresien“, Buch 1, Kap. 20, S. 345)

Hippolyt, ein Schüler des Irenäus (225–235/6 n. Chr.), verwendet dies ebenfalls in seiner „Widerlegung aller Häresien“, Buch 5, Kapitel 2, S. 50, und Buch 7, Kapitel 20, S. 113, um die Irrtümer des Marcion und des Gnostizismus zu widerlegen. Wenn der Vater, der die Dinge erschaffen hat, gut ist, dann entfallen der gesamte Gnostizismus und die Häresie des Marcion.

Die Ebioniten erkennen Jesus als den Sohn des Vaters an, würden jedoch nur sagen, dass Jesus sozusagen Gott sei. Da sie zudem darauf bestanden, die Praktiken des Alten Testaments zu befolgen, kann man sich vorstellen, dass sie den Gnostikern, die den Gott des Alten Testaments als böse oder fehlgeleitet bezeichneten, entschieden entgegenstanden. In der „Clementinischen Homilie“ 3 (Datum ungewiss), Kapitel 57, S. 248–249, verwendeten sie diesen Vers ebenfalls gegen jene, die den Gott des Alten Testaments als böse bezeichneten. Doch in der klementinischen Literatur und allen erhaltenen Schriften der Ebioniten haben sie diesen Vers niemals dazu benutzt, die Aussage zu leugnen, dass Jesus Gott sei.

Gegen den Götzendienst

Origenes (225–254 n. Chr.) sagt, dass, wenn Christus sich Gott dem Vater unterordnete, die Sonne sich erst recht weigern würde, dass sich jemand vor ihr verneigt und sie anbetet. Origenes fügt dann hinzu, dass wir zum Wort Gottes beten sollten und noch mehr zu Seinem Vater. („Gegen Celsus“, Buch 5, Kap. 15, S. 548)

Die Göttlichkeit Christi

Novatian (250/254–256/7 n. Chr.): „Außerdem sagt der Herr selbst: ‚Warum fragst du mich nach dem, was gut ist? Gott allein ist gut.‘ … „Doch in denselben Schriften wird auch Christus als gut bezeichnet. Es gibt also, wenn sie richtig schließen, nicht nur ein Gutes, sondern sogar zwei Gute. Wie kann es dann gemäß dem Glauben an die Heilige Schrift heißen, dass es nur ein Gutes gibt? Wenn sie jedoch nicht der Ansicht sind, dass es in keiner Weise der Wahrheit widersprechen kann, dass es einen Herrn gibt und dass auch Christus Herr ist, noch der Wahrheit, dass es einen Meister gibt und dass auch Paulus unser Meister ist, oder der Wahrheit, dass es das Gute gibt und dass auch Christus als das Gute bezeichnet wird, so sollen sie nach derselben Logik begreifen, dass aus der Tatsache, dass Gott einer ist, kein Hindernis für die Wahrheit entsteht, dass auch Christus als Gott verkündet wird.“ (Über die Dreifaltigkeit, Kap. 30, S. 642–643)

Gegen den Arianismus

Hilarius von Poitiers (355–367/368 n. Chr.) schrieb, dass, wenn die Arianer auf Jesaja 65,16; Markus 10,18 und 1. Timotheus 6,15 verweisen, dem Sohn dadurch keine Wahrheit, keine Güte und keine Macht mehr zustehen würde.

Gregor von Nyssa (382–383 n. Chr.) schrieb: „Es lässt sich jedoch leicht zeigen, dass nicht einmal das Wort ‚einer‘ den Vater vom Sohn trennt. … Denn Er sagt: ‚Ich und der Vater sind eins.‘ [Johannes 10,30] Wenn also das Gute eins ist und im Vater und im Sohn eine besondere Art von Einheit betrachtet wird, folgt daraus, dass das Wort, indem es die Güte als ‚eins‘ bezeichnete, unter dem Begriff ‚eins‘ auch den Titel ‚gut‘ für sich selbst beanspruchte, der eins mit dem Vater ist und nicht von der Einheit des Wesens getrennt ist.“ Gegen Eunomius, Buch 11, Kap. 2, S. 232–233, in: Nicene and Post-Nicene Fathers, Second Series, Band 5.

Frage: Warum erwähnte Jesus in Mk 10,19 nur sechs der Zehn Gebote?

A: Jesus wollte hier keine vollständige Aufzählung geben, sondern lediglich Beispiele nennen. Die knappe Ausdrucksweise Jesu an dieser Stelle ist kein Vorwand, um das zu leugnen, was sowohl Jesus als auch seine Apostel an anderen Stellen gelehrt haben.

F: Warum forderte Jesus in Mk 10,21–22 und Lk 18,20–23 den Mann auf, all seinen Besitz zu verkaufen?

A: Offenbar liebte der Mann seinen Reichtum ebenso sehr wie Gott, und Jesus sagte ihm, er müsse etwas dagegen unternehmen.

F: Lehrt Mk 10,21–22 auch alle anderen, ihren gesamten Besitz zu verkaufen?

A: Nein, denn Jesus hat, soweit wir wissen, niemandem sonst gesagt, er solle seinen Besitz verkaufen. Selbst Paulus besaß persönlichen Besitz, wie beispielsweise seinen Mantel in 2. Timotheus 4,13. In Apostelgeschichte 5,4, als Ananias bestraft wurde, heißt es ausdrücklich, dass er nicht dafür bestraft wurde, einen Teil seines Geldes behalten zu haben, sondern dafür, dass er Gott belogen und behauptet hatte, er habe nichts von dem Geld behalten. Der „Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 151, sagt im Wesentlichen dasselbe.

Dennoch stellt dieser Vers für uns heute nach wie vor eine Herausforderung dar. Als es um die Entscheidung zwischen Christus und Reichtum ging, war dieser ansonsten anständig erscheinende Mann nicht bereit, Christus dem Reichtum vorzuziehen. Wenn jemand heute so handelt, dann ist diese Person mit zu viel Geld verflucht. Lesen Sie Sprüche 30,7–9 für weitere Informationen.

Wenn Sie entscheiden, wie viel Sie für Gottes Werk spenden möchten, bietet der „Believer’s Bible Commentary“ auf Seite 1347 im Zusammenhang mit Markus 10 eine Liste von Punkten, über die Sie vielleicht nachdenken möchten.

1. Täglich sterben Tausende von Menschen an Hunger

2. Sehr viele Menschen haben die frohe Botschaft noch nie gehört.

3. Unser Geld kann dazu verwendet werden, diesen Notlagen zu helfen.

4. Christus lehrt uns, dass wir arm werden sollen, damit andere reich werden können (2. Korinther 8,9).

5. Da unser Leben auf Erden so kurz ist, wird es zu spät sein, wenn Jesus wiederkommt.

Frage: Ist es in Mk 10,23–24 für wohlhabende Menschen unmöglich, zu Jesus zu kommen?

A: Es gibt nur eine Antwort, die jedoch aus zwei Teilen besteht.

Nein. Menschen, die Reichtum besitzen, können jederzeit zu Gott kommen. Abraham war sehr wohlhabend, sowohl nach antiken als auch nach modernen Maßstäben. Allerdings müssen wohlhabende Menschen jederzeit bereit sein, für Gott das aufzugeben, was ihnen am wertvollsten ist – so wie es Abraham mit seinem Sohn Isaak tat.

Ja: Wenn Ihr Besitz oder Ihr Reichtum Sie beherrscht und Sie das Geld mehr lieben als Gott, müssen Sie sich für das eine oder das andere entscheiden, und Ihr ewiges Schicksal hängt von Ihrer Entscheidung ab.

Es ist auch bemerkenswert, dass dies unmittelbar auf den Abschnitt über die kleinen Kinder folgt. Der „Believer’s Bible Commentary“ (S. 1347) merkt an: „Christen, die sich Schätze auf Erden sammeln, bezahlen in der Regel für ihren Ungehorsam im Leben ihrer Kinder.“

F: Ist in Mk 10,29 jedem, der alles verlassen hat, um Jesus nachzufolgen, dieser Segen garantiert, oder nützt es ihnen nichts, wenn sie dies tun, aber keine Liebe haben, wie es in 1 Kor 13,2 heißt?

A: Jesus gibt hier die Verheißung, doch sind Bedingungen impliziert. Man muss Jesus einfach nachfolgen und ihm weiterhin nachfolgen. Man muss Gott und andere lieben, um Jesus nachzufolgen, und man kann Gott nicht lieben, wenn man andere Menschen nicht liebt.

Es ist bemerkenswert, dass Jesus die Jünger nur hier in den synoptischen Evangelien als Kinder anspricht. Dies geschieht unmittelbar nachdem Jesus sie dafür zurechtgewiesen hatte, dass sie die Kinder nicht zu ihm kommen ließen.

F: Können Mk 10,29–30 und Lk 18,29–31 als Verheißung von finanziellem Wohlstand in diesem Leben verstanden werden?

A: Nein. Diese Verheißung galt den frühen Christen ebenso wie uns. Wir können nicht mehr Garantien für finanziellen Wohlstand erwarten als Paulus, die anderen Apostel und die frühen Christen, die überwiegend Sklaven und Arme waren. In „When Cultists Ask“, S. 135–136, wird hinzugefügt, dass es in diesem Vers nicht um Reichtum geht, sondern um Familie und Zuhause.

F: Wie erhalten wir in Mk 10,30 all diese Dinge in diesem Leben?

A: Nicht jeder von uns verfügt individuell über 100 Häuser und 100 Felder als persönlichen Besitz. Nicht jeder von uns hat 100 leibliche Brüder und Schwestern und 100 leibliche Mütter als Verwandte. Vielmehr verfügen wir als Brüder und Schwestern in einem Leib – der Kirche – gemeinsam über all diese Dinge, um sie miteinander zu teilen, wie Markus 3,33–35 zeigt.

F: Was ist in Mk 10,30 an einer dieser Belohnungen bemerkenswert?

A: Sie lassen sich in fünf Kategorien einteilen: Häuser, Familie, Ländereien, Verfolgung und ewiges Leben. Die meisten Menschen wünschen sich keines dieser Dinge: Verfolgung. Doch wir müssen erkennen, dass auch Verfolgung eine Belohnung ist. Die frühen Christen taten dies, wie Apostelgeschichte 5,41 zeigt.

F: Sollte Jesus in Mk 10,34 am dritten Tag oder nach drei Tagen auferstehen?

A: Die Handschriften des Markus-Evangeliums weichen voneinander ab.

Nach drei Tagen: Sinaiticus, Vaticanus, Ephraemi Rescriptus, Bezae Cantabrigiensis, sahidisch-koptisch, bohairisch-koptisch

Am dritten Tag: Alexandrinus, byzantinisches Lektionar, Gotisch, Armenisch, Äthiopisch, Georgisch, Origenes.

F: Kamen in Mk 10,35–37 Jakobus und Johannes zu Jesus und baten darum, zu seiner Rechten und Linken sitzen zu dürfen, oder tat dies ihre Mutter in Mt 20,20?

A: Diese Frage wird im skeptischen „Asimov’s Guide to the Bible“ auf Seite 858 gestellt. Die Antwort findet sich in Matthäus 20,20 selbst, wo es heißt, dass ihre Mutter „mit ihren Söhnen“ kam. Sie waren zusammen, als Jesus gefragt wurde.

Josephus zeigt in „Antiquitates Judaicae“, Buch 6, 11.9, dass der Platz zur Linken nach dem Platz zur Rechten der nächsthöhere war, wie aus dem „Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 152, hervorgeht.

F: Warum wollen die Menschen in Mk 10,36.51, dass Jesus bestimmte Dinge für sie tut, andere jedoch nicht?

A: Auch heute noch möchten manche Gläubige Jesus zum Herrn über einen Teil ihres Lebens machen, die Kontrolle über andere Teile jedoch behalten. Dies ist ein Mangel an Glauben daran, dass es besser wird, wenn man Jesus zum Herrn über sein gesamtes Leben macht. Man kann Jesus nicht nur ein wenig als Herrn haben.

F: Von welchem Kelch und welcher Taufe sprach Jesus in Mk 10,38?

A: Der Kelch und die Taufe waren nicht das Abendmahl und die Wassertaufe (Jesus war bereits von Johannes getauft worden). Vielmehr bezog sich Jesus auf das, was diese Dinge symbolisierten. Das Blut Jesu sollte bald am Kreuz vergossen werden, was der Kelch symbolisiert, und Jesus sollte bald begraben werden und wieder auferstehen, was die Taufe symbolisiert.

F: Da Jesus ihnen in Mk 10,38–40 zunächst den Preis für die Erfüllung ihrer Bitte nannte und dann [angeblich] ihre Bitte ablehnte, warum mussten sie den Preis dennoch zahlen?

A: Jesus lehnte ihre Bitte nicht ab, sondern erklärte, dass es nicht in seiner Macht stehe, diese zu gewähren oder abzulehnen. Dann teilte Jesus ihnen mit, was sie tun würden, überließ die Gewährung dieses Privilegs jedoch dem Vater.

Dies ist ein hervorragender Vers, um einen Punkt bezüglich der Dreifaltigkeit zu belegen. Während der Vater und der Sohn untrennbar eins sind, beweist dieser Vers, dass es einen Unterschied zwischen ihnen gibt – im Gegensatz zum Modalismus, wie er beispielsweise von der „Oneness“-Pfingstbewegung und der Ortsgemeinde gelehrt wird.

F: War in Mk 10,45 der Tod Jesu am Kreuz ein Lösegeld für jeden einzelnen Menschen oder nur für manche Menschen, nicht aber für andere?

A: Hier ist, was die Bibel über die universellen und die begrenzten Aspekte aussagt.

Universelle Aspekte:

Allen ist geboten, dem Evangelium zu gehorchen (Apg 17,30; 2. Thess 1,8)

Wer an ihn glaubt (Joh 3,16)

Er ist allen erschienen (Titus 2,11)

Gott will, dass alle gerettet werden (1. Timotheus 2,4)

Ein Lösegeld für alle Menschen (1. Timotheus 2,6)

[Aufrichtig und ehrlich] allen angeboten (Apostelgeschichte 2,38–40; Hebräer 4,2)

Sühneopfer für die ganze Welt (1. Johannes 2,2)

Jesus wird alle Menschen zu sich ziehen (Johannes 12,32)

Endgültige Aspekte:

Niemand kann zu Jesus kommen, es sei denn, der Vater zieht ihn zu sich (Johannes 6,65)

Gott kann beschließen, einigen, wie beispielsweise Jakob, Barmherzigkeit zu erweisen, die Er anderen, wie beispielsweise Esau, nicht erweist, obwohl Er dennoch allen gegenüber gerecht ist (Römer 9,14–18).

Das Evangelium ist für diejenigen wertlos, die es nicht mit dem Glauben verbinden (Hebräer 4,2).

Die Pharisäer lehnten Gottes Plan für sich selbst ab (Lukas 7,30).

Manche leugneten den Herrn, der sie erkauft hatte (2. Petrus 2,1). Das Wort für „Herr“ lautet „despotes“ und ist dasselbe wie in Judas 4, wo es sich auf Jesus bezieht.

Gott wusste nicht nur im Voraus, dass Menschen annehmen würden, sondern Gott kannte jeden Einzelnen, der annehmen würde. Gott erwählte (vorbestimmte) diejenigen, die annehmen würden.

Wenn man darüber nachdenkt, sollten sich alle Christen – sowohl Nicht-Calvinisten als auch Calvinisten – darin einig sein, dass die Erlösung sowohl universelle als auch definitive Aspekte umfasst. Dies verschleiert jedoch nicht einen wesentlichen Unterschied zwischen Calvinisten, Arminianern und anderen Nicht-Calvinisten.

Der grundlegende Unterschied zwischen Calvinismus und Nicht-Calvinismus (einschließlich des wesleyanischen Arminianismus, des sogenannten 4-Punkte-Calvinismus und aller dazwischen liegenden Positionen) besteht darin, ob der allmächtige, souveräne, liebende und gerechte Gott für diejenigen, die in die Hölle kommen, Folgendes bestimmt hat:

Nicht-Calvinist: Verlorene Fälle, bei denen Gott jedem frei das gab, was nötig war, um in den Himmel zu kommen, aber die Erlösung durch Jesus versagte bei einigen. Sie gingen aufgrund ihrer eigenen Schuld und ihres freien Willens verloren.

Calvinistisch: Gewollte Verdammnis, denn die Erlösung durch Jesus wirkte bei 100 % der Bestimmten, und Gott entschied sich frei dafür, anderen keinen Weg zur Erlösung zu gewähren. Es gab niemals auch nur eine einzige Sache, die die Verworfenen hätten tun können oder tun wollen, um Gottes geheimen Willen zu ändern, wonach er ihnen keine Möglichkeit zur Flucht gewähren wollte.

Nicht-Calvinist: Wenn die Erlösung für alle potenziell möglich, für manche jedoch unwirksam ist, dann wäre sie unwirksam, weil manche sie ablehnen könnten oder weil sie zudem mit dem Glauben verbunden sein müsste. Nicht-Calvinisten sagen, genau das sei in Lukas 7,30 und Hebräer 4,2 gemeint. Calvinisten würden darauf entgegnen, dass dies die Erlösung teilweise vom Menschen abhängig machen und den Glauben fast zu einem für die Erlösung erforderlichen Werk machen würde. Nicht-Calvinisten würden entgegnen, dass der Calvinismus die freie Gabe der Erlösung, die von Gott kommt, mit der Annahme dieser freien Gabe verwechselt, die in der Verantwortung des Menschen liegt. Der Glaube ist kein Werk, wie Epheser 2,8–9 zeigt, und manche Calvinisten sollten nicht dem Beispiel der Katholiken folgen, indem sie Verdienstwerke mit der „leeren Tugend“ des Glaubens gleichsetzen und unsere Hilflosigkeit gegenüber Gott anerkennen.

Calvinist: Wenn die Erlösung für manche nur potenziell ist und für alle wirksam ist, für die sie potenziell ist, dann gab es für manche nie eine Chance. Das Unbehagen angesichts „verlorener Fälle“ wird zwar beseitigt, jedoch auf Kosten verlorener Liebe und unerklärlicher Gerechtigkeit. In 2. Thessalonicher 1,8 würde Gott Menschen dafür zur Rechenschaft ziehen, dass sie einem Evangelium nicht gehorcht haben, das Gott ihnen nie gegeben hat, damit sie ihm gehorchen. Ein Mensch in der Hölle könnte sagen: „Ich bin hierhergekommen, weil ich glaubte, dass Gott mich nicht genug liebte, dass Jesus nicht für meine Sünden gestorben ist, dass Gott letztendlich gewollt hat, dass ich ein böser Sünder bleibe, und ich bin hier, weil ich an die Wahrheit geglaubt habe.“ Ein Verworfener könnte genauso gut versuchen, Erlösung durch die neueste modische Sekte zu finden, denn die Chance, durch diese Sekte Erlösung und Gottes Liebe zu finden, ist für ihn genauso groß wie die, sie durch das Christentum zu finden.

F: Warum fragte Jesus in Mk 10,51 den Blinden, was er von ihm wünsche?

A: Jesus möchte, dass wir Ihn bitten, auch wenn Er weiß, was wir wollen. Natürlich stimmen das, was wir wollen, und das, was am besten ist, nicht immer überein. Der Blinde musste ausdrücklich um das Augenlicht bitten, und Jesus erfüllte diese Bitte, nachdem er darum gebeten hatte. Manchmal wartet Gott damit, unsere Bitten zu erfüllen, bis wir Ihn ausdrücklich darum bitten.

Nebenbei bemerkt: Der Ausdruck „Sohn Davids“ wurde bereits in den vorchristlichen Salmen Salomos als messianisch angesehen.

F: In Mk 10,51 konnte ein blinder Jude sehen, was die sehenden Pharisäer nicht sehen konnten – welche weiteren Beispiele gibt es, bei denen ein Übermaß an Informationen jemanden blind machen kann für das Offensichtliche?

A: Es ist interessant, darüber nachzudenken, warum Juden, die gut sehen konnten, gegenüber der Tatsache, dass Jesus der Messias war, blind sein konnten, obwohl sie all diese Wunder gesehen hatten, während ein blinder Jude erkennen konnte, dass Jesus der Messias war. Es gibt weitere Fälle, in denen mehr Informationen jemanden blind machen können für das Offensichtliche. Selbst obwohl er blind war, konnte Bartimäus dennoch mehr wichtige Dinge erkennen als die Pharisäer.

F: Warum war es in Mk 10,52 der Glaube des Mannes und nicht der Glaube Jesu, der den Mann heilte?

A: Bei diesem letzten in Markus überlieferten Wunder ist es interessant, dass Jesus ausdrücklich sagte, es sei der Glaube des Mannes gewesen, der ihn geheilt habe. Zwar ist Gott nicht darauf beschränkt, durch unseren Glauben zu wirken, doch entscheidet er sich oft dafür, durch unseren Glauben zu wirken, wie Epheser 2,8 und Römer 4,3.16 zeigen.

F: Warum sagte Jesus in Mk 10,52, dass der Mann „gesund geworden“ sei, anstatt lediglich zu sagen, dass er sehen könne?

A: Nicht nur funktionierten seine Augen und andere Körperteile wieder normal, sondern der ehemals blinde Mann war nun auch geistlich in Christus ganz.

F: Warum legten sie in Mk 11,8–10 ihre Mäntel und Palmzweige vor den Esel?

A: Dieser Brauch war ein Zeichen großen Respekts und großer Bewunderung. Vielleicht ähnelte er der altmodischen europäischen Ritterlichkeit, bei der ein Mann seinen Mantel über eine Schlammpfütze legte, damit eine königliche Dame auf den Mantel treten und über die Pfütze hinweggehen konnte.

F: Wie gehen Sie in Mk 11,8–10 mit Menschen um, die Gott preisen und ihm dienen wollen, obwohl Sie wissen, dass sie sehr falsche Vorurteile über ihn haben?

A: Oberflächlich betrachtet scheinen sie gerettet zu sein, doch das ist möglicherweise nicht der Fall. Sie befinden sich möglicherweise noch in der Phase, bevor sie neues Leben in Christus erlangen. Manche könnten Jesus ablehnen, sobald sie erkennen, dass er ihren Vorstellungen von ihm möglicherweise nicht entspricht. Sie sollten ihre falschen Vorstellungen behutsam korrigieren und für sie beten. Wir möchten nicht, dass Menschen unter falschen Vorwänden zu Christus kommen.

F: Da es in Mk 11,13 noch nicht die Zeit für Feigen war – war Jesus in den Evangelien, wie Ahmad Deedat behauptet, über die Jahreszeit im Unklaren?

A: Nein, Deedat hat hier den Kern der Sache völlig verfehlt. Der Feigenbaum stand für Israel, und dies war eine Prophezeiung, dass das Volk, das der Feigenbaum symbolisierte, fruchtlos bleiben und geistlich verdorren würde.

F: Da in Mk 11,13.23.30 jemand mit Glauben Berge versetzen könnte – warum hätte Jesus dann keinen Feigenbaum mit Früchten haben können?

A: Jesus hätte es tun können, entschied sich jedoch dagegen. Es waren nicht die Feigen und Feigenbäume, um die es Jesus ging; Jesus lehrte hier seine Jünger. Der Feigenbaum stand symbolisch für das Volk Israel, und Jesus verfluchte den Feigenbaum, um zu zeigen, was mit ihnen geschehen würde, wenn sie – wie der Feigenbaum – keine Früchte des Glaubens trügen, wenn Jesus zu ihnen käme.

F: Wie kommt es, dass manche Menschen in Mk 11,14 zunächst sehr hilfreich und fruchtbar erscheinen, sich am Ende jedoch als nutzlos erweisen?

A: Der Feigenbaum nahm Platz ein, an dem andere Feigenbäume hätten wachsen können. Die Landarbeiter pflegten und versorgten den Feigenbaum. Sie gossen ihn und düngten ihn vielleicht sogar, in der Erwartung, dass der Feigenbaum ihnen etwas zurückgeben und sie mit Feigen versorgen würde. Manche Menschen wollen nur nehmen und geben niemals etwas zurück.

Vielleicht können manche Menschen geistlich nichts zurückgeben, weil sie kein geistliches Leben in sich tragen. Sie gaben vor, fruchtbar zu sein, waren es aber in Wirklichkeit nicht. Es gab das Versprechen von Früchten, ohne dass es erfüllt wurde.

In materieller Hinsicht gibt es jedoch Menschen, die Ihre Hilfe benötigen, aber niemals in der Lage sind, Ihnen etwas zurückzugeben oder Sie für Ihre Arbeit zu entschädigen. Dennoch sollen wir sie lieben und ihnen helfen.

F: Warum haben die jüdischen Autoritäten in Mk 11,15–18 und Lk 19,45–46 Jesus, einen Fremden mit einer Peitsche, nicht sofort verhaftet?

A: Bei der Beantwortung sind vier Punkte zu berücksichtigen.

1. Die Menschenmengen hatten Jesus gerade beim triumphalen Einzug in Matthäus 21,1–11, ebenso in Matthäus 21,15–16; Markus 11,1–10 und Lukas 19,28–40 als den Messias gepriesen.

2. Jesus heilte auf wundersame Weise Menschen, und es ist schwierig, jemanden in einer Menschenmenge festzunehmen, die gerade von ihm geheilt wird.

3. Zuvor hatte die Menge gehört, dass Jesus Lazarus von den Toten auferweckt hatte, wie in Johannes 12,9–11, 17–19 berichtet wird.

4. Vor allem aber heißt es in Markus 11,18 aufgrund der vorgenannten Gründe, dass die Priester und Schriftgelehrten zwar nach einem Weg suchten, Jesus zu töten, ihn aber fürchteten, weil die gesamte Menschenmenge von Jesus beeindruckt war. Die Priester wollten keinen Aufruhr und die damit verbundene Vergeltung durch die Römer. Lukas 19,47–48 berichtet Ähnliches, und in Johannes 12,19 beklagten die Pharisäer, dass sie glaubten, die ganze Welt folge Jesus nach.

F: Warum erlaubte Jesus in Mk 11,16 niemandem, Gefäße (Töpfe oder Behälter) in den Tempel zu tragen?

A: Jesus griff nicht in die ordnungsgemäßen Opfer ein, sondern er griff gegen diejenigen ein, die Gefäße voller Geld mit sich trugen.

F: In Mk 11,17: Inwiefern verhielten sich die Menschen im Tempel wie Diebe?

A: In mindestens dreierlei Hinsicht:

Preistreiberei: Sie verkauften Waren im Tempel zu überhöhten Preisen.

Institutionalisierung: Die Priester akzeptierten keine Tiere mit Mängeln, wie beispielsweise einer Wunde, die während des Transports entstanden sein könnte, sodass die Menschen die Tiere zu überhöhten Preisen kaufen mussten.

Beraubung Gottes bei den Opfergaben: Die Verkäufer und Gottesdienstbesucher konzentrierten sich auf die finanziellen Transaktionen, anstatt Gott anzubeten.

F: Warum sprach Jesus in Mk 11,23 von einem Glauben, der Berge versetzt?

A: Jesus lehrte, dass es nur eines kleinen, aufrichtigen Glaubens an Gottes Kraft bedurfte, der im Gebet zum Ausdruck kam, um Berge zu versetzen. Der Glaube ist wie ein Samenkorn; er kann wachsen. Außerdem sprach Jesus diese Worte in der Nähe von Jerusalem, und in den letzten Tagen wird sich der Ölberg, eine halbe Meile östlich von Jerusalem, gemäß Sacharja 14,4 in zwei Teile spalten.

F: Hat Jesus in Mk 11,23 versprochen, uns absolut alles zu geben, worum wir im Glauben bitten?

A: Gott gewährt uns alles, worum wir bitten, vorbehaltlich der folgenden Bedingungen:

Eine Sache: Gott kann keine „Sache“ geben, die keine Sache ist, wie beispielsweise einen logischen Widerspruch – etwa Wasser, das nicht nass ist, oder einen beweglichen Gegenstand, der sich nicht bewegen lässt, usw.

Im Glauben: Gott wird uns nicht gewähren, worum wir im Zweifel bitten, wie in Jakobus 1,6–7 beschrieben, oder worum wir bitten, nicht aus Glauben, sondern um unsere Begierden zu befriedigen, wie in Jakobus 4,3 dargelegt. Wir sollen gemäß Gottes Willen bitten, wie in 1. Johannes 5,14 beschrieben. „Im Glauben“ beinhaltet, in Gott zu bleiben und dass Gott in uns bleibt, wie in Johannes 15,7 beschrieben.

Wenn wir vergeben: Markus 11,25 fügt die Bedingung hinzu. Gute Gaben: Vor Markus 11,23 lehrte Jesus, dass Gott ein guter Vater ist, der uns gute Dinge gibt, keine schlechten, gemäß Matthäus 7,9–11 und Lukas 11,11–13. Wenn also manchmal ein gehorsamer Gläubiger im Glauben bittet, sagt Gott „nein“ oder „warte“, wie beispielsweise im Buch Hiob; in Philipper 2,25; 2. Timotheus 4,20 und 2. Korinther 12,8–9.

F: Wenn ein aufrichtiger Christ gemäß Markus 11,25–26 nicht vergibt, wird er oder sie dann in die Hölle kommen?

A: In gewisser Weise ist dies eine müßige Frage, denn ein wahrer Christ wird vergeben. Kein wahrer Christ würde sich jemals weigern, jemandem zu vergeben, denn das würde zeigen, dass er sich nie dafür entschieden hat, Gottes Vergebung anzunehmen, und somit kein wahrer Christ wäre. Es versteht sich von selbst, dass es sehr wichtig ist, jedem zu vergeben.

F: Warum hat Jesus in Mk 11,29–33 die Frage nach der Autorität, die Er besaß, nicht direkt beantwortet?

A: Sie wollten Ihn wahrscheinlich in eine Falle locken. Hätte Jesus gesagt, dass Er die Vollmacht von Gott hatte, in Jerusalem einzureiten, die Geldwechsler zu vertreiben und den Feigenbaum zu verfluchen, dann hätten sie Jesus der Gotteslästerung bezichtigt. Hätte Jesus gesagt, sie stamme von Menschen, dann hätte es sich nicht um die römischen oder die Tempelbehörden gehandelt. Jesus war jedoch nicht verpflichtet, irgendwelche Fragen zu beantworten. Während Jesus im Allgemeinen die Fragen der meisten Menschen beantwortete, ging er nicht direkt auf die Fragen derer ein, die nicht nach seiner Antwort suchten, sondern nur versuchten, ihn in eine Falle zu locken. Jesus hätte einfach sagen können: „Ich brauche Ihre Vollmacht nicht, denn ich habe die Vollmacht des Vaters, wie die vielen Heilungen beweisen, die ich vollbringe.“ Tatsächlich hätten sie das jedoch bereits selbst erkennen können.

F: Wann sollten wir gemäß Mk 11,29–33 die Frage eines Menschen nicht beantworten, selbst wenn wir die Antwort kennen?

A: Kurz gesagt: Wenn der Fragende die Wahrheit gar nicht wissen will. Wenn er nicht akzeptieren konnte, was er bereits über Johannes wusste, dann braucht er die Wahrheit über Jesus auch nicht zu hören, denn er würde sie ohnehin ablehnen.

Wenn sie fragen, nur um uns in eine Falle zu locken, sollten wir vorsichtig sein mit dem, was wir sagen. Wenn sie nicht versuchen, uns in eine Falle zu locken, sondern aus einem anderen Grund fragen, anstatt wirklich wissen zu wollen, müssen wir nicht antworten. Wenn Ihnen jemand eine Frage über Gott oder die Bibel stellt und Sie vermuten, dass es sich um einen „Ablenkungsmanöver“ handeln könnte, das nur davon ablenken soll, sich mit der Wahrheit auseinanderzusetzen, können Sie ihm diese Frage stellen: Wenn ich diese Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten würde, würde Sie das dann näher daran bringen, Jesus als Ihren persönlichen Herrn und Erlöser anzunehmen? Wenn die Antwort „nein“ lautet, dann herzlichen Glückwunsch – Sie haben soeben einen Ablenkungsmanöver aufgedeckt. In diesem Fall können Sie dann fragen: „Was würde Sie näher daran bringen, Jesus als Ihren Herrn und Erlöser anzunehmen?“

F: Was ist die Bedeutung dieses Gleichnisses in Mk 12,1–9?

A: Gott gab den Juden das Land, das Gelobte Land. Sie erwiesen Gott jedoch nicht den Gehorsam, die uneingeschränkte Anbetung, die Zehnten und die Opfer, die Er ihnen geboten hatte. Er sandte ihnen Propheten, die sie misshandelten und töteten. Schließlich sandte Gott Seinen Sohn, Jesus, den sie ebenfalls töten würden. Hier besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit der Allegorie vom Weinberg des Herrn in Jesaja 5,1–7.

Der Grund, warum die Pächter sagten, sie würden die Eigentümer werden, lag im jüdischen Gesetz begründet. Würden der Eigentümer und seine Erben getötet, so hätten gemäß Mischna Baba Bathra 3,3 und b Baba Bathra 54a die Besitzer des Landes den ersten Anspruch darauf.

F: Warum sollte man in Mk 12,6 von den Pächtern erwarten, dass sie den Sohn des Grundbesitzers respektieren?

A: Sie würden den Sohn dennoch respektieren, wenn

1. sie jeglichen Respekt vor rechtmäßiger Autorität hätten, oder

2. sie dem Gesetz gehorchen würden, oder

3. die Einsicht hätten, dass eine Verletzung des Sohnes mit Sicherheit Vergeltung nach sich ziehen würde, oder

4. eine gesunde Furcht vor den Soldaten des Herrn hätten.

Sie würden den Sohn nur töten, wenn ihre Gier nach dem Weinberg sie völlig blind für die Vernunft gemacht hätte. Es ist erstaunlich, aber wahr, dass Menschen so gierig sein können, dass ihre Entscheidungen den Anschein erwecken, als wünschten sie sich sofortiges Geld und Vergnügen sogar mehr als das Leben am nächsten Tag.

Heute ist es bemerkenswert zu beobachten, wie manche Menschen, die sonst vielleicht die beste Entscheidung treffen würden, aufgrund von Gier eine törichte Entscheidung treffen. Meistens sind sie sich gar nicht bewusst, wie sehr die Gier ihre Entscheidungsfähigkeit verzerrt hat – bis viel später.

F: Was ist in Mk 12,10 und Lk 20,17 ein Eckstein?

A: Ein Eckstein ist der erste Stein, auf dem das Fundament errichtet wird.

F: Warum lehnten die Menschen bzw. die Bauherren in Mk 12,10–11 und Lk 20,17–18 den Eckstein ab?

A: Sie hatten keinen Respekt vor der Funktion oder der Bedeutung des Ecksteins. Letztendlich will ein Mensch entweder Teil desselben Gebäudes sein, das Christus errichtet, oder eben nicht. Es gibt keinen Mittelweg; man kann nicht nur zur Hälfte Teil des Gebäudes sein.

F: Hat Jesus in Mk 12,13–17 und Lk 20,21–25 die Frage nach der Steuerzahlung nicht direkt beantwortet?

A: Das tat Jesus tatsächlich. Sie versuchten, ihn in eine Falle zu locken, indem sie fragten, ob sie Steuern an Caesar zahlen sollten oder nicht. Hätte Jesus „nein“ gesagt, hätte er von den Römern verhaftet werden können, weil er die Menschen dazu ermutigt hätte, keine Steuern zu zahlen. Hätte Jesus „ja“ gesagt, wäre die Menge, die die römische Herrschaft ablehnte, ihm gegenüber möglicherweise nicht so freundlich gewesen.

Diese Steuer war seit dem Jahr 6 n. Chr. vorgeschrieben. Da die römische Steuer in die römische Staatskasse floss, weigerten sich die Zeloten, sie zu zahlen, da sie damit das römische Herrschaftsrecht über Palästina anerkannten. Die Pharisäer hatten Einwände gegen die Zahlung, taten dies aber dennoch. Die Sadduzäer hatten keine Einwände gegen die Zahlung. Somit wollten diejenigen, die die Frage stellten, lediglich herausfinden, welche Gruppe Jesus sich zum Feind machen würde.

Jesus beantwortete die Frage mit den Worten, man solle dem Kaiser geben, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört. Jesus präzisierte nicht, welche Dinge dem Kaiser (damals Tiberius) gehörten, und sie fragten ihn auch nicht danach.

F: Was wissen wir kurz gesagt über die Sadduzäer, auch Herodianer genannt, in Mk 12,19, Lk 20,27 und Apg 23,8?

A: Josephus berichtet, dass die Sadduzäer, Pharisäer und Essener die drei religiösen Strömungen in Judäa waren. Die Sadduzäer entstanden offenbar unter Johannes Hyrkanos I. (135–104 v. Chr.) und starben aus, als der Tempel im Jahr 70 n. Chr. zerstört wurde. Zu Jesu Zeiten wurden sie Herodianer genannt, da sie die Herodianer-Dynastie als Könige in Judäa unterstützten.

Die Sadduzäer lehnten laut Apostelgeschichte 23,8 Geister, Engel und die Auferstehung des Leibes ab. Sie lehnten die gesamte Mischna, den Talmud und andere Überlieferungen der Pharisäer ab. Laut Josephus sahen sie keine Notwendigkeit, irgendetwas zu befolgen, was nicht in der Tora geschrieben stand, und laut frühen kirchlichen Schriftstellern lehnten sie das gesamte Alte Testament mit Ausnahme des Gesetzes (Tora) ab. Was das Gesetz selbst betrifft, so schrieben die Pharisäer Beispiele dafür auf, inwiefern sie sich in Nebensächlichkeiten uneinig waren.

F: Welche biblischen und außerbiblischen Belege gibt es in Mk 12,19 und Lk 20,27 über die Sadduzäer?

A: Hier finden Sie nahezu alles, was wir über die Sadduzäer wissen.

1. 1. und 2. Makkabäer liefern eine detaillierte Darstellung der äußeren und inneren Kämpfe während der Zeit, in der die Parteien der Pharisäer und Sadduzäer gegründet wurden.

2. Josephus erwähnt die Sadduzäer an fünf Stellen. Die Zitate stammen aus „Josephus: Gesammelte Werke“.

„Der Jüdische Krieg“ 2.8.2,14 (2a) (S. 476): „Denn es gibt unter den Juden drei philosophische Sekten. Die Anhänger der ersten sind die Pharisäer; die der zweiten die Sadduzäer; und die dritte Sekte, die eine strengere Disziplin für sich beansprucht, wird Essener genannt.“ [„Essens“ ist die Schreibweise im Buch] (14f) [„Essens“ ist die Schreibweise im Buch] „Die Sadduzäer hingegen bilden die zweite Gruppe; sie lehnen das Schicksal gänzlich ab und gehen davon aus, dass Gott sich nicht darum kümmert, ob wir Böses tun oder unterlassen; sie sagen, dass es der eigenen Entscheidung des Menschen obliegt, Gutes oder Böses zu tun, und dass jedem das eine oder das andere zusteht, damit er handeln kann, wie es ihm gefällt. Sie lehnen zudem den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele sowie an Strafen und Belohnungen im Hades ab. Darüber hinaus sind die Pharisäer untereinander freundlich gesinnt und setzen sich für Eintracht und Rücksichtnahme auf das Gemeinwohl ein. Das Verhalten der Sadduzäer untereinander ist jedoch in gewisser Weise ungezügelt; und ihr Umgang mit den Angehörigen ihrer eigenen Partei ist so barbarisch, als wären diese ihnen fremd …“ (Später in „Jüdische Altertümer“ 18.1.6 erwähnt Josephus eine vierte Sekte, die den Pharisäern ähnelt, außer dass sie für die Freiheit kämpfen. Er bezieht sich dabei auf die Zeloten.)

„Jüdische Altertümer“ 13.5.9 Im Gegensatz zu den Sadduzäern neigten die Pharisäer dazu, bei Strafen nicht streng zu sein.

„Jüdische Altertümer“ 13.10.6 Dies ist historisch gesehen die erste Erwähnung der Sadduzäer unter der Herrschaft von Johannes Hyrkanos I. als König und Hohepriester (135–104 v. Chr.)

Antiquitates Judaicae 18.1.4 „Die Lehre der Sadduzäer lautet jedoch wie folgt: Dass die Seelen mit den Körpern sterben; auch halten sie sich an nichts anderes als an das, was das Gesetz [Thora?] ihnen vorschreibt; denn sie betrachten es als einen Beweis ihrer Tugend, mit jenen Lehrern der Philosophie zu streiten, mit denen sie verkehren; doch wird diese Lehre nur von wenigen angenommen, wenn auch von jenen, die noch immer von höchstem Ansehen sind; sie sind jedoch aus eigener Kraft zu fast nichts fähig; denn wenn sie Ämter bekleiden – wozu sie manchmal widerwillig und unter Zwang gezwungen sind –, schließen sie sich den Ansichten der Pharisäer an, da die Menge sie andernfalls nicht ertragen würde.“ (Josephus verfasste „Jüdische Altertümer“ zwischen 93 und 94 n. Chr.)

In „Jüdische Altertümer“ 20.227 [9.1] wird nur ein einziger Sadduzäer erwähnt, der Hohepriester war. Sein Name war Hanan ben Hanan, und er bekleidete dieses Amt nur drei Monate lang.

3. Die Mischna stellt in mindestens neun Passagen die Lehren der Sadduzäer denen der Pharisäer gegenüber. (Die frühesten Mischna-Texte entstanden um 200 n. Chr.) Diese sind jedoch aus der Perspektive der Pharisäer verfasst, und es liegen keine Schriften der Sadduzäer selbst vor. Somit beziehen sich die Unterschiede auf das, was den Pharisäern wichtig war – nämlich nebensächliche Details des Gesetzes – und nicht unbedingt auf das, was für die Sadduzäer am wichtigsten war.

Baba Batra 115b – Wenn ein Mann ohne lebende Söhne starb, vertraten die Pharisäer die Ansicht, dass nur eine Enkelin, nicht jedoch eine Tochter erben könne, während die Sadduzäer der Meinung waren, dass sowohl Töchter als auch Enkelinnen erben könnten, sofern keine Söhne vorhanden seien.

Baba Kamma 84a – Bei der Anwendung des Grundsatzes „Auge um Auge“ akzeptierten die Pharisäer oft stattdessen eine finanzielle Entschädigung, während die Sadduzäer dies ablehnten.

Megillah Ta’anit 1 – Während die Pharisäer wollten, dass die Opfergaben aus der Staatskasse bezahlt wurden, wollten die Gegner der Pharisäer, dass die Kosten durch freiwillige Opfergaben gedeckt wurden.

Megillah Ta’anit 4 – Wie in Baba Kamma 84a.

Makkot 1:5–8 – Die Pharisäer wollten, dass alle falschen Zeugen hingerichtet werden, während die Sadduzäer einen falschen Zeugen nur dann hinrichten ließen, wenn dessen Aussage bereits zur Hinrichtung des zu Unrecht Beschuldigten geführt hatte.

Tosefta Parah, Kapitel 3, und Parah – Die Sadduzäer kannten nicht alle Waschrituale der Pharisäer, waren jedoch hinsichtlich der Reinheit der roten Kuh strenger.

Tosefta Sanhedrin 6:6 – Die Pharisäer wollten, dass alle falschen Zeugen hingerichtet werden, während die Sadduzäer einen falschen Zeugen nur dann hinrichten ließen, wenn dessen Aussage bereits zur Hinrichtung des zu Unrecht Beschuldigten geführt hatte.

Yadaim 4:7 – Die Sadduzäer lehrten, dass ein Eigentümer für den Schaden haftet, den ein Sklave verursacht, genauso wie er für den Schaden haftet, den sein Tier verursacht. Die Pharisäer lehrten, dass ein Sklave gleichermaßen haftbar sein sollte, damit ein unzufriedener Sklave seinen Herrn nicht in Schwierigkeiten bringe.

Ye rushalmi Yevamot 1:6 – Die Leviratsehe galt nur für eine verlobte Frau, nicht für eine tatsächlich verheiratete.

4. Eine rabbinische Überlieferung (Abot Rabbi Natan 5) besagt, dass Zadok, ein Schüler von Antigonus von Soko, die Sadduzäer begründete.

5. Das Neue Testament erwähnt die Sadduzäer beiläufig.

Matthäus 3,7f – Johannes der Täufer begegnete sowohl Sadduzäern als auch Pharisäern.

Nicht Matthäus 15,1 – Einige Pharisäer und Schriftgelehrte kamen zu Jesus. Da diese Menschen Bedenken hatten, dass die Jünger Jesu ihre Hände nicht wuschen, befanden sich unter ihnen wahrscheinlich keine Sadduzäer.

Matthäus 16,1–6 – Sowohl die Pharisäer als auch die Sadduzäer baten Jesus um ein Zeichen vom Himmel.

Matthäus 16,11–12 – Jesus mahnt, sich vor der Lehre der Sadduzäer und der Pharisäer zu hüten. Offensichtlich lehrten sie unterschiedliche Dinge, da es sich um verschiedene Gruppen handelte, doch ging Jesus in diesem Vers nicht näher auf die Glaubensvorstellungen der beiden Gruppen ein.

Matthäus 22,23–34; Markus 12,18–27; Lukas 20,27–39: Die Sadduzäer befragen Jesus zur Auferstehung. Laut dem „Wycliffe Bible Dictionary“ (S. 1501) geht aus der Mischna in Yerushalmi Yevamot 1,6 hervor, dass die Frau – da die Leviratsehe in den Augen der Sadduzäer nur für Verlobte gilt – lediglich mit dem siebten Ehemann verheiratet gewesen wäre.

Apostelgeschichte 4,1–2 – Die Pharisäer, Priester und Sadduzäer waren sich einig in ihrer Ablehnung der Apostel.

Apostelgeschichte 5,17–18 – Hier wird berichtet, dass der Hohepriester zu dieser Zeit ein Sadduzäer war. (Auch Josephus berichtet, dass der Hohepriester Ananias der Jüngere ein Sadduzäer war.)

Apostelgeschichte 23,6–8 – Die Sadduzäer glaubten weder an die Auferstehung noch an Engel oder Geister.

6. Schriften der frühen Kirche

Justin der Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.): „Denn ich entscheide mich, nicht Menschen oder menschlichen Lehren zu folgen, sondern Gott und den von Ihm überlieferten Lehren. Denn wenn Sie auf einige gestoßen sind, die sich Christen nennen, diese [Wahrheit] jedoch nicht anerkennen und es wagen, den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs zu lästern; die sagen, es gebe keine Auferstehung der Toten und ihre Seelen würden nach dem Tod in den Himmel aufgenommen; dann bilden Sie sich nicht ein, dass sie Christen sind, so wie auch niemand, der die Sache richtig betrachten würde, zugeben würde, dass die Sadduzäer oder ähnliche Sekten wie die Genistae, Meristae, Galiläer, Hellenisten, Pharisäer oder Täufer Juden seien (hören Sie mir bitte geduldig zu, wenn ich Ihnen meine Meinung darlege), sondern [lediglich] als Juden und Kinder Abrahams bezeichnet werden, die Gott mit den Lippen verehren, wie Gott selbst erklärte, während ihr Herz weit von ihm entfernt war. Ich jedoch und andere, die in allen Punkten rechtschaffene Christen sind, sind davon überzeugt, dass es eine Auferstehung der Toten geben wird und tausend Jahre in Jerusalem, das dann erbaut, geschmückt und erweitert werden wird, [wie] es die Propheten Hesekiel und Jesaja sowie andere verkünden.“ „Dialog mit Trypho, einem Juden“, Kap. 80, S. 239

Tatians „Diatessaron“ (um 172 n. Chr.), Abschnitt 34, S. 96, erwähnt die Auferstehung aller, als Jesus die Sadduzäer zurechtweist.

Hegesippus (170–180 n. Chr.) erwähnt elf Gruppen von Pseudochristen unter dem Volk: die Anhänger von Simon, Kleobius, Doritheus, Gorthaeus, Masbothaeus, Menander, Marcion, Karpokrates, die Valentianer, die Basilidianer und die Saturnilianer. (Band 8, S. 764). In „Über seine Reise nach Rom“ und „Die jüdischen Sekten“, Band 8, S. 765, erwähnt er die jüdischen Sekten der Essener, der Galiläer, der Hemerobaptisten, der Masbothaei, der Samariter, der Sadduzäer und der Pharisäer.

Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.): „Denn unser Herr und Meister gab den Sadduzäern, die behaupten, es gebe keine Auferstehung, und die Gott entehren und das Ansehen des Gesetzes herabsetzen, folgende Antwort“, Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 4, Kap. 5.2, S. 466–467

Tertullian (198–220 n. Chr.) vergleicht in „Über die Auferstehung des Fleisches“, Kapitel 2, christliche Ketzer, die die leibliche Auferstehung leugnen, mit den Sadduzäern, mit denen Jesus zu kämpfen hatte.

Tertullian (198–220 n. Chr.): „Die Sadduzäer, die behaupteten, es gebe keine Auferstehung, hatten dem Herrn in einer Diskussion zu diesem Thema einen Rechtsfall vorgelegt, der eine bestimmte Frau betraf, die gemäß der gesetzlichen Vorschrift mit sieben Brüdern verheiratet gewesen war, die nacheinander verstorben waren.“ „Fünf Bücher gegen Marcion“, Buch 4, Kap. 38, S. 413. Tertullian schrieb auch an anderer Stelle über die Sadduzäer.

Hippolyt (222–235/6 n. Chr.) widmet in „Die Widerlegung aller Häresien“, Buch 9, Kapitel 22, S. 136–137, den Sadduzäern ein ganzes Kapitel. Wie Josephus berichtet, vertreten sie die Ansicht, dass Gott sich nicht in irdische Angelegenheiten einmische. Sie leugnen die Auferstehung des Fleisches und behaupten, die Seele bestehe nach dem Tod nicht weiter. Er führt zudem weitere Einzelheiten an, die sich bei Josephus finden. Neben Josephus erwähnt Hippolytus auch, dass sie in Samaria besonders stark vertreten seien. „Sie schenken jedoch weder den Propheten noch anderen Weisen Beachtung, sondern ausschließlich dem Gesetz des Mose, zu dem sie jedoch keine Auslegungen vorbringen.“

Origenes (225–254 n. Chr.): „Die Juden hatten unterschiedliche Ansichten, von denen einige falsch waren, wie etwa die Auffassung der Sadduzäer bezüglich der Auferstehung der Toten, dass diese nicht auferstehen, und in Bezug auf Engel, dass diese nicht existieren, sondern dass die Dinge, die über sie geschrieben wurden, nur bildlich zu interpretieren seien, in der Realität jedoch keine Existenz hätten;“ Kommentar zu Matthäus, Kapitel 20, S. 427. Origenes erwähnt zudem in seinem Werk „Gegen Celsus“, Buch 1, dass die Samariter und Sadduzäer ausschließlich die Bücher Mose anerkennen. Auch an anderer Stelle schrieb Origenes über die Sadduzäer.

Methodius (270–311/312 n. Chr.): „Beachten Sie daher, dass dies genau jene Dinge sind, die der Herr den Sadduzäern lehren wollte, die nicht an die Auferstehung des Fleisches glaubten. Denn dies war die Auffassung der Sadduzäer. Daher hatten sie das Gleichnis von der Frau und den sieben Brüdern erfunden, um Zweifel an der Auferstehung des Fleisches zu säen“, „Abhandlung über die Auferstehung“, Kap. 12, S. 367. Methodius schrieb auch an anderer Stelle über die Sadduzäer.

Arnobius (297–303 n. Chr.) „Und niemand hier möge uns jüdische Fabeln und jene der Sekte der Sadduzäer vorhalten, als ob auch wir der Gottheit Gestalten zuschreiben würden; denn dies soll in ihren Schriften gelehrt und mit einer Art von Gewissheit und Autorität behauptet werden.“ Arnobius, „Gegen die Heiden“, Buch 3, Kap. 12, S. 467

Nach Nicäa

Athanasius (326–373 n. Chr.) „Und was bedeutet das Gesetz für die Sadduzäer, wenn sie die Propheten nicht anerkennen?“ An die Bischöfe von Ägypten, Kap. 4, S. 224

Epiphanius von Salamis (390 n. Chr.) behauptet in „Heresien“ 1,14, der Begriff „Sadduzäer“ stamme vom hebräischen Wort „sadiq“ ab, was „gerecht“ bedeute. Das „Wycliffe Bible Dictionary“, S. 1500, weist jedoch darauf hin, dass es schwierig ist zu erklären, wie sich der Vokal von „i“ (carot) in „sadiq“ zu „u“ (carot) in „seduqim“ ändern könnte.

Auch Hieronymus soll laut „The New International Dictionary of the Bible“, S. 884–885, gesagt haben, dass die Sadduzäer lediglich die Tora befolgten.

Unechte und ketzerische Schriften

Die „Ebionitischen Anerkennungen des Clemens“ (ca. 211–250 n. Chr.), Buch 2, Kap. 54, S. 91 (impliziert), richten sich gegen die Sadduzäer, da diese die Auferstehung der Toten leugneten.

Pseudo-Hippolyt: „Und deshalb haben sie [die Juden] keinen König, keinen Hohepriester und keinen Propheten mehr, noch gibt es unter ihnen Schriftgelehrte, Pharisäer und Sadduzäer. Er sagt jedoch nicht, dass sie ausgerottet werden sollen;“ Zu Psalm 59, S. 202

Weitere Ausführungen hierzu finden Sie in der nächsten Frage.

F: Haben die Sadduzäer in Mk 12,19 und Lk 20,27 das gesamte Alte Testament mit Ausnahme der Tora gänzlich abgelehnt, den Rest des Alten Testaments zwar akzeptiert, ihm jedoch geringere Autorität beigemessen, oder haben sie alles akzeptiert, so wie es die Pharisäer taten?

A: Hier sind die Belege. Die frühen Kirchenautoren Hippolyt, Tertullian, Origenes und Hieronymus sagten, die Sadduzäer hätten nur an die Thora geglaubt. Das „New International Dictionary of the Bible“, S. 884–885, besagt jedoch, dass sie sich irrten, denn

1) Josephus erwähnt dies nicht

2) im Talmud stützen sich die Sadduzäer auf Argumente aus anderen Büchern des Alten Testaments,

3) sie wahrscheinlich keinen Zugang zum Sanhedrin gehabt hätten, hätten sie die anderen Bücher nicht als kanonisch angesehen.

Gegen diese Ansicht sprechen jedoch drei Punkte:

1r) Josephus schrieb über die Sadduzäer: „… noch halten sie sich an irgendetwas anderes als das, was das Gesetz vorschreibt …“ in „Antiquitates Judaicae“ 18.1.4. (um 93–94 n. Chr.)

2r) Selbst wenn die Sadduzäer den Rest des Alten Testaments nicht gänzlich abgelehnt hätten, könnten sie die übrigen Bücher des Alten Testaments dennoch nur als weniger autoritativ anerkannt haben. Dies ähnelt der Ansicht einiger Christen, wonach die Apokryphen zwar göttliche Schriften sind, die zur Heiligen Schrift gehören, jedoch eine geringere Autorität besitzen als der Rest des Alten Testaments. Möglicherweise ließen die Sadduzäer die Frage offen, wie autoritativ die Bücher außerhalb der Tora tatsächlich waren.

3r) Laut Josephus war Ananias (der Jüngere) ein Sadduzäer, der von den Römern zum Hohepriester ernannt wurde. Es hätte die Autorität des Sanhedrins geschmälert, wenn dieser den Hohepriester ausgeschlossen hätte. Außerdem schreibt Josephus in „Jüdische Altertümer“ 18.1.4, dass die Sadduzäer, wenn sie Ämter bekleideten, sich an das hielten, was die Pharisäer sagten, da die Massen sie sonst nicht ertragen hätten. Dies lässt sich mit der heutigen Situation vergleichen, in der viele liberale „christliche“ Pastoren, die selbst leugnen, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist, dennoch jeden Monat das Abendmahl feiern und die Worte „Das ist mein Blut, das zur Vergebung der Sünden vergossen wird“ wiederholen, obwohl sie sagten, dass sie persönlich nicht daran glaubten, da die Gemeindemitglieder sie andernfalls nicht als Pastoren akzeptieren würden.

Woher bezogen die Schriftsteller der Urkirche ihre Informationen? Da die Sadduzäer um 70 n. Chr. ausstarben, erhielten sie diese Informationen nicht von den Sadduzäern selbst. Möglicherweise stammten die Informationen aus zahlreichen frühen Schriften, die uns heute nicht mehr vorliegen. So verfasste beispielsweise Papias, ein Jünger des Apostels Johannes und der erste außerbiblische Prämillennialist, eine Reihe von Bänden, die verloren gegangen sind.

Daher gibt es zwar nichts, was die Aussagen der frühen Kirchenautoren widerlegen würde, doch gibt es Argumente auf beiden Seiten hinsichtlich der Frage, ob die Sadduzäer den Rest des Alten Testaments gänzlich ablehnten oder diese Bücher lediglich als weniger autoritativ betrachteten.

F: Warum sagte Jesus in Mk 12,24 zu den Sadduzäern, sie kennten weder die Heilige Schrift noch die Kraft Gottes?

A: Jesus hatte sowohl im allgemeinen Sinne als auch in einem konkreten Sinne Recht, den er ihnen aufzeigen konnte.

Allgemein: Die Sadduzäer glaubten weder an ein Leben nach dem Tod noch an die Auferstehung. Nach Angaben der frühen Kirchenautoren akzeptierten die Sadduzäer das Alte Testament nicht als Heilige Schrift, mit Ausnahme der ersten fünf Bücher des Gesetzes. Weitere Informationen finden Sie in der vorherigen Frage.

Konkret: Wie Jesus aufzeigte, glaubten sie selbst an das, was sie als Heilige Schrift anerkannten (die Tora) – nämlich dass Gott immer noch der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist – nicht wirklich.

F: Was bedeutet es in Mk 12,34, nicht weit vom Reich Gottes entfernt zu sein?

A: Es bedeutet nicht, dass man nur teilweise gerettet werden kann, und es garantierte auch nicht, dass der Mann gerettet werden würde. Jesus meinte damit, dass der Mann kurz davor stand, an Jesus zu glauben.

F: Wie fassen diese Gebote in Mk 12,29–31 das gesamte Gesetz zusammen?

A: Sie konzentrieren sich auf zwei Aspekte: Gott höchste Liebe und Ehre zu erweisen und andere wie uns selbst zu lieben. Im Gegensatz zu Jesus vergaßen manche den ersten Aspekt. Ein Heide sagte zu dem berühmten jüdischen Rabbiner Hillel, er würde zum Judentum konvertieren, aber nur, wenn Hillel ihm das gesamte Gesetz beibringen würde, während er auf einem Bein stünde. Hillel antwortete: „Was du an dir selbst hasst, das tue deinem Nächsten nicht an; das ist das gesamte Gesetz, der Rest ist Kommentar; geh und lerne“, so steht es in Ben Schabbat 31a.

F: Warum fügte Jesus in Mk 12,30, als er sich auf Dtn 6,4 bezog, in Bezug auf die Liebe zu Gott einen vierten Aspekt hinzu, nämlich den „Verstand“?

A: Zwei sich ergänzende Antworten.

1. Während der hebräische Begriff „Seele“ das gesamte Leben eines Menschen, einschließlich des Verstandes, umfasste, erwähnte Jesus, der hier Aramäisch und/oder Griechisch sprach, den Verstand ausdrücklich, um die vollständige Bedeutung der Seele zu erfassen.

2. Zudem hatten die Gläubigen mit dem Kommen Jesu ein weitaus umfassenderes Verständnis von Gott als noch im Alten Testament, wie Matthäus 13,10–16; Markus 4,11 und Lukas 8,10 zeigen. Weitere Informationen zum offenbarten Geheimnis Christi finden Sie in Epheser 3,4–6.9; 6,19; Kolosser 1,26–27; 2,2; 4,3; Römer 16,25–26; 1. Petrus 1,10–12. Siehe auch die Erörterung zu Deuteronomium 6,4.

Frage: Sollten wir in Mk 12,30 versuchen, die Vernunft zu umgehen, um geistlich zu sein, wie es manche Vertreter der „Word-Faith“-Bewegung andeuten?

A: Keineswegs. Der Glaube geht über die Vernunft hinaus, steht ihr jedoch nicht entgegen. In Markus 12,30 heißt es, dass wir Gott auch mit unserem ganzen Verstand lieben sollen. Die Frage ist hier: Wenn Gottes Wort das eine sagt und wir mit unserem Verstand zu einem anderen Schluss kommen, glauben wir dann zuerst Gottes Wort oder unserer eigenen Vernunft? Die logische Vernunft ist weder unser Herr, noch soll sie als wertlos verworfen werden, sondern sie ist eine Gabe, die als Werkzeug dienen soll, um Gott in Liebe zu dienen. Darüber hinaus nutzt Gott nicht bloß unsere natürliche Vernunft, sondern Er kann sie durch die Erneuerung unseres Sinnes gemäß 1. Korinther 2,12 verwandeln. Diese Verwandlung erfolgt jedoch nicht zwangsläufig von selbst. In Römer 12,2 werden wir aufgefordert: „Lasst euch verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes.“ Wir tragen also Verantwortung für etwas, das wir nicht selbst tun können. Was wir aus eigener Kraft nicht schaffen, erreichen wir, indem wir Gott bitten, durch uns zu wirken – das heißt, Sie müssen zu Gott beten, damit er die Verwandlung vollzieht. Werden Sie Ihm für das Heiligungswerk danken, das Er bereits vollbracht hat, und Ihn bitten, Sie empfänglicher zu machen für die Verwandlung Ihres Verstandes, Ihres Herzens, Ihrer Seele und Ihrer Kraft?

F: Was ist in Mk 12,34 ungewöhnlich daran, dass sie Jesus keine weiteren Fragen stellten?

A: Markus 11,28 beginnt damit, dass die Priester, Schriftgelehrten und Ältesten fragten, mit welcher Vollmacht Jesus diese Dinge tue. Jesus weigerte sich zunächst direkt, ihre Frage zu beantworten. Dann zeigte er durch seine Antworten auf andere Fragen und dadurch, dass er schließlich selbst eine Frage stellte, die sie nicht beantworten konnten, indirekt, dass er die Vollmacht besaß. Daraufhin stellten sie Jesus weder die Frage „Mit welcher Vollmacht …“ noch irgendeine andere Frage.

F: Was sagt uns Markus 12,42 über die Zielgruppe des Markus?

A: Der „Mite“ (griechisch „Lepton“) war eine griechische Münze, die den Griechen wohlbekannt war. Zwei davon entsprachen 1/64 eines Denars, einem Tageslohn. Die Tatsache, dass Markus es für notwendig hält, zu erklären, worum es sich dabei handelt, und dass er dies anhand einer römischen Münze, des „Quadrans“, tut, deutet darauf hin, dass Markus ursprünglich für ein römisches Publikum schrieb.

F: Da die Schriftgelehrten in Mk 12,42–44 die Häuser der Witwen ausplünderten, warum hat Jesus die Witwe dann nicht daran gehindert, ihre zwei Cent einzuzahlen?

A: Die Witwe wurde für ihre Großzügigkeit und ihren Glauben beim Geben gelobt. Die Schriftgelehrten im Tempel wurden nicht nur dafür getadelt, dass sie den Armen nichts gaben, sondern sogar dafür, dass sie den Armen gewaltsam etwas wegnahmen. Gesetzeslehrer durften laut Aboth 1,13 und Bekhoroth 4,6 für ihre Dienste kein Entgelt erhalten, konnten jedoch Geschenke annehmen.

F: Was war in Mk 13,1–2 so beeindruckend am Tempel?

A: Sowohl seine Größe als auch seine Langlebigkeit – er wurde nach seiner Zerstörung wieder aufgebaut und nach seiner Entweihung erneut geweiht.

Der Tempel war ein architektonisches Wunderwerk; er nahm etwa ein Sechstel der Gesamtfläche Jerusalems ein. Er wurde aus großen weißen Steinen mit Goldintarsien erbaut. Der Bau dauerte viele Jahre; erst im Jahr 64 n. Chr. wurde er vollständig fertiggestellt. Obwohl es sich um ein großes Bauwerk handelte, war es nicht so groß wie andere antike Weltwunder, etwa die Hängenden Gärten von Babylon oder die Pyramiden Ägyptens.

Antiochus Epiphanes opferte laut 1. Makkabäer 1,41–64 und Josephus’ „Jüdische Altertümer“, Buch 12, Kap. 5,4, ein Schwein auf dem Altar. Weitere Informationen finden Sie auch in Josephus’ „Der Jüdische Krieg“, Buch 5, Kap. 184–226, sowie in den „Jüdischen Altertümern“, Buch 15, Kap. 380–425 (xi).

Jüdische Eiferer entweihten den Tempel in den Jahren 67–68 n. Chr.

Im Jahr 70 n. Chr. wies der römische Feldherr Titus seine Truppen an, den Tempel zu verschonen, doch diese brannten ihn dennoch nieder.

F: Wie können wir anhand von Mk 13,1–2 erkennen, wann eine beeindruckend anmutende Organisation oder Institution für Gott nutzlos ist?

A: Wenn sie für schlechte Zwecke errichtet wurde, ist das eine Sache; sie könnte jedoch ursprünglich für göttliche Zwecke geschaffen worden sein, doch dann wurden diese Zwecke missbraucht. Sich darauf zu konzentrieren, wie beeindruckend etwas erscheint, bedeutet, den Fokus auf das Falsche zu richten. Betrachten Sie die aktuellen Früchte: Kommen Menschen durch dieses Wirken zu Christus und wachsen sie in Christus? Wenn nicht, dann ist es – ungeachtet seines früheren Ruhmes – in Gottes Augen nicht mehr beeindruckend.

F: Warum bestand Jesus in Mk 13,34–37 so nachdrücklich darauf, dass sie wachsam bleiben sollten?

A: Während manche Menschen das erste Kommen verpasst haben, handelt es sich hier um eine Ansprache, die sich ausschließlich an die Jünger über das Zweite Kommen richtet. Sie sollten nicht erst zu einem bestimmten Zeitpunkt mit dem Wachen beginnen, denn Jesus hatte gerade gesagt, dass niemand die Stunde kennen würde. Vielmehr sollten sie stets wachsam sein. Wachen bedeutet hier, ihr Leben heilig zu führen und Gott nahe zu bleiben. Es bedeutet auch, in Zeiten der Verfolgung standhaft zu bleiben. Christen wurden als Ketzer gebrandmarkt und von den Juden mit 39 Peitschenhieben bestraft, wie aus der Mischna Makkoth 3,10–14 hervorgeht (The Bible Knowledge Commentary: New Testament, S. 168).

F: Warum zog es Jesus in Mk 14,4–8 vor, dass das teure Salböl über ihn gegossen wurde, anstatt es den Armen zu geben?

A: Jesus lehrte in Markus 12,29–31, dass die Liebe zu Gott, dem Herrn, das höchste Gebot ist und die Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst das zweitwichtigste Gebot – nicht umgekehrt. Christen konnten den Armen jederzeit helfen, doch Jesus konnten sie nur auf diese Weise dienen, solange er auf Erden war.

F: In Mk 14,4–8 hielten manche dieses Opfer in Höhe eines Jahreslohns lediglich für Geldverschwendung. Was würden Sie Menschen heute sagen, die es für Verschwendung halten, Jahre ihres Lebens und ihr Geld dem Herrn zu widmen?

A: Nard war ein kostbares Parfüm, das aus einer seltenen Pflanze in Indien gewonnen wurde. Es befand sich gewöhnlich in einem vollständig verschlossenen Gefäß. Der Hals wurde zerbrochen, und der gesamte Inhalt wurde verwendet.

Als Judas diese (seiner Meinung nach) enorme „Verschwendung“ sah, könnte dies für ihn der Auslöser gewesen sein, zu den Priestern zu gehen, um Jesus zu verraten. Auch wenn es keine Rechtfertigung für Judas gibt, können wir zumindest seinen Standpunkt nachvollziehen. Es würde wie eine große Verschwendung erscheinen, wenn sich die ganze Welt nur um Geld drehen würde. Hoffentlich verfügen Sie jedoch über ein besseres Urteilsvermögen als Judas.

F: Wie kann es in Mk 14,4–8 vorkommen, dass das Tun von guten Taten manchmal dem Tun des Besten im Wege steht?

A: Wir tun viele gute Taten, aber wir sind nicht auf der Erde, nur um Gutes zu tun. Wir verweilen jetzt auf der Erde, um Gott hier zu dienen und ihn zu verherrlichen. Wir tun nicht einfach irgendwelche guten Taten, sondern das Beste, was wir für den Herrn tun können.

F: Warum wäre es in Mk 14,21 für Judas besser gewesen, wenn er nie geboren worden wäre?

A: Es wäre für Judas besser gewesen, nie existiert zu haben, als das zu tun, was er tat, und dafür die gerechte Strafe zu erhalten. In „When Cultists Ask“, S. 139–140, heißt es, dass manche Sektenanhänger diesen Vers heranziehen, um zu behaupten, die Hölle werde mit dem Zustand vor der Geburt verglichen und sei somit Nicht-Existenz. Da Jesus jedoch sagte, Judas’ Strafe sei schlimmer als nie geboren worden zu sein, ist die Hölle keine Vernichtung.

F: In Mk 14,21 kennen wir den Hauptgrund nicht, warum Judas beschloss, Jesus zu verraten. Wenn sich ein Mensch von einem anderen abwendet, worin besteht dann der Unterschied, ob er dies aus Gier, Eifersucht oder Enttäuschung tut?

A: Manche Menschen verraten aus Gier; aus dem Vorteil, zu glauben, sie könnten alles für sich gewinnen, was sie können. Sie hatten nichts gegen die Person, die sie durch den Verrat hassen. Das Opfer ist für sie lediglich ein Objekt, das es auszubeuten gilt.

In anderen Fällen kann es jedoch persönliche Gründe geben. Aufgrund ihrer Enttäuschung über eine Situation, die sie als aussichtslos empfinden, möchten sie die Person vielleicht verraten oder zumindest einen Vorteil daraus ziehen, um sich für die verschwendete Zeit zu entschädigen, in der sie ihr vertraut haben.

Da wir Judas’ Motive nicht kennen, könnten beide der oben genannten Gründe zutreffen. Judas war das einzige Mitglied der Zwölf, das nicht aus Galiläa stammte. Er gehörte nie zum inneren Kreis um Petrus, Jakobus und Johannes.

F: Was ist in Mk 14,24 an dem Wort „Bund“ hier interessant?

A: Die griechische Sprache kennt zwei verschiedene Begriffe für „Bund“.

Das griechische Wort „syntheke“ bezeichnet eine zwischen zwei Parteien ausgehandelte Vereinbarung.

Das griechische Wort „diatheke“ bezeichnet einen Vorschlag einer einzigen Partei, den die zweite Partei nur annehmen oder ablehnen kann. Hier wird das zweite Wort verwendet.

F: Zeigt Mk 14,24, dass Christus für alle Menschen gestorben ist?

A: Ja. Selbst Johannes Calvin sagt, dass „viele“ „die gesamte Menschheit“ bedeute. Hier ist, was Johannes Calvin in seinen „Kommentaren“, Band 3, S. 138–139, sagte: „Markus 14,24: Das ist mein Blut. Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass, wenn gesagt wird, das Blut werde (wie in Matthäus) zur Vergebung der Sünden vergossen, wir durch diese Worte auf das Opfer des Todes Christi hingewiesen werden, und dass die Vernachlässigung dieses Gedankens jede gebührende Feier des Abendmahls unmöglich macht. Auf keine andere Weise können gläubige Seelen zufrieden gestellt werden, wenn sie nicht glauben können, dass Gott mit ihnen zufrieden ist. Das Wort „viele“ bedeutet nicht nur einen Teil der Welt, sondern die gesamte Menschheit: Er stellt „viele“ dem „Einen“ gegenüber, als wolle er sagen, dass er nicht der Erlöser eines einzigen Menschen sein würde, sondern den Tod auf sich nehmen würde, um viele von ihrer verfluchten Schuld zu befreien.“ (Kursivschrift in der englischen Originalübersetzung.) Beachten Sie, dass Calvin sagt: „‚Viele‘ bedeutet nicht nur einen Teil der Welt, sondern die gesamte Menschheit:“

F: In Mk 14,27: Inwiefern würden sich die Jünger an Jesus ärgern, weil Jesus sich nicht verteidigte?

A: Ihr Glaube würde erschüttert werden, als Jesus sich mit all seiner Macht freiwillig der Gefangennahme, der Misshandlung und dem Tod unterwarf. Von einem mächtigen Messias würde man erwarten, dass er sich verteidigt und die Römer besiegt, nicht dass er sich ihnen ergibt.

F: Mk 14,27–31: Wenn ein Gläubiger schwer gesündigt und Jesus entehrt hat, insbesondere vor anderen, wie findet er dann zurück?

A: Ein Gläubiger, der in Sünde abgefallen ist, kann Buße tun und zurückkehren. Gott wird ihm vergeben. Als Christen sollten auch wir ihm vergeben, doch er muss verstehen, dass es Zeit brauchen kann, das Vertrauen wieder aufzubauen. Der reuige Gläubige sollte vor Gott Bekenntnis ablegen, aber auch vor jenen, die zuvor von seiner Sünde wussten. Er sollte sich entschuldigen, gegebenenfalls Wiedergutmachung leisten und versprechen, dies nicht wieder zu tun. Je nach der Suchtgefahr, die von der Sünde ausgeht, könnte er einige christliche Freunde bitten, ihn „auf seinem Weg zu begleiten“ und ihn zur Rechenschaft zu ziehen, damit er nicht erneut in die Sünde zurückfällt.

F: Stellt Markus 14,42–52 einen Jesus dar, der ihnen ausgeliefert war, im Gegensatz zu den anderen Evangelien, die Jesus als den Herrschenden beschreiben, wie manche Liberale behaupten?

A: Nun, es heißt zwar, dass Jesus beim Beten in solcher Qual war, dass er Blutstropfen schwitzte. Moment, das stand ja nur in Lukas 22,44, nicht in Markus. Es ist eher „kurzsichtig“, dass liberale Kritiker dies über Markus behaupten, da auch Matthäus 26,36–46 und Lukas 22,40–46 von Jesus im Garten Gethsemane berichten. Johannes berichtet oft von anderen Dingen, die in den ersten drei Evangelien nicht vorkommen; es scheint, als hätte Johannes bewusst viele Dinge weggelassen, die in den anderen drei Evangelien bereits erwähnt wurden.

Seit jeher haben Christen erkannt, dass Matthäus Jesus als den verheißenen König hervorhob, der die Prophezeiungen des Alten Testaments erfüllte. Markus betonte Jesus als den leidenden Knecht und seine Taten. Lukas hob Jesus als Menschen hervor und schrieb am ausführlichsten über seine Kindheit. Johannes betonte Jesus als Gott und ging beim Verfassen seines Evangeliums wahrscheinlich davon aus, dass der Leser die anderen Evangelien bereits gelesen hatte.

Andererseits zeigt Markus, dass auch Jesus die Kontrolle hat. Im Garten Gethsemane wusste Jesus, was auf ihn zukam, und er hatte die Möglichkeit, aus dem Garten zu fliehen. Doch Jesus entschied sich bewusst dafür, den Willen des Vaters anzunehmen – nicht im Unklaren über die Folgen, sondern in voller Kenntnis derselben.

F: Wer war in Mk 14,51–52 dieser „unbekleidete Mann“, der ohne seine Kleidung davonfloh?

A: Die Heilige Schrift gibt zwar keine Auskunft darüber, doch der Überlieferung zufolge handelte es sich um Johannes Markus, den Verfasser des Markusevangeliums. Auch der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 905) bestätigt dies und fügt die Spekulation hinzu, dass „der Evangelist nicht widerstehen konnte, seine Anwesenheit an einem entscheidenden Punkt in der Geschichte Jesu zu erwähnen“.

F: In Mk 14,53–55: Inwiefern hat der Sanhedrin hier gegen das jüdische Gesetz verstoßen?

A: Er verstieß mindestens fünfmal gegen sein eigenes Rechtssystem.

1) Sie durften nachts keine Gerichtsverhandlungen abhalten

2) Es war die Pflicht des Richters, auf der Seite des Angeklagten zu stehen.

3) Es gab keine zwei übereinstimmenden Zeugen gegen Jesus.

4) Nach jüdischem Recht durfte man nicht aufgrund der eigenen Aussage verurteilt werden.

5) Sie hätten 24 Stunden warten müssen, bevor sie jemanden für schuldig erklärten.

(aus einer Predigt von Tim Hawks in der Hill Country Bible Church in Cedar Park, Texas, am 24.10.1997)

F: Hat Jesus in Mk 14,62 hier tatsächlich gesagt, dass er der Messias sei?

A: Ja. Stellen Sie sich vor, wie sich die hartnäckigen Priester gefühlt haben müssen, als Jesus Daniel 7,13–14 über sich selbst zitierte, dass er auf den Wolken des Himmels kommen werde. Ihre Reaktion, ihn zu beschimpfen und in Markus 14,63–65 seinen Tod zu fordern, war der letzte Auslöser für die Ablehnung Jesu durch die jüdische Religionsführung. Eine ausführlichere Antwort finden Sie in „Hard Sayings of the Bible“, S. 450–451.

F: Da Jesus in Mk 14,62 zur Rechten Gottes, des Vaters, sitzen würde, wie könnte er dann kommen – was ja eine Bewegung impliziert?

A: Bei der Beantwortung sind drei Punkte zu berücksichtigen.

„Zur Rechten sitzen“ bezeichnet nicht immer nur einen physischen Ort, sondern eine Ehrenposition.

Zu unterschiedlichen Zeiten kann Jesus sitzen, stehen und sich bewegen.

Natürlich kann man sowohl sitzen als auch kommen, wenn man auf einem weißen Pferd reitet, wie es bei Jesus in Offenbarung 19,11 der Fall sein wird.

F: In Markus 14,62 sagte Jesus dem Hohepriester, er werde den Menschensohn mit den Wolken des Himmels kommen sehen. Wenn der Hohepriester jedoch vor der Wiederkunft Jesu sterben würde, würde dies die Antwort Jesu hinfällig machen. Deshalb sagt Jesus in Lukas: „Ich bin es, und von nun an wird der Menschensohn zur Rechten der Kraft Gottes sitzen“ (Lukas 22,69). Jesus, Interrupted, S. 51

A: Zunächst, was nicht die Antwort ist, und dann die Antwort.

Nicht die Antwort: Aus irgendeinem Grund wollte Ehrman Matthäus 26,64 nicht anführen, wo von „ihr“ (Plural) die Rede ist, also nicht nur vom Hohepriester. Dies ist jedoch ein strittiger Punkt, da alle Mitglieder des Sanhedrins vor der Wiederkunft Jesu starben.

Die Antwort: Ehrman bringt zwei Einwände in einem vor. Der erste Einwand lautet, dass der Hohepriester (und eigentlich das gesamte Sanhedrin) starb, bevor Jesus wiederkam. Die Antwort darauf ist, dass das gesamte Sanhedrin, einschließlich des Hohepriesters, Jesus kommen sehen wird. Offenbarung 1,7 verspricht, dass jedes Auge Jesus sehen wird, wenn er wiederkommt, sogar ausdrücklich jene, die ihn durchbohrt haben. Diejenigen, die gestorben sind, während sie Jesus ablehnten, werden einer erneuten Begegnung mit ihm nicht entkommen.

Der zweite Einwand lautet, dass Lukas, dessen Evangelium nach dem Markus-Evangelium verfasst wurde, offenbar von „ihr (Singular) werdet sehen“ zu der bloßen Feststellung wechselt, dass Jesus wiederkommen würde. Der Kernpunkt seiner Argumentation wird durch eine Textvariante geschwächt. Clemens von Alexandria (193–202 n. Chr.) zitiert Markus 14,62 mit „ihr“ (Plural) in den „Stromata“, Buch 6, Kap. 52, in den „Ante-Nicene Fathers“, Band 2, S. 574. Wir wissen, dass es sich um Markus und nicht um ein anderes Evangelium handelt, das Clemens zitiert, da er uns ausdrücklich mitteilt, dass es Markus ist.

F: Warum baten einige der Anwesenden Jesus in Mk 14,65, zu prophezeien, wer ihn hier geschlagen habe?

A: Die römischen Soldaten trieben mit Gefangenen ein grausames Spiel, das sie „Drei-Fäuste“ nannten. Drei Soldaten legten jeweils eine ihrer Fäuste unter das Kinn des Gefangenen. Einer der Soldaten versetzte dem Gefangenen einen Schlag und schlug ihn damit bewusstlos. Wenn der Gefangene wieder zu sich kam, fragten sie ihn, welcher Soldat ihn geschlagen habe. Wenn der Gefangene falsch riet, gewann der Soldat, der ihn geschlagen hatte (und die Person verlor die Wette). Wenn der Gefangene richtig riet, verlor der Soldat, der ihn geschlagen hatte, die Wette. Es scheint, dass in allen Fällen auch der Gefangene der Verlierer war.

F: Welche Art von Liebe kann in Mk 14,66–68 der „Prüfung durch die Angst“ standhalten?

A: Petrus war mutig, und er hörte nie auf, Jesus zu lieben, doch seine Liebe bestand hier die Prüfung der Angst nicht. Am Ende seines Lebens wurde Petrus jedoch kopfüber gekreuzigt, und da bestand seine Liebe die Prüfung der Angst sehr wohl.

Solange Petrus nicht zu sprechen begann, verriet ihn sein galiläischer Akzent nicht. Sofern er nicht als Erster das Wort ergriff, muss die Magd zu einem bestimmten Zeitpunkt nah genug bei Jesus und Petrus gewesen sein, um Petrus erkennen zu können. Petrus glaubte, er könne sich ziemlich nah bei Jesus aufhalten, ohne entdeckt zu werden. Als er erkannte, dass man seine Identität aufdecken könnte, musste er entscheiden, was zu tun sei. Manchmal tun wir etwas Mutiges für Christus, in der Annahme, dass wir deswegen wahrscheinlich nicht leiden müssen. Doch wenn wir entdeckt werden – was tun wir dann?

Petrus legte in diesem angespannten Moment mehr Wert auf seine eigene Sicherheit als auf alles andere – einschließlich der Verleugnung Christi. Was Petrus hätte tun sollen, war, sich schnell zu entfernen und die Frage, ob man ihn erwischen würde oder nicht, Gott zu überlassen.

F: In Mk 15,1–20 lehnen sowohl der Sanhedrin als auch die Römer Jesus als Messias ab, allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen. Aus welchen unterschiedlichen Gründen lehnen Menschen heute Jesus als ihren Messias ab?

A: Zu Jesu Zeiten hielten viele die Ansprüche Jesu für falsch, weil Jesus nicht ihren Erwartungen an einen politischen Messias entsprach. Wenn Gott uns heute beobachten würde, meinen manche, gäbe es weder Hunger noch Leid noch Tod. Gott entspricht nicht ihren Erwartungen.

Für die Römer wurde der Anspruch Jesu fälschlicherweise als Verrat an dem ausgelegt, dem sie bereits ihre Treue geschworen hatten. Jesus passte einfach nicht zu dem, dem sie zu folgen beschlossen hatten, und sie hatten weder den Wunsch noch den Mut, sich zu ändern.

Manche lehnen Jesus aus intellektuellen Gründen ab, doch sie sind nur eine kleine Minderheit – und noch kleiner als die Zahl derer, die behaupten, Jesus aus intellektuellen Gründen abzulehnen. Häufiger lehnen Menschen ihn aus emotionalen Gründen ab oder aus eigensinnigen Gründen, wenn ihnen bewusst wird, was sie aufgeben oder ändern müssten, um Jesus nachzufolgen, und sie dies nicht tun wollen. Manchmal, wenn Menschen intellektuelle Einwände gegen den Christenglauben vorbringen, ist dies in ihren Augen tatsächlich ein berechtigter Grund. In anderen Fällen dient es lediglich als Vorwand, damit sie kein schlechtes Gewissen haben, weil sie die Aussagen Christi nicht ernsthaft in Betracht ziehen.

Jesus weigerte sich, sich auf eine Debatte einzulassen, in der Gerechtigkeit nicht verwirklicht werden kann.

F: Was ist in Mk 15,8–11 das Ironische daran, dass das Volk Barabbas statt Jesus wählte?

A: Pilatus hielt es wahrscheinlich für selbstverständlich, dass sie Jesus einem bekannten Räuber vorziehen würden. Die Juden vor den Römern warfen Jesus vor, einen Aufstand anzuführen, während viele Juden von Jesus enttäuscht waren, weil er KEINEN Aufstand anführte. Während die Juden und Römer sagten, Jesus müsse wegen Hochverrats sterben, war Barabbas derjenige, der tatsächlich Hochverrat begangen hatte. Als das Volk seinen rechtmäßigen König, Jesus, zugunsten eines gewalttätigen Rebellen ablehnte, rebellierten sie selbst 40 Jahre später, im Jahr 70 n. Chr., gewaltsam, und die Römer zerstörten Jerusalem.

Das Dokument „Papyrus Florentinus 61.59ff“ berichtet, dass der römische Statthalter von Ägypten, G. Septimus Vegetus, zu einem angeklagten Gefangenen namens Phibion sagte: „Du hättest die Geißelung verdient, doch ich werde dich dem Volk ausliefern“ (zitiert in Taylor, S. 580).

Barabbas’ vollständiger Name lautete Jesus bar-Abbas, was „Jesus, Sohn des Abbas“ bedeutet, wobei „Abbas“ sowohl ein Personenname als auch die Bezeichnung für „Vater“ ist. Beide hießen Jesus. Barabbas wollte als Rebell sein Volk ebenfalls befreien, jedoch mit menschlichen und gewalttätigen Mitteln. Der Scheinson eines Vaters wurde freigelassen, und der wahre Sohn des Vaters wurde gekreuzigt.

F: Warum war Markus in Mk 15,14 offenbar so sehr darauf bedacht, den Juden die Schuld zuzuschieben, wie ein liberaler Gelehrter behauptete?

A: Zunächst einmal haben Archäologen den Hof gefunden, in dem sich ihrer Meinung nach die Menschenmenge befand, und dieser hätte nicht mehr als etwa 400 Menschen fassen können. Somit handelte es sich bei der Menschenmenge hier nicht um alle Einwohner und Besucher Jerusalems, sondern vielmehr um eine sehr kleine Untergruppe, die von den Priestern ausgewählt worden war.

Judas, die jüdischen Führer, das jüdische Volk, die Römer und sogar die Tatsache, dass Jesus nicht floh – sie alle spielten eine Rolle in dem, was der vorherbestimmte Wille Gottes war (Apg 2,23). Hier finden Sie eine Auflistung der jeweiligen Rollen. Wie Sie sehen können, geht Markus gegenüber dem jüdischen Volk nicht strenger vor als die anderen Evangelisten.

Judas: Matthäus 26,14–16, 49–50; Markus 14,17–21, 42, 44–45; Lukas 22,3–6, 47–48; Johannes 13,18, 21, 27; 18,2

Die jüdischen Führer: Matthäus 26,57–58; 27,20; Markus 14,43,46,53–65; 15,1,3,10–11,31; Lukas 22,2,52; 22,66–23,2; Johannes 18,3,12–14,19–24,30

Das jüdische Volk: Matthäus 27,20–23.25; Markus 15,11–15; Lukas 23,18.21.23

Die Römer: Matthäus 27,11–31; Markus 15,15–20; 15,24; Lukas 23,24; Johannes 18,33–19,3; 19,16

Jesus floh nicht: Matthäus 26,39–46.53–54; Markus 14,35–42; Lukas 22,39–46; Johannes 18,4–11

F: Welche Bedeutung hatte es in Mk 15,17, Jesus in Purpur zu kleiden?

A: Purpur war teuer, da er aus Murex-Muscheln gefärbt wurde. Im Römischen Reich durften eigentlich nur der Kaiser und seine Familie Purpur tragen, obwohl der Kaiser als Gunst seine alten Gewänder an andere verschenken konnte. Das purpurfarbene Gewand verspottete die Tatsache, dass Jesus behauptete, ein König zu sein.

F: In Mk 15,31 wurde Jesus verspottet, weil er behauptete, andere zu retten, während er sich selbst nicht rettete. Inwiefern müssen Sie manchmal darauf verzichten, sich selbst zu retten, um andere zu retten?

A: Auch wenn wir keine unnötigen Risiken eingehen müssen, müssen wir manchmal risikobehaftete Handlungen vornehmen, um die Sicherheit anderer zu gewährleisten und die Botschaft des Evangeliums an andere weiterzugeben. Sicherheit ist gut, doch wenn wir unsere Sicherheit höher schätzen als die Erfüllung von Gottes Willen, dann kann sogar die Sicherheit selbst zu einem Götzen werden.

F: Wie wirksam ist es in Mk 15,31–32 als Taktik des Satans, jemanden verspotten zu lassen, weil er Gott gehorcht?

A: Je nach Person kann dies wirksam sein. Wenn jemand das Lob der Menschen höher schätzt als das Lob Gottes, kann dies ihn völlig zum Stillstand bringen. Er kann dies sogar rationalisieren, indem er denkt: „Wenn ich meine Beliebtheit bewahre, werden die Menschen mir – und damit meinem Zeugnis – mehr Gehör schenken.“ Wenn ein Mensch jedoch Gott mehr schätzt als Beliebtheit und den Gehorsam gegenüber Gott mehr als das Erreichen von Ergebnissen für Gott, dann wird er Gott mehr verherrlichen, als wenn er versucht, aus eigener Kraft ein Werk für Gott zu vollbringen.

F: In Mk 15,32 wird uns berichtet, dass Jesus an ein „Kreuz“ genagelt wurde, um gekreuzigt zu werden: „Christus, der König Israels, soll nun vom Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben.“ Und die mit ihm gekreuzigt wurden, schmähten ihn.

Das Wort für „Kreuz“ lautet hier im Griechischen „stauros“, das James Strong wie folgt definierte:

(4716) abgeleitet von der Wurzel 2476; ein Pfahl oder Pfosten (aufrecht gestellt), d. h. (im engeren Sinne) ein Pfahl oder Kreuz (als Instrument der Todesstrafe); im übertragenen Sinne: der Tod, d. h. Selbstverleugnung; im weiteren Sinne: das Sühneopfer Christi: – Kreuz.[1]

Doch in 1. Petrus 2,24 wird uns gesagt, dass Jesus am „Holz“ gekreuzigt wurde:

Der unsere Sünden selbst in seinem Leib am Holz getragen hat, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch dessen Wunden ihr geheilt worden seid.

Das Wort für „Baum“ lautet im Griechischen xulon und wird von Strong wie folgt definiert:

(3586) von einer anderen Form der Grundform von 3582; Holz (als Brennstoff oder Material); im übertragenen Sinne ein Stock, eine Keule, ein Baum oder ein anderer Gegenstand oder eine Substanz aus Holz: – Stab, Holzstämme, Baum, Holz.[2]

Der Fehler ist hier offensichtlich. Das griechische Wort „stauros“ bedeutet eindeutig „Kreuz“. Das Wort hat keine doppelte Bedeutung. Das Wort „xulon“ hingegen kann abwechselnd mit „Holz“, „Stab“, „Baum“ usw. übersetzt werden, doch im Fall von 1. Petrus 2,24 wird es mit „Baum“ übersetzt. Nun müssen wir uns fragen, warum das Wort „xulon“ überhaupt verwendet wurde, wenn es doch ein eindeutigeres Wort dafür gibt – nämlich „stauros“ –, sofern der Vers tatsächlich das „Kreuz“ meinen soll.

Es ist daher offensichtlich, dass das Wort „xulon“ in 1. Petrus 2,24 tatsächlich im Sinne von „Baum“ verwendet wird, und somit besteht ein Widerspruch zu Markus 15,32.

Quellenangaben

[1] James Strong, The New Strong’s Exhaustive Concordance of the Bible (Thomas Nelson, 1996)

[2] James Strong, a. a. O. (Diese Frage wurde von einem Muslim gestellt)

A: Jesus wurde an ein hölzernes Kreuz genagelt, das von einem Baum stammte. Die Römer, Karthager und Perser verwendeten Holzpfähle mit Querbalken, keine lebenden Bäume. Die Verwendung zweier Wörter als Synonyme für dieselbe Sache (wie beispielsweise „staurus“ und „xulon“) stellt kein Problem dar, ebenso wenig wie die Verwendung zweier Wörter für Gott im Koran.

Petrus sagt, Jesus sei an einem Baum aufgehängt worden (Apostelgeschichte 5,30; 10,39), doch Petrus sagt auch, dass Jesus ans Kreuz genagelt wurde (Apostelgeschichte 2,23).

Paulus sagt, Jesus sei an einen Baum gehängt worden (Galater 3,13; Apostelgeschichte 13,29), doch Paulus erwähnt auch das Kreuz Christi in Galater 5,11; 6,12.14; 1. Korinther 1,17.18.

„Baum“ und „Kreuz“ werden als Synonyme verwendet; derselbe Autor verwendet beide Begriffe. Jesus wurde an einen Baum genagelt; es hieß jedoch nicht, dass es sich um einen lebenden Baum handelte.

Natürlich lehrt auch die orthodoxe islamische Lehre, dass die „Erscheinung Jesu“ ebenfalls gekreuzigt wurde. Nun gibt es einen entscheidenden Punkt bezüglich dieser Kreuzigung. Entweder:
a) Es war tatsächlich Jesus, der gekreuzigt wurde, oder
b) „Der große Tausch“: Allah hat nicht nur die Juden und Römer getäuscht, sodass sie glaubten, Jesus sei gekreuzigt worden, obwohl dies in Wirklichkeit nicht der Fall war, sondern Allah hat sogar Jesu eigene Mutter, seine Jünger und alle frühen Christen getäuscht, die den gekreuzigten Christus predigten. Wir verfügen über Schriften von Ignatius und Polykarp, Jüngern des Apostels Johannes, sowie von anderen, die glaubten, dass Jesus gekreuzigt und von den Toten auferweckt wurde. Selbst als Muslim können Sie den Christen keinen Vorwurf dafür machen, dass sie glauben, Jesus sei gekreuzigt worden, wenn Sie der Ansicht sind, dass Allah seine eigenen Anhänger getäuscht hat. „Allah ist der größte der Täuscher“ (Sure 3:54). Wenn dieser Allah die Christen getäuscht hat und Sie damit kein Problem haben, könnte dieser Allah dann nicht auch Muslime täuschen?

F: In Mk 15,42 sagt Ehrman: „Markus erklärt uns, was er mit diesem Ausdruck meint: Es ist der Tag der Vorbereitung ‚auf den Sabbat‘ (nicht der Tag der Vorbereitung auf das Passahfest).“ (Kursivschrift im Original) Jesus, Interrupted, S. 27

A: Es gibt zwei wahrscheinliche, aber unterschiedliche Antworten.

Sabbat und Passahfest könnten in jenem Jahr zusammengefallen sein: Ehrman scheint nicht zu berücksichtigen, dass das Passahfest und der Sabbat in manchen Jahren zusammenfallen. Es besteht eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der genauen Daten jener Zeit, doch viele gehen davon aus, dass das Passahfest und ein Sabbat am Samstag im Jahr 30 n. Chr. oder 33 n. Chr. zusammenfielen.

Hohe Sabbate: Jeder Samstag war ein Sabbat, aber nicht jeder Sabbat war ein Samstag, wie 3. Mose 23,39 belegt. So sollten beispielsweise sowohl der erste als auch der achte Tag des siebten Monats eine „Sabbatruhe“ sein. Es gab jedes Jahr „arbeitsfreie Tage“, doch diese fielen meist nicht auf einen Samstag. Das Passahfest war der erste Tag des Festes der ungesäuerten Brote, und sowohl der erste als auch der siebte Tag des Festes waren gemäß 2. Mose 12,16 „arbeitsfreie Tage“.

Johannes 19,31 würde klären, welche der beiden Antworten die richtige ist, wäre da nicht die Tatsache, dass dieser Vers zur Untermauerung beider Antworten herangezogen werden könnte. Dort heißt es: „… denn jener Sabbat war ein Festtag“. Da es sich jedoch um einen Festtag handelte, musste es nicht unbedingt ein Samstag sein.

F: Warum wunderte sich Pilatus in Mk 15,44 darüber, dass Jesus bereits tot war?

A: Entweder hatte Pilatus einfach das Zeitgefühl verloren, oder viele Gekreuzigte hielten länger durch. Jesus war vor seiner Kreuzigung ausgepeitscht und geschlagen worden. Nebenbei bemerkt unterschied sich die römische Auspeitschung von den 39 Peitschenhieben der jüdischen Auspeitschung. Die römische Auspeitschung erfolgte mit kurzen, mit Metall beschlagenen Peitschen, die an einem starken Holzstab befestigt waren. Sie konnte einen Menschen verkrüppeln oder sogar töten. Jesus wurde von den Römern ausgepeitscht.

F: Welche Parallelen gibt es in Markus 16 zu anderen Teilen der Evangelien und der Apostelgeschichte?

A: Hier sind die Parallelen zwischen Markus 16 und anderen Büchern der Bibel

Jesus stand früh auf. Mk 16,2.9; Mt 28,1; Lk 24,1; Joh 20,1

Jesus stand am ersten Tag der Woche auf. Mk 16,2.9; Mt 28,1; Lk 24,1; Joh 20,1

Aus Maria Magdalena wurden sieben Dämonen ausgetrieben. Mk 16,9; Lk 8,2

Maria Magdalena / die Frauen kamen zum Grab. Mt 28,1–8; Mk 16,9–10; Joh 20,1; Lk 24,1–10

Andere glaubten zunächst nicht. Mt 28,17; Mk 16,11; Lk 24,11

Er erschien zwei Jüngern. Mk 16,12; Lk 24,13–35

Glaubten immer noch nicht. Mk 16,13; Lk 24,36

Er tadelte die elf wegen ihres Unglaubens. Mk 16,14; Lk 24,38–41

Befehl, allen zu predigen. Mt 28,19–20; Mk 16,15; Lk 24,47–48

Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer nicht glaubt, wird verdammt. Mk 16,16; Apg 2,38–39

Zeichen. Mk 16,17.20; durchgehend in der Apostelgeschichte

Austreibung von Dämonen. Mk 16,17 und in der Apostelgeschichte

In neuen Sprachen sprechen. Mk 16,17; ~Apg 2,2–13

Von Schlangen gebissen werden, ohne Schaden zu nehmen. Mk 16,17; Lk 10,19; ~Apg 28,3–6

Gift trinken, ohne Schaden zu nehmen. Mk 16,18 – keine weiteren

Jesus fuhr in Betanien, am Hang des Ölbergs, in den Himmel auf. Mk 16,19; Lk 24,51; Apg 1,9–11

Jesus saß zur Rechten Gottes. Mk 16,19; Apg 7,56

Sie predigten überall. Mk 16,20; Apg 1,8

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das unversehrte Trinken von Gift die einzige Lehre am Ende des Markusevangeliums ist, die an keiner anderen Stelle in der Bibel zu finden ist.

F: Warum brachten die Frauen in Mk 16,1 Gewürze mit, um den Leichnam Jesu zu salben?

A: Jesus wurde eilig in das Grab gelegt, bevor der Sabbat bei Sonnenuntergang begann. Die Frauen brachten Salben mit, um den Leichnam durch Einbalsamierung zu konservieren.

F: Da die Frauen in Mk 16,8 niemandem etwas sagten, haben sie es dann den Jüngern erzählt?

A: Zwar erzählten sie auf dem Rückweg vom Grab niemandem davon, doch schließlich berichteten sie es allen, und die Jünger waren die Ersten, denen sie davon berichteten. Auch wenn „niemandem davon zu erzählen“ bedeuten könnte, dass sie es erst nach einiger Zeit sogar den Jüngern erzählten, ist es wahrscheinlicher, dass es bedeutet, dass sie es nur den Jüngern und niemandem außerhalb ihrer kleinen Gruppe erzählten. Eine ergänzende Antwort finden Sie in „When Critics Ask“, S. 377.

F: Wie erschien Jesus in Mk 16,12 in einer anderen Gestalt?

A: Dies bedeutet lediglich, dass die beiden Männer Jesus nicht erkannten, als sie mit ihm gingen. Jesus könnte andere Kleidung getragen haben, und sicherlich sah er anders aus als zu Lebzeiten. Jesus wurde körperlich von den Toten auferweckt, in einem verherrlichten physischen Leib. Man kann diesen Vers nicht rechtmäßig heranziehen, um zu behaupten, Jesus habe verschiedene Körper gehabt, denn die Tatsache, dass sie Jesus nicht erkannten, beweist nicht, dass es sich um einen anderen physischen Leib handelte.

F: In Mk 16,16 sagt Jesus: „Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden.“ In Röm 6,3 sagt Paulus: „Wir alle, die wir auf Jesus Christus getauft sind, sind in seinen Tod getauft worden.“ In 1 Petr 3,21 sagt Petrus: „Das ist ein Vorbild, durch das uns nun auch die Taufe rettet (nicht durch die Beseitigung des Schmutzes des Fleisches, sondern durch die Antwort eines guten Gewissens gegenüber Gott) durch die Auferstehung Jesu Christi.“ Bedeuten diese Verse, dass die Taufe für die Erlösung ebenso notwendig ist wie der Glaube? Und bedeutet dies, dass sie keine „freiwillige Verordnung“ ist, wie die Evangelikalen sagen, sondern ein obligatorischer Vorgang?

A: Der Gehorsam gegenüber Jesus ist nicht freiwillig, sondern verpflichtend, und Jesus hat uns geboten, uns taufen zu lassen. Daher sollten sich alle Gläubigen mit Wasser taufen lassen. Es ist jedoch nicht die Wassertaufe, die uns rettet, und es ist nicht einmal unser Gehorsam (so unvollkommen er auch sein mag), der uns rettet. Es ist Jesus, der uns rettet. Die Kraft liegt also im Blut Jesu, nicht im Wasser. Der Glaube an die Errettung wird im Neuen Testament 150 Mal ohne Erwähnung der Taufe erwähnt. Dennoch sollten wir uns alle taufen lassen.

Doch was ist mit dem Dieb am Kreuz? Die Römer hätten ihn sicherlich nicht herunterlassen, um ihn taufen zu lassen, und ihn anschließend wieder ans Kreuz nageln lassen. Dennoch sagte Jesus zu ihm: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Außerdem berichtet Eusebius von einem römischen Soldaten namens Basilides, der zu Christus fand und anschließend inhaftiert und hingerichtet wurde. Würde er in die Hölle kommen, weil er an Christus glaubte, die Römer ihn aber nicht taufen ließen und so Gott daran hinderten, ihn zu retten? – Natürlich nicht. Somit ist Gott fähig und mächtig genug, Menschen auch ohne die Wassertaufe zu retten. Die Wassertaufe ist für Gott nicht unerlässlich, um jemanden zu retten. Dennoch sollten wir Gott gehorchen und uns taufen lassen.

F: Was ist in Mk 16,16 mit den Menschen, die glauben, aber nie getauft wurden?

A: Auch wenn Markus 16,16 dies nicht ausdrücklich erwähnt, besagen Johannes 3,36 und eine Vielzahl weiterer Verse, dass jeder, der glaubt, gerettet wird. Der Dieb zu Jesu Rechten glaubte und kam ins Paradies, ohne getauft worden zu sein, und bereits vor dem Dieb am Kreuz tauften sowohl die Jünger Jesu (Joh 3,26; 4,2) als auch Johannes der Täufer zur Vergebung der Sünden (Mk 1,4; Lk 1,77; Lk 3,3b). Dieser Vers sagt es nicht ausdrücklich, doch es gibt vier Fälle.

Glauben und getauft sind: gerettet

Glauben und sind noch nicht getauft: gerettet. Dieser Vers sagt es nicht ausdrücklich, doch Apostelgeschichte 10,45–47 zeigt Menschen, die glaubten und gerettet wurden, was sich daran zeigte, dass sie aufrichtig in Zungen redeten, noch bevor sie mit Wasser getauft wurden.

Nicht glauben und getauft sein: nicht gerettet

Glauben nicht und sind nicht getauft: nicht gerettet, es sei denn, Gott gewährt Säuglingen, die sterben, oder Menschen mit schweren geistigen Behinderungen usw. eine besondere Gnade.

Vielleicht wird der zweite Fall deshalb nicht erwähnt, weil es Gottes Wille ist, dass alle Gläubigen Gott gehorsam sind und sich mit Wasser taufen lassen.

Darüber hinaus bezieht sich der Kontext dieses Verses offenbar auf Menschen, die fähig sind zu glauben. Säuglinge, Menschen mit schweren geistigen Behinderungen und vielleicht andere, die Christus zwar nie abgelehnt, aber auch nie an ihn geglaubt haben, sind nicht Gegenstand dieses Verses.

Hier ein Beispiel: Wenn meine Tochter in der Küche mich um Wechselgeld für einen Dollar bittet und ich ihr sage: „Gib mir einen Dollar und eine Wasserflasche, dann gebe ich dir Wechselgeld.“ Wenn meine Tochter mir beides gibt, gebe ich ihr das Wechselgeld. Gibt mir meine Tochter keinen Dollar, dann gibt es kein Wechselgeld. Was aber, wenn meine Tochter mir einen Dollar gibt, aber keine Wasserflasche? Dann kommt es darauf an. Sagt sie: „Ich habe gesucht, konnte aber keine Wasserflasche finden“, dann gebe ich ihr trotzdem Wechselgeld. Sagt sie jedoch etwas Respektloses und weigert sich, mir eine Wasserflasche zu geben, die sie bekommen kann, dann gibt es kein Wechselgeld.

Ein Mitglied der Kirche Christi führte folgendes Beispiel an: „Wenn Sie essen und Ihre Nahrung verdauen, werden Sie leben; wenn Sie nicht essen, werden Sie sterben.“ Die Verdauung der Nahrung ist dabei impliziert. Wendet man dieses Beispiel einer unwillkürlichen körperlichen Handlung jedoch auf Markus 16,16 an – auf ein Gebot Gottes, dem wir freiwillig gehorchen sollen –, so widerspricht dies dem Wort Gottes, das allen, die wahrhaft glauben, an folgenden Stellen das Heil verspricht: Johannes 3,16.18.36; Johannes 5,24; 6,47; 11,25–26; Apostelgeschichte 10,43–48; Römer 9,33; Joel 2,32a + Apostelgeschichte 2,21 + Römer 10,9–10; 10,13; 1. Johannes 5,1,10–13

Zusammenfassung: Wenn Sie glauben, lassen Sie sich taufen. Die Taufe hat jedoch keinerlei Wirkung, wenn Sie nicht glauben.

F: In Mk 16,16 sagt Jesus: „Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“ Der Mensch hat also keine Wahl. Er muss glauben, sonst würde er verdammt und bestraft werden. Wo bleibt da die Religionsfreiheit oder Glaubensfreiheit des Menschen? Wie zwingt Jesus die Menschen zum Glauben, sonst würden sie verdammt werden?

A: Niemand wird zum Glauben gezwungen. Doch Gott hat keine Freiheit ohne Konsequenzen geschenkt, sondern Freiheit mit Konsequenzen. Wenn ein Mensch nicht glauben will, wird Gott ihn nach seinem Tod in ein anderes Universum versetzen, wo er die Freiheit hat, für immer getrennt von Gott zu existieren. Dieser Ort wird „Feuersee“ genannt.

Ich stimme jedoch zu, dass es kaum wie eine freie Entscheidung erscheinen würde, wenn es für alle unbestreitbar sicher wäre, entweder Gott zu gehorchen oder in den Feuersee zu kommen. Hier kommt der Glaube ins Spiel. Gott hat uns Beweise dafür gegeben, dass Sein Wort wahr ist, aber Er hat uns keine absolute Gewissheit gegeben. Wenn jemand nicht an Gott glauben möchte, gibt es genügend „Spielraum“, um Gründe zu finden, an Gott zu zweifeln und nicht zu glauben. Es ist interessant, dass wir den Glauben an Gott zunächst ablehnen können, um dann Buße zu tun, an Ihn zu glauben und gerettet zu werden. Engel und Dämonen hingegen verfügen nicht in genau derselben Weise über einen freien Willen wie wir. Sie können ihn nicht ablehnen. Und wenn ein Dämon fällt, wird ihm keine Buße gewährt. Christus kam, um nur Menschen zu erlösen, nicht Engel oder Dämonen, wie es in Hebräer 2,16 heißt.

F: In Markus 16,17–18 heißt es: „Und diese Zeichen werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; sie werden Schlangen aufheben; und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; sie werden den Kranken die Hände auflegen, und sie werden gesund werden.“ Und Paulus führte eine Liste mit genau denselben Fähigkeiten als Gaben des Heiligen Geistes auf (1. Korinther 12,10; 12,8). Bedeutet dies, dass dies die Zeichen des wahren Glaubens sind? Sollten alle Gläubigen diese Gaben zu allen Zeiten besitzen? Warum sehen wir diese Zeichen bei Christen nicht mehr?

A: Der Heilige Geist hat jedem Christen eine geistliche Gabe gegeben, und verschiedene Christen haben unterschiedliche Gaben, auch wenn viele davon nicht spektakulär erscheinen. So wie verschiedene Glieder unseres Körpers unterschiedliche Funktionen haben, haben wir auch unterschiedliche Funktionen innerhalb der Gemeinde (1. Korinther 12,14–27). Nicht alle sollen in Zungen reden (1. Korinther 12,30), genauso wie nicht alle Apostel und Propheten sind (1. Korinther 12,29).

F: Rechtfertigt die Erwähnung des Aufhebens von Schlangen in Mk 16,18 die Haltung von Menschen in den Appalachen, die glauben, dass manche im Gottesdienst mit Schlangen umgehen sollen?

A: Nein. Auch ohne diesen Vers zeigt die Bibel, dass Gott den Christen den Schutz gewährt, den sie benötigen, und dass Gott Wunder vollbringen wird – nicht nur in Form von Immunität gegen Schlangenbisse –, wenn es notwendig ist. Doch selbst mit diesem Vers sagt die Bibel, dass wir Gott nicht auf die Probe stellen sollen, indem wir uns in eine Situation begeben, nur um anzugeben.

2. Mose 17,2–7; 4. Mose 14,22; 5. Mose 6,16; Psalm 78,17–18, 40–41, 56–57; 95,8–9. Ahas ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Zwar war Ahas mit dem Konzept der Prüfung Gottes vertraut und hatte nicht vor, Gott in Jesaja 7,12 auf die Probe zu stellen, doch ist es keine Prüfung Gottes, wenn man antwortet, wenn ein Prophet Gottes einem eine Frage stellt.

F: Wurde Markus 16,9–20 von Markus verfasst?

A: Echte Christen sind sich uneinig darüber, ob Markus 16,9–20 ursprünglich vorhanden war.

Äußere Belege, die dafür sprechen

um 150 n. Chr. Justin der Märtyrer

In der „Ersten Apologie“ des Justinus des Märtyrers, Kapitel 45, Seite 178, wird ein Teil von Markus 16,20 (nicht 1, 3 oder 11 Wörter) zitiert, wobei vor dem Zitat auf Griechisch „von Jerusalem“ hinzugefügt wird.

ca. 172 n. Chr.

Tatians „Diatessaron“, Abschnitte 53:6a,8; 53:35b,37,39a,61b; 55:3,5b,8–10; 12a, 13b,16

Markus 16,9 (vollständiges Zitat); 16,10b; 16,11 (vollständiges Zitat), 12a, 13b, 14f (20/21 Wörter zitiert), 15f (11/14 Wörter zitiert), 16–18 (vollständiges Zitat), 19a (10/19 Wörter zitiert), 19f (9/19 Wörter zitiert), 20 (vollständiges Zitat)

182–188 n. Chr.

Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 10.5, S. 426. (Irenäus war ein Schüler des Polykarp, der wiederum ein Schüler des Johannes war)

„Auch gegen Ende seines Evangeliums sagt Markus: ‚Nachdem nun der Herr Jesus zu ihnen gesprochen hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und sitzt zur Rechten Gottes;‘“ (zitiert Markus 16,19 vollständig)

200 n. Chr.

Tertullian, „Abhandlung über die Seele“, Kap. 25

„nicht nur von einem einzigen, wie im Fall von Sokrates’ eigenem Dämon, sondern von sieben Geistern, wie im Fall der Magdalena“ (Diese spezifische Lehre, dass sieben Dämonen aus Maria Magdalena ausgetrieben wurden, findet sich jedoch auch in Lukas 8,2.)

198–220 n. Chr. Tertullian, „Über die Auferstehung des Fleisches“, Kap. 51, S. 584, sowie „Gegen Praxeas“, Kap. 2, S. 598; Kap. 30, S. 627

Dass Jesus zur Rechten des Vaters sitzt, geht auf Markus 16,19 zurück, findet sich jedoch auch in anderen Versen (Mt 26,64; Mk 14,62; Lk 22,69; Apg 2,34; Kol 3,1; Hebr 1,3.13; 8,1), sodass es sich hierbei nicht um einen einzigartigen Hinweis handelt. Tertullian zitiert die Heilige Schrift nicht oft, spielt jedoch sehr häufig auf sie an. Daher kann Tertullian nicht als Beweis dafür herangezogen werden, dass Markus 16,19 im Markus-Evangelium enthalten war, stellt jedoch auch keinen Beweis dagegen dar.

198–220 n. Chr. Tertullian, „Scorpiace“, Kap. 15, S. 648

„Es steht geschrieben: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.‘ Doch selbst jetzt wird es richtig sein, dass er dies hört, da er, lange danach, diese Gifte ausgegossen hat, die selbst so den Schwachen nicht ohne Weiteres schaden können, wenn jemand im Glauben diesen unseren Trank trinkt, bevor er Schaden nimmt oder sogar unmittelbar danach.“ (etwas allegorische Anspielung darauf, Gift unversehrt zu trinken)

3./4. Jahrhundert. Curetonische syrische Übersetzung

Aphrahat (337 n. Chr.) Ausgewählte Abhandlungen, Abhandlung 1, Kap. 17, S. 351

Zitiert den gesamten Text aus Markus 16,16 sowie den gesamten Text aus Markus 16,17–18

Apostolische Konstitutionen, Buch 6, Abschnitt 3, Kap. 15 (späteste Teile um 380 n. Chr.)

„Denn der Herr spricht: … ‚Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.‘“ (Zitat aus Markus 16,16)

Apostolische Konstitutionen (375–380 n. Chr.), Buch 7, Abschnitt 1, Kap. 1 (vgl. Buch 5 und Buch 8)

Zitiert wörtlich Markus 16,17–18, wie von Jesus Christus gesprochen

Viktor von Antiochia, ca. 425–450 n. Chr.

Nestorius (444 n. Chr.)

Cyrill von Alexandria (444 n. Chr.) akzeptiert Nestorius’ Zitat als Heilige Schrift

ca. 450 n. Chr.

Alexandrinus-Handschrift

Hesychius von Jerusalem (nach 450 n. Chr.)

Bohairisch-koptische Texte aus dem 3. bis 4. Jahrhundert

Sahidisches Koptisch aus dem 3. bis 4. Jahrhundert

5. Jahrhundert

Freer-Evangelien

400–500 n. Chr.

Ephraemi-Rescriptus-Handschrift

„Synopsis Scripturae Sacrae“ (360–370 n. Chr. oder 5. bzw. 6. Jahrhundert)

enthält eine Paraphrase von Markus 16,9–20

400–600 n. Chr.

Codex Bezae

~700 n. Chr. sowie

umfangreiche byzantinische Textfamilie

Spätere Bibeltexte (insgesamt mindestens 38 Texte)

Philoxenisches Syrisch, Harcheisches Syrisch, Palästinensisches Syrisch, Äthiopisch, einige georgische Texte (aus dem 5. Jahrhundert), Slawisch, Italisch, Vulgata, Fayyumisches Koptisch

Zu Ihrer Information: Das apokryphe Evangelium des Nikodemus I und II erwähnt das Sprechen in neuen Zungen, Schlangen und Gifte, doch wurde dies wahrscheinlich erst später verfasst. Beachten Sie, dass eine Quelle angibt, Justus der Märtyrers „Erste Apologie“, Kap. 45 (S. 178), beziehe sich auf Markus 16, doch dies ist falsch; Justus’ „Erste Apologie“ bezieht sich nicht auf Markus 16.

Interne Belege, die dafür sprechen: Keine.

Externe Belege, die „Nein“ besagen

um 360 n. Chr. Eusebius’ Fragen an Marianus I.

325–350 n. Chr. Vaticanus: dort eine Leerstelle. Der Vaticanus weist nur zwischen einigen wenigen Büchern, wie beispielsweise Maleachi und Matthäus, Leerstellen auf.

340–350 n. Chr. Auch im Sinaiticus befindet sich dort eine Lücke, allerdings weist er zwischen fast allen Büchern eine Lücke auf.

Beachten Sie, dass im Sinaiticus und im Vaticanus das Markusevangelium mit dem Wort „denn“ (gar auf Griechisch) endet. Es wurde noch nie ein anderes Buch in der griechischen Literatur gefunden, das mit dem Wort „denn“ endet. Andererseits gibt es viele Beispiele für griechische Sätze und Absätze, die mit diesem Wort enden.

193–217/220 n. Chr. Clemens von Alexandria

225–254 n. Chr. Origenes

406/407 n. Chr. Hieronymus, Brief 120 (an Hedibia)

Mindestens 6 weitere antike Handschriften

Sinaitisch-syrisch

900–1000 n. Chr. Eine armenische Handschrift besagt, dass dies von Aristion hinzugefügt wurde, den Papias erwähnt

Einige georgische Handschriften (aus dem 5. Jahrhundert)

Interne Belege, die dagegen sprechen

Abrupter Wechsel der Pronomen von Vers 8 zu Vers 9. Das Subjekt in Vers 8 sind die Frauen, während das Pronomen in Vers 9, „anastas“, männlich ist. Allerdings gibt es auch an anderen Stellen abrupte Wechsel bei den Pronomen, wie beispielsweise „Er“ = Josef von Arimathäa in Mk 15,46; „er“ = Jesus in Mk 15,47 und „sie“ = Maria, Maria und Salome in Markus 16,1.

Wortschatz: Ein Drittel der bedeutenden griechischen Wörter wird im restlichen Markus-Evangelium nicht oder anders verwendet. Insgesamt gibt es 166 Wörter und 101 verschiedene Wörter. Lässt man Eigennamen, „der“ usw. außer Acht, so gibt es 75 verschiedene wichtige Wörter. 15 davon (darunter „apistia“ (Glaubenslosigkeit) und „sklerokardia“ (hartnäckige Weigerung zu glauben)) werden an anderer Stelle im Markus-Evangelium verwendet. 11 weitere werden in einer anderen Bedeutung verwendet.

Trockene Fakten: Es scheint an den lebensnahen Details des restlichen Markus-Evangeliums zu mangeln.

Ähnlichkeiten zwischen den Evangelien: Matthäus und Lukas stimmen bis zum Ende von Vers 8 mit Markus überein.

Externe Belege, die darauf hindeuten, dass die Situation unklar ist: In über 8 antiken Handschriften fehlt das gesamte Markuskapitel 16. Dazu gehört p45 (Markus 12,29 ff. sind verloren gegangen)

2386 – die gesamte Seite fehlt

1420 – die gesamte Seite fehlt

16 – beschädigt; der gesamte Text ab Markus 16,6 fehlt

304 – enthält Text sowie einen Kommentar

Ein kürzeres Ende des Markus-Evangeliums

Bohairisch-koptisch [Boh] 3./4. Jahrhundert

Äthiopisch [Eth] ab ca. 500 n. Chr.

Ein Katalog der Markus-Handschriften

P45 Papyrus 45 (225) ~ beschädigt

B Vaticanus (325–350) ~ Auslassung

Sinaiticus (340–350) ~ Auslassung

A Alexandrinus (um 450) ~ Aufnahme

C Ephraemi (450) ~ Aufnahme

D Bezae (500?) ~ Aufnahme

L Regius (750) ~ doppelte Aufnahme

M Campianus (850) ~ Einbeziehung

N Purpureus Petropolitanus (550) ~ beschädigt

U Nanianus (900) ~ Einschluss

W Washington (400) ~ Aufnahme in das Freer-Logion

Sangellensis (900) ~ Aufnahme

Koridethi (800?) ~ enthalten

Petropolitanus (850) ~ beschädigt/Aufnahme (16,18–20 fehlen)

Rossanensis (550) ~ beschädigt/enthalten (16:14–20 fehlen)

Beratinus (550) ~ beschädigt

Laurensis (850) ~ doppelte Einbeziehung (Exemplar mit impliziertem Kurzschluss)

Die f1-Minuskeln (1, 118, 131, 209, 1582) ~ Einbeziehung mit Anmerkung oder Sigla

Die f13-Minuskel (13, 346, 543, 826, 828, 69, 124, 788, 983, 1689) ~ Einfügung

28 (1100er Jahre?) ~ enthalten

33 (1000) ~ Aufnahme

157 (1100) ~ Einbeziehung

565 (800er) ~ Einbeziehung

579 (1200er) doppelte Einbeziehung

700 (1100er Jahre?) ~ Einbeziehung

892 (um 950?) ~ Einschluss

1071 (1100er Jahre) ~ Aufnahme

1342 (1000er Jahre) ~ Einbeziehung

1424 (8. Jahrhundert) ~ Aufnahme

Aus: Markus 16,9–20, Eine Untersuchung der äußeren Beweise, von Jim Snapp II (2003)

Lehrinhalte, die einzigartig für Markus 16,9–20 sind

Jede Lehre oder jedes Konzept im längeren Schluss des Markus-Evangeliums findet sich an anderer Stelle in der Bibel wieder, mit Ausnahme von vier Punkten:

1. Jesus hatte zuvor sieben Dämonen aus Maria Magdalena ausgetrieben.

2. Zeichen, die diejenigen begleiten, die glauben:

[wenn sie dazu gezwungen werden], können sie ohne Gefahr Schlangen mit den Händen aufheben. (Lukas 10,19 besagt, dass sie Schlangen und Skorpione zertreten könnten, was dem in Markus 16 ähnelt). Ein weiteres Beispiel findet sich in Apostelgeschichte 28,3–6, wo Paulus von einer Viper gebissen wird, ohne dass ihm Schaden zugefügt wird.

3. [Wenn sie dazu gezwungen werden], können sie gefahrlos tödliches Gift trinken.

4. Dies ist die schärfste Zurechtweisung, die Jesus den Jüngern laut den Überlieferungen erteilt hat.

Fehlender Inhalt: Markus 14,28 und 16,7 erwähnen keine Erscheinung Jesu in Galiläa.

Fazit: Falls Markus 16,9–20 fälschlicherweise in einige Handschriften eingefügt wurde, geschah dies erstmals vor 150 n. Chr. Falls es fälschlicherweise entfernt wurde, geschah dies vor 217 n. Chr.

F: Sollte Mk 16,9–20 wie der Rest des Markus-Evangeliums als Heilige Schrift betrachtet werden?

A: Selbstverständlich sollte dies der Fall sein, sofern Markus es verfasst hat. Einige Christen vertreten jedoch die Ansicht, dass dieser Text aufgrund seiner frühen Einbeziehung und seiner weit verbreiteten Akzeptanz dennoch als Heilige Schrift gilt, selbst wenn er von einem Sekretär oder einer anderen Person anstelle von Markus verfasst worden wäre. Bruce Metzger vertrat offenbar diese Ansicht.

F: Welche Belege gibt es im Markus-Evangelium dafür, dass Markus dieses Buch verfasst hat?

A: Die frühe Kirche erkannte dieses Werk einhellig als von Markus stammend an. Papias, ein Jünger des Apostels Johannes, sagte, es stamme von Markus, der Petrus nachfolgte. Auch der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 905) erwähnt die Aussage von Papias.

F: Da Markus kein Apostel war, warum sollte das Markusevangelium dann in der Bibel enthalten sein?

A: Markus wurde allgemein als der Dolmetscher des Petrus anerkannt. Hier sind die Belege.

Papias (95–110 n. Chr.): „Unter anderem sagt er [Papias], dass nach der Auferstehung von den Toten ein Jahrtausend folgen werde, in dem die persönliche Herrschaft Christi auf dieser Erde errichtet werde. Darüber hinaus überliefert er in seiner eigenen Schrift weitere Berichte des zuvor erwähnten Aristion über die Aussprüche des Herrn sowie die Überlieferungen des Presbyters Johannes. Für Informationen zu diesen Punkten können wir unsere Leser lediglich auf die Bücher selbst verweisen; nun wollen wir jedoch den bereits angeführten Auszügen eine Überlieferung über Markus, den Verfasser des Evangeliums, hinzufügen, die von vorrangiger Bedeutung ist und die er [Papias] mit den folgenden Worten wiedergegeben hat: Und der Presbyter sagte Folgendes: Markus, der zum Dolmetscher des Petrus geworden war, schrieb genau das nieder, woran er sich erinnerte. Er berichtete jedoch nicht in exakter Reihenfolge von den Worten oder Taten Christi. Eusebius’ Kirchengeschichte 3:39 (Band 1, S. 154)

Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.): „…Markus, dem das Evangelium zugeschrieben wird, da er der Begleiter des Petrus war…“ Fragment von Clemens von Alexandria in Eusebius’ „Kirchengeschichte“, Buch 2, Kap. 15.

Tertullian (198–220 n. Chr.): „Die gleiche Autorität der apostolischen Gemeinden wird auch für die anderen Evangelien als Beweis dienen, die wir in gleicher Weise durch sie und gemäß ihrem Brauch besitzen – ich meine die Evangelien des Johannes und des Matthäus –, während das, was Markus veröffentlichte, als das des Petrus bestätigt werden kann, dessen Dolmetscher Markus war. Denn selbst die Fassung des Evangeliums durch Lukas wird gemeinhin Paulus zugeschrieben. Und es mag durchaus so erscheinen, als gehörten die Werke, die die Jünger veröffentlichen, ihren Meistern.“ Tertullian, „Gegen Marcion“, Buch 4, Kapitel 5, S. 350.

F: Wann wurde das Markus-Evangelium verfasst?

A: Der antimarcionitische Prolog zum Markus-Evangelium besagt ebenfalls: „Nach dem Tod des Petrus selbst schrieb er [Markus] dasselbe Evangelium nieder …“ (entnommen aus: „The Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 99). Irenäus schreibt in „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 1.1, S. 414 (182–188 n. Chr.), dass Markus nach dem „Scheiden“ von Petrus und Paulus schrieb, was kurz nach ca. 64–65 n. Chr. gewesen wäre. In „The Expositor’s Bible Commentary“, Band 8, S. 608, heißt es jedoch, Irenäus habe auch geschrieben, dass das Matthäusevangelium verfasst wurde, während Petrus und Paulus noch lebten, und wir sind uns fast sicher, dass dies falsch ist.

Laut Eusebius’ „Kirchengeschichte“ 6:14,5–7 sagte Clemens von Alexandria jedoch, das Markusevangelium sei verfasst worden, während Petrus sich in Rom aufhielt (ca. 45–64 n. Chr.). Auch Origenes war der Ansicht, dass Petrus zum Zeitpunkt der Abfassung des Markusevangeliums noch am Leben war.

Harnack ging davon aus, dass das Markusevangelium vor 62 n. Chr. verfasst wurde.

Im „Bible Knowledge Commentary: New Testament“, S. 98, heißt es, die Datierung des Markus-Evangeliums sei problematisch, und die beiden besten Optionen seien entweder 67–69 n. Chr. oder 64–68 n. Chr.

Im „New International Bible Commentary“, S. 1157, gibt Stephen S. Short das Datum mit ca. 65 n. Chr. an. Auf S. 1183 erklärt Laurence E. Porter, dass das Markusevangelium eindeutig vor dem Lukasevangelium verfasst wurde und dass das Lukasevangelium möglicherweise in der ersten Hälfte der 60er Jahre entstanden ist.

Im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 8, S. 608, heißt es, die beste Schätzung liege bei 65–70 n. Chr., also zwischen dem Großen Brand von Rom und der Zerstörung des Tempels. Jose O’Callaghan fand in Höhle 7 bei Qumran einen Papyrus, bei dem es sich möglicherweise um Fragmente des Markusevangeliums handelt, die auf etwa 50 n. Chr. datiert werden. Der „Expositor’s Bible Commentary“, Band 8, S. 608, führt jedoch aus, dass dies „von NT-Forschern weitgehend abgelehnt wurde (vgl. EBC 1:420–421, Anm. 1). Die von O’Callaghan vorgelegten Beweise sind viel zu lückenhaft, um als zuverlässig zu gelten.“

In der „New Geneva Study Bible“, S. 1558, heißt es, dass das Markusevangelium vor 70 n. Chr. verfasst worden sein muss. Es wird jedoch hinzugefügt, dass, falls das Lukas-Evangelium und die Apostelgeschichte um 62 n. Chr. fertiggestellt worden wären, das Markusevangelium sogar noch vor 62 n. Chr. entstanden sein müsste.

Die „NIV Study Bible“ (S. 1490) gibt an, dass das Evangelium möglicherweise in den 50er oder 60er Jahren oder kurz vor der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. entstanden sein könnte.

Das „New International Dictionary of the Bible“ (S. 622) gibt die Zeitangabe 65–70 n. Chr. an, obwohl einige konservative Gelehrte an einer Datierung in den 50er Jahren festhalten.

Das „Wycliffe Bible Dictionary“ (S. 1078) führt aus, dass zwar die Mehrheit der Exegeten das Markusevangelium auf die Jahre 65–70 n. Chr. datiert, das wahrscheinlichste Datum jedoch 67–70 n. Chr. sei.

Im „Believer’s Bible Commentary“ (S. 1318) heißt es, dass zwar einige ein Datum bereits in den 50er Jahren angeben, ein Datum zwischen 57 und 60 n. Chr. jedoch recht wahrscheinlich erscheint.

Im „Dictionary of Jesus and the Gospels“ (S. 528) heißt es, das Evangelium sei Ende der 60er Jahre, etwa 68–70 n. Chr., verfasst worden.

Der skeptische „Asimov’s Guide to the Bible“ (S. 903) führt aus, dass das Markusevangelium möglicherweise kurz nach 64 n. Chr. verfasst wurde. Es könnte sein, dass es erst nach 66 n. Chr. entstanden ist, doch es kann nicht lange nach 70 n. Chr. gewesen sein, wobei er seine Argumentation darauf stützt, dass Matthäus und Lukas Material aus dem Markusevangelium verwendet haben.

F: Wie können wir im Markus-Evangelium sicher sein, dass die heutige Schrift eine zuverlässige Überlieferung dessen ist, was ursprünglich geschrieben wurde?

A: Dafür gibt es mindestens drei gute Gründe.

1. Gott hat in Jesaja 55,10–11; Jesaja 59,21; Jesaja 40,6–8; 1. Petrus 1,24–25 und Matthäus 24,35 versprochen, sein Wort zu bewahren.

2. Zeugnisse der frühen Kirche. Viele Autoren bezogen sich auf Markus.

1. Clemens, Kap. 15, S. 9, zitiert Mk 7,6, obwohl es sich hierbei auch um ein Zitat aus Mt 15,8 und Jes 29,13 handelt.

Brief des Barnabas (ca. 70–130 n. Chr.), Kap. 5, S. 139: Markus 2,17b, das auch Matthäus 9,13b entspricht; sowie Lukas 5,32. (½ Zitat)

Papias (95–110 n. Chr.) erwähnt namentlich die Bücher Markus, Matthäus, den Ersten Johannesbrief und den Petrusbrief. Fragment 6 aus Eusebius’ „Kirchgeschichte“, Buch 3, Kap. 39. Eusebius verfasst diesen Text und stellte den Zweiten Petrusbrief in Frage; daher würde sich der „Petrusbrief“ auf den Ersten Petrusbrief beziehen.

Polykarp (um 150 n. Chr.) zitiert die Hälfte eines Verses: Markus 14,38b. Polykarps Brief an die Philipper, Kap. 7, S. 34–35

Justin der Märtyrer (um 138–165 n. Chr.) zitiert zwei Verse aus Markus: 2,17 und 12,25. In beiden Fällen erwähnt er sie als Worte des Erlösers.

Der Ketzer Tatian (um 172 n. Chr.) verfasste eine Harmonisierung der vier Evangelien, das sogenannte Diatessaron. Darin bezieht er sich auf 437,5 Verse im Markus-Evangelium. Das entspricht 64,6 % des gesamten Evangeliums.

Melito von Sardes (170–180 n. Chr.) bezeichnet Lukas und Markus als das „Evangelium“. Erwähnung des 1. Korintherbriefs als vom Apostel verfasst. Zitat aus dem Hebräerbrief. Rede über die Passion des Herrn, Kap. 9, S. 760–761

Der gnostische Ketzer Ptolemäus (vor 188 n. Chr.) bezieht sich laut Irenäus auf Markus 15,34

Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) zitiert 18 Verse aus Markus ganz oder teilweise. In Irenäus’ Werk „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kapitel 10.5, S. 425, erwähnt er Markus, den Ausleger und Nachfolger des Petrus, in seiner Evangeliumsdarstellung und zitiert Markus 1,2a. In den ersten zwölf Kapiteln des Markus-Evangeliums zitiert oder paraphrasiert Irenäus folgende Stellen: Markus 1,1.2.24; 3,27; 4,28; 5,31; 9,23; 10,38; 13,32; 14,21b; 16,19.

Irenäus spielt auf Markus 6,41.44; 9,2; 10,17; 13,33 an.

Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) schreibt: „Gegen Ende seines Evangeliums sagt Markus“, und zitiert anschließend Markus 16,19 vollständig. Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 10.5, S. 426

Irenäus erwähnt, dass Jesus die Macht verlieh, auf Schlangen und Skorpione zu treten, was ein Verweis auf Lukas 10,19 ist, sich aber auch auf Markus 16,17.18 beziehen könnte.

Der Muratorische Kanon (um 170 n. Chr.) erwähnt Markus zusammen mit den anderen drei Evangelien.

Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.) paraphrasiert Markus 10,17–31 mit den Worten: „Diese Dinge sind im Evangelium nach Markus geschrieben.“ „Wer ist der Reiche, der gerettet werden soll?“, Kap. 5, S. 592

Tertullian (198–220 n. Chr.) betont in „Fünf Bücher gegen Marcion“, Buch 4, Kap. 5, S. 350, die Urheberschaft von Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, der Offenbarung und vieler Briefe des Paulus.

Hippolyt (225–235/6 n. Chr.) schreibt: „Weder der Apostel Paulus noch Markus, der mit dem verstümmelten Finger, haben solche (Lehren) verkündet. Denn keine dieser (Lehren) ist im Evangelium nach Markus niedergeschrieben worden.“ „Widerlegung aller Häresien“, Buch 7, Kapitel 18, S. 112. Hippolyt zitiert außerdem die Hälfte von Markus 10,38 in „Widerlegung aller Häresien“, Buch 5, Kapitel 3, S. 53

Hippolyt verweist in „Widerlegung aller Häresien“, Buch 5, Kapitel 2, Seite 50, auf Matthäus 19,17; Markus 10,18 und Lukas 18,19 und sagt, dies stamme „vom Erlöser“.

Commodianus (um 240 n. Chr.) spielt sowohl auf Markus 12,42 als auch auf Lukas 21,2 an. „Lehrschriften des Commodianus“, Kap. 72, S. 217

Origenes (225–253/254 n. Chr.) zitiert ausführlich aus Markus. Zu seinen Zitaten gehört Markus 1,1–2. Er verfasste zudem einen vollständigen Kommentar zum Markusevangelium.

Origenes erwähnt Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Origenes: „Gegen Celsus“, Buch 5, Kap. 56, S. 568. Ebenfalls zitiert wird Matthäus 18,1 in Origenes’ „Kommentar zum Matthäusevangelium“, Buch 13, Kap. 14, S. 482.

Abhandlung über die Wiedertaufe (ca. 250–258 n. Chr.), Kap. 17, S. 677: „Auch nach Markus sagte er mit derselben Absicht zu den Söhnen des Zebedäus.“ Darin wird auch auf Markus 16,8 Bezug genommen.

Cyprian von Karthago (ca. 246–258 n. Chr.): „Auch nach Markus: ‚Alle Sünden und Lästerungen werden den Menschenkindern vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, dem wird es nicht vergeben werden, sondern er wird sich der ewigen Sünde schuldig machen.‘“ (Markus 3,28–29) Abhandlungen des Cyprian, Abhandlung 3, Kap. 28, S. 542

Firmilian von Caesarea an Cyprian (256 n. Chr.) zitiert Markus 13,6 als Worte „des Herrn selbst“. (Brief 74, Kap. 9, S. 392)

Dionysius von Alexandria (246–265 n. Chr.): „Es war ‚am Ende des Sabbats‘, wie Matthäus sagt; es war ‚früh, als es noch dunkel war‘, wie Johannes schreibt; es war ‚sehr früh am Morgen‘, wie Lukas es ausdrückt; und es war ‚sehr früh am Morgen, bei Sonnenaufgang‘, wie Markus uns berichtet. Somit hat uns niemand eindeutig den genauen Zeitpunkt aufgezeigt, zu dem Er auferstanden ist.“ Brief 5 an den Bischof Basilides, S. 94

Theonas von Alexandria (um 300 n. Chr.) spielt auf Markus 11,25 an: „Und so wie ihr euch wünscht, dass Er euch eure Verfehlungen vergibt, so vergebt auch ihr ihnen ihre.“ Brief an Lucianus, den Oberhofmeister, Kap. 9 (Bd. 6), S. 160

Adamantius (um 300 n. Chr.): „Werden Sie mir zustimmen, wenn ich anhand der Evangelien nachweise, dass es sich nicht um Erfindungen handelt?“ … „Die Jünger Christi haben sie verfasst: Johannes und Matthäus; Markus und Lukas.“ „Dialog über den wahren Glauben“, Erster Teil, „b 5“, S. 41

Victorinus von Petau (als Märtyrer gestorben 304 n. Chr.) erwähnt Matthäus, Markus und Lukas in seinem „Kommentar zur Apokalypse des seligen Johannes“, aus dem vierten Kapitel, 7–10, S. 348

Methodius (270–311/312 n. Chr.) (Halbzitat) zitiert Markus 11,9b, das auch Psalm 118,26a ist; Matthäus 21,9b; Lukas 19,38a; und Johannes 12,13b. „Anstelle unserer Gewänder lasst uns unsere Herzen vor Ihm ausbreiten. In Psalmen und Hymnen lasst uns unsere Dankesrufe zu Ihm erheben; und lasst uns unaufhörlich ausrufen: ‚Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn;‘“ Rede über die Psalmen, Kap. 1, S. 394

Athanasius von Alexandria (um 318 n. Chr.) zitiert einen Teil von Markus 12,29 mit den Worten „unser Herr und Erlöser Jesus Christus sagt“ in „Gegen die Heiden“, Kap. 6, S. 7. Er zitiert außerdem Markus 5,7, das mit Lukas 4,34 übereinstimmt, in „Die Menschwerdung des Wortes“, Kap. 32.5, S. 53. Athanasius zitiert Markus 13,35 – was mit Matthäus 24,42 übereinstimmt – in „Die Menschwerdung des Wortes“, Kap. 56.5, S. 66. Während Athanasius vor dem Jahr 325 n. Chr. auf keine anderen Verse im Markus-Evangelium Bezug nimmt, verweist er nach 325 n. Chr. auf zahlreiche weitere Verse im Markus-Evangelium.

Laktanz (ca. 303–ca. 325 n. Chr.) spielt auf Matthäus 14, Markus 6, Lukas 9 und Johannes 6 an, wenn er die Begebenheit der fünf Brote und zwei Fische schildert. „De Institutione Divina“, Buch 4, Kap. 15, S. 115

Laktanz (ca. 303–ca. 325 n. Chr.) spielt auf Matthäus 8, Markus 4 und Lukas 8 an, wenn er von „heiligen Schriften“ spricht, die lehren, dass Jesus „die Winde zwang, ihm zu gehorchen, die Meere, ihm zu dienen, die Krankheiten, zu weichen, und die Toten, sich ihm zu unterwerfen“. „De Institutio Divina“, Buch 4, Kapitel 15, S. 116

In der nächsten Frage erfahren Sie, welche Verse und Versteile zitiert wurden und welche nicht.

Nach Nicäa

Eusebius’ „Kirchengeschichte“ (318 n. Chr.), Buch 3, Kapitel 24, S. 152, behandelt die vier Evangelien: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. „Nicene and Post-Nicene Fathers“, Zweite Reihe, Band 1, S. 152

Juvencus (329 n. Chr.) verfasste ein episches Gedicht, in dem er die vier Evangelien miteinander verband.

Hegemonius (um 350 n. Chr.) zitiert in seinen Schriften über Archelaus (262–278 n. Chr.) Markus 2,9 als Worte Jesu in einer seiner Reden in „Disputation mit Manes“, Kapitel 42, S. 217

Athanasius von Alexandria (367 n. Chr.) listet in seinem „Festbrief“ 39, S. 552, die Bücher des Neuen Testaments auf

Hilarius von Poitiers (355–367/368 n. Chr.) verweist verbindlich auf Johannes, Lukas, Matthäus und Markus. In „Über die Dreifaltigkeit“, Buch 10, Kap. 43, S. 193

Die „Synopsis Scripturae Sacrae“ (350–370 n. Chr. oder 5. Jahrhundert) erwähnt Markus als Teil des Neuen Testaments. Sie zitiert Markus 1,1–2 vollständig.

Basilius von Kappadokien (357–378/379 n. Chr.) verweist in seinem Brief 8, Kapitel 7, S. 119 auf Markus 13,32 als von Jesus stammend

Ambrosiaster (nach 384 n. Chr.)

Cyrill von Jerusalem (ca. 349–386 n. Chr.) bezeichnet Markus 1,1.4 als das Evangelium in Vorlesung 3.6, S. 15

Der Cheltenham-Kanon (= Mommsen-Katalog) (ca. 360–370/390 n. Chr.) verweist auf jedes der vier Evangelien.

Ambrosius von Mailand (370–390 n. Chr.)

Amphilochius (–397 n. Chr.) zitiert aus Markus in „Iambi ad Seleucum“

Didymus der Blinde (398 n. Chr.)

Asterius von Emesa (um 400 n. Chr.)

Syrischer Katalog von St. Katharina (ca. 400 n. Chr.)

Severian (wirksam 400–408 n. Chr.)

Epiphanius von Salamis (360–403 n. Chr.) bezieht sich auf das Markusevangelium. „Panarion“, Abschnitt 3, Kap. 44, S. 345

Hieronymus (347–420 n. Chr.) erwähnt jedes der vier Evangelien namentlich in Brief 53.9, S. 101.

Johannes Chrysostomos (gest. 406 n. Chr. als Märtyrer) erwähnt Markus in der Predigt 4, S. 20 (Band 10)

Chromatius (gest. 407 n. Chr.)

Orosius/Hosius von Braga (414–418 n. Chr.) spielt auf Matthäus 26,47–50; Markus 14,43–46; Lukas 22,47–48; Johannes 18,3–9 an. „Verteidigung gegen die Pelagianer“, Kap. 8, S. 124

Johannes Cassian (Semi-Pelagianer) (419–430 n. Chr.) Markus 9,23 soll aus dem Evangelium stammen, wie in den „Gesprächen des Abtes Paphnutius“, Kap. 16, S. 327, erwähnt wird

Augustinus von Hippo (354–430 n. Chr.)

Marcus von Eremita (nach 430 n. Chr.) bezieht sich auf Markus

Polychronius von Apamea (wirksam 428–431) bezieht sich auf Markus 13,2

Theodoret von Kyrus (Bischof und Historiker) (423–458 n. Chr.)

Hesychius von Jerusalem (-450 n. Chr.) bezieht sich auf alle vier Evangelien

„Speculum“ (5. Jahrhundert)

Proclus (412–485 n. Chr.) bezieht sich auf Markus 14,5

Hinweise auf Ketzer und unechte Schriften

Apostolische Konstitutionen (375–380 n. Chr.)

Der arianische Ketzer Eunomius von Kyzikos (ca. 360–ca. 394 n. Chr.) spielt auf Markus 10,18 an („Gott allein ist gut“) – Apologetischer Brief, Kap. 21, S. 61

Nestorius’ „Bazaar of Heracleides“ (451/452 n. Chr.)

3. Die frühesten uns vorliegenden Handschriften des Markus-Evangeliums weisen kleine handschriftliche Abweichungen und eine größere Abweichung auf, jedoch keinerlei theologisch bedeutsame Fehler. Das Ende des Markus-Evangeliums stellt die auffälligste handschriftliche Abweichung im gesamten Neuen Testament dar.

p45 Chester Beatty I (alle vier Evangelien und die Apostelgeschichte) (100–150 n. Chr.) (früher auf das späte 2. oder frühe 3. Jahrhundert n. Chr. datiert) (Mk 4,36–5,2; 5,16–26; 5,38–6,3; 2 Buchstaben in 6,15; 6,16–25, 36–50; 7,3–15; 7,25–8,1; 8,10–26; 8,34–9,8; 4 Buchstaben in 9,9; 9,18–31; 11:27–12:1; 12:5–8, 13–19, 24–28 [147 Verse]) Der Band „The Complete Text of the Earliest New Testament Manuscripts“ enthält auf Seite 146 eine Fotografie, die einen Ausschnitt aus p45 zeigt. Auf den Seiten 150–151 heißt es, dass es sich bei der Abschrift um eine freie Paraphrase handele, in der der Verfasser versucht, den Gedanken jedes Satzes herauszuarbeiten. In „Eine allgemeine Einführung in die Bibel“ (S. 389) heißt es, dass die ursprüngliche Schriftrolle vermutlich etwa 220 Blätter umfasste, von denen uns 30 Blätter erhalten sind. Sechs dieser Blätter stammen aus dem Markusevangelium.

3. Jahrhundert – 1968 – „Der Text des Neuen Testaments“

3. Jahrhundert – 1975 – Aland et al., dritte Auflage

3. Jahrhundert – 1998 – Aland et al., vierte überarbeitete Auflage

Ende des 2. oder Anfang des 3. Jahrhunderts – 1999 – Der vollständige Text der frühesten Handschriften des Neuen Testaments.

S. 84 Mk 2,2–5,8–9; 6,30–31,33–34; 36–37, 39–41 sowie Joh 5,5; 17,3,7–8 (6. Jahrhundert)

S. 88 Mk 2,1–26 (4. Jahrhundert)

Der Codex Vaticanus [B] (325–350 n. Chr.), der Codex Sinaiticus [Si] (340–350 n. Chr.) und der Codex Alexandrinus [A] (um 450 n. Chr.) enthalten das gesamte Markusevangelium.

Der Washington-Kodex (4./5. Jahrhundert) hat das gesamte Markusevangelium mit Ausnahme von Markus 15,13–38 erhalten.

In Höhle 7 bei Qumran fand Jose O’Callaghan einen Papyrus aus dem Jahr 50 n. Chr., bei dem es sich möglicherweise um Fragmente des Markusevangeliums handelt. Allerdings heißt es im „Expositor’s Bible Commentary“, Band 8, S. 608, dass dies „von NT-Forschern weitgehend abgelehnt wurde (vgl. EBC 1:420–421, Anm. 1). Die von O’Callaghan vorgelegten Beweise sind viel zu lückenhaft, um als zuverlässig zu gelten.“

Carsten Thiede behauptet, Markus 6,52–53 sei in Höhle 7 in Qumran als Schriftrolle 7Q5 erhalten. Dies ist jedoch umstritten, da die Mehrheit der konservativen Bibelwissenschaftler diese These nicht akzeptiert. Zwar behaupten selbst seine Kritiker, dass es sich bei 7Q5 tatsächlich um Markus 6,52–53 handeln könnte, doch ist das Fragment so schwer zu entziffern, dass die meisten Wissenschaftler der Ansicht sind, man könne keine eindeutige Schlussfolgerung ziehen.

Bohairisches Koptisch [Boh] 3./4. Jahrhundert

Sahidisches Koptisch [Sah] 3./4. Jahrhundert

Armenisch [Arm] ab dem 5. Jahrhundert

Georgisch [Geo] ab dem 5. Jahrhundert

Äthiopisch [Eth] ab ca. 500 n. Chr.

Harchelesisch-Syrisch [Syr H]

Weitere Informationen zu frühen Handschriften des Markus-Evangeliums finden Sie unter www.BibleQuery.org/MarkManuscripts.html.

Frage: Welche Verse und Versteile aus dem Markusevangelium wurden von vor-nikänischen Schriftstellern (vor 325 n. Chr.) zitiert?

A: Vor dem Jahr 325 n. Chr. zitierten kirchliche Autoren etwa 77,3 % der Verse aus dem Markusevangelium. Das sind 524,38 Verse. Mit anderen Worten: Von den insgesamt 678 Versen des Markusevangeliums wurden alle bis auf 153,62 Verse zitiert. Die nicht zitierten Verse und Teile von Versen sind: Markus 1,4a (8/15 Wörter); 1,20f (12/19 Wörter); 1,22f (12/18 Wörter); 1,27f (21/24 Wörter); 1,29a (6/17 Wörter); 1,30–32; 1,34; 1,39a (11 von 15 Wörtern); 1,40; 2,2f (5 von 16 Wörtern); 2,13; 2,15; 2,16m (5 statt 7 von 12 Wörtern), 2,17a (8 von 23 Wörtern); 2:18a (9 von 31 Wörtern); 2:23f (10 von 20 Wörtern); 3:1a (9 von 14 Wörtern); 3:6m (nicht 5, 5, nicht 5 Wörter); 3:13; 3:17–18; 3:19f (4 von 7 Wörtern); 3:22–23; 3:26a (9 von 15 Wörtern); 3:27a (6 von 26 Wörtern); 3:32–35 Wörter); 4:1m (7 nicht 6, 9 nicht 11 Wörter); 4:2; 4:3a (2 von 5 Wörtern); 4:4a (2/3 des Zitats); 4:5a (2/3 des Zitats); 4:12m (1 statt 5, 11 Wörter); 5:15a (8/26 Wörter); 5:16a (11/18 Wörter); 4:21; 4:24a (3/15 Wörter); 4:30a (2 von 14 Wörtern); 4:34; 5:5f (13 von 19 Wörtern); 5:8; 5:10f (1 von 11 Wörtern); 5:12; 5:13m (nicht 3, 10, nicht 17 Wörter); 5:17m (2, nicht 4, 3 Wörter); 5:18–19; 5:21f (5/21 Wörter); 5:22; 5:24a (4/12 Wörter); 5:31a (13/16 Wörter); 5:32; 5:33f (3/20 Wörter); 5:34a (5/20 Wörter); 5:35–36; 5:40m (nicht 13, 7, nicht 6 Wörter); 5:41m (nicht 8, 7, nicht 3 Wörter); 6:1a (3/15 Wörter); 6:3m (nicht 5, 6, nicht 16, 4 Wörter); 6:4a (5 von 25 Wörtern); 6:7; 6:8a (3 von 21 Wörtern); 6:10; 6:11a (3 von 23 Wörtern); 6:14a (5 von 28 Wörtern); 6:15a (9 von 15 Wörtern); 6:17f (2 von 24 Wörtern); 6:32; 6:34m (6, nicht 11, 5 Wörter); 6:37–38; 6:41m (8, nicht 12, 10 Wörter); 6:43f (4 von 10 Wörtern); 6:44; 6:46–50; 6:51a (11 von 18 Wörtern); 6:53; 7:6a (14 von 29 Wörtern); 7:10a (2 von 19 Wörtern); 7:17f (10 von 15 Wörtern); 7:25f (6 von 19 Wörtern); 7:26m (8 statt 4 von 9 Wörtern); 7:27a (17 von 21 Wörtern); 7:28a (5 von 18 Wörtern); 7:29a (8 von 15 Wörtern); 7:34m (nicht 9, 3, nicht 1 Wort); 8:1; 8:5a (3 von 10 Wörtern); 8:7–10; 8:11a (8/17 Wörter); 8:31a (5/30 Wörter); 8:32m (nicht 4, 5, nicht 4 Wörter); 9:2a (7/28 Wörter); 9:5m (7, nicht 6, 15 Wörter); 9:7a (8/20 Wörter); 9:9; 9:14a (5 von 15 Wörtern); 9:15a (3 von 12 Wörtern); 9:16–17; 9:18f (11 von 26 Wörtern); 9:19; 9:22a (17 von 22 Wörtern); 9:27f (2 von 11 Wörtern); 9:29a (3 von 14 Wörtern); 9:31f (17 von 26 Wörtern); 9:32; 9:34f (9 von 12 Wörtern); 9:35a (8 von 19 Wörtern); 9:38; 9:40–43; 9:45–46; 10:3a (2 von 8 Wörtern); 10:5f (9 von 14 Wörtern); 10:14a (4 von 22 Wörtern); 10:29f (6 von 29 Wörtern); 10:33a (10 von 25 Wörtern); 10:45m (5 (nicht 5), 1 (nicht 7) Wörter); 10:46a (4 von 26 Wörtern); 10:52; 11:7f (4 von 18 Wörtern); 11:8a (9 von 16 Wörtern); 11:17–18; 11:23f (15 von 31 Wörtern); 12:1a (6 von 24 Wörtern); 12:12f (4/20 Wörter); 12:13f (4/14 Wörter); 12:14a (5/39 Wörter); 12:18m (nicht 3, 7 nicht 4 Wörter); 12:23m (nicht 3, 2 nicht 4, 7 Wörter); 12:25a (5/16 Wörter); 12:26a (6/33 Wörter); 12:35a (12/16 Wörter); 12:36a (8/27 Wörter); 13:1f (13/19 Wörter); 13:4f (9/14 Wörter); 13:9a (12 von 23 Wörtern); 13:10f (2 von 5 Wörtern); 13:11as (1 von 6 Zitaten); 13:12; 13:13f (7 von 16 Wörtern); 13:18; 13:27m (nicht 15, 2, nicht 3 Wörter); 14:5f (3/16 Wörter); 14:8a (9/16 Wörter); 14:10; 14:11m (nicht 5, 1, nicht 3, 6 Wörter); 14:12f (27/36 Wörter); 14:13a (9/22 Wörter); 14:14a (1/24 Wörter); 14:17; 14:18a (8/21 Wörter); 14:25–26; 14:27m (5 – nicht 5 – 7 Wörter); 14:28–29; 14:30a (13/21 Wörter); 14:32–34; 14:39f (5 von 9 Wörtern); 14:44a (8 von 18 Wörtern); 14:45–50; 14:53f (16 von 20 Wörtern); 14:54–57; 14:61f (16 von 23 Wörtern); 14:63 (7 von 12 Wörtern); 14:65m (5 statt 12, 3 statt 3 Wörter); 14:66–67; 14:68f (9 von 20 Wörtern); 14:69f (5 von 15 Wörtern); 14:70a (13 von 21 Wörtern); 14:72a (8 von 18 Wörtern); 15:1a (12 von 23 Wörtern); 15:2f (7 von 18 Wörtern); 15:4m (nicht 6, 4 statt 4 Wörter); 15:6–7; 15:9a (6 von 13 Wörtern); 15:10–12; 15:14f (6 von 15 Wörtern); 15:15a (6 von 20 Wörtern); 15:18a (4 von 8 Wörtern); 15:19; 15:20a (14 von 20 Wörtern); 15:21m (9, nicht 5, 5 Wörter); 15:22; 15:24–27; 15:29a (4/21 Wörter); 15:33; 15:34m (nicht 11, 2, nicht 13 Wörter); 15:36f (8/19 Wörter); 15:37–39; 15:40a (7/24 Wörter); 15:41a (11/19 Wörter); 15:43a (16/27 Wörter); 15:45m (nicht 2, 3, nicht 5 Wörter); 15:46f (18/26 Wörter); 15:47f (3 von 12 Wörtern); 16:1a (16 von 20 Wörtern); 16:5a (3 von 16 Wörtern); 16:6a (4 von 22 Wörtern); 16:10a (3 von 10 Wörtern); 16:12m (nicht 6, 1, nicht 5, 2 Wörter); 16:13a (5/8 Wörter); 16:14a (1/21 Wörter); 16:15a (13/24 Wörter)

Jeder Vers oder Versausschnitt, der hier nicht aufgeführt ist, wurde zitiert. Weitere Informationen finden Sie unter www.bibleQuery.org/Bible/BibleCanon/EarlyChristianNTQuotes.xls.