Neues Testament

Bibelfrage zum Neuen Testament

F: Wenn Jesus der einzige Weg in den Himmel ist, warum wurde er dann erst so lange nach Beginn der Geschichte gekreuzigt? Wenn er der einzige Weg ist, warum wurde er dann nicht bereits nach der ersten Sünde auf die Erde gesandt, um für die Sünden der Welt gekreuzigt zu werden?

A: Sie stellen eine große Frage, aber gestatten Sie mir, sie noch etwas weiter zu fassen. Warum wurde Jesus genau zu diesem Zeitpunkt gesandt und nicht früher oder später? In Römer 5,6 heißt es: „Denn zur rechten Zeit … starb Christus für die Gottlosen.“ Doch obwohl die Bibel nicht sagt, warum dies der beste Zeitpunkt war, können wir darüber spekulieren.

Nicht zu früh: Jemand fragte mich einmal: „Warum kommt Gott nicht einfach herab und offenbart sich allen?“ Ich antwortete, dass wir vernichtet würden, wenn Gott in all Seiner Herrlichkeit herabkäme. Doch Gott ist allmächtig, und Er könnte herabkommen, wobei Er einen Teil Seiner Herrlichkeit verhüllen würde, sodass Seine unmittelbare Gegenwart uns nicht vernichten würde. Wenn Er auf eine Weise herabkäme, die uns zum Glauben zwingen würde, wie könnten wir dann Glauben haben oder den freien Willen, eine Entscheidung zu treffen, die nicht unter Zwang zustande käme? Wenn Gott jedoch auf eine Weise herabkäme, bei der ein Teil Seiner Herrlichkeit verhüllt wäre, und Er Beweise dafür gäbe, wer Er ist – jedoch nicht so offensichtlich, dass jeder glauben müsste, ob er wolle oder nicht –, wie oft müsste Gott das dann tun? Was wäre, wenn Er es nur einmal getan hätte, vor 2.000 Jahren?

90 % der Bevölkerung danach: Wir schätzen, dass etwa 32 Milliarden (+/- 6 Milliarden) Menschen jemals auf der Erde gelebt haben. Über 90 % von ihnen haben nach der Zeit Christi gelebt.

Gerechtigkeit gegenüber denjenigen davor: Gott beurteilt die Menschen anhand der Wahrheit, die ihnen zur Verfügung stand; Sünde wird nicht angerechnet, wo kein Gesetz ist (Römer 4,15; 5,13). Daher konnten Menschen, die vor Christus lebten, wie Abraham, David usw., durch Christus gerettet werden, obwohl Christus noch nicht gekommen war.

Eine friedlichere Zeit: Die Zeit Christi war im Vergleich zu den vorangegangenen Epochen – geprägt von den römischen Eroberungen – und den nachfolgenden Epochen – geprägt von den Kriegen zwischen Römern und Parthern sowie den Einfällen der europäischen Barbaren in das Römische Reich – eine Zeit relativen Friedens. Weitere Informationen zu den Kriegen jener Zeit finden Sie unter www.BibleQuery.org/History/Calamities/Wars.html, falls Sie daran interessiert sind.

Beste Zeit für die Ausbreitung: Die Römer bauten ein ausgedehntes Straßennetz, und wäre Jesus vor dieser Zeit gekommen, wäre es viel schwieriger gewesen, das Evangelium in verschiedene Länder zu verbreiten.

Erhaltung der Quellen: Wäre es viel früher gewesen, hätten wir möglicherweise weitaus weniger Handschriften, die die Zuverlässigkeit des Neuen Testaments belegen. Wäre es Jahrhunderte später gewesen, hätten wir vielleicht mehr davon, doch selbst so verfügen wir über mehr als 10.000 griechische Handschriften und Fragmente des Neuen Testaments. Die früheste davon ist übrigens der John-Rylands-Papyrus, der auf die Jahre 110–138 n. Chr. datiert wird. Hier sind weitere Handschriften, über die wir verfügen.

110/117–125/138 n. Chr.

p52 (= John-Rylands-Papyrus)

Johannes 18,31–33, Rückseite 18,37–38 – 4 Verse

100–150 n. Chr.

S. 104

Matthäus 21,34–37,43,45(?) – 5,5 Verse

100–150 n. Chr.

S. 46 (=Chester Beatty II)

70 % des Paulusbriefes und des Hebräerbriefes – 1.680 Verse

ca. 125 n. Chr.

p87 – Handschrift ähnlich wie p46.

Philemon 13–15, 24 (Auszug), 25b mit Lücken – 4 Verse

2. Jahrhundert

Magdalen-Papyri

Mt 26,7–8, 10, 14–15, 22–23, 31–33 – 10 Verse

100/125–150/175 n. Chr.

p66 (= Bodmer II) S. 14/15, S. 75

92 % des Johannesevangeliums – 808,5 Verse

125–150 n. Chr.

S. 64, S. 67 (dasselbe Manuskript)

(S. 67) Mt 3,9.15; 5,20–22,25–28 – 19 Verse

(S. 64) Mt 26,7–8,10,14–15,22–23,31–33

Anfang bis Mitte des 2. Jahrhunderts

S. 4 – Handschrift ähnlich wie S. 64, S. 67

Lk 1,58–59; 1,62–2,1,6–7 usw. – 95 Verse

um 170 n. Chr.

Unzial 0212

Auszüge aus dem Diatessaron: Mt 27; Mk 15; Lk 23; Joh 19

ca. 175 n. Chr.

p90

Joh 18,36–19,7 – 12 Verse

177 n. Chr. – 97 % (855/878) des Johannesevangeliums, 70 % der Paulusbriefe und des Hebräerbriefes (Verfolgung unter Aurelius)

Allein anhand der uns noch vorliegenden Handschriften, die vor der Verfolgung unter Marcus Aurelius im Jahr 177 n. Chr. verfasst wurden, verfügen wir über 97 % des Johannesevangeliums (855/878 Verse) sowie über 70 % der Paulusbriefe und des Hebräerbriefes.

Eusebius’ „Kirchengeschichte“ (318 n. Chr.), Buch 1, Kap. 2, S. 84, liefert eine andere, aber ergänzende Antwort. Er sagt schlicht, das Evangelium sei zuvor nicht gepredigt worden, weil die sündige Menschheit noch nicht dafür bereit gewesen sei. „Nicene and Post-Nicene Fathers“, Zweite Reihe, Band 1, S. 84

Eine damit zusammenhängende Frage lautet: Selbst für Menschen, die nach Jesus lebten – wenn sie starben, bevor sie das Evangelium gehört hatten –, ist es für sie dasselbe, als hätten sie vor Jesus gelebt. Was ist mit ihnen? Weitere Informationen hierzu finden Sie unter www.BibleQuery.org/Doctrine/NeverHeardTheGospel/WhatAboutThoseWhoDiedBeforeHearingTheGospel.html.

F: Wie konnte Gott sterben?

A: Jesus war ganz Mensch und ganz Gott. Jesus nahm die Menschlichkeit an, um seine Mission zu erfüllen, für unsere Sünden zu sterben. Die Menschlichkeit Jesu wurde am Kreuz getötet. Viele Dinge lassen sich durch Analogien zur Natur erklären, doch gibt es kein natürliches Pendant zur Inkarnation, als Gott auf die Erde kam, um als Mensch zu leben.

Historisch gesehen wurde dieser Einwand, der von Heiden vorgebracht wurde, von Arnobius in seinem Werk „Gegen die Heiden“ (297–303 n. Chr.), Buch 1, Kapitel 60, S. 430–431, beantwortet.

F: Ich habe Ihren Artikel zum Thema „Jesus ist Gott“ überflogen. Zugegebenermaßen habe ich nichts gefunden, was der klaren, wiederholten und offiziellen messianischen und apostolischen Lehre widerspricht, dass Jesus ontologisch ein Mensch ist –

Johannes 8,40: „Nun aber wollt ihr mich töten, einen Menschen [ἄνθρωπος], der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe.“

Apostelgeschichte 2,22–23  „Männer [Άνδρες] von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, ein Mensch [ἄνδρα], der euch von Gott durch mächtige Taten, Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte vollbrachte, wie ihr selbst wisst, bezeugt wurde – 23 diesen Jesus, der nach dem festen Ratschluss und der Vorsehung Gottes ausgeliefert wurde, habt ihr durch die Hände von Gesetzlosen gekreuzigt und getötet“

1 Kor 15,21 Denn wie durch [δι’] einen Menschen [ἄνθρωπος] der Tod gekommen ist, so ist auch durch [δι’] einen Menschen [ἄνθρωπος] die Auferstehung der Toten gekommen.

1 Tim 2,5 Denn es gibt einen Gott und einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich den Menschen [ἄνθρωπος] Christus Jesus,

Ich habe eine Frage, die meiner Meinung nach den Kern der Sache trifft –

Kann Jesus vollständig und eigenständig OHNE eine inkarnierte Gottheit wirken (genau wie Sie und ich und alle Menschen)?

A: Die Bibel sagt dies nicht ausdrücklich, aber es gibt einige allgemeine theologische Konzepte, die unser Denken leiten.

Jesus war nicht zur Hälfte Mensch und zur Hälfte Gott. Vielmehr war er zu 100 % Gott und zu 100 % Mensch. Kolosser 1,19 weist darauf hin, dass Jesus die „Fülle“ der Gottheit besaß. Hebräer 4,15 lehrt, dass Jesus ein Mensch war, der in jeder Hinsicht versucht werden konnte, und dass er alles hatte, was wir auch haben, außer dass er ohne Sünde war.

Andererseits gibt es nicht zwei Jesusse: einen menschlichen und einen göttlichen. Es gibt nur einen Jesus.

Was die Einzelheiten betrifft, wie dies genau ablief, hat Gott uns nichts mitgeteilt; das ist Teil des Geheimnisses der Menschwerdung.

F: Wer genau hat Jesus getötet?

A: Auf die Frage, wer Jesus getötet hat, gibt es zwei Antworten.

1. Einige römische Soldaten unter Pontius Pilatus töteten Jesus. Nun gibt es in allen Volksgruppen gute und schlechte Menschen, und nur weil ein italienischer Statthalter den Tod Jesu angeordnet hat, ist das kein Grund, Hass gegenüber Italienern zu hegen. Außerdem ließ ein böser jüdischer Hohepriester (der von den Römern eingesetzt worden war) Jesus verhaften und vor den Sanhedrin bringen. Dieser übergab ihn an die Römer. Übrigens waren Paulus, Petrus, Johannes, Matthäus, Judas und Jakobus alle Juden. Zu sagen, dass eine bestimmte kleine Gruppe jüdischer Menschen böse war, ist nicht antisemitischer, als zu sagen, dass Hitler und seine Handlanger böse waren, sei antideutsch. (Ich bin der Erste, der sagt, dass der gesamte Nationalsozialismus ein äußerst böses Werkzeug des Satans war, und ich bin zum Teil Deutscher. Ich möchte jedoch auch darauf hinweisen, dass viele deutschstämmige Amerikaner Soldaten wurden und gegen Hitler kämpften.) Ebenso waren einige Juden böse, andere hingegen, wie Petrus und Paulus, waren gut. Selbst einige Juden, die keine Christen wurden, wie beispielsweise Josephus, hatten dennoch Respekt vor Jesus und seinem Halbbruder Jakobus.

2. Die andere, ebenso wichtige Antwort lautet: Sie, ich und alle anderen haben Jesus getötet. Jesus wusste, was geschah, und er hätte sich aus dem Garten Gethsemane aus dem Staub machen können. Niemand hätte Jesus getötet, denn er hätte leicht entkommen und verschwinden können. Doch Jesus entschied sich bewusst dafür, zu bleiben und auf schreckliche Weise an jenem Kreuz als Opfer für unsere Sünden zu sterben. Wenn Sie also jemandem die Schuld für den grausamen, ungerechten Tod geben wollen, der uns das wunderbare Geschenk des ewigen Lebens bescherte, dann geben Sie Jesus die Schuld!

„Lasst uns unsere Augen auf Jesus richten, den Urheber und Vollender unseres Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete, dessen Schande er verachtete, und sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.“ (Hebräer 12,2 BSB)

F: Seit wann datieren die Menschen Ereignisse nach dem Jahr, in dem Jesus angeblich geboren wurde?

A: Zuvor datierten die Menschen Ereignisse im Allgemeinen nach dem Regierungsjahr eines Königs. Andere datierten Ereignisse nach dem vermeintlichen Jahr der Erschaffung Adams, dem 1. September 5509 v. Chr.

In dem skeptischen Werk „Asimov’s Guide to the Bible“ heißt es auf Seite 786, dass die Römer zu Jesu Zeiten die Jahre nach „A.U.C.“ – also nach den Jahren seit der Gründung der Stadt [Rom] – zählten. Rom wurde 753 v. Chr. gegründet. Auf S. 787 erklärt Asimov, dass der skythische Mönch und Astronom Dionysius Exiguus aus Rom, der um 544 n. Chr. starb, fälschlicherweise annahm, Christus sei im Jahr 1 n. Chr. geboren worden. In „Manuskripte der griechischen Bibel“, S. 49, heißt es, dass die Zeitrechnung ab der Geburt Christi im 3. Jahrhundert von Hippolytus eingeführt wurde. Dies wurde nicht allgemein akzeptiert, da einige byzantinische Schreiber diese Praxis erst im 14. Jahrhundert übernahmen. Zudem wird in der „Ersten Apologie“ des Justinus des Märtyrers, Kapitel 46, S. 178, zwar kein offizielles Datierungssystem genannt, doch wird dort erwähnt, dass Jesus vor 150 Jahren geboren wurde.

F: Wie kamen im Neuen Testament die Bezeichnungen „Altes und Neues Testament“ zustande?

A: Tertullian war offenbar der Erste, der diese Begriffe im Jahr 207 n. Chr. in lateinischer Sprache in seinem Werk „Gegen Marcion“, Buch 4, Kapitel 6, prägte.

F: Wie kann ich folgende Aussage verteidigen: Die Evangelien enthalten zwar einige Wahrheiten, doch Schreiber des zweiten Jahrhunderts fügten Passagen hinzu, um einen Jesus zu schaffen, den die Christen des ersten Jahrhunderts nie gekannt haben. Mit anderen Worten: Die leibliche Auferstehung und die Bezeichnung Jesu als „Sohn Gottes“ wurden erst später hinzugefügt, lange nach den Ereignissen, die sich tatsächlich zugetragen haben.

A: Lassen Sie mich zunächst Ihre Frage umformulieren und sie dann beantworten. Skeptiker behaupten häufig, dass die Verfasser nicht das geschrieben hätten, was sie geschrieben haben, selbst wenn es dafür keinerlei Grundlage gibt. Wie könnte also eine objektive Person wissen, ob der Ausdruck „Sohn Gottes“ den Christen des ersten Jahrhunderts bekannt war oder nicht?

a) Machen Sie sich zunächst bewusst, dass die Beweislast bei jenen liegt, die die Echtheit der Abschrift anzweifeln. Wenn sie keine Beweise vorlegen können, können wir an dieser Stelle bereits aufhören.

b) Zweitens müssten sie den Ausdruck „Sohn Gottes“ an vielen Stellen hinzufügen, da er im Neuen Testament häufig vorkommt. Neben Mk 1,1 findet er sich allein in den Evangelien, in der Offenbarung und in den nicht-paulinischen Briefen an folgenden Stellen:

Mt 3,17; 17,5; Mk 1,11; Lk 9,35; 2. Petrus 1,17 (Der Vater sagt: „Dies ist mein geliebter Sohn“)

Mt 4,3.6; 8,29; 14,33; 16,16; 26,63; 27,40.43.54

Mk 3,11; 5,7; 15,39

Lk 1,32.35; 4,3.9.41; 8,28; 22,70

Joh 1,18.34.49; 3,16.17.18.35; 5,23 (impliziert); 5,25; 6,69; 9,35; 10,36; 11,4.27; 17,1 (impliziert); 19,7; 20,31; 1 Joh 1,3.7; 2,22.23 (impliziert); 3,8.23; 4,9.10.14.15; 5,5.9.10 (zweimal), 11.12.13 (zweimal), 20; 2 Joh 3.9; Offb 2,18.

c) Wir müssen jedoch nicht an dieser Stelle Halt machen. Welche Beweise könnten wir dafür haben, dass Christen glaubten, Jesus sei der Sohn Gottes, da uns erst ab 117 n. Chr. Abschriften der Bibel vorliegen? Wir verfügen über die Schriften der frühen Kirchenväter.

„Aber über Seinen Sohn sprach der Herr wie folgt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ 1. Clemensbrief, Kap. 36, S. 15. Clemens von Rom schrieb zwischen 96 und 98 n. Chr.; wir sind uns des Datums sehr sicher. Das erste Jahrhundert endete Ende 100 n. Chr., sodass dies die Behauptung widerlegt.

Erwähnung von „Seinem Sohn, entsprechend der zwischen ihnen bestehenden Beziehung/Ökonomie“. „Mathetes an Diognetus“, Kap. 8, S. 28 (ca. 130–200 n. Chr.)

„Er gab seinen eigenen Sohn als Lösegeld für uns …“ Mathetes an Diognetus, Kap. 8, S. 28 (ca. 130–200 n. Chr.)

„Derjenige, der von Ewigkeit her ist und heute als der Sohn bezeichnet/angesehen wird“ – „Mathetes an Diognetus“, Kap. 11, S. 29

„durch seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus“ – Das Martyrium des Polykarp, Kap. 20, S. 43

„Jesus Christus … der zugleich Menschensohn und Sohn Gottes ist“ – Ignatius’ Brief an die Epheser, Kap. 20, S. 58 (Wir wissen nicht, wann Ignatius, ein Jünger des Apostels Johannes, dies verfasste; er starb jedoch entweder im Jahr 107 oder 116 n. Chr.)

Jesus erklärte sich selbst zum Sohn Gottes. Barnabasbrief, Kap. 7, S. 141 (ca. 70–130 n. Chr.). Siehe auch Kap. 5, S. 139, 140; Kap. 12, S. 145

„Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus und Jesus Christus selbst, der der Sohn Gottes ist, …“ Der Brief des Polykarp an die Philipper, Kapitel 12, S. 35. Wir wissen nicht, wann Polykarp dies verfasste, doch er starb 155 n. Chr. den Märtyrertod. Irenäus, der zwischen 182 und 188 n. Chr. schrieb, erwähnt Polykarps Brief an die Philipper in seinem Werk „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 3.4, S. 416.

„Christus, der vor aller Zeit als Sohn Gottes bezeichnet wurde, … damit Er uns durch Sein Blut reinigen möge, … und uns Seinem Vater als reine Söhne darbringe.“ Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) in Fragment 39, S. 575

Glaubten sie, dass Jesus Gott war?

Die eigentliche Frage ist hier, ob die frühen Christen Jesus als Gott betrachteten oder nicht. Hier sind Belege dafür, dass sie dies taten:

Ignatius (gest. 107 oder 116 n. Chr.) schrieb häufig von Christus als Gott. So sprach er beispielsweise in Kapitel 1 seines Briefes an die Epheser vom „Blut Gottes“.

Mathetes an Diognetus (ca. 130–200 n. Chr.), ein Jünger der Apostel, schrieb in Kapitel 7 seines Werkes „Mathetes an Diognetus“ von Christus, der als König, Gott, Mensch und Erlöser gesandt wurde.

Justin der Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.)

„Das Wort der Weisheit, das selbst dieser Gott ist, der vom Vater aller Dinge gezeugt wurde, …“ „Dialog mit Trypho“, Kap. 61. Siehe Kap. 55, 56, 59, 62–64, 66, 74–78.

Melito von Sardes (gest. 180 n. Chr.) sagte über die Kreuzigung: „Gott wird ermordet“.

Theophilus, Bischof von Antiochia (168–181/188 n. Chr.): „Denn die göttliche Schrift selbst lehrt uns, dass Adam sagte, er habe die Stimme gehört. Doch was ist diese Stimme anderes als das Wort Gottes, das zugleich Sein Sohn ist?“ Brief an Autolycus, Buch 2, Kap. 22.

Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) schrieb in „Irenäus gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 19.2, S. 449: „Jesus ist in sich selbst, … Gott und Herr, …“

Selbst die Feinde des Christentums bezeugen, dass die Christen Jesus als Gott verehrten.

Plinius der Jüngere (Statthalter und Verfolger der Christen im Jahr 112 n. Chr. in einem Schreiben an Kaiser Trajan): „Sie [die Christen] pflegten sich an einem bestimmten festgelegten Tag vor Tagesanbruch zu versammeln, wo sie abwechselnd in Strophen eine Hymne an Christus sangen, als wäre er ein Gott, und sich durch einen feierlichen Eid verpflichteten, keine bösen Taten zu begehen …“

Lukian (Satiriker des 2. Jahrhunderts): „Die Christen, wie Sie wissen, verehren bis zum heutigen Tag einen Menschen – jene herausragende Persönlichkeit, die ihre neuartigen Riten einführte und deswegen gekreuzigt wurde … Sehen Sie, diese fehlgeleiteten Geschöpfe …“ (Der Tod des Peregrinus 11)

Dies ist von Bedeutung, da eine offizielle römische Anfrage besagt, dass Christen Christus bereits im Jahr 112 n. Chr. als Gott verehrten.

Frage: „Kurz gesagt, im Laufe der Zeit wandelt sich die apokalyptische Vorstellung von der Auferstehung des Leibes in die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele. Was sich herausbildete, war der Glaube an Himmel und Hölle – ein Glaube, der in den Lehren Jesu oder des Paulus nicht zu finden ist, sondern in späterer Zeit von Christen erfunden wurde, die erkannten, dass das Reich Gottes niemals auf diese Erde kommen würde. Dieser Glaube wurde zu einer festen christlichen Lehre, in alle Ewigkeit.“ Jesus, Interrupted, S. 266

A: Ich habe die Passagen rund um dieses Zitat noch einmal gelesen, um sicherzugehen, dass ich es richtig verstanden habe: Ehrman vertritt die Ansicht, dass die frühen Christen nicht an Himmel oder Hölle glaubten. Es ist etwas unklar, ob Ehrman damit auch sagt, dass spätere Christen die Unsterblichkeit der Seele ebenfalls erfunden haben, doch unabhängig davon behauptet er, dass diese Konzepte Jesus, Paulus oder vermutlich auch den ersten Christen unbekannt waren.

Vielleicht hätte ich es nicht sein sollen, aber ich war schockiert über die scheinbare Unkenntnis dessen, was dieser angebliche Experte für das Neue Testament sagte. Lassen Sie uns zunächst über die Unsterblichkeit der Seele sprechen. Schon lange vor Moses’ Zeit balsamierten die Ägypter ihre Leichen als Mumien ein, weil sie an die Unsterblichkeit der Seele glaubten. Die alten Sumerer zeigten in ihrem Mythos von Inanna und Dumuzi einen allgemein akzeptierten Glauben an die Unsterblichkeit der Seele. Auch das sumerische Dilmun-Gedicht aus dem Jahr 2400 v. Chr. erwähnt einen Ort namens Dilmun, an dem sich die Götter aufhielten und an dem Götter sowie Ziusudra, ein Mensch, der Unsterblichkeit erlangt hatte, lebten. Viele jüdische Schriften aus der Zeit vor Jesus, darunter 2 Makkabäer 12,44 und 1 Henoch, sprechen davon, dass die Toten bei Bewusstsein sind. Im Alten Testament, in Jesaja 53,8–9, wurde der leidende Knecht von den Lebenden abgeschnitten und „den Gottlosen zugeordnet“, doch in 53,10 heißt es: „Er wird seine Nachkommen sehen, er wird seine Tage verlängern.“ Selbst der 1. Korintherbrief, ein Buch, dessen Urheberschaft durch Paulus Ehrman anerkennt, enthält ein ganzes Kapitel über die Auferstehung der Toten (Kapitel 15). Auch in 2 Kor 5,1–8 wird unsere Unsterblichkeit thematisiert. Selbst die von Ehrman so geschätzten Gnostiker glaubten an ein transzendentes, immaterielles Leben nach dem Tod für die spirituellen Menschen.

Was Himmel und Hölle betrifft, so kannten die Griechen und Römer die elysischen Felder für die Seligen und den Tartaros für die Verdammten. Jüdische Schriften aus der Zeit vor Christus, wie beispielsweise 1. Henoch, berichten von zwei Bereichen des Scheols (des Grabes): einem Gefängnis für die Gottlosen und einem Paradies für die Gerechten. Jesus sprach in den Evangelien tatsächlich häufiger von der Hölle als vom Himmel. Es ist interessant, dass Jesus den bekannten Begriff „Paradies“ im Gespräch mit dem Dieb am Kreuz verwendet. In 1. Petrus 3,19 werden die Geister im Gefängnis erwähnt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass viele Heiden an die Unsterblichkeit der Seele und an eine Form von Himmel und Hölle glaubten. Die Juden vor Christus glaubten an ein Gefängnis und ein Paradies. Die frühen Briefe des Paulus lehrten Unsterblichkeit, Himmel und Hölle. Selbst die Gnostiker glaubten an ein immaterielles Leben nach dem Tod für sich selbst. Doch unglaublicherweise behauptet Ehrman, die Unsterblichkeit der Seele sowie einen körperlosen Himmel und eine körperlose Hölle seien „spätere Erfindungen“ der Christen.

F: Welche Beweise gibt es neben den biblischen Handschriften dafür, dass die frühen Christen glaubten, Jesus sei als Lösegeld für unsere Sünden gestorben?

A: Zwar liegt die Beweislast bei denjenigen, die eine Verfälschung behaupten, und sie müssen Beweise für ihre Behauptung vorlegen; dennoch finden sich hier Belege von frühchristlichen Schriftstellern dafür, dass die frühen Christen glaubten, Jesus sei als Lösegeld gestorben, um für unsere Sünden zu sühnen.

„Wie kostbar ist doch dieses Blut [Jesu] für Gott, das, nachdem es zu unserem Heil vergossen wurde, der ganzen Welt die Gnade der Buße vor Augen geführt hat.“ 1. Clemensbrief, Kap. 7, S. 7 (96–98 n. Chr.)

„Er gab seinen eigenen Sohn als Lösegeld für uns …“ Mathetes an Diognetus, Kap. 8, S. 28 (ca. 130–200 n. Chr.)

„…Herr Jesus Christus, der für unsere Sünden bis zum Tod gelitten hat, [den] ‚Gott jedoch von den Toten auferweckt hat, nachdem er die Fesseln des Grabes gelöst hatte‘.“ Brief des Polykarp an die Philipper, Kap. 1, S. 33 (Polykarp starb ca. 155 n. Chr. den Märtyrertod)

Siehe www.BibleQuery.org/History/ChurchHistory/WhatEarlyChristiansTaughtOnDoctrine.html (oder .docx) für Zitate vor 325 n. Chr. von Melito von Sardes (170–180 n. Chr.), Clemens von Alexandria (193–217/220 n. Chr.), Tertullian (198–220 n. Chr.), Hippolyt (225–235/6 n. Chr.), Cyprian von Karthago (ca. 246–258 n. Chr.) und Athanasius (318 n. Chr.). Es gibt zudem weitere Zitate darüber, dass Jesus für uns gelitten hat und für uns gestorben ist.

Frage: Welche Beweise gibt es neben den biblischen Handschriften dafür, dass die frühen Christen glaubten, Jesus sei von den Toten auferstanden?

A: Die Beweislast liegt bei jenen, die der Ansicht sind, dass es sich hierbei um Ergänzungen zur Bibel handelt; sie müssen Beweise dafür vorlegen, dass diese später hinzugefügt wurden. Hier finden Sie jedoch Belege aus den Schriften früher christlicher Autoren dafür, dass die frühen Christen glaubten, Jesus sei von den Toten auferstanden.

„Lasst uns bedenken, meine Lieben, wie der Herr uns immer wieder beweist, dass es eine zukünftige Auferstehung geben wird, für die Er den Herrn Jesus Christus zum Erstling gemacht hat, indem Er Ihn von den Toten auferweckt hat.“ 1. Clemensbrief, Kap. 24, S. 11 (96–98 n. Chr.)

Jesus ist von den Toten auferstanden. Barnabasbrief, Kap. 15, S. 147 (ca. 70–130 n. Chr.)

„…Herr Jesus Christus, der für unsere Sünden bis zum Tod gelitten hat, [doch] ‚den Gott von den Toten auferweckt hat, nachdem er die Fesseln des Grabes gelöst hatte‘.“ Brief des Polykarp an die Philipper, Kap. 1, S. 33 (Polykarp starb ca. 155 n. Chr. den Märtyrertod)

„Jesus Christus, … in seinem Leiden und in seiner Auferstehung.“ Ignatius’ Brief an die Epheser, Kap. 20, S. 57

Jesu Geburt, Leiden und Auferstehung. Ignatius’ Brief an die Magnesier, Kap. 11, S. 64

Irenäus, „Gegen die Häresien“ 5:7:1. (182–188 n. Chr.) „So wie Christus also in der Substanz des Fleisches auferstanden ist und Seinen Jüngern die Spuren der Nägel und die Wunde an Seiner Seite zeigte (das sind nun die Zeichen jenes Fleisches, das von den Toten auferstanden ist), so ‚wird Er auch‘, so heißt es, ‚uns durch Seine eigene Kraft auferwecken‘.“

F: Einige liberale Kritiker sind der Ansicht, dass zwar sieben der Paulusbriefe vom selben Verfasser stammen (Röm, 1. und 2. Kor, Gal, Phil, 1. Thess, Phm), sieben andere Briefe jedoch von verschiedenen Verfassern verfasst worden seien (Eph, Kol, 2. Thess, 1. und 2. Tim, Tit und Hebr). Der Hebräerbrief behauptet natürlich nicht, von Paulus verfasst worden zu sein.

A: Sie führen vier Gründe für diese Behauptungen an. Keiner dieser Gründe ist jedoch stichhaltig.

Länge der langen Sätze (Eph und Kol): Das griechische Original des Neuen Testaments enthielt keine Zeichensetzung, weshalb es problematisch ist, die Länge abzuschätzen. Angenommen jedoch, die Gelehrten hätten keine Zweifel, so sind Epheser 1,3–6, 1,7–10 sowie 1,11–12 und 13–14 laut Aland et al. in „The Greek New Testament“, 4. überarbeitete Auflage (1998), nicht ein, sondern vier Sätze. Das „Novum Testamentum Graece“ von Nestle-Aland (1993) kommt zu demselben Ergebnis. Ehrman hat nie die Quelle angegeben, auf der seine Aussage beruhte, dass es sich mit Sicherheit nur um einen einzigen Satz handele. Allerdings wurden diese Passagen bereits 23 Jahre zuvor, in der 3. Auflage von Aland et al.s „The Greek New Testament“ aus dem Jahr 1975, als ein einziger Satz dargestellt; daher vermute ich, dass Ehrman die weitaus ältere, veraltete Ausgabe herangezogen hat. Allerdings enthielt das griechische Original keine Interpunktion; daher ist es bestenfalls ein fragwürdiges Argument, eine Behauptung darauf zu stützen, wo Menschen des späten 20. Jahrhunderts die Satzzeichen setzen, bevor sie ihre Meinung änderten.

Durchschnittliche Satzlänge (Eph und Kol): So wie moderne Gelehrte versuchen, die Sätze zu unterteilen, ist die durchschnittliche Satzlänge im Epheserbrief und im Kolosserbrief (37,3 bzw. 35,2 Wörter) länger als die durchschnittliche Satzlänge in anderen Büchern (25,8, 23,4, 26,0, 21,7, 26,7, 29, 31,7, 22,7, 23,2, 24,2 und 25,8) in den übrigen Paulusbriefen in dieser Reihenfolge. Allerdings beträgt die durchschnittliche Satzlänge in Römer 1–5, 1 Kor 1 und 2 Kor 6–10 jeweils 35,8, 35,6 und 32 Wörter. Es besteht also kaum ein Unterschied zwischen den kürzeren, aber tiefgründigen Büchern Epheser und Kolosser einerseits und Römer 1–5, 1 Korinther 1 und 2 Korinther 6–10 andererseits.

Unterschiedliche Wortwahl (2. Thessalonicher, 1. und 2. Timotheus, Titus): Man könnte meine Schriften über neutestamentliche Handschriften, Kulte und die Beziehung zu Gott betrachten und mit derselben Methode zu dem Schluss kommen, dass ich drei verschiedene Personen war. Menschen verwenden unterschiedliche Wörter, wenn sie über verschiedene Themen sprechen. Erst wenn es verschiedene Wortmöglichkeiten für dieselbe Sache gibt und unterschiedliche Wortwahlen bevorzugt werden, könnte dies von Bedeutung sein. Beispielsweise werden in den früheren Briefen an ganze Gemeinden mehr Namen genannt. Sollten Namen also aus der Zählung ausgeschlossen werden? In den Pastoralbriefen spricht Paulus von Timotheus’ Mutter und Großmutter sowie davon, dass Timotheus und Titus Älteste und Diakone einsetzen – sollten diese Ausführungen also ausgeschlossen werden? Nachdem die Verfolgung bereits eine Weile andauerte, spricht Paulus in den Pastoralbriefen ausführlicher über die Fürsorge für Witwen als in früheren Briefen. Sollte dies also ausgeschlossen werden? – und so weiter.

Beschreibung des Glaubens: Es wurde behauptet, dass „Glaube“ in den früheren Briefen des Paulus die vertrauensvolle Annahme des Todes Christi bedeute, in den späteren Briefen hingegen eine Reihe von Glaubenssätzen und dogmatischen Vorstellungen. Tatsächlich bedeutet er in beiden Briefgruppen beides. In Gal 1,23; Eph 4,5; Eph 4,13 bedeutet er eine Reihe von Glaubenssätzen und Vorstellungen

bedeutet er die Annahme des Todes Christi in 2 Tim 1,5; 2 Tim 3,15; Tit 3,15

Glaube im Sinne von Lehrinhalten in den früheren Briefen des Paulus

Gal 1,23: „Sie hatten nur gehört: ‚Der Mann, der uns früher verfolgte, verkündet nun den Glauben, den er einst zu vernichten suchte.‘“

Eph 4,5: „ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“

Eph 4,13: „bis wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, wenn wir zur vollen Reife gelangen, die der Statur Christi entspricht.“

Glaube im Sinne von vertrauensvoller Annahme in den späteren Briefen des Paulus

2 Tim 1,5: „Ich erinnere mich an Ihren aufrichtigen Glauben, der zuerst in Ihrer Großmutter Lois und Ihrer Mutter Eunike wohnte und von dem ich überzeugt bin, dass er auch in Ihnen ist.“

2 Tim 3,15: „die dich weise machen können zur Errettung durch den Glauben an Christus Jesus.“

Tit 3,15: „Grüßt diejenigen, die uns im Glauben lieben.“

Der Glaube kann in beiden Bedeutungen oder in beiden Bedeutungen zugleich verstanden werden

1 Kor 15,1–2.14.17: „Nun, liebe Brüder, möchte ich euch an das Evangelium erinnern, das ich euch verkündet habe, das ihr angenommen habt und in dem ihr fest steht. Durch dieses Evangelium seid ihr gerettet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündet habe. Andernfalls habt ihr vergeblich geglaubt. (14) Und wenn Christus nicht auferweckt worden ist, ist unsere Verkündigung wertlos, und ebenso euer Glaube. In diesem Fall würden wir uns auch als falsche Zeugen Gottes entlarven. Denn wir haben von Gott bezeugt, dass er Christus von den Toten auferweckt hat. … (17) Und wenn Christus nicht auferweckt worden ist, ist euer Glaube vergeblich …“ (Dies unterstreicht sowohl die Lehre von der Auferstehung Christi als auch die von seinem Tod.)

Gal 3,7 „die aus dem Glauben“

Gal 3,12 „Das Gesetz ist nicht aus dem Glauben“

Gal 3,23 „vor dem Kommen des Glaubens“

Eph 1,15 „als wir von eurem Glauben an den Herrn Jesus hörten“

Eph 2,8 „Aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet worden“

2 Tim 2,18 „sind von der Wahrheit abgewichen. … sie untergraben den Glauben einiger“

Tit 1,4: „Kind in unserem gemeinsamen Glauben“

Der Autor hat also nicht versucht, eine Grundlage für die Trennung der Paulusbriefe aufzuzeigen, sondern lediglich an kritische Gelehrte appelliert, denen es nicht gelungen ist, eine Grundlage für Unterschiede nachzuweisen. Es würde jedoch nicht ausreichen, lediglich zu zeigen, dass es Unterschiede gibt; vielmehr müsste man nachweisen, dass es Unterschiede gibt, die über das hinausgehen, was angesichts eines anderen Publikums, anderer Themen und einer späteren Lebensphase des Paulus zu erwarten wäre.

F: Was versteht man unter der biblischen Kritik an den Evangelien? Was bedeutet Textkritik? Worin besteht der Unterschied zwischen „hoher“ und „niedriger“ Kritik? Welche dieser Arten werden heute anerkannt?

A: Es gibt zwei Formen der Textkritik: die sogenannte „niedere“ und die „höhere“. Wir werden zunächst betrachten, inwiefern sie sich auf das Christentum und die Bibel beziehen, und diese Erkenntnisse anschließend auf den Islam und den Koran anwenden.

Die niedere Textkritik der Bibel erkennt an, dass es in der Heiligen Schrift handschriftliche Varianten gibt, und versucht, die genaueste Fassung zu ermitteln, da uns die Originale nicht vorliegen. Wir sind uns bei 97 % aller Wörter des Neuen Testaments ziemlich sicher, und bei den meisten der verbleibenden Wörter handelt es sich um unbedeutende Unterschiede von einem oder zwei Wörtern, die keine Änderung der Bedeutung bewirken. Unsicherheiten bei den Handschriften des Neuen Testaments können Sie unter www.biblequery.org einsehen. Suchen Sie nach den „Fragen und Antworten“ zu den einzelnen Büchern; am Ende finden Sie einen Link zu den Handschriftenvarianten. Varianten im Matthäusevangelium finden Sie beispielsweise unter www.biblequery.org/MatthewManuscripts.html (oder .doc).

Die höhere Textkritik der Bibel richtet sich an Skeptiker, die hinterfragen, welche Bücher oder Teile in der Heiligen Schrift enthalten sein sollten. Christen gehen mit Textvarianten anders um als Muslime, denn für Christen ist die Bedeutung entscheidend, nicht die einzelnen Wörter. Für Muslime hingegen sind die einzelnen Wörter und Konsonanten von Bedeutung.

Auch in der muslimischen Welt gibt es eine niedere und eine höhere Textkritik.

Die niedere Textkritik des Korans befasst sich mit der Frage, ob die Lesarten von Warsh oder Hafs dem ursprünglich gesprochenen Arabisch am nächsten kommen. So sieht die „niedere Textkritik“ für den Koran aus: Im Jemen wurden über 15.000 Seiten alter Korantexte entdeckt. Laut einem Artikel in der Januarausgabe 1999 des „Atlantic Monthly“ (S. 43–56): „Einige der Pergamentseiten aus dem jemenitischen Fund schienen aus dem 7. und 8. Jahrhundert n. Chr. zu stammen, also aus den ersten beiden Jahrhunderten des Islam – es handelte sich mit anderen Worten um Fragmente der möglicherweise ältesten noch existierenden Korane. Darüber hinaus wiesen einige dieser Fragmente kleine, aber faszinierende Abweichungen vom Standardtext des Korans auf. Solche Abweichungen sind für Textgeschichtler zwar nicht überraschend, stehen jedoch in beunruhigendem Widerspruch zum orthodoxen muslimischen Glauben, dass der Koran, wie er uns heute vorliegt, ganz einfach das vollkommene, zeitlose und unveränderliche Wort Gottes ist.“ Einige dieser Unterschiede können Sie unter www.QuranText.org einsehen.

Höhere Textkritik des Korans: Hier sind zwei typische Beispiele sowie ein besonders markantes.

‘Ubai bin Ka’b, einer der Sekretäre Mohammeds, verfügte über zusätzliche Suren und ließ etwa 12 Suren des heutigen Korans weg (The Fihrist, S. 61, Fußnoten 43–48). Abu Musa aus Basra verfügte ebenfalls über einen Text, der mit dem von ‘Ubai übereinstimmte. (Suyuti, Itqan I, S. 65; Ibn Abi Dawud, Masahif, S. 180–181, sowie Noeldeke, Geschichte des Korans, S. 33–38.)

Sure 114 fehlt in der Fassung von Ibn Mas’ud (The Fihrist, S. 57). Ibn Mas’ud war ein persönlicher Sekretär Mohammeds. Mohammed wies andere an, den Koran von Ibn Mas’ud und drei weiteren Personen zu lernen. (Bukhari, Band 6, Nr. 521). Das Weglassen der Suren 113 und 114 war kein Zufall. Es wird berichtet, dass Ibn Mas’ud sagte: „Die beiden Beschwörungssuren [113, 114] gehören nicht zum Buch Gottes!“ [www.answering-islam.org/Quran/Text/distortion.html]

Was Muslime als die „satanischen Verse“ bezeichnen, findet sich in Sure 53. Den folgenden Quellen zufolge rezitierte Mohammed Sure 53,19–20 ursprünglich wie folgt: „Habt ihr Lat gesehen und ‘Uzza und eine weitere, die dritte (Göttin), Manat? Dies sind die erhabenen Vermittler, auf deren Fürsprache man hoffen darf.“ (Original) im Gegensatz zu: „Habt ihr Lat und ‘Uzza gesehen, und eine weitere, die dritte (Göttin), Manat? Was! Für euch das männliche Geschlecht und für ihn das weibliche? Seht, das wäre in der Tat eine höchst ungerechte Aufteilung.“

Hier sind frühere muslimische Autoren, die dies dokumentiert haben.

Al-Wahidi/Wakidi (gest. 207/823 n. Chr.) verfasste „Asbab al-Nozul“.

Ibn Sa’ad/Sa’d (gest. 230/845 n. Chr.) kannte al-Wahidis Werk, war jedoch selbst ein Biograf, der das 15-bändige „Kitab al-Tabaqat al-Kabir“ verfasste.

Ibn Isaq/Ishaq (gest. 145/767 oder 151/773 n. Chr.) war ein sunnitischer Schafi’it, der später seine eigene, jedoch kurzlebige Schule gründete. Er verfasste „Sirat Rasullallah“ (Das Leben des Propheten Allahs).

Ibn Jarir al-Tabari (gest. 923 n. Chr.) war ein sunnitischer Schafi’it, der eine 38-bändige islamische Weltgeschichte bis zum Jahr 915 n. Chr. verfasste. Er wurde als „Scheich der Kommentatoren“ bezeichnet. In Band 6, S. 108–110, schreibt er:

Abu Ma’shar aus Chorasán (787–885 n. Chr.)

Ibn Abi Hatim

Ibn al-Mundhir

Ibn Hajar aus Asqalaan (773–852 n. H.)

Ibn Mardauyah

Musa ibn ‘Uqba

Zamakhsharis berühmter Kommentar zu Sure 22:52. (1070–1143 n. Chr.)

Die ersten sechs stammen aus „The Book of the Major Classes“, übersetzt von S. Moinul ‘Haq.

F: Warum fehlte die Bibelkritik [angeblich] in der frühen Kirche? Oder gab es kritische Fragen und Themen, wie wir sie in der Neuzeit vorfinden, die damals jedoch nur von untergeordneter Bedeutung waren?

A: Das war nicht der Fall. Im Folgenden wird diese Frage beantwortet und ein Vergleich mit der Situation im Islam angestellt. Die Beantwortung der Frage gliedert sich in drei Teile: das Interesse der frühen Christen am Inhalt der Heiligen Schrift, ihr Interesse an der Genauigkeit der Heiligen Schrift und die Frage, welche kritischen Themen von Bedeutung waren, die sich von denen unterscheiden, die wir heute kennen?

1. Inhalt der Heiligen Schrift: Den Christen wurde die Bedeutung des Inhalts der Heiligen Schrift besonders bewusst, als der Ketzer Marcion begann, seine eigene Bibel zu verfassen. Marcion starb um 170 n. Chr. So äußerte sich Tertullian dazu. Beachten Sie, dass ein „Schwamm“ ähnlich wie unser heutiger Radiergummi verwendet wurde, um Tinte zu entfernen.

Tertullian (205 n. Chr.): „Denn anhand des Bildes der Beständigkeit eines menschlichen Bundes verteidigte er das göttliche Testament. ‚Abraham wurden die Verheißungen gegeben und seinem Samen. Er sagte nicht: ‚den Samen‘, als gäbe es viele, sondern als gäbe es nur einen: ‚deinem Samen‘, der Christus ist.‘ Schande über Marcion’s Schwamm! Doch es ist in der Tat überflüssig, sich mit dem aufzuhalten, was er ausgelöscht hat.“ Fünf Bücher gegen Marcion, Buch 5, Kap. 4, S. 435

2. Überlieferung der Heiligen Schrift. Auch die Christen waren um die Genauigkeit der Heiligen Schrift besorgt. Das mussten sie auch sein, denn Ungläubige konnten (und taten dies auch) manche Dinge verfälschen. Hier sind einige Beispiele.

Justin der Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.) sagt, dass die Juden Psalm 96 falsch zitierten, weil sie den Ausdruck „aus dem Wald“ wegließen. Tatsächlich irrt hier jedoch Justin, und der hebräische masoretische Text enthält den Ausdruck „aus dem Wald“ nicht. „Dialog mit Trypho, einem Juden“, Kap. 73, S. 235

Justin der Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.): „Meine Freunde, ich beziehe mich nun auf die Heilige Schrift, wie sie von den Siebzig ausgelegt wurde; denn als ich sie zuvor so zitierte, wie ihr sie besitzt, wollte ich euch auf die Probe stellen, um festzustellen, wie ihr gesinnt seid.“ „Dialog mit Trypho, einem Juden“, Kap. 87, S. 268

Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.): „Diese Auslegung [der Siebzig] dieser Schriften erfolgte vor dem Herabkommen unseres Herrn [auf die Erde] und entstand, bevor die Christen in Erscheinung traten – denn unser Herr wurde etwa im einundvierzigsten Jahr der Herrschaft des Augustus geboren; Ptolemäus lebte jedoch schon viel früher, unter dessen Herrschaft die Schriften ausgelegt wurden; –[da dies so ist, sage ich:] Es erweist sich wahrlich, dass jene Männer unverschämt und anmaßend sind, die nun den Wunsch bekunden, andere Übersetzungen anzufertigen, obwohl wir sie anhand dieser Schriften widerlegen und sie dazu zwingen, an das Erscheinen des Sohnes Gottes zu glauben.“ Irenäus, „Gegen die Häresien“, Buch 3, Kap. 21.3, S. 452

Caius (190–217 n. Chr.) sagt, dass Ketzer die Heilige Schrift dreist verfälscht hätten. Kap. 3, S. 602 „Was aber jene Männer betrifft, die sich der Künste der Ungläubigen bedienen, um ihre eigene ketzerische Lehre zu begründen, und durch die List der Gottlosen den einfachen Glauben an die göttlichen Schriften verfälschen – wozu muss man noch sagen, dass diese dem Glauben fern sind? Aus diesem Grund haben sie dreist Hand an die göttlichen Schriften gelegt und behauptet, sie hätten diese korrigiert. Und dass ich dies nicht fälschlicherweise gegen sie vorbringe, kann jeder nach Belieben überprüfen. Denn sollte jemand beschließen, alle ihre Abschriften zu sammeln und miteinander zu vergleichen, würde er zahlreiche Unstimmigkeiten zwischen ihnen feststellen. Die Abschriften des Asclepiades jedenfalls weichen von denen des Theodotus ab. Und es gibt viele solcher Abschriften, da ihre Anhänger sehr eifrig daran waren, die sogenannten „Korrekturen“ einzufügen, d. h. die von jedem von ihnen vorgenommenen Verfälschungen. Auch stimmen die Abschriften des Hermophilus nicht mit diesen überein; und was die des Apollonius betrifft, so sind sie nicht einmal untereinander konsistent. Denn vergleicht man jene, die früher von ihnen angefertigt wurden, mit jenen, die später mit einer bestimmten Absicht verfälscht wurden, so werden sich zahlreiche Unstimmigkeiten zeigen. Und was die große Dreistigkeit betrifft, die in diesem Vergehen zum Ausdruck kommt, so ist es unwahrscheinlich, dass selbst sie selbst sich dessen nicht bewusst sind. Denn entweder glauben sie nicht, dass die göttlichen Schriften vom Heiligen Geist diktiert wurden, und sind somit Ungläubige; oder sie halten sich für weiser als den Heiligen Geist – und was sind sie dann anderes als Besessene? Sie können auch nicht leugnen, dass das Verbrechen von ihnen begangen wurde, da die Abschriften von ihrer eigenen Hand verfasst wurden; noch haben sie solche Abschriften der Heiligen Schrift von jenen erhalten, durch die sie ursprünglich im Glauben unterwiesen wurden, und sie können keine Vorlagen vorweisen, aus denen diese abgeschrieben wurden. Und manche von ihnen hielten es nicht einmal für lohnenswert, sie zu verfälschen; sondern indem sie unter dem Vorwand der Gnade das Gesetz und die Propheten zugunsten ihrer gesetzlosen und gottlosen Lehre einfach leugneten, sanken sie in den tiefsten Abgrund des Verderbens hinab.“

Tertullian (198–220 n. Chr.) sagt, dass Ketzer die Heilige Schrift verfälscht hätten. In: „Vorschrift gegen die Ketzer“, Kap. 17, S. 251.

Origenes (235–245 n. Chr.) erörtert Handschriftenvarianten in den „Homilien über Jeremia“, Homilie 14, Kap. 3.1, S. 137, und Homilie 16, Kap. 10.1, S. 177

Origenes (235–245 n. Chr.) erörtert eine Abweichung in der Septuaginta zu Jeremia 16,17. „Homilien über Jeremia“, Homilie 16, Kap. 5.2, S. 172

Origenes (ca. 227–240 n. Chr.) zitiert Ester 4,22 (Septuaginta) als „in der Ester der Septuaginta“; Origenes’ Kommentar zum Johannesevangelium, Buch 2, Kap. 7, S. 330.

Methodius (270–311/312 n. Chr.) „Da es also klar ist und alle bezeugen, dass diejenigen, die aus Ehebruch geboren sind, zur Vollkommenheit gelangen, dürfen wir uns nicht vorstellen, dass der Geist in Bezug auf Empfängnis und Geburt lehrte, sondern vielmehr vielleicht in Bezug auf jene, die die Wahrheit verfälschen, die durch falsche Lehren die Heilige Schrift verdrehen und eine unvollkommene und unreife Weisheit hervorbringen, indem sie ihren Irrtum mit Frömmigkeit vermischen.“ „Das Festmahl der zehn Jungfrauen“, Rede 2, Kap. 3, S. 314

3. Kritische Themen: Die Urkirche hatte mit anderen Problemen zu kämpfen als die moderne Kirche. Zu den zentralen Anliegen gehörten der Schutz der Herde vor schwerer Verfolgung, die Widerlegung von Argumenten verschiedener Strömungen der griechischen Philosophie, die Auseinandersetzung mit mindestens dreißig verschiedenen gnostischen Gruppen sowie der Nachweis, dass das griechisch-römische und andere Formen des Heidentums falsch waren.

Die Situation im Islam

Betrachten wir in der muslimischen Welt die Kritik am Koran von frühester Zeit an, die späteren Gelehrten und die heutige Situation.

Schon von Anfang an hatte Aisha, eine der Ehefrauen Mohammeds, Bedenken hinsichtlich der Genauigkeit. Sure 2:238: Abu Yunus, der freigelassene Sklave von Aisha, fertigte für Aisha eine Abschrift des Korans an. In Sure 2:238 wich diese Abschrift etwas vom Original ab. „Abu Yunus, der freigelassene Sklave von Aisha, sagte: Aischa (möge Allah mit ihr zufrieden sein) befahl mir, eine Abschrift des Korans für sie anzufertigen, und sagte: ‚Wenn du zu diesem Vers gelangst: „Haltet die Gebete ein, insbesondere das mittlere Gebet“ (2:238), so teile es mir mit.“ Als ich ihn erreichte, teilte ich es ihr mit, und sie diktierte mir (wie folgt): „Haltet das Gebet ein, das mittlere Gebet und das Nachmittagsgebet, und steht auf in wahrer Ergebenheit gegenüber Allah.“ ‘A’isha (möge Allah mit ihr zufrieden sein) sagte: „So habe ich es vom Gesandten Allahs (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) gehört.“ Sunan Nasa’i, Band 1, Nr. 475, S. 340

Bukhari, Band 6, Buch 60, Kapitel 9, Nr. 8, S. 10: „‘Umar sagte: ‚Unser bester Koranrezitator ist Ubai und unser bester Richter ist ‘Ali; und dennoch lassen wir einige der Aussagen von Ubai außer Acht, weil Ubai sagt: ‚Ich lasse nichts aus, was ich vom Gesandten Allahs gehört habe‘, während Allah sagte: ‚Welchen Vers (welche Offenbarung) Wir auch immer aufheben oder in Vergessenheit geraten lassen, Wir bringen einen besseren oder einen ihm ähnlichen‘ … (2:106)‘“

Das Kompendium der islamischen Literatur aus dem 10. Jahrhundert mit dem Titel „Al-Fihrist“ (S. 62) besagt: „Nach der Aussage von Ubayy ibn Ka’b beträgt die Gesamtzahl der Verse des Korans 6.210. Die Gesamtzahl der Suren des Korans beträgt nach der Aussage von ‘Ata ibn Yasar 114; er umfasst 6.170 Verse, 77.439 Wörter und 323.015 Buchstaben. Nach der Aussage von ‘Asim al-Jahdari gibt es 113 Suren. Die Gesamtzahl der Verse des Korans beträgt laut Yahya ibn al-Harith al-Dhamari 6.226, während die Gesamtzahl der Buchstaben 321.530 beträgt.“ [Im Originalzitat waren die Zahlen ausgeschrieben.]

Heute umfasst der Koran etwa 78.090 arabische Wörter; weitere Einzelheiten finden Sie unter www.isos.org. Im Vergleich zu 77.439 Wörtern ergibt sich eine Differenz von mindestens 651 Wörtern.

‘Ubai bin Ka’b, einer der Sekretäre Mohammeds, verfügte über zusätzliche Suren und ließ etwa 12 Suren im heutigen Koran weg (The Fihrist, S. 61, Fußnoten 43–48). Auch Abu Musa aus Basra verfügte über einen Text, der mit dem von ‘Ubai übereinstimmte. (Suyuti, Itqan I, S. 65; Ibn Abi Dawud, Masahif, S. 180–181, sowie Noeldeke, Geschichte des Korans, S. 33–38.)

Heute gibt es zwei arabische Standardtexte, die als Warsh und Hafs bezeichnet werden, und heute scheinen die geringfügigen Unterschiede kaum noch Anlass zur Sorge zu geben. Historisch gesehen hatten Muslime jedoch größere Bedenken hinsichtlich bedeutenderer Änderungen im Text.

Hier sind Beispiele für Unterschiede zwischen Warsh und Hafs.

Sure 2:119 „und fragt nicht!“ (Warsh-Überlieferung. Genehmigt vom Ministerium für religiöse Angelegenheiten und Stiftungen Algeriens) vs. „und ihr werdet nicht gefragt“ (Hafs-Überlieferung. König-Fahd-Komplex … Saudi-Arabien) (www.QuranText.org/qiraat.html)

Sure 3:83 „Ihr werdet zurückgebracht“ (Überlieferung nach Warsh. Genehmigt vom Ministerium für religiöse Angelegenheiten und Stiftungen Algeriens) vs. „Sie werden zurückgebracht“ (Überlieferung nach Hafs. König-Fahd-Komplex … Saudi-Arabien) (www.QuranText.org/qiraat.html)

Für Christen ist jedoch die Botschaft entscheidend, nicht der genaue Wortlaut. Wenn beispielsweise eine Armee eine Stadt einnimmt und viele gefangene Frauen hat, sollten sie sich fragen: „Wie möchte Gott, dass ich heilig bin und Ihm gefalle?“, und nicht: „Besteht Unsicherheit hinsichtlich der Konsonanten?“

F: Warum sollten wir im Neuen Testament an die Dreifaltigkeit glauben, da dieser Begriff in der Bibel nicht vorkommt?

A: Auch die Begriffe „Altes Testament“, „Neues Testament“, „Sühne“ und „Abendmahl“ kommen in der Bibel nicht vor, doch wir glauben ebenfalls an diese Konzepte. Es ist am besten, sich nicht über Worte zu streiten, sondern darauf zu achten, was gelehrt wird. Wenn das Konzept der Dreifaltigkeit in der Bibel gelehrt wird, sollten wir daran glauben. Wenn das Konzept der Dreifaltigkeit der Bibel widerspricht, sollten wir nicht daran glauben. Einverstanden?

Was das Konzept der Dreifaltigkeit beinhaltet, erfahren Sie in der Erörterung zu Matthäus 28,19.

Als Randbemerkung für Mormonen sei angemerkt, dass der Begriff „ewiger Fortschritt“ im Buch Mormon nicht vorkommt.

Als Randbemerkung für Muslime: Zwar enthält der Koran Begriffe für „Eins“ (wahed, wihdanea, ahd, fard, wahdo), doch das Wort Tawhid (Einheit), ein zentrales theologisches Prinzip im Islam, kommt im Koran selbst ebenfalls nicht vor. Genauso wie Sie diese Tatsache jedoch nicht als Beweis für oder gegen den Tawhid gegenüber Muslimen anführen können, können Sie auch das Fehlen eines fachspezifischen theologischen Begriffs in der Bibel nicht als Beweis für oder gegen die Dreifaltigkeit heranziehen. Weitere muslimische Konzepte, die nicht im Koran vorkommen, sind:

Der Koran sagt niemals, dass Ismael beinahe von Abraham geopfert worden wäre. Vielmehr ist dort von einem namenlosen Sohn die Rede.

Die moderne muslimische Vorstellung, dass Mohammed sündlos war, findet sich nicht im Koran.

Für sunnitische Muslime ist das gesamte Konzept der Sunna sowie die Befolgung der anerkannten Hadithe – von denen einige von Muslimen selbst als widersprüchlich angesehen werden – nicht im Koran enthalten.

Die Vorstellung, dass Nichtmuslime getötet werden sollten, wenn sie nach Mekka kommen, ist nicht im Koran enthalten.

Die Vorstellung, dass Juden aus Mekka bzw. Saudi-Arabien vertrieben werden sollten, ist im Koran nicht zu finden.

Für schiitische Muslime fehlt im Koran das gesamte Konzept der Imame sowie die Vorstellung, dass man im Grunde nur dem Imam gehorchen muss, um Gott zu gehorchen. Selbstverständlich sind auch die Märtyrertode von ‘Ali und Husain nicht im Koran zu finden.

Weder in der Bibel noch im Koran kommt der Begriff „Monotheismus“ vor, doch die Tatsache, dass dieses Wort nicht verwendet wird, beweist keineswegs, dass der Monotheismus falsch ist.

F: Woher stammt im Neuen Testament der Begriff „Dreieinigkeit“?

A: Die erste Person, von der wir wissen, dass sie den Begriff „Dreieinigkeit“ (griechisch „Trias“) verwendete, war Bischof Theophilus von Antiochia (168–181/188 n. Chr.) in seinem „Brief an Autolycus“, Buch 2, Kap. 15, S. 101.

Auch Clemens von Alexandria sprach in den „Stromata“ (193–202 n. Chr.), Buch 5, Kapitel 14, Seite 468, von der „Heiligen Dreifaltigkeit“.

Tertullian (um 213 n. Chr.) war der zweite, von dem überliefert ist, dass er den Begriff „Dreieinigkeit“ (lateinisch „Trinitas“) in seinem Brief „Gegen Praxeas“ verwendete.

Hippolyt (225–235/6 n. Chr.) schreibt in „Gegen die Häresie des Noetus“: „Und dadurch zeigte Er, dass jeder, der auch nur eines davon ausließ, daran scheiterte, Gott vollkommen zu verherrlichen. Denn durch diese Dreifaltigkeit wird der Vater verherrlicht.“

Origenes (225–254 n. Chr.) erwähnt die Dreifaltigkeit in seinem „Kommentar zum Johannesevangelium“, Buch 6, Kapitel 17, Seite 366.

Novatian (250/254–256/7 n. Chr.) aus Rom verfasste ein 32 Kapitel umfassendes Werk mit dem Titel „Abhandlung über die Dreifaltigkeit“.

Cyprian von Karthago (256 n. Chr.) sagt, nachdem er die Worte Jesu aus Matthäus 28,18–19 zitiert hat: „Er [Jesus] deutet auf die Dreifaltigkeit hin, in deren Sakrament die Völker getauft werden sollten.“ „Briefe des Cyprian“, Brief 72, Kap. 5, S. 380.

Firmilian von Caesarea in Kappadokien erwähnt in einem Brief an Cyprian von Karthago (256 n. Chr.) die Dreifaltigkeit. Briefe des Cyprian, Brief 74, Kap. 11, S. 393

Bischof Munnulus von Girba erwähnt die Dreifaltigkeit und zitiert Matthäus 28,19: „… im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Das Siebte Konzil von Karthago (258 n. Chr.), S. 567

Euchratius, Bischof von Thenae, zitiert Matthäus 28,19: „… im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Das Siebte Konzil von Karthago (258 n. Chr.), S. 568

Gregor Thaumaturgos (240–265 n. Chr.) erwähnt in „Eine Glaubensbekenntnis“ (S. 7) den Vater und den Sohn und spricht dreimal von der „Dreieinigkeit“.

Ein „Glaubensbekenntnis in Abschnitten“ (ca. 240–265 n. Chr.) (vermutlich von Gregor Thaumaturgos, was jedoch nicht ausdrücklich angegeben ist) erwähnt die Dreifaltigkeit in Kap. 5, S. 41; Kap. 7, S. 42; Kap. 18, S. 45; Kap. 20, S. 45

Dionysius von Alexandria (246–265 n. Chr.) erwähnt die Dreifaltigkeit namentlich zweimal in „Brief 4“, Kapitel 8, S. 93.

Dionysius, Bischof von Rom (259–269 n. Chr.): „Denn diese [wahren Jünger] wissen in der Tat zu Recht, dass die Dreifaltigkeit in der göttlichen Schrift verkündet wird, dass aber die Lehre, es gäbe drei Götter, weder im Alten noch im Neuen Testament gelehrt wird.“ Dionysius von Rom: „Gegen die Sabellianer“ (ANF, Band 7), Kapitel 1, S. 365

Methodius (270–311/312 n. Chr.): „Denn das Reich des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ist eins, so wie auch ihr Wesen eins und ihre Herrschaft eins ist. Daher verehren wir auch mit ein und derselben Anbetung die eine Gottheit in drei Personen, die ohne Anfang besteht, ungeschaffen, ohne Ende und ohne Nachfolger. Denn weder wird der Vater jemals aufhören, der Vater zu sein, noch der Sohn, der Sohn und König zu sein, noch der Heilige Geist, das zu sein, was Er in Wesen und Person ist. Denn nichts an der Dreifaltigkeit wird eine Verminderung erleiden, weder in Bezug auf die Ewigkeit noch auf die Gemeinschaft noch auf die Herrschaft.“ Rede über die Psalmen, Kap. 5, S. 397. (Siehe auch „Das Festmahl der zehn Jungfrauen“, Abhandlung 8, Kap. 10, S. 338 und Kap. 11, S. 339)

Alexander von Alexandria (313–326 n. Chr.) sagt, dass Jesus am dritten Tag nach Seinem Tod wieder auferstanden sei und uns damit die Erkenntnis der Dreifaltigkeit gebracht habe. „Briefe über die arianische Häresie“, Brief 5, S. 302

Beinahe-Treffer bei Justin dem Märtyrer (seine Erste Apologie, 147–151 n. Chr.): „… und wir verehren Ihn [Jesus] zu Recht, da wir erfahren haben, dass Er der Sohn des wahren Gottes selbst ist, und wir setzen Ihn an die zweite Stelle und den prophetischen Geist an die dritte, und wir werden dies beweisen.“ Erste Apologie des Justin des Märtyrers, Kap. 13, S. 166–167

Beinahe-Treffer bei Athenagoras (177 n. Chr.) „Wer wäre da nicht erstaunt, wenn Menschen, die von Gott dem Vater, von Gott dem Sohn und vom Heiligen Geist sprechen und sowohl ihre Einheit in der Macht als auch ihre Unterscheidung in der Rangfolge bekräftigen, als Atheisten bezeichnet würden? Auch beschränkt sich unsere Lehre in Bezug auf das Göttliche nicht auf diese Punkte; vielmehr erkennen wir auch eine Vielzahl von Engeln und Dienern an, …“ „Eine Verteidigungsrede für die Christen“, Kap. 10, S. 133

Beinahe-Treffer bei Petrus von Alexandria (306, 285–311 n. Chr.) (Auszug): „der Schöpfer und Herr aller sichtbaren und unsichtbaren Geschöpfe, der eingeborene Sohn und das Wort, das mit dem Vater und dem Heiligen Geist gleich ewig ist und gemäß Seiner göttlichen Natur von derselben Substanz wie diese ist, unser Herr und Gott, Jesus Christus, …“ Fragment 5, S. 282

Fazit: Diese Quellen aus Antiochia, Rom, Alexandria und anderen Orten zeigen, dass der Begriff „Dreieinigkeit“ bereits mehr als hundert Jahre vor dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 n. Chr. weit verbreitet war.

Nebenbei sei angemerkt, dass es sich um einen „Beinahe-Treffer“ handelt: Zwar verwendet Ignatius (gest. entweder 107 oder 116 n. Chr.), der Jünger des Apostels Johannes, den Begriff „Dreieinigkeit“ nicht, doch bezeichnet er Jesus häufig als Gott. Im Zweiten Brief des Ignatius an die Epheser, Kapitel 9, sagt er: „Und ihr seid bereit für den Bau Gottes, des Vaters, und ihr werdet durch das Werkzeug Jesu Christi, nämlich das Kreuz, in die Höhe erhoben; und ihr werdet von dem Seil gezogen, das der Heilige Geist ist; und eure Seilrolle ist euer Glaube, und eure Liebe ist der Weg, der hinauf zu Gott führt“ (Ante-Nicene Fathers, S. 101)

Justin der Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.) gibt in seinem „Dialog mit Trypho, dem Juden“, Kapitel 57–65, ebenfalls eine sehr gute Erklärung der Dreifaltigkeit und warum wir Jesus verehren sollten, ohne dabei tatsächlich das Wort „Dreifaltigkeit“ zu verwenden.

Frage: Der Skeptiker Bart Ehrman sagt: „Zu Jesu Zeiten gab es viele heilige Männer wie Hanina ben Dosa und Honi, den Kreiszieher. Es gab heidnische heilige Männer wie Apollonius von Tyana, einen Philosophen, der angeblich Kranke heilen, Dämonen austreiben und Tote auferwecken konnte. Er soll auf übernatürliche Weise geboren worden sein und am Ende seines Lebens in den Himmel aufgefahren sein. Kommt Ihnen das bekannt vor? Es gab heidnische Halbgötter wie Herkules, die ebenfalls Tote wieder zum Leben erwecken konnten.“ (Jesus, Interrupted, S. 172)

A: Mir ist keine antike Quelle bekannt, die behauptet, Herkules könne Tote wieder zum Leben erwecken. Es gab nicht „viele heilige Männer“, sondern nur Hanina, Honi und Apollonius von Tyana. Mohammed lebte 600 Jahre später, und für die meisten Muslime wäre es unpassend, wenn Jesus Wunder vollbrachte und Mohammed keine. Somit bleiben nur Hanina, Honi und Apollonius übrig.

Das Einzige, was Honi tat, war, um Regen zu beten, einen Kreis zu zeichnen und Gott zu versichern, dass er den Kreis nicht verlassen würde, bis es regnete. Schließlich regnete es.

Hier ist eine Liste der Wunder Haninas. Auch wenn diese Wunder nicht überprüft werden können, sind sie, selbst wenn sie wahr wären, in keiner Weise mit den Wundern Jesu vergleichbar.

1) Hanina betete für zwei kranke Menschen, von denen einer Fieber hatte, und beide wurden wieder gesund.

2) Einmal betete Hanina, dass der Regen aufhören möge, und er hörte sofort auf. Als er nach Hause zurückkehrte, betete er, dass der Regen wiederkommen möge, und es begann erneut zu regnen.

3) Hanina und seine Frau hatten kein Brot, also schalteten sie den Ofen trotzdem ein, damit ihre Nachbarn nichts davon erfuhren. Als ein Nachbar vorbeikam, befand sich auf wundersame Weise Brot im Ofen.

4) Haninas Frau überredete ihn, schon jetzt um einen Teil seines ewigen Lohns zu bitten, woraufhin Gott ein goldenes Tischbein herabsandte. Seine Frau hatte daraufhin einen Traum, in dem die Menschen im Himmel an dreibeinigen Tischen aßen, Haninas Tisch hatte jedoch nur zwei Beine; daher betete sie, dass Gott das Bein zurücknehmen möge, und Gott ließ es verschwinden.

5) Ein Tisch entfernte sich von Hanina, bis er den Zehnten der Gewürze im Essen abführte.

6) Haninas Esel wollte nicht einmal Essen fressen, von dem noch kein Zehnter entrichtet worden war.

7) Hanina wollte einen großen, polierten Stein nach Jerusalem bringen. Auf mysteriöse Weise erschienen fünf Arbeiter, die bereit waren, ihn für fünf Münzen mit ihm zu tragen. Sie trugen ihn augenblicklich nach Jerusalem und verschwanden dann.

Das Bezeichnende an Hanina ist, dass diese Wunder angeblich im ersten Jahrhundert n. Chr. stattfanden. Diese Geschichten könnten von jüdischen Menschen erfunden worden sein, um den Wundern Jesu entgegenzuwirken.

Über Apollonius von Tyana wissen wir fast nichts, außer dem, was sein Biograf Flavius Philostratus um 170–um 247 n. Chr. schrieb. Er wurde von der Gattin eines Kaisers, der das Christentum ausrotten wollte, beauftragt, diese Biografie zu verfassen. Hier folgt eine kurze Zusammenfassung der angeblichen Wunder des Apollonius.

Apollonius erblickt die Ketten des Prometheus und vertreibt einen Kobold. Später bricht in Ephesus eine Pest aus. Apollonius identifiziert einen alten Bettler als den Pestdämon und fordert die Stadtbewohner auf, ihn zu Tode zu steinigen. Er spricht mit dem Geist des Achilles, treibt einen Dämon aus, sagt zukünftige Ereignisse voraus und rettet einen Mann vor einer Vampirin. Unter Nero wird eine Schriftrolle, in der die Anklagepunkte gegen Apollonius aufgeführt sind, auf mysteriöse Weise unleserlich gemacht. Später gewinnt er die Oberhand über einen äthiopischen Satyr. Er heilt einen Mann von seiner Liebe zu einer Statue der Aphrodite. Später, während seiner Gefangenschaft unter Domitian, schüttelt Apollonius auf wundersame Weise seine Fesseln ab. Nach seinem Freispruch reist Apollonius nach Kleinasien, wo er auf wundersame Weise den Mord an Domitian miterlebt. Er verlässt diese Welt, indem er von einem Tempel auf Kreta emporsteigt. Danach erscheint er einem Mann im Traum und beweist damit, dass Seelen unsterblich sind.

Unter Kaiser Septimus Severus wurden die Christen im Jahr 202 n. Chr. verfolgt. Die ersten bekannten britischen christlichen Märtyrer wurden im Jahr 209 n. Chr. getötet. Philostratus war nach 202 n. Chr. Mitglied am römischen Kaiserhof von Septimus Severus und begleitete den Kaiser und dessen Gattin nach Britannien, wo der Kaiser bis zu seinem Tod im Jahr 211 n. Chr. gegen die Pikten kämpfte. Die Gattin von Septimus Severus, Julia Domna, war seine Gönnerin, bis sie im Jahr 217 n. Chr. starb. Sie beauftragte Philostratus ausdrücklich, eine Biografie über Apollonius von Tyana zu verfassen, der 150 Jahre zuvor gelebt hatte. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Werk verfasst wurde, um dem Wachstum des Christentums entgegenzuwirken. Die Geschichte wird vollständig anhand des Notizbuchs von Apollonius’ Schüler und ständigen Begleiter Damis erzählt. Alle sind sich einig, dass dieser „Damis“ eine reine Erfindung war. Es handelt sich also um eine Biografie, die erfunden wurde, um dem Christentum entgegenzuwirken, und die durch einen bekanntermaßen fiktiven Schüler erzählt wird; diese Tatsachen wurden von Ehrman in unverantwortlicher Weise außer Acht gelassen, als er versuchte, Zweifel an den Wundern Jesu zu säen.

Was die handschriftlichen Belege für diesen fiktiven Bericht angeht, so sind nur 25 Handschriften erhalten. Die früheste stammt aus dem 11. Jahrhundert, die nächste aus dem 12. und die übrigen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert, wie in „The Resurrection of Jesus“, S. 178, angegeben.

F: Gab es Schriften, von denen angenommen wird, dass sie von Jesus selbst stammen? Ich glaubte, von einigen gehört zu haben, die von der Kirche verurteilt wurden.

A: Das Buch der Offenbarung ist die „Offenbarung Jesu Christi“, daher sehen manche darin eine (mündliche) Aussage Jesu, obwohl es natürlich der Apostel Johannes war, der es niedergeschrieben hat. Wir müssen uns Epheser 2,20 anschließen, wo es heißt, dass die Kirche „auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut ist, wobei Christus Jesus selbst der Eckstein ist“. Das Christentum „geht auf die Lehre Jesu zurück“, vermittelt durch die Propheten und Apostel (einschließlich Paulus), die Jesus selbst ausgewählt hat.

Abgesehen von der Offenbarung sind mir bei meinen Studien keine antiken Schriften bekannt, die den Anspruch erhoben hätten, von Jesus selbst verfasst worden zu sein. Es gibt einige moderne Schriften, die behaupteten, verlorene Werke Jesu zu sein, doch natürlich hat die frühe Kirche diese niemals verurteilt, da sie zu jener Zeit noch gar nicht geschrieben waren.

Womit Sie vielleicht denken, sind eine Reihe von Werken, die vorgaben, von verschiedenen Aposteln und anderen verfasst worden zu sein, und die Fälschungen waren. Insbesondere die Gnostiker bedienten sich des Thomasevangeliums, wobei sie jedoch unterschiedliche Fassungen davon hatten. Darüber hinaus finden Sie hier eine unvollständige Liste weiterer Bücher, die Fälschungen waren und von der Kirche abgelehnt wurden:

Das Evangelium des Pseudo-Matthäus (so lautet seine heutige Bezeichnung)

Die Geschichte von Josef dem Zimmermann

Das arabische Evangelium von der Kindheit des Erlösers

Das Nikodemus-Evangelium

Das Thomasevangelium (gnostisch) (140–200 n. Chr.)

Der Bericht des Pontius Pilatus

Die Auslieferung durch Pontius Pilatus

Die Taten der heiligen Apostel Petrus und Paulus

Die Taten des Paulus und der Thekla

Der Brief des Pontius Pilatus über unseren Herrn Jesus Christus = Die Taten des Pontius Pilatus (heute nicht mehr erhalten, jedoch von Justin dem Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.) und Tertullian (198–220 n. Chr.) erwähnt)

Die Taten des Barnabas (zu unterscheiden von der mittelalterlichen Fälschung, dem Barnabas-Evangelium)

Die Taten des Philippus

Die Taten des Andreas und des Matthias

Die Taten des Petrus und des Andreas

Das Buch des Johannes über das Entschlafen der Maria

Der Tod Marias

Eines meiner „Lieblingswerke“ sind die Taten des Petrus. Wenn ich mich recht erinnere, ging Petrus in eine Herberge, und in seinem Zimmer gab es viele Bettwanzen, die ihn am Schlafen hinderten, obwohl er am nächsten Tag predigen musste. Also befahl er den Bettwanzen, das Zimmer zu verlassen, und sie gehorchten. Am nächsten Morgen öffnete er die Tür, und dort stand eine Reihe von Bettwanzen, die darauf warteten, wieder ins Zimmer zurückzukehren. Petrus befahl ihnen, zurück ins Bett zu gehen, und sie taten es.

Ein Grund, warum wir uns – abgesehen von der Bibel – der Echtheit der Schriften sowie der Lehren und des Charakters Jesu sicher sein können, sind die frühen Christen.

Clemens von Rom schrieb zwischen 96 und 98 n. Chr. einen Brief an die Korinther. Seine Kernbotschaft lautete: „Warum tut ihr nicht das, was Paulus euch vor 50 Jahren aufgetragen hat?“ Clemens’ Brief ist sehr aufschlussreich und so gut, dass einige Christen fälschlicherweise annahmen, er gehöre zur Heiligen Schrift. Ich habe in dem Brief keine falschen Aussagen gefunden, abgesehen von einem Punkt. Clemens hält offenbar die Legende vom arabischen Phönix für wahr, der tausend Jahre lang lebt, sich dann selbst verbrennt und schließlich aus der Asche wiederaufersteht. Auch Ignatius verfasste umfangreiche Schriften; er war ein Jünger des Apostels Johannes. Papias war ein weiterer Jünger des Apostels Johannes, der viele Bände verfasste; leider sind diese alle verloren gegangen. Uns sind lediglich einige Auszüge erhalten geblieben, die von Eusebius von Caesarea (tätig um 325 n. Chr.) überliefert wurden. Der Märtyrer Polykarp, Bischof von Smyrna, war ein weiterer Schüler des Apostels Johannes, und er hatte einen Schüler, Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.), der das Werk „Gegen die Häresien“ verfasste, in dem er die über 30 unterschiedlichen gnostischen Schulen dokumentierte. Er führte etwa 1.800 Zitate und Verweise aus jedem Buch des Neuen Testaments an (mit Ausnahme des Philemonbriefes und des 3. Johannesbriefes), und seine Schriften zeigen, dass die Bücher seines Neuen Testaments mit denen übereinstimmten, die wir heute kennen.

Es gibt eine dritte Kategorie von Literatur, nämlich neuere Werke, die es geschafft haben, in den Augen einiger als authentisch angesehen zu werden. Eine solche Sammlung von Werken trägt den Titel „Die falschen Dekretalen“. Diese entstanden im 9. Jahrhundert und stammen wahrscheinlich aus dem Frankenreich. Darin wurde unter anderem behauptet, Petrus habe die Schlüssel des Himmels an einen ihm nachfolgenden „Papst“ weitergegeben. Ein weiteres Werk ist das Barnabas-Evangelium, das von einem vermutlich unzufriedenen Mönch verfasst wurde, der zum Islam konvertierte. Es verkennt, dass die Kultur zur Zeit Jesu nicht die Kultur des mittelalterlichen Italiens mit Rittern, Schnürsenkeln und dergleichen war. Zudem enthält es zwar Lehren, die Christen als Ketzerei betrachten, aber auch Lehren, die der orthodoxe Islam ebenfalls als Ketzerei ansehen würde. Da Jesus darin jedoch das Kommen Mohammeds nach ihm prophezeit, habe ich gehört, dass es in einigen muslimischen Ländern das meistverkaufte religiöse Buch ist.

Zwar hat die frühe nachapostolische Kirche die Heilige Schrift nicht „verfasst“, doch sind wir ihr zu Dank verpflichtet, dass sie für uns erkannt hat, was zur Heiligen Schrift gehört. Auf jedes einzelne Buch des Neuen Testaments wurde von den Schriftstellern der frühen Kirche vor dem Jahr 150 n. Chr. Bezug genommen, mit der möglichen Ausnahme von zwei sehr kurzen Büchern, dem Brief an Philemon und dem 3. Johannesbrief.

Irenäus schreibt in „Gegen die Häresien“, S. 428, Kapitel 11, Vers 8 (verfasst 182–188 n. Chr.), dass es, ähnlich wie die vier Weltteile und die vier Hauptwinde, weder weniger noch mehr als vier Evangelien gebe. An anderer Stelle nennt er sie als Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Frage: Der Skeptiker Bart Ehrman erhebt die unbegründete Behauptung: „Wenn Matthäus, der etwa fünfundzwanzig oder dreißig Jahre nach Paulus schrieb, jemals einen der Paulusbriefe gelesen hat, dann fand er diese sicherlich nicht inspirierend, geschweige denn als inspiriert.“ Jesus, Interrupted, S. 89: „Paulus war der Ansicht, dass Anhänger Jesu, die versuchten, das Gesetz zu halten, Gefahr liefen, ihr Heil zu verlieren. Matthäus war der Ansicht, dass Anhänger Jesu, die das Gesetz nicht hielten – und dies sogar besser als die frommsten Juden –, niemals das Heil erlangen würden.“ Jesus, Interrupted, S. 90

A: Matthäus schrieb in seinem Evangelium von Jesus Christus nicht über Paulus, da sein Thema Jesus Christus war. Man könnte ein ebenso wenig stichhaltiges Argument darüber vorbringen, dass auch Lukas in seinem Evangelium nichts über Paulus wusste – allerdings nur, wenn wir nichts über die Apostelgeschichte wüssten.

F: Der Skeptiker Bart Ehrman schreibt: „Für manche Leser ist es überraschend zu erfahren, dass diese Art von Antijudaismus in der römischen, griechischen oder irgendeiner anderen Welt vor dem Aufkommen des Christentums nicht existierte und daher eine christliche Erfindung ist. Zwar haben einige römische und griechische Autoren die Juden wegen ihrer als bizarr erscheinenden Bräuche verleumdet … Doch römische und griechische Autoren verleumdeten jeden, der kein Grieche oder Römer war, und die Juden wurden dabei nicht gesondert herausgegriffen. Bis das Christentum auftauchte.“ (Jesus, Interrupted, S. 244)

A: Diese Aussage von jemandem, der als Gelehrter anerkannt ist, ist in der Tat ziemlich überraschend. Dies wäre sicherlich eine Überraschung für die Juden, die von dem Seleukiden Antiochus IV. Epiphanes getötet wurden, sowie für jene Juden, die miterlebten, wie der Römer Pompeius im Jahr 63 v. Chr. das Allerheiligste entweihte. Es waren ausschließlich die Juden, die unter Claudius aus Rom vertrieben wurden.

Ehrman irrt hier in so vielerlei Hinsicht, dass es mir ein Rätsel ist, warum er einen derart gravierenden Fehler begeht und dennoch als jemand gilt, der die antike jüdische Geschichte wissenschaftlich beherrscht.

a) Christen waren nicht antisemitischer, als sie „antiitalienisch“ oder „antigriechisch“ waren. Zu sagen, dass eine Religion nicht richtig ist, bedeutet nicht, gegen das Volk zu sein. So gab es beispielsweise 17 christliche Autoren aus der vor-nikänischen Zeit, die schrieben, dass das Judentum falsch sei. (Dabei ist Clemens von Alexandria nicht mitgezählt, der lediglich vor den Pharisäern warnte.) Es gab jedoch 19 christliche Autoren aus der vor-nikänischen Zeit, die schrieben, dass die griechisch-römischen Götter falsch seien. Zu sagen, dass manche Menschen an etwas glauben, das falsch ist, bedeutet nicht, dass man sie hasst oder Vorurteile gegen sie hegt. Ehrman sagt, dass konservative Christen im Unrecht sind. Aber bedeutet Kritik an konservativen Christen automatisch, dass jemand uns hassen muss? Würde er dies bestreiten, dann könnte man das Argument, dass die Juden an etwas Falsches glaubten, nicht als Vorurteil bezeichnen.

b) Es gibt keine Fälle von Verfolgung von Juden durch vor-nikänische Christen. Der erste Fall einer Verfolgung von Juden durch Christen ging auf Kaiser Konstantin zurück, der sowohl jüdische Synagogen als auch heidnische Tempel gewaltfrei schloss, um seine Untertanen dazu zu bewegen, stattdessen in Kirchen zu gehen. Dies hat offenbar weitgehend funktioniert, und manche behaupten, das Christentum habe sich seitdem nicht vollständig davon erholt.

c) Paulus und die anderen liebten die Juden. Paulus sagt in Römer 10,1: „Brüder, mein Herzenswunsch und mein Gebet zu Gott für die Israeliten ist ihr Heil.“ In Römer 9,1–4a drückt er sich jedoch noch viel eindringlicher aus: „Ich spreche die Wahrheit in Christus; ich lüge nicht, wie mein Gewissen im Heiligen Geist bezeugt. Ich empfinde tiefe Trauer und unaufhörliche Qual in meinem Herzen. Denn ich würde mir wünschen, selbst verflucht und von Christus getrennt zu sein um meiner Brüder willen, meines eigenen Fleisches und Blutes, des Volkes Israel.“ Durch sein Beispiel zeigt uns Paulus die Liebe, die wir dem jüdischen Volk entgegenbringen sollten. Was einen angeblichen „Status zweiter Klasse“ des jüdischen Volkes betrifft, so spricht sich Paulus in Galater 3,28 dagegen aus: „Da ist weder Jude noch Grieche, weder Sklave noch Freier, weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.“

d) Es gab bereits vor der Zeit der Römer Antisemitismus.

Ich weiß nicht, ob Bart Ehrman einen seleukidischen Kaiser namens Antiochus Epiphanes kennt. Antiochus versuchte, das Judentum gewaltsam auszurotten, und der Makkabäeraufstand war die jüdische Reaktion darauf. Das Buch Ester berichtet von dem antisemitischen Haman und dem persischen Volk, das sich bereit erklärte, die Juden zu töten.

e) Es gab bereits vor dem Christentum Antisemitismus. Pontius Pilatus wurde durch den Einfluss seines Mentors, des antisemitischen Sejanus, in sein Amt berufen. Sejanus wurde am 9. Oktober 31 n. Chr. von Tiberius hingerichtet. Pilatus, der von 26 bis 36 n. Chr. regierte, war laut dem „Evangelischen Kommentar zur Bibel“ (S. 874) der fünfte römische Statthalter von Judäa seit dem Jahr 6 n. Chr.

f) Es gab Antisemitismus seitens Nichtchristen. Ein Grieche namens Apion verfasste ein Buch mit dem Titel „Gegen die Juden“, und Josephus’ „Jüdische Geschichte“ war zum Teil eine Antwort auf Apions Buch.

F: Ehrman schreibt: „Für Paulus bedeutete Glaube, den Tod Christi vertrauensvoll anzunehmen, um mit Gott in ein rechtes Verhältnis zu gelangen. Es handelt sich um einen relationalen Begriff, der so viel wie ‚Vertrauen‘ bedeutet. In den Pastoralbriefen hat das Wort eine andere Bedeutung; es bezeichnet die Gesamtheit der Glaubenssätze und Vorstellungen, aus denen sich die christliche Religion zusammensetzt (Titus 1,13). Es handelt sich nicht um einen relationalen Begriff, sondern um einen Begriff, der eine Reihe christlicher Lehren bezeichnet, den Inhalt dessen, was geglaubt werden muss – und genau so wird der Begriff in späteren christlichen Kontexten verwendet. Dies ist somit ein Beispiel dafür, wie die Pastoralbriefe offenbar aus einem späteren, nicht-paulinischen Umfeld stammen.“ (Jesus, Interrupted, S. 130).

A: Galater 1,23; Epheser 4,13 und andere Verse beweisen, dass Ehrman in einer Hinsicht nicht weiß, wovon er spricht, und 2. Timotheus 1,5; 2. Timotheus 3,15 sowie Titus 3,15 beweisen, dass Ehrman in einer zweiten Hinsicht Unrecht hat. Paulus zeigt beide Aspekte des Glaubens sowohl in seinen früheren Briefen (Episteln) als auch in seinen späteren Pastoralbriefen auf.

A. Glaube im Sinne von Lehrüberzeugungen:

A1. Die früheren Briefe des Paulus (im Gegensatz zu Ehrman)

Gal 1,23: „Sie hörten nur den Bericht: ‚Der Mann, der uns früher verfolgte, verkündet nun den Glauben, den er einst zu vernichten suchte.‘“

Eph 4,5: „ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“

(Ehrman stimmt zu, dass die unten aufgeführten Bücher lehren, dass der Glaube eine Reihe von dogmatischen Überzeugungen ist)

Eph 4,13: „bis wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, wenn wir zur vollen Reife gelangen, die der Statur Christi entspricht.“

A2. Die Pastoralbriefe des Paulus (Ehrman würde dem zustimmen)

1 Tim 4,6: „… Worte des Glaubens“

Tit 1,13: „Weise sie daher streng zurecht, damit sie im Glauben gefestigt sind und nicht auf jüdische Mythen oder auf die Gebote von Menschen hören, die die Wahrheit verworfen haben.“

Tit 2,2 „fest im Glauben“

Fazit: Sowohl in den frühen Briefen des Paulus als auch in den Pastoralbriefen gibt es Verse, in denen „Glaube“ Wahrheit oder Lehre bedeutet.

B. „Glaube“ im Sinne von „Vertrauen“ im Allgemeinen

B1. Die früheren Briefe des Paulus (Ehrman würde dem zustimmen)

Röm 1,17: „wird aus dem Glauben leben“

Röm 3,25 „Glaube an sein [Jesu] Blut“

Röm 4: Abraham wird durch den Glauben gerechtfertigt

Gal 2,16: „gerechtfertigt durch den Glauben an Christus“

Gal 3,2b: „die Verkündigung des Glaubens“

Gal 3,8 „die Heiden durch den Glauben rechtfertigen“

Gal 3,9 „die aus dem Glauben“

Gal 3,11 „Der Gerechte wird aus dem Glauben leben“

Gal 3,22 „Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus“

Gal 3,24 „gerechtfertigt durch den Glauben“

Gal 3,25 „sondern der Glaube, der kommt“

Gal 3,26 „durch den Glauben an Christus Jesus“

Gal 5,5: „Hoffnung auf die Gerechtigkeit aus dem Glauben“

Eph 1,1 „treu in Christus Jesus“

Eph 1,15 „Euer Glaube an den Herrn Jesus“

Eph 3,17 „damit Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne“

B2. Die Pastoralbriefe des Paulus (im Gegensatz zu Ehrman)

2 Tim 1,5: „Ich erinnere mich an euren aufrichtigen Glauben, der zuerst in eurer Großmutter Lois und eurer Mutter Eunike wohnte und von dem ich überzeugt bin, dass er auch in euch ist.“

2 Tim 3,15 „die fähig sind, euch weise zu machen zur Errettung durch den Glauben an Christus Jesus.“

Tit 3,15: „Grüßt diejenigen, die uns im Glauben lieben.“

C. Der Glaube kann in beide Richtungen oder in beiden Richtungen verstanden werden

C1. Die früheren Briefe des Paulus

1 Kor 15,1–2.14.17 „Nun, liebe Brüder, möchte ich euch an das Evangelium erinnern, das ich euch verkündet habe, das ihr angenommen habt und in dem ihr fest steht. Durch dieses Evangelium seid ihr gerettet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündet habe. Andernfalls habt ihr vergeblich geglaubt. (14) Und wenn Christus nicht auferweckt worden ist, ist unsere Verkündigung wertlos, und ebenso euer Glaube. In diesem Fall würden wir uns auch als falsche Zeugen Gottes entlarven. Denn wir haben von Gott bezeugt, dass er Christus von den Toten auferweckt hat. … (17) Und wenn Christus nicht auferweckt worden ist, ist euer Glaube vergeblich …“ (Dies unterstreicht sowohl die Lehre von der Auferstehung Christi als auch die von seinem Tod.)

Gal 3,7 „die aus dem Glauben“

Gal 3,12 „Das Gesetz ist nicht aus dem Glauben“

Gal 3,23 „vor dem Kommen des Glaubens“

Eph 1,15 „als wir von eurem Glauben an den Herrn Jesus hörten“

Eph 2,8 „Aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet worden“

C2. Die Pastoralbriefe des Paulus (diese können unterschiedlich ausgelegt werden)

2 Tim 2,18 „sind von der Wahrheit abgewichen. … sie untergraben den Glauben einiger“

Tit 1,4: „Kind in unserem gemeinsamen Glauben“

Frage: Da Gott keinen physischen Körper hat, wie kann Jesus dann der Sohn Gottes sein? Muslime haben behauptet, dies sei ein zentraler Irrtum des Christentums.

A: Christen glauben NICHT, dass Jesus im groben physischen oder sexuellen Sinne der Sohn Gottes war. Vielmehr ist dieser Begriff ein Ausdruck tieferer Bedeutung dafür, inwiefern sich Jesus von jedem geschaffenen Wesen unterscheidet. Schiitische Muslime haben ein etwas ähnliches Konzept. Wenn sie sagen, ‚Ali sei der Finger Gottes, glauben sie nicht, dass Gott zehn Finger hat wie die Menschen. Vielmehr ist dies für sie ein Ausdruck mit einer tieferen Bedeutung.

F: Mich stört eine Antwort, die Sie in Ihrer Rubrik „Bibelanfragen“ gegeben haben, in der es heißt, dass Jesus Gott sei, was schlichtweg nicht stimmt. Jesus hat niemals behauptet, Gott zu sein. Er ist der Sohn Gottes, der Messias. Es ist falsch von Ihnen, andere in die Irre zu führen, denn damit setzen Sie deren Erlösung aufs Spiel. Bitte lesen Sie diese Bibelstellen und ändern Sie Ihre Antwort.

Joh 14,1–4 zeigt einen Unterschied zwischen dem Vater und dem Sohn.

In Lk 18,19 sagt Jesus selbst, dass niemand gut ist außer Gott allein, als jemand ihn als gut bezeichnete. Er hat sich erneut davon abgegrenzt.

In Mk 13,32 und Mt 24,36 sagt Christus selbst, dass niemand weiß, wann das Ende kommen wird, außer Gott, und nicht einmal er selbst.

In Mt 23,8–10 macht Christus selbst einen deutlichen Unterschied zwischen einem Lehrer, einem Führer und dem Vater.

In Mt 5,16 heißt es, dass der Vater im Himmel ist.

In Apg 4,12 heißt es, dass die Erlösung durch Christus geschieht, aber Gott hat uns Christus gegeben.

Hebr 13,21, 1 Petr 2,19–25, 1 Joh 2,2–6 und 1 Joh 2,23 unterscheiden alle zwischen Gott und Christus. Gott ist der Vater, der Geber, der Schöpfer. Christus ist der Messias, das Opfer, der Sohn.

In 2. Mose 20,3, 5. Mose 6,4–5 und 5. Mose 32,39 sagt Gott, dass Sie keine anderen Götter außer ihm haben sollen. Es ist eine Sünde, Christus zu einem Gott zu machen oder Christus Gott zu nennen. Gott ist Gott allein, und Christus ist der Messias. Er ist das Lamm Gottes. Er ist Gottes Sohn, der geschaffen wurde, um ein Vorbild dafür zu sein, wie ein vollkommener Mensch sein sollte. Die Menschheit brauchte ein fleischgewordenes Vorbild für Vollkommenheit und Liebe. Jesus ist dieses Vorbild. Er war ein vollkommener Mensch mit göttlicher Erkenntnis, und Gott wohnte in ihm. Als er sagte, dass der Vater und ich eins sind, meinte er damit, dass er in Gott wohnte und Gott in uns wohnte. Er war in vollkommener Einheit mit Gott und wurde zu uns gesandt, um uns wissen zu lassen, dass auch wir in vollkommener Einheit mit Gott sein können. Er hat niemals behauptet, der himmlische Vater zu sein, und es ist eine große Sünde, andere zu der Annahme zu verleiten, dies sei der Fall. Es gibt viele Schriftstellen, die eine klare Trennung zwischen Gott und Christus machen, doch ich kann mich nicht daran erinnern, irgendwo eine Schriftstelle gelesen zu haben, in der Christus gesagt hätte, er sei Gott.

A: Ich weiß Ihre offene Botschaft zu schätzen. Ich möchte andere sicherlich nicht in Bezug auf ihre Erlösung in die Irre führen. Hoffentlich werden wir dort, wo wir in der Lüge verharren, „aufgerüttelt“ und finden Ruhe, wenn wir uns in der Wahrheit einig sind. Sie haben in Ihrer kurzen Botschaft so viele Punkte angesprochen. Ich möchte Ihre elf Punkte nacheinander durchgehen, damit wir erkennen können, in welchen Punkten wir uns einig sind und in welchen wir unterschiedlicher Meinung sind.

1. Wir dürfen keine anderen Götter haben, wie Sie erwähnt haben, wie es in 2. Mose 20,3; 5. Mose 6,4–5; 32,39 geboten wird. In Römer 1,23.25 heißt es, dass eine der Sünden der gottlosen Menschen darin bestand, dass sie geschaffene Dinge anstelle des Schöpfers anbeteten und ihnen dienten. Wir sollten keinen Engel oder ein anderes geschaffenes Wesen als Gott anbeten oder ihm dienen. Angenommen, Jesus wäre nicht Gott, und jemand würde Jesus als Gott bezeichnen – stimmen Sie zu, dass dies eine sehr schwere Sünde wäre?

2. Der Jünger Thomas nannte Jesus in Johannes 20,28 „Gott“. Thomas ging sogar noch weiter. In Johannes 20,28 heißt es tatsächlich, dass Thomas zu Jesus sagte: „Mein Herr und mein Gott!“ Jesus antwortete Thomas: „Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt; selig sind, die nicht gesehen haben und doch geglaubt haben.“ Jesus zeigt keinerlei Anzeichen einer Zurechtweisung gegenüber Thomas. Tatsächlich ist das einzig auch nur im Entferntesten Negative, was Jesus sagte, dass diejenigen, die Jesus nicht persönlich gesehen haben und dennoch glauben (an Jesus), seliger sind als diejenigen, die Jesus gesehen haben und dennoch glauben. Nun gilt entweder

a) lag Thomas im Unrecht, und er sündigte, indem er Jesus als Gott bezeichnete, und vielleicht sündigte auch Jesus, indem er dies akzeptierte und Thomas nicht zurechtwies, oder

b) Thomas hatte Recht, und Jesus hatte Recht, das zu bestätigen, was Thomas gesagt hat.

Stimmen Sie zu, dass Thomas hier wohl Recht gehabt haben muss?

3. Unterschiedlich, aber nicht getrennt: Manche Dinge können getrennt sein, ohne Gemeinsamkeiten zu haben. Manche Dinge können unterschiedlich sein, wobei manche Aspekte verschieden und andere gemeinsam sind. Zum Beispiel sind die drei Blätter eines Kleeblatts insofern unterschiedlich, als es sich um drei Lappen handelt. Dennoch sind sie nicht getrennt, da sie in der Mitte miteinander verbunden sind. (Dieses Bild stammt ursprünglich von Patrick von Irland, einem wahrhaft vorbildlichen Gläubigen, der um 400 n. Chr. lebte.) Wie dem auch sei, stimme ich zu, dass viele der von Ihnen angeführten Verse tatsächlich einen Unterschied zwischen dem Vater und dem Sohn aufzeigen. Der Nachweis, dass der Vater und der Sohn zwei unterschiedliche Personen sind, bedeutet nicht, dass sie völlig voneinander getrennt sind. Zumindest teilen sie einen Namen, denn wir werden gemäß Matthäus 28,19 im Namen (nicht in den Namen) des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft.

Der christliche Schriftsteller Ambrosius von Mailand (378–381 n. Chr.) schrieb in seinem Werk „Über den Heiligen Geist“, Buch 1, Kapitel 13, ausführlicher über die gemeinsame Nutzung der göttlichen Namen. Weitere Informationen finden Sie in „The Nicene and Post-Nicene Fathers“, 2. Reihe, S. 110–111.

a) Sie haben dieselbe Natur (Philipper 2,6)

b) Ihnen gebührt die gleiche Ehre (Johannes 5,23)

c) Der Vater und Jesus „besitzen“ alles gemeinsam. Johannes 16,15; 17,10.

d) Auf Erden wohnte der Vater in Jesus. Johannes 10,38; 14,10–11.

e) Auf Erden war Jesus im Vater. Johannes 10,38; 14,11

f) Wenn Sie Jesus wirklich kennen, dann kennen Sie den Vater und haben den Vater gesehen. Johannes 14,7–9

g) Niemand kommt zum Vater außer durch Jesus. Johannes 14,6; 6,45; ~8,24; Apostelgeschichte 4,12

h) Beide werden zu Recht angebetet (Hebräer 1,6)

i) Beide werden zu Recht Gott genannt (Johannes 1,1; 20,28; Hebräer 1,8.9)

j) Zu beiden wird gebetet (Apostelgeschichte 7,59–60)

k) Alles in der Welt wurde durch beide geschaffen (Johannes 1,3.10; Kolosser 1,16)

l) Die Fülle der Gottheit wohnt in Jesus (Kolosser 1,19).

m) Sie sind eins im Geist, in der Liebe und in ihrer Bestimmung. Dem einen wahrhaftig zu gehorchen bedeutet, auch dem anderen zu gehorchen.

Stimmen Sie also zu, dass sie zwar unterschiedlich sind, aber dennoch einige Gemeinsamkeiten aufweisen, in denen sie nicht voneinander getrennt sind?

4. Die Einheits-Pfingstbewegung ist falsch: Der vorangegangene Punkt ist wichtig, da es eine Irrlehre namens Modalismus gibt, von der die Einheits-Pfingstbewegung eine moderne Form darstellt, die lehrt, dass der Vater, der Sohn (Christus) und der Heilige Geist in jeder Hinsicht identisch sind. Die Verse über die Taufe Jesu sowie die von Ihnen angeführten Verse (Joh 14,1–4; Mt 5,16; 1 Joh 2,23 usw.) beweisen, dass der „Oneness“-Pfingstglaube falsch ist. Ich denke, darin sind wir uns einig.

5. Christus, unser Lehrer, widerlegt die Dreifaltigkeit nicht: Ich stimme Ihrer Schlussfolgerung zu Matthäus 23,8–10 nicht ganz zu, denn wenn Christus unser Lehrer ist – bedeutet das dann, dass wir uns weigern sollen, etwas vom Heiligen Geist oder von dem zu lernen, was Gott der Vater in der Natur oder in Gottes Wort offenbart hat? Natürlich können wir uns darauf einigen, dass dies nicht der Fall ist. Ich glaube jedoch, Sie wollten damit Ihre These untermauern, dass es einen Unterschied zwischen dem Vater und dem Sohn gibt, und dem stimme ich bereits zu.

6. Die Erlösung ist ein Werk Gottes! Übrigens: Ist unsere Erlösung nach Apostelgeschichte 4,12 und 1. Johannes 2,2–6 ein Werk des Menschen oder ein Werk Gottes? Unsere Erlösung ist ein Geschenk Gottes. Wäre Jesus lediglich ein Mensch, wäre es ein Werk des Menschen, da Jesus ein Mensch war.

7. Jesus und Gott: Ich glaube, ich habe hinreichend gezeigt, dass es zwar einen Unterschied zwischen dem Vater und Jesus gibt, dies jedoch kein Problem darstellt. Dies beantwortet jedoch noch nicht die Unterscheidung zwischen Jesus und Gott, die Hebräer 13,20–21 und andere Verse aufzeigen. (Ich glaube nicht, dass 1. Petrus 2,19–25 dies zeigt, aber andere Verse tun es, daher ist dies ein strittiger Punkt.) Denken Sie daran, dass der Begriff „elohim“ (Gott/Gott) in der Bibel mindestens vier verschiedene Bedeutungen hat. Jesus räumte in Johannes 10,34–39 ein, dass es mehr als eine Bedeutung gab, als er dort Psalm 82,6 zitierte. Hier sind die Bedeutungen in der Bibel:

Diejenigen, die als Götter bezeichnet werden, sogar Götzen. 1. Korinther 8,5–6; Genesis 31,30.33

Der Vater. Galater 1,1; Epheser 1,2–3.17; Hebräer 1,9 (zweites Vorkommen) usw.

Jesus. Hebräer 1,9 (erstes Vorkommen); Johannes 1,1.18; Hosea 1,7; Jesaja 7,14; 1. Johannes 5,11.12 im Vergleich zu Vers 21; Kolosser 2,9 und Matthäus 1,23

Der Heilige Geist. Römer 8,9–16; Lukas 1,35; 1. Johannes 4,12,13,15–16; 1. Korinther 3,16 im Vergleich zu 1. Korinther 6,19; Apostelgeschichte 5,4

8. Bibelstellen, die zeigen, dass Jesus Gott ist: Sie sagen, Sie könnten sich an keine einzige Schriftstelle erinnern, in der Jesus gesagt hätte, dass Er Gott sei. Abgesehen davon, dass Thomas dies in Johannes 20,28 sagt, der Verfasser des Hebräerbriefes dies in Hebräer 1,8–9 sagt und der Apostel Johannes Jesus am Ende von Johannes 1,1 als Gott bezeichnet. Jesus selbst beanspruchte in Johannes 8,58, Gott zu sein. Jesus antwortete: „Bevor Abraham geboren wurde, bin ich!“. Das Wort „Ich bin“ war der göttliche Name Gottes. Nun haben die Juden entweder die Aussage Jesu richtig verstanden, als sie Steine aufhoben, um ihn zu steinigen, oder aber sie haben die Aussage Jesu missverstanden. Stimmen Sie dem zu?

9. Nur Gott ist gut: In Lukas 18,19 stellte Jesus die Frage, warum der Mann das Wort „gut“ so leichtfertig verwendete und Jesus nicht als Gott anerkannte. Jesus bezeichnete sich selbst in Johannes 10,11 als den Guten Hirten. Sie selbst haben erwähnt, dass Jesus ein Vorbild für Vollkommenheit und Liebe sowie ein vollkommener Mensch war. Da Jesus gut war und Lukas 18,19 keine Leugnung dessen darstellte, dass Jesus gut war, war Lukas 18,19 auch keine Leugnung dessen, dass Jesus Gott war. Stimmen Sie dem zu?

10. Jesus wusste auf Erden nicht, wann Er wiederkommen würde. In Markus 13,32 und Matthäus 24,36 stellen Sie fest, dass nicht einmal Jesus den Zeitpunkt seiner Wiederkunft kannte. Das trifft auf Jesus zu – auf Erden. In Philipper 2,7–8 heißt es, dass Jesus sich freiwillig entäußerte, als Er auf die Erde kam. Auf Erden machte Jesus keinen Gebrauch von Seiner eigenen Macht oder Seinem Wissen, sondern verließ sich auf Gott, den Vater. In Johannes 17,5 betete Jesus sogar darum, dass ihm seine Herrlichkeit wiedergegeben werde.

11. Die frühen Christen lehrten, dass Jesus auch Gott war. Es ist falsch, andere hinsichtlich der Wahrheit (oder Unwahrheit) der Göttlichkeit Jesu in die Irre zu führen. Man sollte meinen, dass eine so wichtige Sache von den Aposteln klargestellt worden wäre. Dass Jesus Gott ist, ist nicht einfach „irgendeine Neuheit“, die sich moderne Menschen ausgedacht haben. Ignatius, der Jünger des Apostels Johannes, schreibt in seinem Brief an Polykarp (Kap. 3) über die Wiederkunft des Herrn: „Haltet Ausschau nach Ihm, der über den Zeiten steht, nach Ihm, der keine Zeiten kennt, nach Ihm, der unsichtbar ist, nach Ihm, der um unseretwillen sichtbar wurde, nach Ihm, der ungreifbar [jenseits der Berührung] ist, nach Ihm, der unerschütterlich [jenseits der Leidenschaft] ist, nach Ihm, der um unseretwillen gelitten hat, nach Ihm, der um unseretwillen alles in jeder Gestalt ertragen hat.“ Ignatius verstand also, dass Gott der Sohn die sichtbare, zeitliche Erscheinungsform des unsichtbaren, zeitlosen Gottes, des Vaters, war. In Epheser 7 spricht Ignatius von Christus als dem fleischgewordenen Gott. Er fährt fort, dass Jesus „sowohl aus Maria als auch aus Gott hervorgegangen ist, zunächst dem Leiden unterworfen, dann darüber hinausgehend“

Ebenso schrieb auch Hippolyt (225–235/6 n. Chr.) darüber. Hier ist, was er in „Gegen die Häresie des Noetus“, Kapitel 14, S. 228, sagte. Dort heißt es: „Wenn also das Wort bei Gott war und zugleich Gott war, was folgt daraus? Ich werde zwar nicht von zwei Göttern sprechen, sondern von einem; jedoch von zwei Personen und von einer dritten Ökonomie (Disposition), nämlich der Gnade des Heiligen Geistes. Denn der Vater ist zwar einer, doch gibt es zwei Personen, da es auch den Sohn gibt; und dann gibt es noch den Dritten, den Heiligen Geist.“

Stimmen Sie zu, dass die Lehre, dass Jesus Gott ist, bereits in der Zeit der Jünger der Apostel vermittelt wurde, unabhängig von der Bibel?

Abschließend möchte ich anmerken, dass ich, wenn ich mich nicht irre, jeden einzelnen Punkt, den Sie angesprochen haben, beantwortet habe. Bitte lassen Sie mich wissen, falls ich etwas übersehen habe oder wenn Sie der Meinung sind, dass meine Argumentation an irgendeiner Stelle fehlerhaft war. Ich stimme Ihnen zu, dass es eine Sünde wäre, Christus als Gott zu bezeichnen, wenn Christus tatsächlich nicht Gott wäre. Stimmen Sie jedoch zu, dass es eine Sünde wäre, zu sagen, Christus sei nicht Gott, wenn Christus tatsächlich Gott wäre?

F: Wie können der Vater, der Sohn und der Heilige Geist alle Gott sein, da das Alte Testament so nachdrücklich betont, dass es nur einen einzigen Gott gibt?

A: Zunächst einmal ist die vollständige Beschreibung der Beziehung zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist nicht nur etwas, das Gott uns noch nicht offenbart hat, sondern selbst wenn Er es vollständig offenbart hätte, würde es wahrscheinlich unser Verständnis übersteigen. Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe Wesen, die in einer zweidimensionalen Welt leben, und Sie könnten mit ihnen kommunizieren. Wie würden Sie sich selbst beschreiben? Zunächst einmal könnten Sie sagen, dass Sie etwas seien, das sie verstehen könnten, aber nicht vollständig begreifen könnten. Sie würden zum Beispiel vier Ihrer Finger in ihre Welt strecken und sagen, dass diese vier Kreise, die sie sehen, tatsächlich miteinander verbunden sind. Die Skeptiker in dieser zweidimensionalen Welt könnten jeden der vier Kreise umrunden und, da die Finger nach ihrem Verständnis nicht miteinander verbunden sind, zu dem Schluss kommen, dass Sie lügen. Am anderen Ende des Spektrums könnten andere sagen, dass, da sie miteinander verbunden sind, die Unterscheidbarkeit der vier Finger eine Illusion sei und Sie in Wirklichkeit gar keine unterschiedlichen Finger hätten. Wieder andere möchten vielleicht ein Bild von Ihnen haben, also würden sie seltsame Zeichnungen von vier Kreisen oder aber von vier miteinander verbundenen Kreisen anfertigen. Sie würden ihnen sagen, sie sollten sich nicht die Mühe mit den Bildern machen, da diese nicht einmal annähernd eine angemessene Darstellung von Ihnen wären.

Wir sind vielleicht nicht in der Lage, alles über den dreieinigen Gott zu begreifen, aber glücklicherweise müssen wir das auch nicht versuchen. Wir müssen nur lernen, was der Herr offenbart hat: Es gibt nur einen Gott, und wir sollen nur Gott anbeten, verherrlichen und zu ihm beten, nicht irgendwelche Geschöpfe, die Gott geschaffen hat. Doch die Bibel zeigt, dass sowohl Engel als auch Menschen Jesus anbeten, verherrlichen und zu ihm beten, und dass Jesus auf angemessene Weise angebetet wird.

Hier ist ein Schema, das Ihnen vielleicht weiterhilft. Zeichnen Sie in der Mitte einen Kreis mit der Aufschrift „Gott“. Zeichnen Sie drei Kreise um diesen Kreis herum, oben mit der Aufschrift „Der Vater“ und an den Seiten „Der Sohn“ und „Der Heilige Geist“. Verbinden Sie jeden der äußeren Kreise mit dem mittleren Kreis durch drei Linien. Beschriften Sie jede Linie mit „ist“. Verbinden Sie jeden äußeren Kreis mit den anderen äußeren Kreisen und beschriften Sie die drei Linien mit „ist nicht“.

Wie in meiner vorherigen E-Mail erwähnt, bezieht sich das Wort „Gott“, wenn es in der Bibel verwendet wird, manchmal auf Gott den Vater. Wie Sie richtig anmerken: Als Jesus zu Gott betete – etwa im Garten Gethsemane –, betete Jesus NICHT zu sich selbst. Ich finde es etwas amüsant, dass ich gerade jetzt Ihren Brief zu diesem Thema lese, denn erst vor zwei Tagen habe ich einen kurzen Artikel verfasst, in dem ich die falsche Lehre des „Oneness-Pentekostalismus“ erwähnte und genau denselben Punkt ansprach, den auch Sie ansprechen. Das Wort „Gott“ bedeutet an vielen Stellen in der Bibel tatsächlich „Gott der Vater“, darunter auch in dem Ausdruck „dein Gott“ in Hebräer 1,9 sowie in dem Ausdruck „als Gott“ in Hebräer 1,6.

Allerdings bedeutet das Wort „Gott“ an vielen Stellen auch „Gott der Sohn“. Schauen wir uns noch einmal Hebräer 1,8–9 an. In Hebräer 1,8 heißt es: „Über den Sohn aber sagt er: ‚Dein Thron, o Gott, …‘“.

Ich glaube nicht, dass die Menschen einfach aus Irrtum begonnen haben, Christus anzubeten, denn die sündlosen Engel selbst beteten in Offenbarung 5,12 das Lamm (Jesus) an und sprachen: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Segen zu empfangen!“ Außerdem hatte der Apostel Johannes einen Jünger namens Ignatius. Ignatius hinterließ einige Schriften, und er betonte offenbar, was ihm gelehrt worden war, nämlich dass Jesus Gott sei.

Nun haben Sie in Ihrem vorherigen Brief erklärt, dass 2. Mose 20,3; 5. Mose 6,4–5 und 32,39 beweisen, dass wir keine anderen Götter anbeten sollen. In Ihrem letzten Brief tun Sie sich schwer damit, über den Punkt im Alten Testament hinauszukommen, dass es nur einen einzigen Gott gab. Nun, bitte gehen Sie nicht darüber hinaus. Halten Sie an dieser Wahrheit fest! Doch schon das Alte Testament deutet an, dass dies nicht das Ende der Geschichte ist. In Psalm 110,1 (dem im Neuen Testament am häufigsten zitierten Vers aus dem Alten Testament) heißt es: „Der HERR sprach zu meinem Herrn: ‚Sitze zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.‘“ (BSB) Wer ist dieser „Sohn“, dieser „Zweite“, den wir ebenfalls Herr nennen sollen? Das ist natürlich Jesus.

Ich vermute, dass der Punkt, an dem Sie verwirrt sind, folgender ist: Wenn die Begriffe „Gott“ und „Herr“ in der Bibel im Zusammenhang mit dem wahren Gott und dem wahren Herrn verwendet werden – verwendet die Bibel diese Begriffe dann immer in derselben Weise, oder sind diese Wörter wie „Richter“ und „vollkommen“, die je nach Kontext mehrere verschiedene Bedeutungen haben können? Solange Sie davon ausgehen, dass „Gott“ (sofern es sich nicht um Götzen handelt) immer dieselbe Bedeutung hat und „Herr“ immer dieselbe Bedeutung hat, werden Sie beim Lesen bestimmter Verse verwirrt sein. Ich schlage vor, dass „Gott“ und „Herr“ je nach Vers unterschiedliche Bedeutungen haben.

Nun kommen wir zu einem Paradoxon. Da es nur einen einzigen Gott gibt, der angebetet werden soll, und Engel und Menschen Jesus rechtmäßig angebetet haben – wie kann das sein? Die einzige Antwort, die alle „Jesus verherrlichenden Verse“ berücksichtigt, ist, dass Jesus der eine wahre Gott ist, der der Anbetung würdig ist.

Ein eng damit verbundenes Thema ist die Aussage der Bibel, dass es für uns nur einen Herrn gibt (Epheser 4,5). Ist nun unser Herr Jesus Christus (Römer 10,9; 1. Korinther 8,6; 12,3; Johannes 20,25.28), oder ist unser Herr der Heilige Geist (2. Korinther 3,17), oder ist unser Herr der Vater (Hebräer 7,21; 1. Petrus 1,25 usw.)?

In 1. Korinther 7,35 heißt es, dass wir uns dem Herrn ungeteilt hingeben sollen. Bedeutet dies, dass wir uns Jesus hingeben und Gott, den Vater, vergessen sollen? – Selbstverständlich nicht. Die einzige Antwort lautet, dass Gott, der Vater, unser „einziger Herr“ ist, aber auch Jesus Christus und der Heilige Geist Teil unseres „einzigen Herrn“ sind.

Hier liegt ein weiteres Paradoxon in der Bibel vor. Da Jesus der einzig wahre Gott ist, Jesus jedoch zu „Seinem Gott“ betete – wer ist dann der Gott, der unserer Anbetung würdig ist? Es gibt vier Möglichkeiten:

Nur der Vater. Das kann nicht richtig sein, denn sonst hätten die Engel Unrecht gehabt, Jesus zu verherrlichen, Stephanus hätte Unrecht gehabt, zu Jesus zu beten, Thomas hätte Unrecht gehabt, Jesus „Mein Herr und mein Gott“ zu nennen, und Jesus hätte Unrecht gehabt, ihn nicht zu korrigieren.

Nur Jesus. Dies kann nicht richtig sein, denn sonst wäre es falsch, dass Jesus zu Gott [dem Vater] betet und ihn Gott nennt.

Beide sind Gott, und es gibt mindestens zwei Götter. Dies kann nicht richtig sein, denn Gott wollte uns durch das Alte Testament verdeutlichen, dass es nur einen einzigen wahren Gott gibt.

Beide sind Gott, und es gibt nur einen wahren Gott. Diese Antwort ist am schwersten zu akzeptieren, da es auf Erden keine exakte Entsprechung gibt. Ihre Analogie zwischen Ihnen und Ihren Eltern ist bis zu einem gewissen Grad in Ordnung, aber sie gefällt mir nicht, da sie „Gott“ gewissermaßen zu einem Familiennamen macht, und ich glaube, dass die Drei auf eine viel engere Weise eins sind als dies. Doch die Tatsache, dass es auf Erden keine perfekte Analogie zu Gott gibt, disqualifiziert diese Antwort nicht als richtig. Tatsächlich schafft es keine andere Antwort, die ich gesehen habe, mehr als „alle Bibelverse wegzuerklären“; diese hier umfasst vielmehr alle Bibelverse. Das Konzept der Dreifaltigkeit betont die Eigenständigkeit der Drei, es betont auch die Untrennbarkeit der Drei, und dennoch betont es auch, dass es nur einen Gott gibt.

Eines lässt sich zugunsten der Götzen sagen: Diese „kleinen Kerlchen“, Hochstapler mit kleinlichen Launen und allzu menschlichen Schwächen, sind für den natürlichen Menschen viel leichter zu verstehen als der heilige, allmächtige Gott, der Himmel und Erde erfüllt. Ich glaube tatsächlich, dass sich im Laufe der Zeit viele Menschen von dem entfernt haben, was Gott in der Bibel über sich selbst offenbart hat. Hier ist ein weiteres Diagramm für Sie. Zeichnen Sie ein Dreieck und beschriften Sie die drei Eckpunkte mit „Ein Gott“, „Drei Personen“ und „Gleiche Natur“. Schreiben Sie nun außerhalb des Dreiecks, auf der Linie gegenüber von „Ein Gott“, die gegensätzliche Irrlehre „Polytheismus“. Schreiben Sie ebenfalls außerhalb des Dreiecks, auf der Linie gegenüber von „Drei Personen“, „Einheits-Irrlehren“. Schreiben Sie schließlich auf die Linie gegenüber von „gleiche Natur“ „Ebioniten“. Die Ebioniten waren eine frühe Häresie, die versuchte, die jüdischen Bräuche mit dem Christentum zu verbinden. Sie erkannten Jesus als den Messias an, aber nicht als Gott.

Nun stellt sich folgende Frage: Angesichts der Tatsache, dass sie in mancher Hinsicht untrennbar und in anderer Hinsicht unterscheidbar sind – inwiefern sind sie untrennbar und inwiefern unterscheiden sie sich?

Sie sind eins in Liebe, Absicht und Gehorsam. Mit anderen Worten: Man kann nicht dem einen gehorchen, während man dem anderen ungehorsam ist.

Sie sind eins im Namen, wie wir bereits erörtert haben.

Sie sind eins in ihrem Wesen. Weder der Vater, noch der Sohn, noch der Heilige Geist sind geschaffene Wesen. Ähnlich wie ich Gegenstände erschaffen kann, meine Kinder jedoch von mir und meiner Frau stammen, wurde der Sohn vom Vater gezeugt und nicht von ihm erschaffen.

Ist der Vater größer als der Sohn? Diese Frage müssen wir in drei verschiedenen Zusammenhängen beantworten.

Wesen und Ehre: Der Vater und der Sohn sind einander gleichgestellt. Philipper 2,6 zeigt, dass sie dasselbe Wesen haben. Johannes 5,23: „damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat.“

Auf Erden war Jesus dem Vater untergeordnet. Jesus entäußerte sich freiwillig eines Großteils seiner Herrlichkeit (Philipper 2,7; Johannes 17,5). Jesus lernte Gehorsam (Hebräer 5,8), wurde müde (Johannes 4,6), wusste nicht alles, wie zum Beispiel die Stunde seiner Wiederkunft (Matthäus 24,36; Markus 13,32) usw.

Selbst im Himmel hat der Vater eine größere Rolle als der Sohn. So sind beispielsweise in der Ehe Mann und Frau gleichberechtigt und von gleichem Wert, haben jedoch unterschiedliche Rollen, wobei der Mann die Rolle des Leiters einnimmt, dem die Frau gehorchen sollte. Auch in einer Familie hat ein Elternteil eine andere Rolle als ein Kind. So ist auch im Himmel, wie ein Vater das Haupt seines Sohnes ist, Gott das Haupt Christi. (Ja, mit „Gott“ ist hier Gott der Vater gemeint). (1. Korinther 11,3) Gott der Vater wird in Epheser 1,17 auch als der Gott unseres Herrn Jesus Christus bezeichnet. Über den Heiligen Geist haben wir bisher noch nicht viel gesprochen, doch der Heilige Geist hat die Aufgabe, für uns beim Vater Fürsprache einzulegen (Römer 8,26–27), und nicht der Vater beim Heiligen Geist.

Übrigens hat einmal jemand gefragt, ob die Dreieinigkeit Gottes nur eine vorübergehende Sache sei. Wird die Unterscheidung zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist verschwinden, nachdem Satan in den Feuersee geworfen worden ist? Die Antwort lautet, dass die Unterscheidungen innerhalb der Dreieinigkeit dauerhaft sind, denn in Hebräer 13,8 heißt es: „Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.“ (BSB)

Nun habe ich das Gefühl, dass mir das, was Gott über die Dreifaltigkeit offenbart hat, klar ist, aber es kommt darauf an, dass es auch Ihnen klar ist. Eine Sache, die dabei helfen könnte, ist, dass Sie die Wahrheit, die Sie kennen, auch in die Praxis umsetzen. Da die Engel in Offenbarung 5,9–10; 5,12; 7,10; 11,15 sangen und Jesus priesen, nehmen Sie sich Zeit, zu Jesus zu singen und Ihn zu preisen. Da die Engel Jesus in Hebräer 1,6 anbeteten, die Weisen in Matthäus 2,11, die Jünger in Matthäus 14,33, die Frauen in Matthäus 28,9 und der Blinde in Johannes 9,38, sollten auch Sie Ihn anbeten. Verehren Sie Jesus also so, wie es die Engel und andere tun, preisen Sie Ihn mit Liedern, beten Sie zu Jesus (wie es Stephanus in Apostelgeschichte 7,59 tat) und bitten Sie Gott, Ihnen zu helfen, all das zu erkennen und zu verstehen, was Gott in Seinem wunderbaren Wort offenbart hat.

F: Was sind einige Unterschiede zwischen der griechischen und der römischen Kultur?

A: Die griechischen Athleten traten nackt an, standen homosexuellem Verhalten sehr tolerant gegenüber und blickten auf eine lange kulturelle Geschichte Athens und anderer Städte zurück. Sie bekämpften sich häufig untereinander und konnten sich nie wirklich vereinen, bis die (technisch gesehen) nicht-griechischen Makedonier sie alle eroberten. Die Römer hingegen neigten eher dazu, Folter anzuwenden, legten weniger Wert auf Fairness und bewunderten die griechische Kultur, obwohl sie die Griechen erobert hatten. Beide Völker hatten tapfere Soldaten, doch die Römer waren eher geneigt, ihre Nachbarn zu assimilieren und ein vereintes Reich zu schaffen.

F: Wie viele Verse und Wörter enthält das Neue Testament?

A: Laut Wick Allison in „That’s In the Bible? – The Ultimate Learn-As-You-Play Bible Quiz Book“ (Dell Trade 1994), S. 18, umfasst das Neue Testament der King-James-Bibel 7.959 Verse und 198.000 Wörter in englischer Sprache. Beachten Sie, dass die King-James-Bibel einige Verse enthält, die in den meisten griechischen Handschriften nicht vorkommen.

F: Welche handschriftlichen Belege gibt es für das Neue Testament?

A: Einzelheiten finden Sie auf der Seite zu den Handschriften des Neuen Testaments unter http://www.BibleQuery.org/NewTestament-Manuscripts.html.

F: Welche frühen Autoren bezeichneten das Neue Testament als „Neues Testament“?

A: Hier ist die Liste. Wenn ein Autor das Alte Testament erwähnt, nicht aber das Neue, ist das Neue Testament impliziert. Ist es nur impliziert, ist der Name nicht fettgedruckt und es steht „impliziert“ daneben.

Justin der Märtyrer (ca. 138–165 n. Chr.) erwähnt, „wie das Neue Testament, das Gott zuvor verkündet hat“ (Dialog mit Trypho dem Juden, Kap. 51, S. 221).

Melito von Sardes (170–180 n. Chr.) (impliziert) erwähnt das „Alte Testament“. Dies impliziert ein Neues Testament. Fragment 4 aus dem „Buch der Auszüge“, Band 8, S. 759

Irenäus von Lyon (182–188 n. Chr.) erwähnt das Neue Testament und das Alte Testament in „Irenäus: Gegen die Häresien“, Buch 5, Kap. 34.1, S. 563. Er erwähnt es auch auf S. 564.

Der Muratorische Kanon (um 170 n. Chr.), Kapitel 3, S. 603, erwähnt das Alte Testament, was auf ein Neues Testament hindeutet.

Clemens von Alexandria (193–202 n. Chr.): „Denn Gott ist die Ursache aller guten Dinge; einiger jedoch in erster Linie, wie des Alten und des Neuen Testaments.“ *Die Stromata*, Buch 1, Kap. 5, S. 305

Tertullian (um 213 n. Chr.): „Er wird uns in allen Schriften klar definiert – im Alten Testament als der Christus Gottes, im Neuen Testament als der Sohn Gottes.“ Gegen Praxeas, Kap. 24, S. 620

Tertullian (198–220 n. Chr.) erwähnt das Neue Testament in seinen „Fünf Büchern gegen Marcion“, Buch 4, Kap. 1, S. 346.

Hippolyt (225–235/6 n. Chr.) bezieht sich auf das Neue Testament in „Fragmente aus Kommentaren“, Kommentar zur Genesis 49,11, S. 165

Asterius Urbanus (um 232 n. Chr.): „Aus Furcht, dass es jemandem so erscheinen könnte, als füge ich der Lehre des Evangeliums des Neuen Testaments ein neues Wort oder Gebot hinzu“, *Das Exordium*, Band 7, Kapitel 1, S. 335

Commodianus (um 240 n. Chr.) (impliziert): „Das erste Gesetz Gottes ist die Grundlage des nachfolgenden Gesetzes. Es hat Ihnen in der Tat auferlegt, an das zweite Gesetz zu glauben. Auch Drohungen kommen nicht von Ihm selbst, sondern von diesem Gesetz und haben Macht über Sie. Schwören Sie nun, voller Staunen, dass Sie an Christus glauben werden; denn das Alte Testament verkündet von Ihm: Denn es ist nur notwendig, an den zu glauben, der gestorben war, um wieder auferstehen zu können und für alle Zeit zu leben.“ „Anweisungen des Commodianus“, Kap. 25, S. 207

Origenes (225–254 n. Chr.) sprach vom Neuen Testament und sagte, es gäbe nur vier Evangelien. Origenes’ Kommentar zum Johannesevangelium (225–231 n. Chr.), Buch 1, Kap. 1, S. 299.

Origenes (240 n. Chr.) bezieht sich auf das Neue Testament. Kommentar zum Hohelied, Prolog, S. 56

Novatian (250–257 n. Chr.) erwähnt das Alte Testament und das Neue Testament in seiner „Abhandlung über die Dreifaltigkeit“, Kapitel 7, S. 617. Er erwähnt zudem die Wahrheit sowohl des Alten als auch des Neuen Testaments in Kapitel 17, S. 627.

In der „Abhandlung über die Wiedertaufe“ (250/4–256/7 n. Chr.), Kapitel 3, Seite 668, wird das Neue Testament erwähnt.

Cyprian von Karthago (ca. 246–258 n. Chr.) erwähnt an vielen Stellen das Alte Testament und bezieht sich dabei so darauf, wie wir es heute verstehen würden. Er sagt: „Dass ein anderer Prophet wie Mose verheißen wurde, nämlich einer, der ein neues Testament geben sollte und dem man vielmehr Gehör schenken sollte.“ Anschließend zitiert er Deuteronomium 18,18–19 als „Deuteronomium“. Abhandlungen des Cyprian, Abhandlung 12, 18, S. 512

Dionysius von Rom (259–269 n. Chr.) sagt, die Dreifaltigkeit sei in der Heiligen Schrift enthalten, doch die Lehre von „drei Göttern werde weder im Alten noch im Neuen Testament gelehrt“. Gegen die Sabellianer, Kap. 1, Bd. 7, S. 365

Anatolius von Alexandria (270–280 n. Chr.) (impliziert) bezieht sich auf das „Alte Testament“, was ein Neues impliziert. Der Osterkanon des Anatolius von Alexandria, Kap. 8, S. 148

Victorinus von Petau (als Märtyrer gestorben 304 n. Chr.) erwähnt das Alte und das Neue Testament in seinem „Kommentar zur Offenbarung des seligen Johannes“, S. 345. Er listet die Paulusbriefe als Römerbrief, Korintherbriefe, Galaterbrief, Epheserbrief, Thessalonicherbriefe, Philipperbrief, Kolosserbrief und Timotheusbriefe auf und zitiert 1. Timotheus 3,15 in Kap. 16, S. 345. Anschließend zitiert er auf S. 346 1. Korinther 15,53.

Methodius (270–311/312 n. Chr.) (impliziert): „Ich werde euch, o Jungfrauen, aus dem Alten Testament eine schriftliche Prophezeiung aus dem Buch der Richter vorlegen, um zu zeigen, dass ich die Wahrheit spreche“, „Das Festmahl der zehn Jungfrauen“, Rede 10, Kap. 2, S. 348

Alexander von Alexandria (313–326 n. Chr.): „Und neben der frommen Überzeugung bezüglich des Vaters und des Sohnes bekennen wir uns zu einem Heiligen Geist, wie es uns die göttlichen Schriften lehren; der sowohl die heiligen Männer des Alten Testaments als auch die göttlichen Lehrer dessen, was man das Neue Testament nennt, eingesetzt hat.“ „Briefe über die arianische Häresie“, Brief 1, Kap. 12, S. 296

Laktanz (ca. 303–325 n. Chr.) „und regelte alle Angelegenheiten bezüglich der Einrichtungen des Neuen Testaments; und nachdem dies vollbracht war, hüllten ihn eine Wolke und ein Wirbelwind ein und entrissen ihn den Blicken der Menschen in den Himmel.“ „Die Art und Weise, wie die Verfolger starben“, Kap. 2, S. 311

Eusebius (318–339/340 n. Chr.)

Nach Nicäa

Hegemonius (4. Jahrhundert) erwähnt, dass es weder zwei Alte Testamente noch zwei Neue Testamente gibt. (Der Christ Diodorus spricht) „Disputation mit Manes“, Kap. 45, S. 220

Athanasius (367 n. Chr.) erwähnt das „Neue Testament“ in Athanasius’ Festbrief 39, Kap. 5, S. 552

Cheltenham-Kanon (= Mommsen-Katalog) (ca. 360–370 n. Chr.)

Ephraim/Ephrem (350–378 n. Chr.)

Basilius von Kappadokien (357–379 n. Chr.) bezieht sich in Brief 42, Kap. 3, S. 144–145 auf das Neue Testament.

Cyrill von Jerusalem (ca. 349–386 n. Chr.) erwähnt das Alte und das Neue Testament in Vorlesung 2.4, S. 8, und 3.6, S. 15.

Die Synode von Laodizea (in Phrygien) (343–381 [oder 363] n. Chr.) erwähnt in Kanon 59, S. 158, das Alte und das Neue Testament.

Die Synode von Laodizea (in Phrygien) (343–381 n. Chr.) listet in Kanon 60, S. 159, die Bücher des Alten und des Neuen Testaments auf. Kanon 59, S. 158, besagt, dass in der Kirche nur die kanonischen Bücher des Alten und des Neuen Testaments gelesen werden dürfen.

Gregor von Nyssa (382–383 n. Chr.) (impliziert) erwähnt das Alte Testament in „Gegen Eunomius“, Buch 11, Kap. 5, S. 238.

Ambrosius von Mailand (370–390 n. Chr.) erwähnt das Alte und das Neue Testament in seinem Werk „Über den christlichen Glauben“, Buch 1, Kapitel 8.57, S. 210.

Gregor von Nazianz (330–391 n. Chr.)

Pacian von Barcelona (342–379/392 n. Chr.) erwähnt das Neue Testament in „Über die Büßer“, Kap. 4.1, S. 74

Didymus der Blinde (398 n. Chr.) bezieht sich auf das Alte und das Neue Testament. „Kommentar zu Sacharja“ 8, S. 201

Das syrische „Buch der Stufen“ (Liber Graduum) (350–400 n. Chr.)

Epiphanius von Salamis (360–403 n. Chr.) erwähnt das Alte und das Neue Testament. „Panarion“, Abschnitt 3, Scholion 1 und 5, S. 334

Rufinus’ Kommentar zum Apostolischen Glaubensbekenntnis (374–406 n. Chr.)

Johannes Chrysostomos (als Märtyrer gestorben 407 n. Chr.)

Konzil von Karthago (393–419 n. Chr.)

Hieronymus (417–420 n. Chr.) erwähnt das Neue Testament in Brief 53,9 (394 n. Chr.), S. 101.

Augustinus von Hippo (388–430 n. Chr.) erwähnt das Neue Testament in „De civitate Dei“, Buch 17, Kap. 4, S. 341; Buch 17, Kap. 6, S. 344

Augustinus von Hippo (388–430 n. Chr.) erwähnt das Neue Testament in seinem „Kommentar zu den Psalmen“, S. 405, 521, 531, 681

Johannes Cassian (419–430 n. Chr.) Das Neue Testament wird namentlich in den „Institutionen“ von Johannes Cassian, Buch 1.1, S. 201, sowie in den „Gesprächen des Abtes Paphnutius“, Kapitel 15, S. 327, erwähnt

Vinzenz von Lerins (um 434 n. Chr.)

Sokrates (ca. 400–439 n. Chr.) Sokrates’ „Kirchengeschichte“

Theodoret von Kyrrhos (423–458 n. Chr.)

Konzil von Chalcedon (451 n. Chr.)

Papst Leo I. von Rom (440–461 n. Chr.)

Unter den Häretikern und den unechten Schriften

Marinus (um 300 n. Chr.) (impliziert) – ein Bardesaner – berief sich in seiner Auseinandersetzung mit Adamantius auf das „Alte Testament“ und bezeichnete David als Propheten. „Dialog über den wahren Glauben“, Kap. 862a 20, S. 173

Theodor von Mopsuestia (392–423/429 n. Chr.) erwähnt das Neue Testament namentlich und zitiert dabei Mt 28,2–3. Kommentar zum Buch Sacharja, Kap. 1, S. 331